Schaffer, Peter und Joseph

Schaffer, Peter und Joseph, Zeichner und Kupferstecher , ar- beitete um 1780 — 1810 in Wien . „Es finden sich von ihnen' punk - tirte und in Farben abgedruckte Blätter, dann auch Aetzungen,

die mit dem Grabstichel vollendet sind. Folgende Blätter erschie-

nen bis auf zwei im Verlage v. J. Euler in Wien. Sie sind radirt,

14 — 6. Eine Folge von 6 Darstellungen aus der Zauberflöte. H. 5 Z. Br.

  1. Pamino und Papageno mit der gelodlten Schlange, und die Königin der Nacht.

  2. Pamino versucht die magische Flöte, während Thiere ihn umgeben.

  3. Der Einzug des Sarastro.

  4. Pamino mit seiner Geliebten in Schmerz versunken und Papa- geno an der verzauberten Tafel.

  5. Ein Priester Sarastro's entreisst Pamino die Geliebte.

  6. Pamino geht mit seiner Geliebten durch Flammen und Fluthen,

  7. — 10. Folge von 4 Blättern mit Liebesszenen. H. 7 Z. Br.

  8. Die wiedergefundene Geliebte. Jüngling und Mädchen un- ter einem Baume im Garten,

  9. Die verirrte Geliebte. Ein junger Mann belauscht im Gar- ten seine Schöne,

  10. Ländliches Vergnügen. Zwei junge Leute am Landhäuschen im Parke sitzend.

  11. Die Überraschung im Schlafe. Der Geliebte vor dem am Brunnen schlafenden Mädchen,

  12. Die Unterhaltung des Sommers. Matrosen neben ein Mäd- chen zu ihrem Bahle im Hafen. H. 7.Z. Br. 5 Z.

  13. Ein Matrose geht mit seinem Liebchen vor etlichen Camera- den vorbei. Das Gegenstück.

  14. Unvermuthete Zusammenkunft. Eine Dame mit ihrer Zofe begegnet im Garten dem Geliebten, H. 7.Z. Br. 5

  15. Zwei Damen im Garten mit einem Körbchen, welches ih- nen ein junger Mann entreissen will. Das Gegenstück,

  16. Mündliche Unterhaltung. Zwei Liebende im Garten spre- chend. H. 7 Z. Br. 5

  17. Schriftliche Unterhaltung. Ein junger Mann tret im Garteg einer Dame zuvor. Das Gegenstück.

  18. Gartenpromenade. Zwei Damen am Brunnen von einem jun- gen Manne betrachtet. H. 7 Z. Br. 5 Z.

  19. Eine Gesellschaft von Damen im Garten sich ergehend. Das Gegenstück.

  20. Die Überraschung des Schläfers. Ein vor dem Jägerhause schlafender junger Mann von zweuen Mädchen überrucht. 7 Z

  21. Das Jägerhaus im Walde. Zwei Jäger vor einem aus dem- selben tretenden Mädchen. Das Gegenstück:

  22. Die Bewirthung auf der Jagd. Ein Jäger bei einem Famili- envater unter dem Baume. H, 7 Z. Br. 5 Z.

  23. Ein Jäger bei einem Mädchen unter dem Baume: sitzend, Dabei ist daa Glüthl und der Vater tritt aus dem Hause, Das Gegenstück,

  24. Die unterweisende Mutter; Sie sucht ein kleines Mädchen zu lehren, während die Schwester Blumen begießt. H. 7 Z. Br. 5 Z. %.

