Schelfhout, Andries, Landschaftsmaler , unstreitig einer der aus- gezeichnetsten Künstler seines Faches, wurde 1787 im Haag geboren, und mit allen Anlagen von der Natur reichlich begabt, sein eigener und derselben Schüler. Er zog seine Lehrerin bis in die kleinsten Dinge zu Rath, und legte mehrere Jahre dem eifrig- sten Studium ob, sowohl in der Zeichnung, als in der Behand- lung der Farben, und brachte aus Bescheidenheit erst dann Werke zur öffentlichen Ausstellung, als man diese schon den tüchtigsten Erzeugnissen der holländischen Landschaftsmalerei an die Seite se- tzen konnte. Desswegen wurde schon sein erstes, 1817 öffentlich ausgestelltes Werk, eine Landschaft mit Thierstaffage, von P. J. van Os allgemein bewundert, und die Kunstliebhaber beeiferten sich fortan, Gemälde von der Hand dieses Meisters zu erhalten. H. Ryckevoorsel in Haag besitzt mehrere von Schelfhout's frühe- ren Werken, und darunter einen Cyklus von vier Bildern, welche die vier Jahreszeiten vorstellen. Im Jahre 1819 wurde ihm von der Akademie der Künste in Antwerpen einstimmig der Preis zuer- kannt, mit dem Gemälde, welches eine Gegend um Arnheim bei
- Sonnenuntergang darstellt. Später wurde ihm in Gent der Preis zu Theil, und sofort verging fast keine Ausstellung, wo nicht Schelfhout's Bilder der höchsten Ehren theilhaftig wurden, und in berühmte Sammlungen übergingen. Solche sind im Besitze der Könige von Belgien , Holland , Bayern u. s. w., und in den Cabi- neten mehrerer Fürsten und Grossen des In- und Auslandes. Un- übertrefflich sind seine Winterlandschaften, und nicht weniger Mei- sterstücke seine Bilder einer freundlicheren, üppigeren Natur. Die Wärme und der Glanz der Sonne, die heiteren und klaren Lüfte malt wohl keiner besser wie er, und in Behandlung der Plattgründe leistet er Bewunderungswürdiges. Dass aber Schelfhout auch das flüssige Element mit Meisterschaft zu fesseln versteht, beweisen mehrere See- und Hafenstücke. Seine Werke sind mannigfaltig, und vereiniget würden sie eine Gallerie von ausgezeichneter Schön- heit bilden. Er malte sie theils im Haag, theils zu Amsterdam; seit 1837 war er aber beständig in ersterer Stadt thätig; wo er zu- nächst an die Ausführung von dreizehn grossen Bildern ging, die ihm von verschiedener Seite bestellt wurden. Auf den Kunst- ausstellungen im Haag fehlte daher selten ein Werk von Schelf- hout, und desswegen wollte die städtische Verwaltung mit dem Künstler dadurch ihre Anerkennung beweisen, dass sie ihm die silberne Preismedaille zuerkannte; allein Schelfhout lehnte die Eh- renbezeugung ab, weil es auch goldene Medaillen gibt, deren ver- liehen wurden. Abbildungen von Werken des Künstlers findet man in dem Album van thys levende Nederlandsche Kunstschilders gelithogra- pheerd etc. Rotterdam 1837. Im ersten Theile vom genannten Jahre ist von Schelfhout eine Winterlandschaft, von P. Lauters li- thographirt. Die in der k. b. Pinakothek zu München befindliche meisterhafte Winterlandschaft ist in der vierzigsten Lieferung des Münchner- und Schleissheimer Gallerie-Werkes (Piloty und Löhle) lithographirt. Von diesem berühmten Meister selbst radirt, ist folgendes Blatt:
- Kleine Landschaft oder Studie von Hügel und Gebüsch. Sehr selten, qu. 8... — ;
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