Schalch, Johann Jakob

Schalch, Johann Jakob, Landschaftsmaler , geb. zu Schaffhausen 1725, war anfangs Schüler von Schnaezler, fand aber dann zu Augsburg an Hamilton einen besseren Lehrer. In der Folge besuchte er Holland und England , und erst nach achtjähriger Abwesenheit begab er sich 1770 in die Heimath zurück, wo er zuletzt erblindete und in den dürftigsten Umständen starb. Schalch malte in Brenghel's und in Hamilton's Manier Landschaften, Figuren und Thiere, und arbeitete alles auf das feinste aus, wenigstens in späterer Zeit. Anfangs soll er etwas kräftiger gemalt haben. Füssly rühmt ein Gemälde, welches einen gesattelten spanischen Hengst mit einem Edelknaben vorstellt, und ein kleines Bild des Rheinfalls, ehedem in der Gallerie zu Wien aufgestellt, und gestochen von G. J. Gmelin. In anderen Bildern hat er verschiedene niederländische Meister auf das täuschendste nachgeahmt. Es finden sich auch schöne Zeichnungen von ihm.

Dann haben wir von Schalch auch zahlreiche Blätter.

  1. Büste eines türkischen Pascha mit grossem Barte, von ihm der Turban, und eine Sphäre. Man glaubt, diess sei das Bildniss des Grafen Bonneval, welcher, Muselmann, Pascha

„und General der türkischen Artillerie wurde. J. J. Schalch f. I. r. fol. Selten. 2) Eine Waldpartie mit einem sitzenden Reisenden, der sein Pferd am Zaume hält. Links ist ein Fussgänger mit dem Hunde. J. J. Schalch fec. qu. fol. 3) Zwei Männer und ein Hund bei Felsen, auch ein Reit- pferd, qu. 8. Schaler, oder Schaller, der Name dreier Künstler von Ulm. Hans Michael, der ältere wurde 1568 vom Rathe in Dienste genommen. Dieser errichtete 1576 den künstlichen Bogen, auf welchem die Orgel des Münsters steht, baute aber der Harmonie des Ganzen zu- wider im modernen italienischen Style, f. Sein Sohn Georg Ludwig starb 1616 als Stadtmaler in Ulm. Er ist von geringerer Bedeutung als sein Bruder Michael, nach welchem L. Kilian mehrere Bildnisse von Ulmer Rathsherren ge- stochen hat. Im Jahre 1625 malte er die Bildnisse der Kaiser an der Uhrtafel des Rathhauses, wofür er 165 Gulden erhielt. So be- nachrichtet Weyermann; Füssly erwähnt eines G. L. Schaler, nach welchem L. Kilian Bildnisse von Ulmer Theologen gestochen hat. Schalhias, s. Schallhas. Schalk, Heinrich, Miniaturmaler aus Frankfurt a. M., übte seine Kunst in mehreren Städten, zuletzt in Carlsruhe, wo er 1834 im 42. Jahre starb. Dieser Künstler fand mit seinen Bildern grossen Beifall. Schalke, Landschafts- und Seemaler, dessen Lebensverhältnisse wir nicht kennen. In der Gallerie patriotischer Kunstfreunde zu Prag ist ein Seestück von ihm, welches C. Würbs 1838 für den Prager- Kunstverein lithographirt hat. Ist dieser Schalke vielleicht Gott- fried Schalken? Schalken, Gottfried, Maler, geboren zu Dortrecht 1643, war der Sohn des Schulrectors Cornelis Schalken, und in der Malerei Zög- ling von S. Hoogstraten und G. Dou. Er ist einer derjenigen Meister, dessen Werke unter den Leistungen des feineren Genre- faches mit Auszeichnung genannt werden. In seinen Bildern herrscht entweder helles Sonnenlicht oder noch öfter eine Beleuchtung durch Kerzen und Fackeln bewirkt, worin er es bis zur Täuschung brachte. Sein Helldunkel ist unnachahmlich; wenigstens wurde er hierin von spätern selten erreicht, gesetzt auch, dass einige eine glück- lichere Auswahl trafen, und auf strengere Zeichnung sahen, als Schalken. G. Dou steht über ihm; selbst in den Lichteffect- Bildern, da Schalken's Feuer neben jenem eines Dou immer wässerig erscheint. Indessen können seine Werke immer neben jenen eines Dou und Mieris ihre Stelle ehren. Es ist jedoch zu bemerken, dass auch manches ihm zugeschriebene vielleicht geringere Bild, dem Jakob Schalken angehören könnte. Anfangs ahmte Schalken den Rembrandt nach, und malte al- lerlei Dinge, die ihm seltsam und originell schienen. Dann fer- tigte er kleine Bildnisse, die grossen Beifall fanden, und eigent- lich den Standpunkt bezeichnen, auf welchem sich Schalken be- wegen musste. Denn als er in England einem Kneller, Dahl, La- roob u. A. in grossen Bildern nacheifern wollte, sah man bald, dass Schalken nicht geeignet war Naturensse zu geben. In Lon- don malte er das Bildniss Wilhelm's III. in natürlicher Grösse, I

