Rubens, Peter Paul

Rubens, Peter Paul, 539 gelassen bestimmte Gegenden zu malen, und solche Bilder gehö- ren, wie die Gegend des Escorial in Dresden , nicht zu seinen vorzüglichsten. Desto ergreifender aber sind seine mit Zuziehung einiger Motive aus der Natur, aus freier Phantasie hervorgegan- nen Landschaften, welche uns Gewitter-Stürme, genug die Ele- mente in ihrem furchtbarsten Aufruhr zeigen. Zu den vorzüglich- sten Werken dieser Art gehören: Die Landschaft, in der k. k. Gal- lerie zu Wien, welche vorstellt, wie auf Jupiter's Geheiß das Ver- derben über die Gottlosen hereinbricht, welche ihm und Merkur die gastliche Aufnahme verweigert hatten, Blitze durchzücken. Das zerrissene Gewölk, ein reissender Wasserstrom überschwemmt das weite Thal und führt Thiere mit sich. Auf einem reich bewach- senen Hügel stehen Philemon und Baucis in ruhiger Sicherheit und sehen dem furchtbaren Schauspiele zu. — Eine Landschaft im Pal- laste Pitti, welche eine vor einem hohen Gebirge am Meere gele- gene Stadt vorstellt, worüber sich eine schwarze Gewitterwolke entladet. — Ein sturmbewegtes Meer, mit einem Schiff, welches gegen eine Klippe geworfen wird. Im Vorgrunde sind Schiff- brüchige.

In anderen Landschaften spricht sich wieder ein idyllisches Gefühl aus, und solche Bilder machen uns meist die Natur seines Vaterlandes anschaulich. Den Eindruck der Einförmigkeit dieser Gegenstände weiss er meist auf eine bewunderungswürdige Art durch die Beleuchtung aufzuheben, die jederzeit sehr entschieden gemalt ist. Bisweilen wird die Wirkung noch durch einen Regen- bogen erhöht, wie auf zwei Bildern zu Paris und München, oder das sinkende Abendroth und der aufgehende Mond machen sich den Rang streitig und bilden einen schönen Gegensatz, wie auf dem Bilde in Petersburg, ehedem in Houghtonhall. Merkwürdig ist ein Bild, worauf Rubens das Schneien vorgestellt hat und sogar einzelne Flocken angegeben hat,

Rubens malte auch eine Anzahl vortrefflicher Genrebilder, die sich vor den meisten Kunstwerken dieser Art durch eine geistrei- cheren Auffassung, eine freiere Behandlung auszeichnen. In meh- reren derselben spricht sich wieder die Lust am Dramatischen, in anderen der Sinn für die behaglichen Zustände des ländlichen oder häuslichen Lebens aus. Unter den ersteren sind die beson- ders anziehend, welche Vorgänge aus dem Mittelalter darstellen, Darunter nennt Waagen vor allen ein Bild, welches im neuen Pal- laste zu Madrid sich befindet und in ungefähr 4 Lebensgrösse die Geschichte Rudolph's von Habsburg mit dem Priester vorstellt. Der Graf leitet mit unbedecktem Haupte das Pferd am Zügel, während der Priester mit dem Allerheiligsten vor sich auf dem Pferde sitzt. Hinter beiden reitet der Capellan auf einem Grau- schimmel, der von dem Knappen des Grafen geführt wird. Ru- dolph's Gesicht ist von gesammeltem, frommem Ausdruck. Stellung und Ausdruck des Geistlichen sehr launig; wie er erschrocken die Capellan hält eine Laterne. Alle Physiognomien sind von sehr be- geisterter Individualität und die Ausführung von seltener Genauig- keit. Nächstdiesem ist das Bild im Museum des Louvre zu nennen, worauf in der Nähe des Schlosses ein Turnier vorgestellt ist, wel- ches sich durch ausserordentliche Lebendigkeit in den Motiven und der meisterlichen Behandlung gleich sehr auszeichnet. Im Jahre 1825 wurde dieses Bild mit einer ätzenden Flüssigkeit be- spritzt, ohne gerade sehr viel zu schaden. Andere Bilder dieser

Richtung sind eigentliche Bambocciaaden und vergegenwärtigen uns das Treiben der niederen Stände, so das Kirchfest im Museum zu Paris, die Soldaten, welche im argen Uebermuth mit den Bauern verkehren, in der Pinakothek zu München. In einem Gemälde der Sammlung des Schamp's d'Aveschoot war bis 1841 in diesem Bilder- saale ein Bild, welches eine grosse Anzahl von Bauern vorstellt, die sich verschie- dentlich unterhalten, essen trinken und spielen, nach der Weise Teniers behandelt. Die andere Classe der Rubens'schen Genrebil- der, die Conversations- und Schäferstücke haben einen ganz ur- gemeinen Reiz. Bei weitem das vorzüglichste derselben ist nach Waagen der Liebesgarten, von den Holländern Venus Lusth. genannt, welches in so vielen Exemplaren existirt, von denen aber das Bild in Dresden ohne Zweifel das Original ist. Vor einer mit einem Portal gezierten Grotte weilen mehrere liebende Paare in traulicher Geselligkeit, unter denen man Rubens und seine zweite Frau erkennt. Eine der Frauen hat den Amor auf den Schooße und wehrt einer andern ihn mit der Ruthe zu strafen. Ein Liebesgott lispelt einem jungen Mädchen etwas zu, und in- zwischen flattern Amoretten zwischen blühenden Rosen- und Orangzer- bäumen umher. In den Gesichtern spricht sich ein stilles Glück eine heitere Ruhe aus. Die Ausführung ist sehr sorgfältig und doch leicht und geistreich, die Färbung aller Theile kräftig und doch zart. Nächst diesem möchten zwei Bilder zu nennen seyn, die sich im neuen Palaste zu Madrid befinden. In einem mit vielen Bildern gezierten Zimmer sitzt an einem mit einer Menge Blumen, goldenen Ketten und anderm Schmuck bedeckten Tische eine blonde Frau, wie sie, mit dem linken Arme auf- gestützt, in der Rechten ein Medaillenschubfach hält, und in einen kleinen Spiegel blickt. Ein hinter dem Tische stehender Amor bringt ihr das Bildniss eines Mannes hin. An dem anderen Ende des Tisches steht eine Frau, welche sich mit Blumen schmückt, und ihm ein niedlicher Amor in einem Körbchen anbietet. Hinter ihr stehen eine Menge Blumen in Töpfen, ausserdem im Zimmer noch Globen und mathematische Instrumente. Im Hintergrunde sieht man in eine Gallerie hinein, die mit Statuen und Gemälden zu- geschmückt ist. Das andere Bild stellt ein ähnlich geschmücktes Zi- mer dar, und eine Dame, die am Tische sitzend Austern isst. Gegeneinander sitzen zwei andere Frauen, von denen die eine eine Laut- geige, die andere eine Katze hält. Ein Diener trägt noch Speisen. Im Zimmer sieht man auch ein Clavier und andere musikalische Instrumente. Auf der Erde ist allerliebst Geflügel. Ein treffliches Bild dieser Art ist auch jenes in München, welches Rubens mit seinem zweiten Sohne im Garten spazierend vorstellt.