  25. Die Mutter, welche den Kindern im Zimmer Brod reicht. Das Gegenstück. ;

  26. Der angenehme Liebhaber. Ein liebendes Paar im engli- schen Parke, der mit Statuen und Blumenbeeten geziert ist. H. 7 Z. Br. 5 Z. | I

  27. Der unangenehme Liebhaber. Ein junger Mensch dringt sich im Parke zwei Damen zum Begleiter auf,

  28. Eine holländische Bauerngesellschaft um eine Tonne beim Zechen. Oval, . |

  29. — 31. Die vier Tageszeiten, Folge von vier Blättern in Far- bendruck, H. 7 Z. Br. 5 Z. -

  30. Der Morgen. Der Bauer und sein Weib, in Begleitung ei- nes Jungen und des Hundes, geht zur Arbeit,

  31. Der Mittag, Der Bauer und sein Weib im Schatten des Baumes beim Mittagsbrod. Am Flusse weidet Vieh, .

  32. Der Abend. Die Bauernfamilie im Mondschein vor der Thüre des Hauses. ;

  33. Die Nacht. Der Bauer mit seinem Weib und der Nachbar beim schwach brennenden Kinde,

  34. — 35. Die Jahreszeiten. Folge von 4 Blättern in Farben. H. 7 Z. Br. 5 Z. | . .

  35. Der Frühling. Eine Gesellschaft junger Frauenzimmer im Garten, wovon die mittlere von dem Geliebten umarmt wird.

  36. Der Sommer, Zwei Mädchen und ein Jüngling unter dem schattigen Baume beim Mahle.

  37. Der Herbst. Ein Jüngling und ein Mädchen unter einem Baume, wie ihnen die Bäuerin Trauben anbietet. /

  38. Der Winter. Zwei Jäger unter einem entblätterten Baume. Der eine scherzt mit der Bäuerin. ;

  39. Die Ansicht von Nussdorf bei Wien. Geätzt und gestochen v. Jos. u. Pet. Schaffer. Wien und Mainz hbei Artaria. gr. qu. fol. ; 37) Die Ansicht von Linz. Eben so bezeichnet. gr. qu. fol.

  40. Ansicht der untern Innbrücke und des Gutes Silend bei Innsbruck, gezeichnet und geätzt von Schaffer. Auch fein colorirt, qu. fol. Schaffer, Carl Albert Eugen, Maler und Zeichenunglehrer am k. Gymnasium zu Ratibor, ist uns seit 1824 bekannt. Er malt Landschaften in Ösel. ; Schaffhauser, Elias, Kupferstecher von Augsburg, arbeitete da- selbst zu Anfang des 18. Jahrhunderts und trat 1720 zu Wien in kai- serliche Dienste. Wir haben von ihm mehrere Bildnisse und ver- schiedene Blätter in Büchern, die von keiner grossen Bedeutung sind.

  41. Kaiser Karl VI. Kniestück, fol. ;

  42. Jupiter die Juno liebkusend, qu. fol. ;

  43. Die Insel der Alcina, Decoration von Galli-Bibiena, qu. fol.

  44. Alexander; nach Figuren, nach einem Meister P. M. J. um

  1. fol. Schaffnaburgensis nennt sich M. Grünewald von Aschaffenburg. Schaffner, Martin, Maler von Ulm, ein ausgezeichneter Meister, dessen Name aber erst in neuester Zeit aus dem Dunkel hervor- gezogen wurde. Früher verwechselte man ihn mit Martin Schön- gauger, oder man schrieb in Folge der Aehnlichkeit der Monogram-

Im Jahre 1842 zeigte sich bei der Wegschaffung des 'Schaff- ner'schen Altares im Münster zu Ulm, dass dieser auch von hin- ten bemalt ist. Die Staffelle hat auf der Rückseite ein Schweisstuch von Engeln gehalten, zwar nicht so fleissig behandelt, wie die vor- deren Bildern, aber in Entwurf und Zeichnung so vortrefflich, dass

es im Kunstblatte 1843 S. 543 heisst, erst hier habe sich der Mei- ster als bedeutender Zeichner zu erkennen gegeben, da sei nichts steifes, eckiges und mageres, die Engelköpfchen mit kurzgeroöltem gelbhem Haar seyen lieblich und voll Leben, der Faltenwurf grossartig. Die Figuren sind in starker Lebensgrösse, etwas mehr

als Brustbild, die Farben der Kleider gebrochen, die Flügel grün und der Grund des Bildes grünroth. Ausgearbeiteter

als die Engel ist der mehr colossale Christuskopf. Nach der Be-

hauptung des genannten Berichtgebers ist dieses Bild wundervoll und man dürfte wohl sehen, dass der Meister neben seiner be- kannten Anmuth und Reinheit wirklich auch italienische Bilder mit Gefühl aufgefasst habe.