In England sind noch mehrere Bilder von Schalken, worunter jene für den Grafen von Sunderland in Altorf verfertigten, die sieben Todsünden, zu Dallaway's Zeit in der Sammlung zu Ox- ford aufbewahrt, ausgezeichnet wurden. Die Bilder der Galerie Orleans sind jetzt ebenfalls in England zerstreut. In der Galerie des Louvre zu Paris ist eine heilige Familie, wo Joseph das Feuer anbläst. Dann sieht man da Ceres mit der Fackel die Proserpina suchend, zwei Frauen mit einem Licht und einen Alten mit einem Brief. In der k. k. Galerie zu Wien sieht man ebenfalls einen Alten, der am Tische bei Kerzenlicht einen Brief liest. Ein zwei- tes Bild dieser Sammlung zeigt ein Mädchen am Fenster, während im Hintergrunde drei Männer beim Scheine der Laterne spielen. In der Galerie Tichtenstein zu Wien ist ebenfalls ein vorzügliches Nachtstück: Petrus, wie er vor der Magd den Herrn verläugnet. In der Pinakothek zu München sind treffliche Gemälde von Schalken: das Bild eines Jünglings, welcher einem lachenden Mädchen das Licht auslöschen will; dann die reuige Magdalena, ebenfalls ein Nachtstück, 3 F. 3 Z. hoch, die klugen und törichten Jungfrauen beim Mondschein mit Lampenbeleuchtung, und die heilige Jungfrau mit dem Kinde, zur Seite ein Engel, wie gewöhnlich in kleinem Formate. Das ausgezeich- nete Bild der klugen und törichten Jungfrauen stammt aus Düsseldorf, wo Schalken einige Zeit im Dienste des Churfürsten Johann Wilhelm stand. Für diesen Fürsten malte er auch die büssende Magdalena, dann eine 4 F. 10 Z. hohe Verspottung Christi, eines der grössten Bil- der des Meisters, und die den Schmuck von sich leiende Magdalena vom himmlischen Lichte beleuchtet. In der Galerie zu Pummersfelden ist ein Bild von seltener Zartheit: eine Dame, welche einen Kranz flecht, bei Tageslicht genommen. Auch zwei Mönche bei Kerzenlicht sind artig; manieriert der Alte mit einem Jungen, ebenfalls bei Kerzenlicht. Auch drei mythologische Darstellungen werden in früheren Verzeichnissen als in Pummersfelden vorhanden angezeigt, die aber nicht mehr aufgestellt sind. In der Galerie zu Cassel sah man früher ein Bild der Frau im Evangelium, die ihren Freunden den wieder gefun- denen Groschen beim Lichte zeigt, Bildnisse des Künstlers und seiner Familie. Auch in Salzhausen waren mehrere Bilder von Schalken: ein alter Philosoph mit Büchern und Todtenkopf; ein Jüngling, wohler der Maske

Baz, G. P. le, La jeune grillarde, die Wurstmacherin, nach einem netten Bildchen aus Praslin's Cabinet, kl. fol.

Chereau. Magdalena am Felsen bei einer Lampe, kl. fol. Dieses Bild stach auch J. Gole.