Rubens hat auch eine erstaunliche Menge Bildnisse gemalt, an- welchen er, obgleich in anderer Hinsicht skizzirt, Sinn und Fähig- keit einer treuen und reinen Auffassung der Natur bewiesen hat. Eine der ersten Stellen möchte nach Waagen dem berühmten Bilde zu Florenz im Palaste Pitti, bekannt unter dem Namen der vier Philosophen, gebühren, welches den Justus Lipsius, Grotius, Philipp und Peter Paul Rubens vorstellt. Die Köpfe sind sämmtlich so geistreich und energisch aufgefasst, die Ausführung meisterhaft und sorgfältig, dass man, obgleich in demselben Zimmer Rafael's Portrait Leo's X. und andere Gemälde des höch- sten Ranges hängen, mit grosser Befriedigung dabei verweilt. In der Färbung aber ist es wahrhaft leuchtend und überstrahlt alle andern Bilder alle. Durch ähnliche Eigenschaften zeichnet

Ausgezeichnet sind auch die Bildnisse des Rubens und seiner Frau im Schlosse zu Windsor, aber von noch grösserer Bedeutung ist dessen Familienportrait im Besitze des Herzogs von Marlborough im Schlosse zu Blenheim. Er ergeht sich mit seiner zweiten Frau in seinem zierlichen Blumengarten, und letztere führt ein kleines Kind am Gängelbande, lebensgrosse Figuren, Waagen (Kunstwerke etc. II. 47) sagt, wenn von Rubens nur dieses eine Bild vorhanden wäre, so würde es genügen, ihn für einen der größten Maler zu erklären, welche je gelebt haben. Die Auffassung dieser Portraite ist höchst poetisch. Auf die gemütlichste Weise spricht sich in den Köpfen das Gefühl stillen häuslichen Glücks aus. Die prächtige spanische Tracht, worin die beiden Eheleute erscheinen, erweckt zugleich die Vorstellung von ihrem durchaus behaglichen und bequemen äussern Daseyn. Dabei sind alle Formen so bestimmt, die Ausführung durchgängig so fleissig und gediegen, die Färbung von einer Tiefe und Sättigung, das Ganze von so wohlthätiger, kräftiger Harmonie, dass nach Waagen in diesen Stücken nur wenige andere Bilder von Rubens diesem gleichkommen, keines es übertreffen möchte. In der Pinakothek zu München sind zwei ähnliche Familienportraite, die demnach unter dem Bilde in Blenheim stehen. Die Stadt Brüssel hat dieses Meisterwerk dem Herzoge verehrt.

In München ist ausser dem Bildniss des Rubens auch das des Dr. van Thulden, in Zeichnung, Colorit und Ausführung eines der vollendetsten Bildnisse, die Rubens überhaupt gemacht hat, und eines jungen Mannes mit einem Schnurbart, welches bei grosser Helligkeit eine bewunderungswürdige Wärme und Sättigung des Tons hat, besonders das Bildniss eines Franziskaner Generals zu erwähnen. Nicht leicht, sagt Waagen, möchte Rubens noch einmal die Formen so bestimmt aufgefasst, so glücklich ausgebildet, einen so warmen Ton getroffen haben, als in diesem Bilde, welches die Eigenthümlichkeit eines klugen und ernsten Mannes uns mit ergreifender Treue vor Augen stellt.

Im grössten Gegensatze mit diesem Gemälde steht das Bildniss eines Mädchens aus der Antwerpner Familie Lundens, welches unter dem Namen des Strohhutes (Chapeau de paille) berühmt ist, aber mit Unrecht so genannt wird, da das Mädchen keinen Strohhut trägt, sondern einen schwarzen, mit weissen und schwarzen Federn geschmückten spanischen Castorhut, nach welchem das Bild Früher in Belgien richtiger »Het Spaansche Hoedje« benannt wurde. Dieser Hut wirft mit seiner breiten Krämpe einen Schatten über das Gesicht, der indess bei der vollkommenen Sonnenbeleuchtung, worin das Bild genommen, sehr hell ist, und Rubens Gelegenheit gegeben hat, seine Meisterschaft im Helldunkel im höchst-

Gleich anderen grossen Malern war Rubens auch Architekt, wie denn außer seinem Hause nach seinen Rissen auch die Kirche und das Professhaus der Jesuiten zu Antwerpen gebaut worden ist. Er zeigt sich indess hier in dem barocken und überladenen Geschmack seiner Zeit befangen.

Seine Kupferstecher-Schule.

Obgleich Rubens mit Aufträgen überhäuft war, verschmähte er es doch keineswegs sich auch mit verhältnismässig geringfügigen Aufgaben abzugeben, und so durch seine Kunst in den verschie- densten Kreisen zu wirken. So sind von ihm elf Zeichnungen zu ei- nem bei Muretus erschienenen Missale, 78 aus der Legende des Hl. Ignaz von Loyola, 58 zu Büchertiteln und eine Menge von emblematischen Vorstellungen, Vignetten, Lampen, etc., durch Ku- pferstiche bekannt. Um aber auch seine Hauptwerke auf eine würdige Weise zu allgemeiner Kenntniß zu bringen, liess er meh- rere der geschicktesten Kupferstecher unter seinen Augen arbeiten. Er bildete geschickte Kupferstecher und Holzschneider heran und beschäftigte sie für eigenen Verlag und Rechnung mit Arbeiten nach seinen Werken, daher sich häufig auf denselben P. P. Ru- bens exc. sub. priv. findet. Schon 1610 verschaffte ihm Peiresk ein königlich französisches Privilegium für die von ihm herauszuge- benden Werke und Kupferstiche, deren Verkauf er in Paris dem Melchior Tavernier übertrug, dessen Vater daselbst zuerst die Ku- pferstecherkunst und den Kupferstichhandel in Aufnahme gebracht hatte. Die Eifersucht der Pariser Buch- und Kunsthändler ver- wickelte Rubens 1635 in einen Prozess, indem sie sich beschwer- ten, dass er enorme Summen für seine Kupferstiche aus Frankreich

Rubens „Peter Paul. 543 zöge, sein „Moriopol auf Kosten des Publikums geltend zu ma- chen suche u. s. w. Rubens selbst, aber behauptet in seiner Ver- theidigung, dass er ausser den Abdrücken für die königl. Biblio- thek und den an Freunde verschenkten, nur kleine Vorräthe an Tavernier überschickt habe, und dass er sich nichts daraus mache, wenn seine Kupferstiche verbannt würden, da das übrige Europa gross genug sei, um sich durch sie ehrenvoll bekannt zu machen, woran ihm mehr, als an dem Geldgewinne liege. Bei seiner fried- liebenden Natur war er gern erbötig sich zu vergleichen, indes- sen dauerte der Prozess auch im folgenden Jahre noch fort und die Gegner hatten sogar auf Confiscation angetragen. Diese Ver- hältnisse wurden erst in neuester Zeit durch Gachet's Brieffanım- Jung bekannt. Die HKupferstiche nun, welche den Kunsthändlern solche Sorge bereiteten, sind von P. Pontius, L. Vorsterman, S. a Bolswert und anderen. Diese Meister haben die Werke des Rubens auf eine überraschende und höchst meisterliche Weise mit

em Grabstichel wiedergegeben. Sie haben nicht nur die treffliche Haltung und grosse Wirkung ihrer Vorbilder herausgebracht, es ist ihnen selbst gelungen, die eigenthümliche Behandlung, beson- ders den Glanz der Lichter in den Fleischpartien sehr glücklich auszudrücken. Die Zahl der durch den Stich bekannten Compo- sitionen des Meisters beträgt gegen 1000, und mit Einschluss der Copien beläuft sie sich auf mehr als 1500.

bersicht der Gemälde des Rubens, nebst Angabe der

vorzüglichsten Stiche nach denselben").

