Scherer, Joseph. — Scherer

Scherer, Joseph. — Scherer, Alois.

für Composition entschieden sich ausgesprochen "hatte." Doch hatte er bisher wenig durch Oelgemälde eigener Erfindung bekannt; denn Scherer trat nach Vollendung seiner akademischen Curse als Maler in die k. Glasmalerei-Anstalt an der Porzellanmanufaktur in Mün- chen, wo der talentvolle Künstler in kurzer Zeit Ausgezeichnetes Leistete, und zwar in einer ihm bis dahin fremden Technik. Er malte historische Bilder auf Glas, worunter wir vor allen das Bild der heil. Agnes erwähnen, nach Lucas von Leyden's herrlicher Tafel in der k. Pinakothek zu München, auf welcher ausserdem auch die Gestalten der heil. Cäcilia und des heil. Bartolomäus vor- kommen. Diese Copie ist in der Grösse des Originals (4F70 Z), vollkommen im Geiste des Urbildes, und das Ganze, von der Nähe des Beschauers bedungen, bis zur Feinheit des Originals beendigt. In Hinsicht auf Glanz und Schönheit der Farben und meisterhafte Technik genügt es im Allgemeinen zu wissen, dass ein europäi- scher Ruf die Erzeugnisse dieser Anstalt über allen Vergleich ne- ben anderen Bestrebungen des Auslandes stellt. Ein zweites Glas- gemälde Scherer's gibt die überaus anmuthige und tiefsinnige Com- position des Professors H. Hess, welche unter dem Namen der Christnacht bekannt ist, auf einer 15 Z. hohen und 18 Z. breiten Scheibe. Ein Engel trägt durch den Nachthimmel das Christkind, gefolgt von zwei anderen mit den Leidenswerkzeugen. Diese Co- pie gelang vortreflich und verlieh durch ihre magischen Effekte dem Urbilde noch einen eigenthümlichen Reiz. Im Jahre 1844 sah man auf dem Kunstvereine zu München ein ausgezeichnetes Bild, welches die Himmelfahrt Mariä von Guido Reni auf Glas gemalt vorstellt, jetzt im Besitze des Dr. Boisserce. Im Verlaufe des Jahres kamen noch drei andere Werke dieser Art: eine Madonna mit dem Christuskinde nach Rafael, die Madonna del S. Sisto nach demsel- ben, und eine Madonna mit dem Kinde nach H. Hess. Ausser diesen religiösen Bildern, die alle vollkommene Meisterwerke ihrer Art sind, sah man in dem bezeichneten Jahre auch ein höchst lie- bliches Genrebild von Scherer, die Novize von Rubens auf Glas ge- malt, und ein zweites enthält das Versteckspiel von Meyerheim.

Im Herbste des Jahres 1842 begab sich der Künstler nach Grie- chenland, um in Athen an den schon früher in der Residenz dasselben von Krausberger, Halbreuter, Schwarzmann u. A. begon- nenen Malarbeiten Theil zu nehmen. Nach Vollendung derselben unternahm er Reisen in Griechenland und über die Grenzen des Landes, um Studien zu weiteren Gemälden zu sammeln; und noch gegenwärtig befindet sich Scherer in Hellas, jetzt mit einem rei- chen Schatze von Zeichnungen.

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