Schendel, Pieter van

Schendel, Pieter van, Maler, einer der vorzüglichsten holländi- schen Meister des 18. Jahrhunderts. Um 1800 geboren, bildete er sich auf der Akademie zu Amsterdam, besuchte dann andere Städte seines Vaterlandes, und hatte in wenigen Jahren solche Tüchtig- keit erlangt, dass man ihn schon um 1824 zu den vorzüglichsten Künstlern seiner Art zählen konnte. Jetzt liegen zahlreiche Be- weise seiner Meisterschaft vor, sowohl in öffentlichen Gallerien als in Privatsammlungen. Auf den Kunstausstellungen zu Amster- dam, Gent , Breda , Rotterdam , Paris u. s. w. sah man seit Jahren

so weit ausgedehnten Marktes bedarf. 1246

Van Schendel's Bilder zeichnen sich durch äusserst schöne Farbenzu- sammenstellung, durch fein berechnete Abstufung der Töne durch die Farben-Licht- und Schattenleiter durch, und durch meisterhafte

Technik aus. Ja in vielen seiner Figuren ist die Rundung bis zur vollkommenen Täuschung gebracht, und wenige wis- sen die Contraste zwischen der Mond- und Kerzenbeleuchtung glücklicher zu fassen. Beweis hievon geben ausser mehreren histo- rischen Bildern und Scenen aus dem höheren und niederen Volksleben viele Marktansichten, theilweise mit reicher Staffage. Ein Bild dieser Art und von ziemlicher Grösse, die Ansicht des Gemüse- marktes in Amsterdam , kaufte 1845 König Ludwig von Bayern für die Sammlung von Bildern neuerer Meister, eines der effektreich- sten und vollendetsten Werke dieser Art. In Van Schendel's Wer- ken ist es meistens auf eine überraschende Lichtwirkung abgese- hen, und daher findet man von ihm auch heilige Darstellungen bei nächtlicher Beleuchtung. Auf anderen Gemälden sehen wir in das häusliche Leben vornehmerer Familien des 17. Jahrhunderts, alles bis aufs Kleinste vollendet; oder er entnimmt seine Darstel- lungen aus modernen Romantikern. Ein Bild dieser Art, 1838 ge- malt, gibt die Schlussscene aus Spindler's Bastard, eine reiche Composition von neun Figuren, trefflich gemalt mit herrlicher Mondbeleuchtung. Ein anderes Gemälde aus derselben Zeit gibt eine Entführungsscene, mit noch grösserer Lichtwirkung. Ein spä- teres Gemälde, welches 1843 der König der Niederlande kaufte, stellt den heil. Hieronymus dar, ebenfalls ein Effectbild, worin sich Schendel überhaupt gefällt, so wie er auch immer Ausge- zeichnetes leistet.

Van Schendel ist Mitglied der Akademie zu Amsterdam. Schenelli, s. Genelli.

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