Die ausserordentlich zahlreichen Gemälde dieses Meisters zieren nicht allein die vornehmsten öffentlichen und Privatgallerien und verschiedene Kirchen in Europa, sondern sie haben auch den Weg

nach Amerika gefunden. Namentlich befinden sich in Lima deren

mehrere und darunter sehr vorzügliche. Demohngeachtet rührt von der Unzahl von Bildern, die überäl für Rubens ausgegangen werden, verhältnissmässig immer nur ein sehr kleiner Theil von ihm allein her. München, Wien, Madrid, Antwerpen und England sind an von ihm allein ausgeführten Bildern am reichsten. Unter denen, bei welchen dieses nicht der Fall ist, lassen sich indess wieder sehr erheb- liche Unterschiede machen, nach welchen Waagen dieselben in fol- gende Hauptklassen eintheilt. Bilder, von Rubens selbst, an de- nen Schüler bald mehr, bald minder wichtige Theile ausgetührt ha- ben; Bilder, die nach Skizzen von Rubens von den Schülern aufgeführt und nur hier und da von Rubens selbst übergangen wor- den sind; Copien der Schüler nach Bildern von Rubens, waarin er bisweilen retouchirt hat; endlich Gemälde von sehr geringen Ma- lern meist nach Kupferstichen nach Rubens ausgeführt, deren, wie Weyerman (I. 268) erzählt, in Antwerpen unzählige angeliefert und den Deutschen und Polen als Originale von Rubens verkauft worden sind. Letztere haben besonders dazu beigetragen, dass nur gar zu häufig mit dem Begriffe von Rubens das Rohe, Plum- pe, Gemeine und Gefühllose verbunden und dieser grosse Künstler höchst ungerecht herabgesetzt wird.

A. Darstellungen aus dem alten Testamente").

Der Fall der bösen Engel, ein grosses ergreifendes Bild der Pi- nakothek zu München, dessen wir schon oben S. 513. erwähnt ha-

*) Catalogue der Kupferstiche nach Rubens sind folgende: Ca- talogue des estampes grav. d'apres Rubens (par Hequet). Paris 17573; Catalogue des estampes etc. par Basan, Paris 1767.

**) Bei folgendem Verzeichnisse der Gemälde des Rubens lie-

Der Sturz der Engel hat L. Vorsterman 1621 gestochen, und sein ‚grosses Blatt Philipp IV. von Spanien dedicirt. Kleiner ist der Stich von J. Neefs.

Der Sturz der Engel, ein unter dem Namen »Grappe de raisin« bekanntes Bild in der Sammlung de Schamp's zu Gent, be- reits oben erwähnt. Diese Darstellung ist nur 55 Z. hoch und 4 Z. breit.

Adam und Eva, Copie nach Titian, im neuen Palace zu Madrid,

Der tode Abel, neben ihm der Hund, im Fleisch heuchst klar und glühend. Samml. in Woburn-Abbey.

Loth mit Frau und Töchtern vom Engel aus Sodom geleitet, Gest. von Vorsterman, und dem Johann van Brant, Schwiegervater des Malers dedicirt. Für Fischer's grosse Bilderbibel ist es von der Gegenseite gestochen,

Im Pariser Museum ist eine ähnliche Darstellung, worüber mit Donnerkeilen bewaffnete Teufel erscheinen, 1625 gemalt.,

Loth und seine Töchter, ein mit Energie und Meisterschaft behandeltes, aber durch die Gemeinheit der Formen und Charaktere widersprechendes Bild im Schlosse zu Blenheim. Es ist diess ein Geschenk des Kaisers an den grossen Marschall Marlborough.

Diese Darstellung scheint Rubens wiederholt zu haben. W. de Leeuw hat den in der Höhle von seinen Lüchtern in einen be- trunkenen Zustande versetzten Loth fein radirt. Eine zweite Dar- stellung hat W. Swaneburg 1612 gestochen. Da erscheint Loth in der Mitte, und die Tochter zur Linken ist das Bildniss von Ru- bens Gattin. Die gegenseitige Copie hat Daret's Adresse. J. Coe- Jemans stach das Bild im Cabinet Boyer d'Aiguilles. Da erscheint, Loth rechts unter einer Baumgruppe, und in der Ferne liegt Sodom.

Hiob auf dem Strohhaufen von seinem Weibe und dem Teufel geplagt. Pinakothek zu München.

Eine solche Darstellung hat im Stiche L. Vorsterman's Adresse, und die gegenseitige Copie desselben ist ohne Namen des Malers und Stechers.

Hiob auf dem Strohhaufen von seinem Weibe und seinen Freun- den umgeben, hat J. L. Krafft gestochen.

Das Opfer des Melchisedech, welcher dem Abraham Brot und Wein gibt, eine sehr dramatische colossale Composition von 17 Fi- guren, ist in der Grosvenor-Galerie. Diese Darstellung wurde 1638 von Witdouc gestochen. Auch J. Neefs stach ein Bild mit Abraham und Melchisedech.,

Das Opfer des Abraham. Ein solches Bild nennt Oesterreich in seiner Beschreibung der Gemälde in Sanssouci 1773. A. Storck hat ein Opfer Abraham's gestochen. Ein kleineres Blatt hat die Adresse von C. Galle.

Die Angaben des Dr. Waagen im Raumer'schen Ta- schenbuche, in dessen Werken: Kunstwerke und Künstler in England, Frankreich, Deutschland, die J. John Smith's- chen Verzeichnisse, die neuesten Cataloge und Beschrei- bungen der verschiedenen Gallerien, zerstreute Notizen etc. zu Grunde. Mehrere der Hauptwerke des Künstlers sind bereits oben näher gewürdigt,

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Die Zusammenkunft Jakobs mit Esau, und ihre Versöhnung, ein kleines Bild in der k. k. Gallerie zu Wien.

Eine zweite Darstellung kam aus der Düsseldorfer Gallerie nach München.

Gestochen ist die Versöhnung der Brüder von P. Bailliu, dann von Prenner. Von letzterem das Bild in Wien.

Die Mannasammlung, Composition von sieben Figuren, mit Moses, der für die erhaltene Wohlthat dankt, in einem Raume von 16 F. Höhe, und 13 F. 7 Z. Breite. Dieses Bild, so wie Abra- ham und Melchisedech, jetzt beide in der Grosvenor-Gallerie, war bis 1808 in dem vom Herzoge Olivarez gestifteten Carmeliterkloster zu Loeches bei Madrid.

Die Errichtung der ehernen Schlange, reiche Composition in der Gall. zu Madrid, lithographirt in der Coleccion litografica, in dem neuen spanischen Galleriewerke.

Die ehrene Schlange wurde von S. a Bolswert meisterhaft ge- stochen, man muss aber einen Abdruck mit der Adresse von Gilles Hendricz sehen, jene mit von Merlen's, Adresse sind retouchirt. F. Ragot hat dieses Blatt von der Gegenseite copirt. Zwei andere Copien sind von C. Galle und M. Aubert, von diesem im Kleinen.

Die Anbetung der ehernen Schlange, 1837 in London bei Yates und S. ausgestellt.

Simson von den Philistern überwältigt, ein schon oben p. 533 erwähntes berühmtes Bild der k. Pinakothek zu München, ehedem in Düsseldorf. Gestochen von J. Matham, von V. Green, und li- thographirt von F. Piloty.

