Scarsello, Girolamo, Maler und Radierer von Bologna , war Schü- ler von Gessi, und arbeitete dann längere Zeit zu Mailand und in
Verona ; in Letzterer Stadt um 1670. Diess ist fast alles, was wir durch Malvasia über ihn wissen. Ueberdiess sprechen noch einige Blätter von seinem Daseyn, deren Bartsch P. gr. XIX. p. 219 f. sechs beschreibt, nach seiner Meinung das complete Werk des Mei- sters, degen wir aber Nr. 1 und 8 beifügen. Sie sind sehr gut gezeichnet, und eben so leicht als geistreich radirt. Doch sind die Angaben über dieselben bis auf Bartsch sehr ungenau und unvoll- ständig. Auch J. A. Sirani musste Antheil an seinen Arbeiten haben;
- Büste des Heilandes, nach rechts gerichtet und die Rechte
auf die Weltkugel legend. Unten im Gewande sind die Buch- staben G. R. J. (G. Reni. Inv. (H. 6 Z. 41 L., Br.: 5 Z. 5 L.,
Bartsch kannte dieses Blatt nicht, nur das Gegenstück
Nr. 2. Es ist ebenfalls ohne Namen, verräth aber in Zeich- Digitized by Google
- (B. 1), Die heil. Jungfrau mit erhobenen Händen betend, in Ansicht nach links, in halber Figur. Auf ihre Schul- tern fällt ein grosser Schleier herab. Rechts unten steht: G. R. I. (G. Reni Inv.) Ohne Namen Scarcello's, aber ihm zugeschrieben. H. 6 Z. 10 L., Br. 5 Z. 5 L.
Noel Cochin hat dieses Blatt sehr genau copiert, und sel- bes rechts unten mit N. C. bezeichnet,
(B. 2) Saturn mit der Sense auf Wolken sitzend. Links unten steht: S. R. I. (Sirani inv.), und gegen die Mitte zu: Ger. S. F. (darüber o und a), alles rückwärts geschrieben. H. 6 Z. 10 L., Br. 5 Z. 2 L. Schön radirtes Blatt.
(B. 3) Ein Bacchanal von Kindern. In der Mitte wird ei- nes auf dem Schweine von zwei anderen unterstützt. Das Tier liegt auf dem Bauche und hat einen Blumenkranz um den Hals. Links unten: Sirani inv., rechts G. S. F. H. 6 Z. 11 L., Br. 5 Z. 2 L.
(B. 4) Amor auf dem Delphin im Meere stehend. Er hält seinen Bogen gespannt. Unten links: S. I. (Sirani inv.), rechts: G. S. H. 7 Z., Br. 5 Z. 3 L. Bei Weigel 1 Thl.
(B. 5) Drei Liebesgötter, zwei stehend, und der dritte links mit dem Bogen sitzend. Links unten: Guid. invent. Ohne Scarsello's Name. H. 5 Z. 4 L., Br. 7 Z. 2 L.
I. Ohne: Guid. invent, II. Mit diesen Worten.
- (B. 6) Die Fortuna, nacktes Weib mit einem flatternden Tuche auf der Kugel nach links schwebend. Sie schüttet mit der Rechten eine Börse aus, hält in der andern Palme und Ruthe. Der Genius will sie bei den Haaren zurückhal- ten. Links unten: G. R. I., rechts: H. S. F. H. 8 Z. 4 L., Br. 6 Z. 7 L. Keines der Hauptblätter. Bei Weigel 1 Thl.
I. Mit der Dedication an Carolo Abb., Gavoto in dem 1 Z. 6 L. grossen Rande. In der Mitte ist Gavoto's Wappen.
II. Ohne Dedication.
- Zwölf Genien, welche um eine Termе des Pan stehen. Acht derselben schweben um dieselbe. Rechts unten ist ein Mo- nogramm, welches jenem des G. Scarsello vollkommen ähn- lich ist. Deswegen legen einige dieses von Bartsch nicht erwähnte und sehr seltene Blatt dem Scarsello bei; allein es ist freier und breiter behandelt, als gewöhnlich, nicht in der Manier Scarsellino's. Der Verfertiger dieses Blattes hat daher vielleicht nur die Anfangsbuchstaben des Namens mit unserm Meister gemein. H. 6 Z. 10 L., Br. 5 Z. 5 L.
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