Saracini oder Saraceni, Carlo, Maler, genannt Carlo Vene- ziano, von seiner Geburtsstadt, war anfangs Schüler von C. Ma- riani, schwur aber bald zu Caravaggio's Fahne und ahmte diesen in allen Dingen nach. Selbst sein Hund musste von derselben Farbe seyn und auf denselben Ruf gehen, wie jener des Meisters, Und Saracini ist auch wirklich einer der talentvollsten Nachfol- ger des Caravaggio , in den Charakteren würdiger als die meisten jener Richtung. Auch seine Färbung ist klarer und in der Führung bemerkt man eine Sorgfalt, wie in wenigen anderen Bil- dern jener Meister. Seine Figuren sind gewöhnlich reich, und meist orientalisch gekleidet. Selten fehlt es an geschorenen Kö- pfen und an Fettwästen, an Eunuchen und an anderen auffallen- den Figuren in seinen reichen Compositions. Die meisten Werke führte er in Rom aus, sowohl in Öl als in Fresco, worun- ter man die Marter eines Bischofs in der Kirche dell' Anima be- sonders auszeichnet. In der Gallerie Sciarra Colonna ist seine Copie der Transfiguration Rafael's, ein flüchtig behandeltes Bild, welches früher im Palaste Barberini zu sehen war, Zu seinen Hauptwerken in Öl gehört der Tod der Maria mit lobenswürdigen Figuren, ehedem in der Gallerie Orleans, jetzt in der Schlossca- pelle zu Castle Howard in England . In der Gallerie zu Wien ist ein Nachtstück, welches Judith mit dem Haupte des Holofernes vorstellt, mit der Magd, welche das Licht und den Sack hält, 2 Sch. 12 hoch. In der Pinakothek zu München sind drei Bilder von ihm.,
[.] 1. stellt den heil. Franz von Assisi in Lebensgröße auf dem Ruhebette dar, während ihm ein Engel auf der Geige [.] vorspielt, und ein Mönch im Grunde in einem Buche liest. [.] 2. Ge- mälde mit mehr als lebensgroßen Figuren zeigt St. Hieronymus mit dem Buche unter einem Porticus sitzend, umgeben von St. Anton und St. Magdalena. Hinter ihm ist der heil. Franz von Assisi, Das dritte Bild stellt die heil. Jungfrau vor, stehend von den Apo- steln umgeben. Füssly dehnt das Format übermäßig in die Breite, indem das Gemälde zu seiner Verwunderung 10 Sch. 6 Z. breit seyn soll. Es hat indessen nur eine Breite von 10 Z. 6 L. auf Sch. 5 Z. Höhe. In Deutschland sind die Werke dieses Meisters
im Ganzen selten und auch in den italienischen Gallerien findet man
ihn nicht häufig mit Sicherheit. Lanzi behauptet indessen, dass er
sich in mehreren Bildern erkannt habe. In der letzteren Zeit, sei-
nes Lebens hielt sich Saraceni in Venedig auf, wo er 1625 starb,
ungefähr 40 Jahre alt. Die italienischen Schriftsteller ma-
chen nicht viel Wesens von ihm. Ridolfi sagt nichts, und Za- nelli wenig, [.] [.] 3.
Einige Werke dieses Meisters sind auch durch Kupferstiche
Folgende Radirungen werden dem Künstler selbst zuge- schrieben:
- Die Enthauptung des Johannes. Links unten am Rande, wo die Herodias steht, ist das Monogramm CSI, was C. Sa- raceni Invenit oder Incidit heissen kann. H. 6 Z. 6 L., Br. 4 Z. 11 L.
Heinecke schreibt dieses sehr seltene Blatt einem deutschen Meister zu.
- Die Ruhe der heil. Familie. Maria sitzt am Fusse eines Palmbaumes mit dem Kinde auf dem Schooße, welches nach den drei grossen singenden Engeln blickt. Auf der anderen Seite ist Joseph mit dem Esel. Saraceni malte dieses Bild, die Radirung aber zählt Bartsch unter den Blättern des G. Ribera auf, weswegen sie einige dem Spagnouletto, bald dem Saraceno selbst oder dem F. van Wyngaerde beilegen. Das Originalgemälde ist in der Sammlung des Hrn. Hausmann zu Hannover. H. 10 Z. 8 L. mit 10 L. Rand, Br. 8 Z. 4 L.
J. Mit der Schrift: Carolus Saracenus Invenit. Ohne Zeichen und ohne Adresse. Bei Weigel 2 Thl. II. Mit dem Monogramme des Joseph Ribera, als Zusatz zu obiger Schrift. III. Mit van Wyngaerde's Adresse.
- Der Tod der Maria. Carolus Saracenns Inv. et pinxit. Dieses Blatt ist im Verlage der Chalcographia Romana, und wird dem Saracini selbst beigelegt. Die letzten Abdrücke sind unbedeutend.
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