Die Darstellung, wie Simson einen Löwen tötet, ist von Quel- linus radirt, von F. v. d. Wyngaerde gestochen, und von N. Rhein geschabt.

Elias von dem Engel in der Wüste gespeist und getränkt, ein grosses Gemälde im Museum des Louvre, ursprünglich im Carme- literkloster zu Loeches bei Madrid. Gest. von Lauwers, kleiner mit der Adresse van Wyngaerde's.

Elias auf einem feurigen Wagen zum Himmel fahrend, in der 1717 abgebrannten Jesuitenkirche zu Antwerpen gemalt. Diese Ma- lereien stach J. Punt, dann J. J. Preisler. In der Gallerie zu Gotha ist eine Skizze dieser Darstellung.

Daniel in der Löwengrube, ein auch wegen der Thiere be- rühmtes Bild, welches der Herzog von Hamilton besass, gest. von W. de Leeuw. Auf dem Stiche mit Blooteling's Adresse fehlen einige Löwen. Kleiner als diese Stiche ist eine anonyme Radirung,

Hiob von seinem Weibe und den Teufeln gequält, ein Bild, welches in den früheren Catalogen der Gallerie in München ge- nannt wird. L. Vorstermann hat eine solche Darstellung gestochen. In der Copie steht unten: Job Prophete.

Judith, wie sie dem Holofernes den Hals abschneidet. Eine solche Darstellung ist aus der Gallerie von Salzdahlum bekannt. C. Galle hat eine solche gestochen. Dieses Blatt ist unter dem Na- men der grossen Judith bekannt. A. Voet jun. stach ein Bild, wel- ches Judith vorstellt, wie sie den Kopf des Holofernes in den Sack der Magd steckt; das ist die kleine Judith.

David, welcher den Bären erdrosselt, dabei ein getödteter Löwe

Nagler's Künstler - Lex. Bd. XII . 355

David enthauptet den Goliath. In der herz. Leuchtenberg'schen Sammlung. W. Panneels hat 1630 eine solche Darstellung gesto- chen. Das Leuchtenberg'sche Bild ist in J. Muxel's Galleriewerk abgebildet,

David bringt mit den Aeltesten dem Jehova ein Dankopfer für die Heimführung der Bundeslade. In der Bildersammlung z Althorp.

David und Abigail, letztere in höchst sprechender Stellung mit Geschenken vor dem Könige kniend, welcher vom Pferde gesie- gen, um sie aufzuheben. Beinahe lebensgrosse Figuren, eines der schönsten Bilder des Meisters, welches Adel und Innigkeit des Gefühls, strenge Formen mit einer gemässigten, doch kräftigen und klaren Farbe, und einer liebevollen Ausführung vereinigt. So sagt Waagen (K. u. RK. II. 314) von diesem in der Sammlunz zu Corshamhouse befindlichen Bilde. Gest. von Lommelin.

Bathseba kommt aus dem Bade, und erhält einen Brief. 61 zu Dresden.

David die Harfe spielend. In der Gallerie zu Pommersfelder, von Waagen (K. u. K. in Deutschland I. 131) als echt erklärt. Diese halbe Figur spricht besonders durch die grosse Klarheit an und die sorgfältige Durchbildung an.

Das Urtheil Salomon's, ein von B. a Bolswert gestochenes Bild, jetzt in der Gallerie des Schlosses Christiansburg zu Copenhaghen lebensgrosse Figuren. E. Harzen in Hamburg besitzt die Feder- zeichnung zum Stiche. Ein zweiter Stich hat Cornel Visscher Adresse. ; '

Susanna im Bade von den beiden Alten überrascht, ein aus- zeichnetes Bild der Pinakothek zu München, welches wir schon oben p. 335 erwähnt haben. Die untergehende Sonne schimmert durch die Bäume. Lithographirt von F. Piloty. L. Vorsterman hat 10 eine solche Darstellung gestochen, und sie der Dichterin Anny Roemer Visscher dedicirt. Ein Holzschnitt von Ch. Jegher gibt fast dieselbe Composition, so wie der Stich von J. Simons. Ein verschieden ist der Stich von P. Pontius, wo man Susanna links vor dem Brunnen sieht. Die Originalzeichnung dazu ist im Cabinet von Gallitzin, M. Lasne hat dieses Bild ebenfalls gestochen, auf einer verkleinerten Copie des Stiches von Pontius steht: De tissimae Virginis etc. kl. fol. Quirin Marx stach diesen Gegenstand von der Gegenseite. Spruyt hat 1763 die Überraschung der Susanna radirt,

Das Gastmahl des Ahasverus, aus Rubens Schule, in der Ga- lerie zu Wien,

Esther vor Ahasverus, Gest. von R. Collins, im besten Abdruck mit R. v. d. Velde's Aquarelle. Kleiner ist der Stich von Panneels.

Tobias mit dem Engel, wie sie den Fisch fangen, im Manuel du Musce frangais Nr. 520 erwähnt. -

Antiochus Epiphanes und die Maccabäer. Skizze aus der Non's Sammlung.

Sennacherib's Heer vom Engel geschlagen, ein ausgezeichnetes Bild in der Pinakothek zu München, schon oben p. 552 erwähnt. Soutman hat es gestochen.

Die Familie der heil. Anna, das unter dem Namen der Erzie- hung der heil. Jungfrau bekannte Bild, ehedem bei den unbe- schuhten Carmelitern zu Antwerpen, jetzt im Museum selbst.

Die hl. Jungfrau steht als Kind bei Anna, links ist Joachim, und oben sieht man zwei Engel. Gest. von S. a Bolswert. Auch von einem Ungenannten (Caukerken). Die eine der gegenseitigen Co- pien hat Firens Adresse, zwei andere sind anonym und kleiner, fol. und kl. fol.

Die Empfängniss Mariä oder die Verkündigung des Engels, für die Jesuiten in Antwerpen gemalt. Eine solche Darstellung ist in der Gallerie zu Wien, Maria kniet vor dem Schemel, während der himmlische Bote erscheint, lebensgrosse, ganze Figuren. S. a Bolswert stach dieses Bild mit der Dedication: Illustri sodalitati Partheniae -etc. Ein zweiter Stich mit Veränderung (Maria links und Blumen streuende Engel in Wolken) wird ebenfalls dem Bols- wert beigelegt, ist aber eher von Galle.,

Die Vermählung der heil. Jungfrau, oben drei Engel mit Blu- men, ist durch Stiche von S. a Bolswert und C. Lauwers bekannt, beide gross. Die Verkündigung Mariä, welche van Steen unter seinem Namen Rubens gestochen hat, ist von Luycx, wie Basan be- hauptet.

Die Heimsuchung Mariä, Flügelbild der Kreuzabnahme im Dome zu Antwerpen. Gest. von P. de Jode und von Pontjus. Ragot hat dieses Blatt copirt. Auf einem schönen Blatte mit der Adresse: Corn. Galle et Corn. de Boudt exc., ist der Mann mit dem Esel weggelassen. J. Jeaurat stach dieses Blatt 1710, IN. de Visscher copirte es für die grosse Bilderbibel, und A. Voet stach die Hauptfiguren der obern Gruppe: Maria, Elisabeth und Zacharias.

Die Anbetung der Hirten, oder die Geburt Christi, mit einer himmlischen Glorie, ganze lebensgrosse Figuren. Pinakothek zu München.

Die Anbetung der Hirten, kleine Figuren., Skizze auf Holz, Pi- nakothek zu München.

