Scheuchzer, Wilhelm

Scheuchzer, Wilhelm, Landschaftsmaler , geb. zu Zürich 1803, stammt aus der Familie des berühmten Naturforschers Scheuchzer. Er sollte anfangs nur als Flachmaler seinen Erwerb sich sichern, allein Heinrich Maurer, der ihm den ersten Unterricht ertheilte, erregte bald seine ganze Liebe zur Landschaftsmalerei. Der Fürst von Fürstenberg trug vor allen dazu bei, dass er diese Richtung verfolgen konnte, indem er ihm den Auftrag ertheilte, meh- rere Gegend des Schwarzwaldes in Aquarell zu malen, die er

später auch selbst lithographirte. Dann zeichnete Scheuchzer für Leben in Carlsruhe noch mehrere andere Ansichten auf Stein, bis der Künstler endlich 1829 sich nach München begab, wo er jetzt ausschliesslich der Malerei sich widmete. Von dieser Zeit an da- tiert eine ziemliche Anzahl von landschaftlichen und architektoni- schen Darstellungen, die sich durch glückliche Wahl der Punkte und angenehme harmonische Färbung auszeichnen. Im Jahre 1830 malte er in Hohenschwangau , dem mittelalterlichen Schlosse des Kronprinzen Maximilian von Bayern, sechs orientalische Ansichten in enkaustischer Manier. Im zweiten Bande des Grafen Raczynski's Geschichte der neueren deutschen Kunst heisst es von seiner An- sicht des Klosters Kappel im Canton Zürich, dass man die Natur

selber wie in einer Camera obscura zu sehen glaube, Und solche schöne, höchst naturgetreue Ausichten von Scheuchzer gibt es jetzt mehrere, sowohl aus der Schweiz , aus Italien , aus Tirul, aus Graubünden, als auch aus dem bayerischen Hochgebirge u. s. w. Auf dem Kunst- vereine zu München sah man seit etlichen Jahren Werke von die- sem Künstler, die immer mit grossen Beifall aufgenommen wur- den. Zu seinen Hauptwerken gehören: der Comersee, die Aussicht von der Gründelalpe, der St. Wolfgangsee mit dem Stafberge, das Graubündtnerthal, das Schloss Tiral, im Besitze des Prinzen Carl von Bayern; Silva Glana zu Obergadein in Graubündten, Eisen- schmelze im Ferrarerthale; die Burg Reams im Oberhalbsteinthale, in der Gallerie zu Lübeck; die Aussicht vom Calvarienberg zu Bo- tzen, die Wartburg bei Botzen, das Schloss Hohenschwangau, im Besitze des Königs von Preussen; Gegend bei Botzen gegen Sig- mundskron, das Schloss Rapperswyl, Gegend bei Mals im Vintsch- gau mit der Oertlerspitze, im Besitze des Herzogs von Cambridge; Y'allie bei St. Gilgen, in der Sammlung der Gräfin Erdödy in Wien; das Lauterbrunnenthal, bei Lichtenberger in Strassburg, u. s. w. Folgende lithographirte Blätter sind von ihm:

  1. Landschaft mit Vich, nach C. Kunz, qu. fol.
  2. Das Rathaus zu Basel, nach D. Quaglio, gr. fol.
  3. Eine Folge von Ansichten aus dem Schwarzwalde, qu., fol.
  4. Ausichten von Carlsruhe, nach der Natur und auf Stein ge- zeichnet. In Lieferungen, jede zu 6 Blättern. Diese Folge war auf 24 Blätter berechnet, welche mit Text erscheinen sollten. Im Jahre 1828 erschienen zu Carlsruhe bei Velten die beiden ersten Lieferungen, jede zu 6 Blättern. 4,

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