Sauterleute, Joseph, Glasmaler , geb. zu Weingarten 1700 Schüler des Prof. und Ritters Isop im Kunstinstitute zu Ludwigs- burg, und nach Aufhebung des Instituts übte er sich in der dor- tigen k. Porzellanfabrik in der Schmelzmalerei, bis er nach Nürn- berg sich begab, wo er bald durch mehrere glückliche Versuche im Glasmalen sich bekannt machte; Im Jahre 1822 wurde er wie- der nach Ludwigsburg berufen, und man übertrug ihm die künst- lerische Leitung an der dortigen k. Porzellanfabrik, in welcher er einige bemerkenswerte Vasen für den k. Hof malte. Nach Auf- hebung der Manufaktur erhielt er von Sr. Majestät dem Könige einen Gehalt, um sich in der Glasmalerei zu vervollkommnen. Von dieser Zeit an arbeitete der Künstler in Nürnberg ununterbrochen für das schöne Kunstkabinet des Handelgerichts-Assessors und Kauf- manns Hertel; in dessen Sammlung sich mehrere Gemälde von sei- ner Hand befinden.
Nachdem Sauterleute durch mehrere Versuche es dahin- gebracht hatte, weisses Glas in allen möglichen Grössen und Formen, ohne Krümmung und Blasen und Sprünge zu schmelzen, so ging er an das Laboriren an Farben in Blau, Purpurroth, Schwarz, Gelb, Violet, Grün, Braun und Fleischroth. Er verfuhr zuerst nach Kunkel's Vorschrift, sah aber bald das Unzulängliche derselben ein, und gewann die Ueberzeugung, dass nur eigenes Nachdenken und Selbstausüben auf den rechten Weg führen können. Endlich gelang es ihm, sowohl das Transparente, als die gleiche Schmelzung der Farben zu erzielen. Jetzt malte er sein erstes gelungenes Bild, das Portrait desasmus von Rotterdam nach A. Dürer, aus sechs Stücken zusammengesetzt, welche, gegen das Licht gehalten, un- merklich sind. Das Roth und Violet, das Braun und der Fleisch- ton kommen den bessern alten Glasmalereien gleich. Das ganze Bild ist im der Manier des Chr. Maurer, eines der vorzüglichsten Glasmaler des 16. Jahrhunderts, ausgeführt. Nachdem ihm dieses
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