Die Anbetung der Hirten, oder Geburt Christi, von Rubens gemalt, ist in mehrern Stichen vorhanden. L. Vorstermann stach sie 1620 zweimal, (links vorn ein liegender Stier) in roy. fol. und fol. Das kleinere Blatt ist dem P. Venius dedicirt. Eine Copie nach — Vorsterman hat Fran. Huberti's Adresse. Eine andere, seltene Co- pie ist von G. Edelink, dessen Adresse sie trägt. J. Witdoeck stach dieselbe Darstellung, ein grosses, treffliches Blatt, im ersten Drucke mit Hendrix (nicht Enden's), im zweiten mit Enden's Adresse, Jak. Wangner stach diese Darstellung ebenfalls in sehr grossem Formate. S. a Bolswert stach ebenfalls eine solche Darstellung (rechts Joseph, oben drei Engel), im guten Drucke mit van En- den's Adresse, retouchirt mit jener von Hendrix. P. Pontius stach eine Geburt Christi mit einer grossen Engelglorie oben, Maria rechts, wo im Vorgrunde der Ochs und Esel ist. Ein kleines Blatt (links Maria, rechts ein kniender Hirte und eine Hirtin mit dem Kruge auf dem Kopfe) hat Corn. Galle's Adresse. Ein geistreich radirtes Folioblatt ist ohne Namen,

Die Anbetung der Könige, berühmtes Gemälde in der Johan- neskirche zu Mecheln, eine reiche Composition, in einem Stalle am Felsen. Der kniende König küsst den linken Fuss des Kindes, vorn steht ein anderer mit dem Rauchfasse, Maria und Joseph

sind links; Im Hintergrund rechts sind zwei Pferde: nicht ganz sichtbar. In Lutonhouse, dem Landsitze des Marquis von Bute ist die geistreiche Skizze zu diesem Bilde. Dieses berühmte Ge- mälde ist durch den großen Stich des L. Vorsterman bekannt, der 1621 das Blatt Maximilian I. von Bayern dedicirte. Eine verklei- nerte Copie ist von Galle. a

Die Anbetung der Könige, reiche Composition, Maria mit dem Kinde rechts, links zwei Knaben, welche das Gewand des einen Königs tragen, Für die Kapuziner-Kirche in Tournay gemalt.: Ein solches Bild hat L. Vorsterman gestochen, und dasselbe 1620 dem Erzherzog Albert dedicirt. P. Nolpe hat es trefflich copirt, mit derselben Dedication und in gleicher Grösse. Eine gegenseitige, verkleinerte Copie hat die Adresse von C. Galle. Die Copie von A. Voet ist etwas verändert, und ebenfalls von der Gegenseite,

Anbetung der Könige. Maria hält stehend das Kind auf einem Kissen, und zwei Könige knieen vor ihm. Mehr rückwärts ist der Mohrenkönig mit Gefolge. In diesem, im Museum des Louvre befindlichen Bilde, ist besonders das Studium der Venetianer sicht- bar, und nach Waagen (K.u. K. 1M. 557) daher die Charaktere weder besonders heilig, noch sehr bedeutend. Färbung und Stil- tung ist in einem sehr klaren und gemässigten Ton, aber höchst meisterhaft. Die Erzherzogin stiftete es etwa um 1612 in die Kirche der Verkündigung zu Brüssel,

Die Anbetung der Könige. Skizze zum obigen Bilde, im Be- sitze des Herzogs von Marlborough zu Blenheim,

Anbetung der Könige, schöne Composition von 15 lebensgrossen Figuren, welche Rubens für die Kirche der weissen Schwestern zu Löwen in acht Tagen ausgeführt hat. Er arbeitete gegen eine tägliche Bezahlung von 100 Gulden. In der Färbung ist dieses Bild für ihn ungewöhnlich schwach.

Die Anbetung der Könige, ein schönes Bild im Museum zu Brüssel.

Anbetung der Könige, mit der stehenden Maria, die sich durch Schönheit und Hoheit der Gestalt auszeichnet. Im k. Museum zu Madrid, lithographirt von J. Caene in der Collection litografica etc., im neuen spanischen Gallerie-Werk. Da

Die Anbetung der Könige, ein meisterhaft componirtes Bild, für die Nonnen vom heil. Norbert in Brüssel gemalt, aber schon zu Descamps Zeit schadhaft. Gest. von Witdoeck.

Anbetung der Könige, Skizze in der Gallerie zu Pommersfel- den, von Waagen (K. u. K. in Deutschland I, 131) als echt er- klärt. Der Mohrenkönig ist in der Mitte und von vorne gesehen.

Die Anbetung der Könige, eine drei F. hohe Skizze. Gall. zu Dresden. Eine kleinere Darstellung ist aus Rubens Schule.

Die Anbetung der Könige, aus der Jugendzeit des Künstlers. Descamps I. 323.

Rubens machte zahlreiche Entwürfe zur Anbetung der Könige,

und mehrere derselben sind gestochen. Ein Blatt mit Gasp. Hu- berti's Adresse zeigt Maria links bei zwei Säulen, und das Kind erhebt die Hand zum Segen, fol. Diese Darstellung ist auch von einem andern kräftig gestochen, wahrscheinlich von C. Galle, und für ein Missale, 4°, fol. Girol. Frezza stach eine solche Dar- stellung, wo ein König dem Kinde einen Pokal mit Münzen reicht.

Andere Stiche sind von N. Ryckmans, R. Eynhouedts, S. Bol- svert, G. Panneels 1630, N. Lauwers, A. Lommelin (vielleicht das Blatt mit Hüberti's Adresse), und von einem Anonymen.

Die Beschneidung Christi, gest. von A. Lommelin, Rubens malte eine solche Darstellung für die Jesuitenkirche in Genua. In der Sammlung van Schamp's Aveschoot war bis 1840 die Skizze zu diesem grossen Gemälde.

Der Kindermord, berühmtes Bild in der Pinakothek zu Mün- chen, von P. Pontius 1643 in grösstem Formate gestochen, von Ragot copirt, sowie von C. Dupuis. Lithographirt von J. Wölffle, S. oben p. 536.

Die Flucht nach Aegypten, Nachtstück. Ein Engel führt den Esel, ein anderer leuchtet mit der Fackel. Joseph ist links, Der Mond spiegelt sich im Wasser, und in der Ferne sieht man Hir- ten am Feuer. Dieses Bild ist im Museum des Louvre, von Waa- gen II. S. 558. näher gewürdigt. Die nächtliche Stimmung und der klare, silberne Ton des Ganzen sind vortrefflich und machen mit dem warmen, goldenen Ton der Gruppe, deren Beleuchtung vom Kinde ausgeht, einen schlagenden Gegensatz. Auch in Cassel war ein solches Gemälde. Dieses Bild hat Marinus sehr schön gestochen. Der Stich von C. Galle ist etwas kleiner. Eine kleine Radirung ist: P. Paul Rubens fecit bezeichnet.