In der Besser'schen Capelle im Münster zu Ulm sieht man das Bildniss des Ytel Besserer zu Ruth von 1516. Dieses Bild ist mit

dem Monogramm des Künstlers bezeichnet.

Andere Werke sah man im Wengenkloster daselbst. Da waren früher mehrere Bilder von der Hand dieses Künstlers, indem da eine Künstlerconfraternität bestand, deren Mitglied Schaffner noch 1530 war. Daselbst sieht man noch eine Auferstehung Christi, und

das ehedem dort vorhandene grosse Bild der Kreuzigung, welches von

einigen dem Schaffner zugeschrieben, von anderen bezweifelt wurde, besass um 1822 ein Schiffmann in Ulm. In der Abtei Wettenhau- sen bei Ulm sah man früher die vier herrlichen Bilder aus dem Leben der Maria, die früher in Schleissheim von Mannlich dem M. Schongauer zugeschrieben wurden und jetzt in der k. Pinako- thek zu München aufbewahrt werden. Ein anderes Gemälde des Klosters Wettenhausen mit Darstellungen aus dem Leben Mariens,

welches Schaffner 1532 ausführte, wurde 1670 übermauert, aber für das Refectorium copirt, wie Weyermann benachrichtet. In der Kirche zu Kirchberg am Bodensee ist nach Weyermann eine Tafel,

welche die Wunder des heil. Antonius darstellt, wahrscheinlich jene vier Bilder auf Altarflügeln, von welchen der Prälat Schmid sagt, dass sie die Wunder des heil. Antonius vorstellen. Diese von Brulliot im Kunstblatte 1822 erwähnten Gemälde müssen die Jahr- zahl 1517 tragen.

In der Kirche zu Schwabach ist ein Christus am Kreuze von mehreren Heiligen umgeben, mit dem Monogramme M. S. Dasselbe Zeichen sieht ferner auf zwei Flügelbildern am Altare der Got- tesackerkirche in Rothenburg an der Tauber, wovon das eine die

Früher ebenfalls in München, jetzt aber in der k. Gallerie zu Schleissheim sind 8 Gemälde, welche von Mannlich ebenfalls dem M. Schongauer zugeschrieben wurden; aus gleichen Gründen, wie die Bilder in der Münchner Pinakothek. Sie schildern Begeben- heiten aus dem Leben und Leiden Christi: seinen Einzug in Jeru- salem; Christus vor Pilatus, vor Kaiphas, von Petrus verläugnet, das Abendmahl, die Gefangennehmung, den Abschied von der Mutter und die Fusswaschung. Auf den Gemälden der Füsswa- schung und des Abendmahls steht die Jahrzahl 1515. H. 3 F. 7 Z., Br. 4 F. 1 ½ Z. In der Ausführung sind diese Bilder geringer, als jene in München; und auch nicht so gut erhalten. Ferner sieht man in Schleissheim eine Madonna mit dem Kinde, 8 ½ Z. hoch, und eine heil. Dreifaltigkeit auf zwei Tafeln, jede 5 F. 2 Z. hoch, welche Mannlich ebenfalls dem Schongauer zuschrieb.

In der St. Moritz-Capelle zu Nürnberg ist ein ausgezeichnetes Bild aus der Gallerie Wallerstein: die Anbetung der Könige, mit M. S. Z. U. bezeichnet. Dieses schöne Bild ist mit ungemei- nem Fleisse gemalt, der sich bis auf's Einzelne erstreckt. Es gilt aber erst seit 1822 für Schaffners Werk, seit es der Prälat Schmid diesem Meister, so wie andere vindicirte. Früher galt es für Schon- gauer's Werk.

In der Gallerie des Belvedere zu Wien wird diesem Meister eine heil. Familie zugeschrieben, welche das älteste bekannte Bild seyn müsste, weil es mit dem Monogramm und der Jahrzahl 1400 zeichnet ist. Die gekrönte Madonna sitzt auf dem Throne und

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ/