Scharfenberg, Cl'ispin, Schmeide', übte anfangs seine Kunst in Görlitz, errichtete aber in Breslau eine Druckerei, und blieb daselbst bis an seinen 1570 erfolgten Tod. Bei ihm erschien Adam Riesen's »Rechnung auf der Linien und der Feder. Breslau 1563.« Nach früheren Notizen, wie in Mochsen's Beiträgen, in Kundmann's Silesia in nummis, und nach diesen bei Füssly und Heller, scheint dieser Scharfenberg nur als Buchdrucker genommen zu seyn, und Füssly findet daher keinen Beweis, dass jener die Kunst geübt habe. Diesen Beweis geben wir' durch das unten ge- nannte Blatt, dass aber auch Johann Scharffenberg, bei wel- chem das Astrolabium — erstlich durch Dr. Jöh. Copp, Jetzo durch Zacharian Bonaman, Breslau 1584, gedruckt wurde, auch Form- schneider war, können wir nicht beweisen,
Folgender schöne Holzschnitt ist, unserm Künstler, _ Nugler's Künstler-Lex. Bd. XV. 10
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Christus am Kreuze, rechts und links Worte der Bibel: Ich " bin der Herr etc. Oben etliche Trostsprüche etc. Unten: zu Görlitz durch Georg Scharfenberg, Formschneider, s. gr. roy fol. Dies Zchnitt findet man auch colorirt. Scharfenberg Georg, Formschneider von Görlitz, arbeitete 1554 zu Frankfurt an der Oder, wahrscheinlich für den Buchdrucker Hans Eichkorn, und dann für Thurneisser, der zu Berlin eine grosse Druckerei angelegt hatte. Malpe legt ihm Blätter einer zu Basel bei Froben gedruckten römischen Geschichte bei, so wie jene in einem Werke des Alciatus über die Pflichten der bür- gerlichen und Militärbehörden; In diesem Werke soll sich indes- sen das Monogramm C. S. befinden, was auf Crispin Scharfen- berg deutet. Von diesem Georg Scharfenberg hat Metzker. Dann schnitt er auch Bildnisse; denn er sagt in seinem Briefe an Thurneisser, dass ihm der churfürstliche Capellmeister sein Bildniss zu schneiden übergeben habe. Scharf, J. A., s. Scharf, Scharff, M. C., » Landschaftsmalerin zu Amerongen, blühte in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Auf der Berliner Kunst- ausstellung von 1820 sah man von Meyr. Scharff schöne Mond- scheinlandschaften. Scharff, Hermann, Maler, geb. zu Frankfurt a. M. 1817, bildete sich auf der Akademie der Künste zu München, und verweilte etli- che Jahre in dieser Stadt. Er malt Portraite und Genrebilder. Scharfenberg, s. Scharfenberg, Schiaffino, Orazio, ist Orazio Scarabelli. Scharlach, Eduard, Maler von Münden, bildete sich um 1836 auf der Akademie zu Düsseldorf, und stand da unter Leitung des Professors Hildebrandt. Er malt Bildnisse und Genrestücke, Schlach- ten und Pferde, die grossen Beifall finden. Scharlach gehürt über- haupt zu den tüchtigsten Künstlern seines Faches. an einen grossen Pro- Scharleson, heisst im Cataloge der Sammlung Brandes ein Kupfer- stecher, von welchem sich ein satyrisches Blatt findet; Le Gab- riolet (?), mit Scharleson fec, bezeichnet. Diese Noiz scheint nicht begründet zu seyn. Scharnagel, Franz Sebastian, Maler und Lithograph, geb. zu Bamberg 1791, hatte in seiner Jugend mit ungünstigen Verhältnisse- zu kämpfen, verdankte es aber zuletzt dem Freiherrn Stephan von Stengel, dass er jene Bahn einschlagen konnte, welche ihm die Natur vorgezeichnet zu haben schien. Er hatte schon früher die Zeich- nungsschule besucht, und unter Geibel sich in der freien Hand- zeichnung geübt, jetzt aber fing er unter Leitung des Malers Jo- seph Dorn in Oel zu malen an. Nachdem er mehrere Bilden von A. van Dyck, Bourguignon, Wouvermans, P. de Laar u. s. w. co- pirt hatte, besuchte er 1811 die Akademie in München, und er- zehrte sich da des besonderen Schutzes des Direktors G. von Dil-
Im Jahre 1816 kehrte Scharnagel in seine Vaterstadt zurück, wo er jetzt vom Herzog Wilhelm in Bayern mehrere Aufträge für das Schloss Banz erhielt. Hier sieht man neben anderen von ihm das Bildniss des Herzogs zu Pferde mit seinem Stallmeister, die Ansicht von Bamberg im Hintergrunde. Dieses Gemälde musste der Künstler für den Hof öfter copiren. Gleichen Beifall erhielt auch die Ansicht des Doms in Bamberg mit dem Herzog und seinem Gefolge. Im Jahre 1832 wurde Scharnagel an L. Neureuther's Stelle kö- niglicher Zeichenlehrer; und von dieser Zeit an nahm der Un- terricht seine meisten Stunden in Anspruch. Doch führte der Künstler noch mehrere Zeichnungen und Gemälde aus, worunter die Marter des heil. Bartholomäus in der Kirche zu Marktleugast das grösste Werk des Künstlers ist. In der Kirche zu Staffelstein sind die Stationsgemälde von ihm. Einen anderen Theil seiner Werke machen die Lithographien aus, welche grösstentheils in der R. Lachmüller'schen Kunsthandlung erschienen. Ausführliche No- tizen findet man in dem von J. Heller trefflich abgefassten Berichte des Kunstvereins zu Bamberg 1844. Hier ist von J. Haas auch das lithographirte Bildniss des Künstlers, nach einer Zeichnung der Therese Rudhardt. Scharnagel starb zu Bamberg 1837, im Rufe eines allgemein geachteten Künstlers. Von seinen lithographirten Blättern erwähnen wir folgende:
- Herzog Wilhelm zu Pferd mit Gefolge, im Grunde das Schloss Banz, gr. fol.
- Hans Wolf, Maler von Bamberg, nach einer Zeichnung von Dürer für das zweite Heft des Archives für Geschichte und Alterthumskunde des Obermainkreises. 3—6) Auswahl der merkwürdigsten Umgebungen Bambergs, nach der Natur auf Stein gezeichnet, qu. fol. a) Westliche Ansicht von Bamberg. b) Nördliche Ansicht von Bamberg. c) Die Altenburg. d) Das Schloss Reich.
- Die Ansicht von Bambergshof, im Vorgrunde ein Wagen mit Heu. Ohne Schrift, qu. fol.
- Fünf Blätter mit Pferden, zu Kegel's Werk: Ueber den Um- gang mit Pferden, 1810, und in den Mittheilungen über Pferde- zucht, 1821.
- Die Abbildung der Alterthümer zu der Schrift von Haas: Ueber die heidnischen Grabhügel bei Schmölln, 1829.
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