Rückkehr der heil. Familie aus Aegypten, ein durch Naivetät und Innigkeit des Gefühls ausgezeichnetes Bild, das schönste die- ser Art, dessen wir schon S. 520 näher erwähnt haben. Joseph führt den Esel, Maria hat den Hut auf dem Kopfe. In der Sammlung des Herzogs von Marlborough in Blenheim. In der Gallerie zu Holk- ham ist eine Wiederholung mit lebensgrossen Figuren, ein Bild von edler Empfindung in den Köpfen, grosser, Helle in der Ge- sammthaltung, von zarter und klarer Färbung. Gestochen von L. Vorsterman 1620. Die Copie hat Gasp. Huberti's Adresse.,

Die Rückkehr der heil. Familie aus Aegypten. Maria und Jo- seph leiten das Kind bei der Hand. Gest. S. a Bolswert, nach dem Bilde in der Cathedrale zu Antwerpen. Voet hat diese Dar- stellung mit einigen Veränderungen gestochen, M. Aubert von der Gegenseite.

Das Jesuskind auf einem rothsammetenen Kissen sitzend; in Lebensgrösse. Gallerie des Herzogs von Leuchtenberg zu Mün- chen, abgebildet in Muxel's Galleriewerk,

Jesus und Johannes als Kinder mit einem Lamm, dabei ein kleines Mädchen und ein Engel. Diese Darstellung kommt öfter vor, wie in den Gallerien zu Wien und Berlin, und in der Sammlung des Grafen Pembroke, alle schön, nur die beiden ersteren noch vor- züglicher. Auch das von Passavant S. 142 erwähnte Bild in Wil- tonhouse: vier Kinder in einer Landschaft mit dem Lamm spie- lend. In Salzdahlum war ein fünftes. Ch. Jegher hat diese Dar- stellung schön in Holz geschnitten. Ein schöner Stich hat C. Gal- le's Adresse. Dann gibt es ein kleines, breit radirtes Blatt ohne Na- men. S. a Bolswert stach ebenfalls eine ähnliche Composition, so wie Panneels.

Die heil. Jungfrau sitzend mit dem Kinde, dem ein Engel Früchte bringt, in einer schönen Landschaft. Kleines Bild auf Kupfer, in der Gallerie zu Dresden.

Der kleine Johannes führt dem Jesuskinde ein Lamm zu. K. bayer. Sammlung.

Jesus, Johannes und einige Engel spielen mit dem Lamm.

Rubens, Peter Paul.

Die Früchte und Erzgewächse sind von Snyder's. K, bayer. Samm- lung.

Das Christuskind und der kleine Johannes in einer Landschaft, ein höchst anmuthiges Bild der Sammlung des k. Museums in Ber- lin. Hügelr Besch. d. G. S. 218. Lithographirt in Galleriewer,

e 1841. Maria mit dem auf dem Tische stehenden Kinde, in einem

Blumenkranze (von Breughel) mit elf Engeln. Pinakothek zu München.

Die heilige Jungfrau in einer schönen Landschaft, wie sie den einen Fuss auf die Schlange setzt, und das Jesus kind zu bekranzen scheint. Engel, die theils eine Glorie um sie bilden, legen Früchte und Blumen zu ihren Füssen. Dieses höchst zierliche Bild ist aus der besten Zeit des Meisters. Im Jahre 1840 wurde es aus der Gallerie Schamp's van Aveschoot veräußert,

Maria mit dem Christuskinde auf dem Schoosse unter einem Apfelbaume sitzend, hinter ihr Joseph. Rechts führt Elisabeth den kleinen Johannes herbei, welchem Zacharias einen Zweig mit zwei Äpfeln reicht. Gallerie zu Wien,

Das Jesuskind und der kleine Johannes. Gallerie Aguado, gest. von F. Joubert.

Eine heil. Familie. Gallerie zu Turin, gest. von Ferreri.

Die heil. Jungfrau mit dem schlafenden Kinde auf dem Schoosse in einer Landschaft sitzend, dabei zwei Frauen, drei Kinder mit dem Lamme, in der Rosenlaube sich wiegende Engel, und Joseph an den Baumstamm gelehnt. Im neuen Palaste zu Madrid.

Maria sitzend mit dem Jesuskinde in einer schönen waldigen Landschaft, Joseph schläft, zwei Engel und Johannes füttern das Lamm. In Helldunkel von C. Jegher, ein trefflicher Holzschnitt.

Das auf dem Schoosse der Mutter schlafende Jesuskind, rechts Elisabeth. Gest. von J. Witdoeck.

Maria betet das schlafende Kind an, halbe Figur. Gest. von L. Vorsterman,

Maria mit dem Kinde, von Johannes, Joseph, Elisabeth und Engeln umgeben in einer Landschaft sitzend. Lebensgrosse Fig- uren, im klaren, glühenden Goldton meisterlich impastirt, In der Sammlung des Staffordhouse,

Maria mit dem Kinde bei einem Baume sitzend, wie ihm goldene Früchte bringen. Gest. von A. Voet.

Maria sitzend mit dem Kinde auf dem Schoosse, und Johan- nes auf dem Lamm reitend. Gest. von Bolswert,

Maria am Fusse einer Säule vom Kinde geliebkoset, rechts Jo- hannes mit dem Lamm und Joseph. Gest. von L. Vorsterman und dedicirt von der Adriana Perez Roccox. P. de Loisy hat dieses Blatt von der Gegenseite copirt. Eine andere Copie hat Schenk's Adresse, und eine kleinere ist von Galle.

Maria bei der Wiege des Kindes sitzend, und Jesus den klei- nen Johannes liebkosend, halbe Figuren. Gest. von L. Vorsterman.

Maria mit dem Kinde, dem der kleine Johannes Früchte reicht. Gest. von einem Ungenannten mit van Wyngaerde's Adresse.

*) Es finden sich mehrere interessante Blätter mit heil. Familien, wovon es schwer seyn dürfte, die Urbilder anzugeben. Einige sind vielleicht nur nach Zeichnungen und Skizzen gestochen. Folgende gehören zu den besseren.

Maria sitzend bei einem Gebäude, Jesus ihr zur Seite stehend, links Joseph und am Säulenfuss ein Papagey. Gest. von Bolswert. Dies ist das unter dem Namen der Vierge au perroquet bekannte Bild der Gesellschaft des heil. Lucas zu Antwerpen. Rubens kommt schon 1538 als Mitglied der Gesellschaft vor, welcher er einen Stuhl und ein Gemälde schenkte, wahrscheinlich dieses.

Maria sitzend mit dem auf ihrem Schoosse stehenden Kinde, welches St. Anna hält, links Joseph. Gest. von Bolswert.

Maria hält das auf ihrem Schoosse schlafende Jesuskind, links hinter dem Wiegenkorbe Joseph. Gest. von R. Morghen, dann von R. Aloja.

Maria, welche dem Kinde die Brust reicht, kleines Blatt von P. Pontius.;

Die heil. Jungfrau mit dem in der Wiege schlafenden Kinde. An der Wiege steht P. P. Rubens pinxit. Gest. von Vorsterman,

Die heil. Jungfrau vom Jesuskinde umarmt und geküsst. Gest. von Bolswert, und von J. Suyderhoef mit einigen Veränderungen,

Die heil. Jungfrau mit dem Jesuskinde, welches sich an die Wiege lehnt. Gest. von einem Anonymus; im ersten Drucke mit Lodo's Adresse, im zweiten (retouchirten) mit jener von E. Queli- nus. ; Maria mit dem Jesuskinde auf dem Tische, wie es die Mutter liebkoset. Gest. von S. a Bolswert.

Die heil. Jungfrau mit dem auf dem Schoosse stehenden Kin- de, welches die Hand nach dem kleinen Johannes ausstreckt, wel- chen Elisabeth hält. Gest. von J. Tassaert 'und dem Herzog Carl von Luthringen, dem Besitzer des Gemäldes, dedicirt.

Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, welches mit dem auf dem Lamme reitenden Johannes spielt. Hinter Johannes ist Joseph, und neben Maria ein Engel, der einen Korb mit Trauben hält. Gest. von Panneels,

Die hl. Jungfrau an der Wiege, in welcher Jesus den Johannes liebkoset. Elisabeth kreuzt die Hände. Mit der Adresse des L. Vorsterman. C. Mogalli stach dieses Bild später.

Die hl. Jungfrau von dem Kinde umarmt, im Grunde ist Joseph. mit gefalteten Händen. Gest. von N. Ryckmans.,

Die heil. Familie, wo das Kind einen Vogel hält. Gest. von S. a Bolswert. Die gegenseitige anonyme Copie ist sehr gut und höher. Der Stich von Bolswert misst 14 Z. 6 L. in die Höhe, die Copie 15 Z. 7 L.

Die heil. Jungfrau mit Krone und Scepter in einer reich ver- zierten Nische stehend, sechs Engel hängen grosse Fruchtgewinde auf. Gest. von C. Galle und dem Nic. Ruccoax, dem Freunde des Rubens, dedicirt.

Die Madonna auf der Weltkugel stehend, wie sie die sich krümmende Schlange unter die Füsse tritt. Das S. 520 erwähnte herrliche Bild im Capitolo Prioral des Escorials, die schönste der Rubenschen Madonnen. Dies ist wohl das Bild, welches S. a Bolswert anonym gestochen hat. C. Galle hat es kleiner (kl. fol.) copirt. M. Bureckens stach blos die Madonna mit dem Kinde, Ohne Wolkengrund.

Maria mit einer Krone auf dem Haupte und den Globus haltend, während das Jesuskind mit dem Scepter in der Linken auf ihrem Schoosse sitzt. Gest. von S. a Bolswert.

Maria mit der Krone das Kind auf dem Schoosse haltend, Bildniss von Rubens erster Frau. Gest. von J. Witdoeck.

Maria mit dem Kinde auf dem Schoosse, und beide gekrönt, daneben St. Anna. Gest. von Bolswert, und dessen Blatt copirt mit A. Voet's Adresse,

Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in der Glorie, von Engel ver Paid, unter den Heiligen zu den Seiten St. Gregor und Mauritius. In der Vallicella zu Rom gemalt, aber nicht mehr vorhandend.

Maria auf hohem marmornem Unterbaue als Himmelskönigin mit dem Christkinde thronend. Dieses steckt der heil. Catharina den Ring an den Finger, während von den Seiten Schaaren und Gruppen von Heiligen zur Verehrung hinzudrängen. Der heil. Georg ist das Bildniß des Rubens. Dieses grosse Gemälde befindet sich in der Augustinerkirche zu Antwerpen. Gest. von H. Sayen und dem Abraham van Diepenbecke dedicirt. Dieses grosse Blatt ist im ersten, lichteren Abdrucke sehr selten, da die Platte ganz überarbeitet wurde, um eine grössere Wirkung des Helldunkel zu erzielen, R. Eynhouedt's hat diese Darstellung radirt.

In der königl. Gallerie zu Berlin ist eine ungemein geistreich hingeworfene Skizze dieses Bildes. Eine zweite bewahrt das Städel'sche Institut zu Frankfurt a. M.

Die heil. Jungfrau mit dem Kinde unter einer Laube, vor St. Bonaventura, Georg und dreien Frauen verehrt. Unter letzteren sind die beiden Frauen des Künstlers, und St. Georg ist Rubens selbst. Dies ist das Altarbild der Grabkapelle des Künstlers in der St. Jakobskirche zu Antwerpen. Gestochen von P. P. Porbus. Die Copie ist von der Gegenseite, St. Hieronymus rechts.

Die heil. Jungfrau auf dem Throne sitzend, von vier heiligen Frauen umgeben, wie sie dem heil. Ildefons ein Messkleid überreichen. Oben schweben drei Engel in einer Glorie. Diese Darstellung ist auf dem Mittelstücke dieses grossen Altars. Auf den rechten Flügel kniet der Erzherzog Albert auf einem Betschemel mit dem hl. Albert in Cardinalskleidung zur Seite, und auf dem linken dessen Gemahlin Clara Eugenia mit der hl. Clara Seite, stark lebensgrosse Figuren. Dieses, jetzt in der Gallerie zu Wien befindliche Bild, malte Rubens um 1605 aus Auftrag des Erzherzogs Albert für die Chiesa Nuova zu Rom. In der Sammlung des Herzogs von Marlborough zu Blenheim ist die 2 Fuß hohe Skizze zu diesem Bilde, mit äusserst feinen Köpfen.

Maria in der Glorie, umgeben von zwei mit Adlern und Löwen bespannten Wagen, worin Carl V. und seine Gemahlin sitzen. Unten ist Erzherzog Albert von Priestern umgeben. Alle Glorie auf die Stiftung des Ordens vom hl. Ildefons, von P. Spranger 1787 radirt.

Maria auf den Knieen von Engeln gehalten, wie ihr einer das Schwert in die Brust stösst. Gest. von W. Leeuw. |

Die hl. Jungfrau mit Joachim, Elisabeth und Johannes, Altargemälde in der Kirche des hl. Jakob zu Brüssel.

Die Skizze zu diesem Bilde besitzt Graf Chesterfield. Gestochen von R. Earlom.

Maria hält das stehende Christuskind auf dem Schoosse, nach welchem der kleine Johannes die Arme ausstreckt, Ausserdem ist

Rubens, Peter Paul -

St. Franz von Assisi im Verehrung, Elisabeth und Joseph. In der Sammlung des Königs von England u

Eine zweite Darstellung ist in der Sammlung zu Leight-Court, deren Originalität Waagen (K. u. K. II 351) nicht bezweifelt. Das Bild ist sehr gemütlich und liebenswürdig im Ausdruck, warm aber gemässigt in der Farbe, und fleissig beendet.

St. Maria vom Rosenkranze. Sie hält das Jesuskind in den Armen, welches dem hl. Dominicus den Rosenkranz reicht. Vorn kniet der Papst und eine Nonne etc. Gest. von A. Lommelin.

Die Madonna mit dem Kinde, welches dem Carmeliter Simon Stock das Scapulier reicht. Gestochen von P. de Jode.

Maria mit dem Kinde, welches die heil. Catharina krönt, zu den Seiten St. Apollonia und Margaretha. In der Gallerie zu Dresden ist eine solche Darstellung, die E. Quellinus nach Ru- bens copirt hat.

Die heilige Jungfrau mit dem Kinde auf Wolken, von Engel- gruppen umgeben. Im Musee roy. zu Paris, unter dem Namen der ierge aux Anges bekannt. -

Die Himmelfahrt Mariä, Sie wird von Engeln in den Him- mel getragen, und unten halten einige Apostel und Weiber das mit Blumen bestreute Sterbetuch. Dieses herrliche Bild malte Ru- bens für die Carmeliter Kirche in Brüssel.

Die Himmelfahrt der Maria, für die Jesuitenkirche in Antwer- pen gemalt, unter Napoleon nach Paris gebracht, und jetzt im

ome zu Antwerpen. Dies ist eine der reichsten Compositionen

des Meisters. Unten sind die Apostel um das leere Grab. Gesto-

chen v. S. a. Bolswert. In der Sammlung von Schamp d'Aveschoot befand sich bis 1840 die Skizze zu diesem Bilde.

