Scheele, S.

Scheele, S., Fräulein, Malerin in Rotterdam , eine jetzt lebende Künstlerin: Sie malt Blumen und Früchte in ÖL

Schot, Schott. D ; Schotanus, s. Franz van Schooten. E

Johann Christian, einer der berühmtesten Seemaler, die je gelebt haben, wurde 1787 zu Dordrecht geboren, und hatte als der einzige Sohn eines wohlhabenden Fabrikherrn eine gute Erziehung genossen, so wie von A. Meulemans auch Zeichnen ge- lernt; aber nie dachte der Vater daran, seinen Sohn zum Künst- ler heranbilden zu lassen. Schotel dachte aber damals selbst nicht da- ran, seine Neigung ging mehr auf das Seewesen, und er wollte sogar in Seediener treten, wovon ihn der Vater dadurch abbrin- gen wollte, dass er ihm ein Segelboot (Boeje) schenkte, um die Anstrengungen dieses Dienstes und die damit verbundenen Gefah- ren kennen zu lernen. Allein der junge Schotel fuhr in den Muse- stunden unablässig auf dem Wasser herum, um die Naturreffekte zu studieren und Seensichten zu zeichnen, wobei er öfter in grosse Gefahr gerieth. Endlich starb der Vater, und der Sohn musste die Fabrik übernehmen; allein der junge Fabrikherr wandte sich bald lieber der Kunst zu, und er wurde zuletzt ein grosser See- maler. Martin Schouman wurde jetzt sein Lehrer, der ihn Ma- chinen zeichnen liess, gewöhnlich in Tusche und Aquarell. Schotel brachte über zwei Jahre bei diesem Meister zu, und leistete ihm in der letzteren Zeit bereits bedeutende Hilfe. Er führte mit ihm vor 1814 — 1817 zwei grosse historische Bilder aus, wovon das eine den plötzlichen Rückzug der Franzosen von Dordrecht 1814, das andere das Bombardement von Algier durch die Holländer und Engländer. 1816 stellt. Damit war Schotel's Lehrzeit beendet, da er von nun an seinen eigenen Kräften vertraute, und der Na- tur sich in die Arme warf; selbst in der gefährlichsten Lage, in- dem er nicht selten beim Sturm ein Fahrzeug bestieg, um den Afruhr des Elementes desto genauer beobachten zu können. Im Jahre 1818 fing er für sich in Öl zu malen an, wozu ihn einige erleuchtete Kunstfreunde bestimmten, welche seine Bilder frei eig- bezahlten. Darunter wurden auf der Amsterdamer Kunstausstellung desselben Jahres besonders zwei größere Gemälde mit allgemeinem Beifall belohnt, worvon das eine einen heftigen Sturm, das andere die bewegte See bei heiterem Himmel vorstellt. Unermüdetes Stu- dium setzte ihn in den Stand, immer Vervollkommneteres zu liefern, und somit nannte man ihn bald Nebenbuhler eines van de Velde und Backhuysen. Selbst souveräne Häupter würdigten ihn ausge- zeichneter Ehren. König Wilhelm I., der dem Künstler als jun- gem Manne den niederländischen Löwenorden erteilte, kaufte 1827 zwei Gemälde dieses Meisters, welche als Geschenk des Prin- zen von Oranien an den Kaiser von Russland kamen, der dem Künstler eine mit Brillanten besetzte goldene Dose übersandte.

Seine vorzüglichsten Bilder findet man in den Sammlungen des Königs der Niederlande, des Kaisers von Russland, des Kö- nigs von Frankreich, des Königs von Preussen, des Prinzen und der Prinzessin von Oranien, des Herrn van der Hoop zu Amster- dam, des H. van der Blyt zu Dordrecht, im Teylerschen Museum

im Haag, in der Sammlung des Baron Nagel daselbst, und in

mehreren gelehrten Cabineten zu Amsterdam, Dordrecht und Brüssel.

Er machte zu jedem seiner Bilder eine Skizze, deren sich 400 in

seinem Nachlasse fanden, mit 2 Skizzenbüchern, welche 290 Zeich-

nungen enthalten, die Ausbeute verschiedener Reisen, z. B. an den Küsten von Frankreich und Flandern 1837 und 38. Bei der

Auction seines Nachlasses im Haag wurden die Bilder dieses

Meisters zu hohen Preisen ersteigert. Sir E. Disbrown soll 15 derselben erworben haben.

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