Schadow, Rudolph

Schadow, Rudolph, Bildhauer, geb. zu Berlin 1786, der ältere — Sohn des Direktors Gottfried Schadow, einer der ausgezeichnet-

Beide Statuen kamen später in den Besitz des Königs von Preussen , und dann findet man in Deutschland und England Wiederholungen. Eine solche der Sandalenbinderin ist neben der Büste der Vittoria Caldoni in der Glyptothek zu München , und Exemplare der Spinnerin sind im Besitze des Fürsten Esterhazy und des Herzogs von Devonshire . Von zwei anderen lieblichen Gestalten stellt die eine ein Mädchen dar, wie es in der einen Hand einen jungen Vogel, in der anderen die Mutter desselben hält, und die andere Statue den Liebesgott, welcher die römische Künstlerwelt noch mehr in Bewegung setzte, als die zuerst genannten Mädchen. Zu den weniger bekannten Werken, die wahrscheinlich in Italien blieben, gehört eine Statuette der Diana, und ein Bild der heil. Jungfrau mit dem Kinde.

Von Jünglingsgestalten nennen wir einen Paris, wie er über das Urtheil nachsinnt, welches er den Göttinnen geben soll. Diess ist eines der frühesten in Rom ausgeführten Werke, welches Graf von Schörnborn in Wien durch Lechner in Erz gossen liess. Im Jahre 1820 modellirte er einen Discuswerfer, eine in Form und Bewegung ausgezeichnet schöne und lebensgrosse Gestalt, welche man zu den trefflichsten Werken der neueren Plastik zählte, die aber unseres Wissens dennoch im Modelle blieb, weil der Künstler zu früh starb. Dann fertigte Schadow auch eine kleine Statue des Bacchus, und ein Standbild des Täufers Johannes, zwei Werke, die, wie etliche andere, in deutschen Blättern nicht genannt wurden. Aus der Zeit seines italienischen Aufenthaltes kennen wir auch nur zwei colossale Büsten, die eine in ernstem und grossartigem Style behandelt. Es ist diess jene von Händel, welche König Ludwig von

Keines dieser Werke bietet einen bedeutenden Umfang; endlich aber machte sich der Künstler an die Ausführung einer großen Gruppe, Achilles vorstellend, wie er die sterbende Penthesilea im Arm hält, ein Werk, in welchem das zarte Gefühl des Künst- lers eine epische Richtung nahm. Im Jahre 1821 erhielt er durch den Minister Fürsten von Hardenberg den Auftrag, diese halb ko- lossale Gruppe in Marmor auszuführen; allein der 1822 erfolgte Tod des Künstlers hinderte ihn an der Vollendung. Der Bildhauer Wolf wurde beauftragt, das Werk zu vollenden, und dann liess es der König im Schlosse zu Berlin aufstellen. Das letzte Werk dieses Meisters war eine tanzende Bacchantin, die in dem noch nicht ganz vollendeten Modell blieb.

Ruscheweyh und Marchetti stachen nach ihm drei Blätter, wel- che die sitzenden Grazien in verschiedenen Stellungen gaben,

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