Sarazin, Jean Philippe, Landschaftsmaler zu Paris , malte meh- rere Ansichten aus der Umgegend dieser Stadt, und suchte auch darüber hinaus Stoff zu Bildern, die aber von keiner grossen Be- deutung sind, nur gewöhnliche französische Veduten mit Figuren staffiert. Indessen kann man ihm eine gewisse Zierlichkeit der Be- handlung nicht absprechen. Einige seiner Bilder sind gestochen;
Divers paysages inventés et gravés par Sarazin à Paris, Folge von 6 numerirten Blättern; kl. qu. fol.
Eine Folge von sechs anderen Landschaften und Marinestücken.
Filip Sarazin; qu. Bl.
Sarazin oder Sarrazin, Jacques; Landschaftsmaler; wahr- scheinlich ein Schweizer von Geburt, unternahm verschiedene Rei- sen; und fertigte auf diesen eine grosse Anzahl von Blättern in Kupferstich. Die meisten sind in Blister ausgeführt. Dieser Sarazin lebte um 1630–70 in Basel . Er ist wohl jener Künstler, nach welchem Martin Vuchs de Cötes de Siberie und Temps presse Siberie gestochen; Kat. Pl. 5
Sarazin oder Sarrazin und Sarrassin; Jacques, Bildhauer vnd Maler, wurde 1590 in Noyon geboren, aus einer achtbaren Familie, die auch in Perrault's Werk: Hommes illustres; er- scheint. Den ersten Unterricht im Zeichnen und Modelliren er- theilte ihm Guillin sen. in Paris; und dann ging er nach Italien , wo er während eines Aufenthaltes von 18 Jahren zahlreiche Werke ausführte, die ihn unter den Nachahmern des Michel Angelo: vor- theilhaft bekannten machten, und auch jetzt noch Beachtung ver- dienen, obgleich er einer etwas ausschweifenden Manier huldigte. In Rom beschäftigte ihn zuerst der Cardinal Aldobrandini, der ihm den Auftrag, in seiner Villa zu Frascati einen Atlas und einen Polyphem in Marmor auszuführen. Diese beiden Figuren müssen Fontaine zieren, und Wasser ausgießen. An Frascati wurde er mit Domenico Fetti bekannt, der nicht ohne Einfluss auf Sarazin blieb, obschon Michel Angelo stets sein Vorbild war, mit dessen Grossmuth er die Grazie und Anmuth verbinden wollte. Ein Streben, welches ihn öfter einer übleren Manier die Arme leitete. Sarazin that es aber täglich; traf das Ende in Italien, als später in Frankreich, wo er für die Sculptur dasjenige wurde, was Vouet in der Malerei den Hauptgegenstand schien.
Von Rom aus begab sich der Künstler nach Florenz, wo ihm die Akademie ihre Thore öffnete. Selbst der Grossherzog ehrte ihn mit einer goldenen Kette. In Turin fertigte er die Reitersta- tue des Herzogs Victor Amadeus II., den Reiter von Erz und das Pferd von Marmor. Ins Vaterland zurückgekehrt meisselte er zuerst in Lyon für die Carthause einen St. Bruno und den Täu- fer Johannes, zwei seiner gelungensten Arbeiten, und um 1628 liess er sich in Paris nieder. Hier waren vier Engel in Stucco am Hauptaltar zu St. Nicolas-de-Champs sein erstes öffentliches Werk, und zugleich der Grund zu grossem Ruhme. Von dieser Zeit an beschäftigten ihn der Cardinal von Richelieu und anderen Grossen des Reiches; wie der Marschal d'Effiat; der ihn im Schlosse Chilly beschäftigte, wo Sarazin den Vouet kennen lernte, dessen Nichte der Künstler heirathete. Der Staatssecretair Mr. des Noyers übertrug ihm die Ausführung der acht colossalen Caryatiden am grossen Pa- villon des Louvre, wozu aber Sarazin nur die Modelle fertigte. Hierauf nahm die Königin Anna seine Kunst in Anspruch; zu- nächst zur Vollziehung eines Gelübdes; sie liess einen 3 Fuss grossen silbernen Engel gießen, der ihr erstes Kind (Ludwig XIV.) in derselben Schwere in Gold darstellte. Jungfrau arbeitete. Im Jahre 1643 fertigte er aus Auftrag jener Königin die Jo-
Einige Werke dieses Meisters sind auch gestochen worden; von P. Daret die Jahreszeiten in Gruppen in 2°, und einige seiner gemalten Madonnen mit dem Kinde, gr. 4°, dann eine heilige Fa- milie, kl. qu. fol., und eine sitzende Frau mit dem Kinde und einer Blumenkrone; von N. Dorigny St. Anna im Buche lesend, die zwei Engel in den Nischen des Portals der Pfarrkirche zu Huel, und die Friese des Palastes Jacquelin in 4 Blättern, fol. Landon gibt in den Jahrgängen seiner Annales IX. — XV. die in das Mu- seum des Monuments français gebrachten Werke im Umrisse. Die Caryatiden des Louvre sind in den Monuments de la sculpture an- cienne et moderne Nr. 3. etc.
Dann behauptet Latombe, dass Sarazin selbst in Kupfer ge- arbeitet habe; allein wir fanden kein Blatt von seiner Hand an- gegeben.
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