Earlom. Der Singmeister, fol. Gole, J. Magdalena bei der Lampe, am Felsen kniend, in Schwarz- kunst, kl. fol. Junge Dame mit Fächer, in architektonischer Einrichtung, sehr schön, fol. Der Zeichner, Die Zeichnerin, fol. ; Green, V. Die klugen und thörichten Jungfrauen, das Bild aus der Düsseldorfer Gallerie, jetzt in München, gr. qu. fol.

Haid, J. E. Die klugen und thörichten Jungfrauen, gr. qu. fol. Das Mädchen mit dem Vogel und die Gelegenheitsmacherin, fol. The young Musicians, die jungen Musiker, von J. G. Haid, fol. Hanfstängl, F. Das Mädchen mit Eiern, in der Dresdner Gal- lerie; lith. fol. Lerouge und Massard. Der Arzt mit dem Urinflase, kl. 4.

Maleuvre, P. Corps de Garde hollandais, figurenreiches Blatt, u. 4 fol. Mautort, de. Die Frau mit dem Lichte am Fenster, fol. Mecou. Ein junger Mann umarmt ein Mädchen mit dem Lichte am Fenster, gr. 8. Maack, C. Das Bild eines Tabakrauchers, mit C. D. M. bezeich- net; Radirtes Blatt. Pilois's Münchner Galleriewerk, Dame mit Licht, Fol.

Verkolje, N., Eine Frau im Hemde mit dem Lichte in der Hand, (het Meidje in 'hembt) schönes und seltenes Schwarz- kunstblatt, fol. Zeichnender Knabe mit Mütze und Pelz- mantel (het Teekenartje), 4. Der bei LKerzenlicht die Feder schneidende Mann (het Penne Snydertje). Schönes und aus- serst seltenes Blatt, 4. X

Walker, J. The death of Portia, in Schwarzkunst, fol.

Watson, G. Junge Frau beim Lampenscheine lesend, fol. The lover undresset, fol. The negligent lover, fol. Diese bei- den Blätter stellen ein Mädchen im Hemd und eines ent- kleidet dar.

Wille, J. G. Jeune joueur d'Instrument. Ein Knabe mit der Topftrommel, links an der Thüre die Alte. Nach einem herr- lichen Bilde aus Damery's Sammlung, fol. Ch. Spooner hat dieses Blatt in Schwarzkunst copirt, 8.

Le Concert de famille, Gruppo von fünf Figuren in ei- nem Zimmer, der Violinspieler rechts. Das Bild war in Wille's Cabinet, gr. fol.

Williams, P. Die Eitelkeit, fol. Schalken hat selbst in Kupfer radirt, seine Blätter gehören aber zu den Seltenheiten.

  1. Das Bildniss des Malers G. Dow, Brustbild, im Oval, mit der Umschrift: G. Dow pictor Lugd. Batav., und darunter: honoris ergo praeceptorem suum delineavit G. Schalken. Dieses schöne und seltene Blatt schreiben einige dem C. de Moor zu. H. 62,5 L., Br. 42,7 L. Vor der abgeschnitte- nen Tüte bei Weigel 2 Thl. Stengel'sche Auction 2 Gul- den 37 kr.

  2. Bildniss des Seehelden Matthaeus van den Brouck, nach S. van Hoogstraten, fol. Sehr selten. Bei Weigel 18. Thl.

  3. Jenes des Cornelis van Beveren, geboren 1524, gestorben 1586. Im Rande sind Verse und der Name des Meisters: G. Schal- ken fecit. Schöne und äusserst seltene Radirung, kl. fol.

Dieses Blatt wird man nicht unter 20 Gulden erhalten können.

  1. Brustbild eines lachenden Mannes in Ansicht nach links, mit einem runden Hüte auf dem Kopfe, und mit der zum Schnippenschlagen erhobenen Rechten: Quam meminisse juvat. Nach unten links stehen die Buchstaben C. d. S. Dieses ist das Zeichen des C. du Sart, und desswegen schreibt es Bartsch V. Nr. 2. (L'homme faisant la figue) demselben zu. R. Weigel im Suppl. au Peintre-graveur [I. p. 333 er- klärt es Radirung des G. Schalken, H. 3,5 L., Br. 22,5 L.

In Walker's Facsimiles of Painters Etchings ist eine Copie.

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