Schedler oder Schaedler, Johann Georg

Schedler oder Schaedler, Johann Georg, Maler und Radirer, wurde 1777 zu Constanz geboren, und schon als Knabe von sieben Jahren seines Vaters beraubt, gab ihn der Stiefvater dem Maler- Herrmann in die Lehre, bei welchem er drei harte Jahre zubrachte,

bis ihn der Kunsthändler Bleuler in Schaffhausen aufnahm. Für diesen illuminirte er nach Aberlischer Manier Kupferstiche, und später stand er beim Landschaftsmaler Hueber in Zürich sechs Jahre frühseligweise in Arbeit, bis die französische Invasion ihn zur Rück- kehr nach Constanz zwang. In dieser Zeit colorirte er für Lavater mehrere Kupferstiche; nach einiger Zeit ging er aber nach Augs- burg, um die Akademie zu besuchen. Hier verlegte sich der Künst- ler mit glücklichem Erfolge auf die Miniaturmalerei, ohne jedoch die Gouchemalerei ganz hintanzusegzen. Er malte auch einige Landschaften in Oel, immer aber war es die Miniaturmalerei , wel- che ihm jetzt reichlichen Erwerb sicherte. Schedler blieb sechs Jahre in Augsburg , bis er endlich nach mehreren Wanderungen in Innsbruck sich häuslich niederliess, wo der Künstler noch lebt. Er malte in Tirol zahlreiche Bildnisse in Miniatur, und auf den mehrfachen Reisen durch das Land zeichnete er eine grosse An- zahl von malerischen interessanten Ansichten nach der Natur, die er theilweise im Umrisse radirte, und colorirt herausgab. Diese Tiroler Prospekte fanden damals grossen Beifall, und auch dieje- nigen, welche er in Oel malte, wurden gekauft. Im Jahre 1816 überreichte er der Kaiserin von Russland seine Handzeichnungen mit Ansichten des Achenthales und des Gardsees, mit der Ansicht von Innsbruck als Titelblatt. Später musste er der Kaiserin noch Ansichten aus dem Innthale überschicken. Dann hat Schedler auch einige Blätter lithographirt.

Von den nach seinen Zeichnungen von anderen Künstlern ge- stochenen und lithographirten Werken nennen wir zuerst jenes, welches E. G. Löffler's Erzählbilder in Innsbruck in Abbildung gibt, unter dem Titel: Abbildungen der bronzenen Statuen, welche das Grabmal Kaiser Maximilians I. umgeben, und in der Hofkirche zu Innsbruck aufgestellt sind. Gezeichnet von J. G. Schedler, gesto- chen von C. Schleich, C. Eichler und P. J. Laminati. 28 Blätter mit dem Porträt des E. G. Löffler, und der inneren Ansicht der

Schiedone: — Schedler Albrett. . . 457

Kirche: mit dem Grabmal. Dies ist die 2te Ausgabe. in fol. (1822). Die kleinere Ausgabe ist betitelt: Getreue Abbildung und Beschreibung der 28 erzenen Statuen, welche das Grabmal des Kaisers umgeben, und in der Hofkirche zu Innsbruck, aufgestellt sind, &c. Dann gibt es auch lithographirte Abbildungen dieser Sta- tuen: Genaue Abbildung und Beschreibung der in der Hofkirche zu Innsbruck das Grabmal umgebenden 28 Statuen., Lith. und heraus- gegeben von A. Falger. Innsbruck 1826, 8. Nach Schedler's Zeichnungen haben wir ferner: Abbildungen der 23 kleineren bron- zenen Statuen, welche auf dem mittleren Bogen der Hofkirche (der sogenannten silbernen Capelle zu Innsbruck) aufgestellt sind. (Ebenfalls von Löffler gegossen.) Gestochen von J. Schönherr, Innsbruck, 8.

Dann haben wir auch Tiroler Prospekte von ihm: ı — 6) Die grössere Folge von 6 Ansichten, von M. Eichler

im Umriss radirt, und von Schedler colorirt. Nr. 1 — 4, H. 104 Z., Br. 144 Z.; Nr. 5 — 6. H. 114 Z., Br. 9 Z.

  1. Das Schloss Siegmundskron.

  2. Das Schloss Runkelstein.

  3. Das Schloss Amras.

  4. Das Schloss Friedberg bei Hall,

  5. Das Schloss Greifenstein.

  6. Der geschäubte Thurm (Turris Drusi) bei Botzen.

  7. Die Ansicht von Innsbruck, radirt und illuminirt, gr. fol.

  8. Eine Anzahl kleinerer Ansichten aus Tirol. H. 63 Z., Br. 43 Z. Diese Blätter sind theils radirt, theils lithographirt.

Schedone, s. Schidone.

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