Die Himmelfahrt Mariä, ein grosses Bild in der Gallerie des Fürsten von Lichtenstein in Wien. Es war ursprünglich in der Kirche zu Feldsberg, da von den Schweden fortgenommen, und später um die Summe von 15.000 Gulden wieder eingelöst.

Die Himmelfahrt Mariä, 1614 von Erzherzog Albert und Isa- Isabellen der Kirche Notre Dame de la Chape?e zu Brüssel ge- schenkt. -

Die Himmelfahrt Mariä. In der Sammlung des Fürsten Ester- hazy zu Wien.

Die Himmelfahrt oder Aufnahme der heil. Jungfrau, für die Kirche der Carmeliter in Antwerpen gemalt. Dieses Bild wurde unter Napoleon nach Paris gebracht, kam aber 1815 wieder zurück.

Die Himmelfahrt Mariä, ein herrliches Bild, welches Rubens für den Hauptaltar der Carthäuser in Brüssel gemalt hat, halb Lebensgrosse Figuren. Gest. von Witdoeck.

Die Himmelfahrt Mariens, ein für den Lord Arundel gemaltes Bildchen, ist jetzt im Besitze des Grafen von Pembroke. Rubens malte diese Darstellung für eine Kirche in Antwerpen im Grossen. Die Heilige wird von Cherubim umringt, von neun Engeln empor- getragen. -

Die heilige Jungfrau im Himmel von den Heerschaaren umge- ben, und unten eine Menge Figuren, dabei die Apostel um das Grab. Dies ist eine der reichsten Compositionen des Meisters, für den Dom in Antwerpen gemalt, angeblich innerhalb 16 Tagen. Gest. von S. a. Bolswert, mit Dedication an den Guardian der Mi- noriten daselbst, im grössten Royalfolio. Auch A. Loemans stach diese Darstellung im grossen Formate, mit der Inschrift: Assumnpta est Maria etc. Die kleinere Copie ist ohne Namen. -

Rubens, Peter Paul.

Eine andere Composition enthält das grosse Blatt von P. Pon- tius, 1624. Es stellt die in den Himmel aufgenommene Maria dar, wie sie die Hand auf die Brust legt. Links ist ein Apostel von Rücken gesehen. Mausson stach dieselbe Darstellung in der Grösse des Blattes von Pontius. Das von A. Lommelin gestochene Blatt mit der in den Himmel aufgenommenen Maria bietet wieder Ver- änderungen. Links ist ein jungerer Apostel mit ausgebreiteten Ar- men. Kleiner ist der Stich von Tardieu, mit wenigen Verände- rungen. Das Blatt mit C. Galle's Adresse gehört in ein Missale.

Maria auf dem umgekehrten halben Monde von der Dreiein- heit gekrönt, unten Engel. Für die Kirche der Franziskaner (d. Kolekten) zu Antwerpen gemalt,

Die Himmelfahrt Mariä, halbe lebensgrosse Figuren. In Mannlich's Catalog erwähnt, aber jetzt in München nicht aufge- stellt. Dieses Bild stammt aus der Düsseldorfer Gallerie.

Die Himmelfahrt Mariä, Altarblatt mit über lebensgrossen Fi- guren. Gall, zu Wien,

Die Krönung der heil. Jungfrau , ein grosses Bild in der k. Gallerie zu Berlin, zeichnet sich durch energisch belebte Köpfe, namentlich durch die edlen Formen des Christuskopfes aus. Im- übrigen gehört es einer mehr symbolischen Richtung der Kunst an, welche den Mangel historischen Styls noch fühlbarer macht. Kugler, Besch. d. M. S. 215. P. Pontius hat eine Krönung d. heil. Jungfrau gestochen. C. Jegher hat dieses Bild in Holzschnit- ten , aber ohne Heiland oben.

Die von Engelgruppen umgebene und von zwei Engeln ge- krönte hl. Jungfrau , welche C. Visscher unter P. Soutman's Lei- tung gestochen hat, ist unter dem Namen der Königin der Engel (la Reine aux Anges) bekannt. Ein kleines radirtes Blatt mit die- ser Darstellung hat Cartres Adresse,

Maria umgeben von Aposteln und Heiligen, Engel eine Krone über sie haltend. Zu ihren Füssen zwei Theatinermönche. Dies 104 F. hohe und 64 F. breite Bild wurde erst 1842 zu Ypern bei Abbruch einer alten Mauer wieder entdeckt.

Darstellungen aus dem öffentlichen Leben des H. Johannes und des Heil- landes, so wie dessen Leiden, Tod und Verherrlichung.

Die Taufe des Johannes im Jordan, ein colossales Bild, wech- selt 1840 in der Sammlung des Herrn Schamp van Aveschoot sich befand, die aber damals veräussert wurde. Die Handlung spielt in einer Landschaft mit Bäumen vor, welche der Jordan ruhig durchströmt. Christus, stehend mit dem rechten Fusse im Wasser, neigt das Haupt gegen den Täufer. Zur Linken des Erlösers stehen zwei schöne Engel , und über ihm schweben drei Cherubim. Ein grosser Baum trennt diese Gruppe von fünf andern Figuren, die ebenfalls der Taufe wegen anwesend sind. Dieses Bild trägt im hohen Grade das Gemälde des Rubens'schen Geistes, und im Charakter und Adel der Gestalten ist es nur unter der berühmten Kreuzabnehmung im Dome zu Antwerpen zu vergleichen. Die Correktheit der Form, der Glanz der Färbung, die Durchsichtigkeit der Schatten und die Behandlung lassen auf Rubens wärmste Theilnahme schliessen. Vgl. Catalogue des tableaux de la gal. de M. Schamp d'Aveschoot. p. 80. In derselben Samm- lung war auch eine Skizze der Taufe Christi, grau in Grau gemalt. Links sieht man eine Gruppe von Frauen, rechts drei Läden.

Die Enthauptung des Johannes, ein im Manuel du Musée francais erwähntes Bild. P. de Jode stach ein solches.

Salome überbringt dem Herodes das Haupt des Täufers, ein berühmtes Bild, welches durch Bolswert's Stich bekannt ist, unter dem Namen des Festes des Herodes (Festin d'Herode). Das Original befindet sich in der Sammlung des Schlosses Chri- stiansburg in Copenhagen, J. C. Spengler's Verzeichniss derselben, 1827. Der frühere Besitzer war Graf Josias Rantzau, Marschal von Frankreich,

Salome empfängt, von einer Dienerin begleitet, vom Henker das Haupt des Johannes, eine öfter vorkommende Darstellimg, wo- von (nach Waagen K. und K. III. 400) das Original sich in der Bildersammlung zu Castle Howard befindet. Es ist dies ein fleissig- es, in der glühenden Farbe, in dem ganzen Werke höchst energisches Werk aus der späteren Zeit des Meisters. Früher war es in der Sammlung des Sir Joshua Reynolds.

Die Tochter der Herodias überbringt dem Herodes das Haupt des Täufers; in der kgl. Sammlung zu Madrid. Diese Scene ist auch im Stiche vorhanden. Ein treffliches anonymes Blatt, wahr- scheinlich von C. Galle, zeigt die Herodiade, sie wie das vom Henker erhaltene Haupt auf einer Schüssel hält. Panneels hat diese Darstel- lung in kleinerem Formate radirt.

Christus vom Teufel versucht, in einem Felde des Plafonds der Jesuitenkirche in Antwerpen gemalt, die 1717 abbrannte. In der Sammlung des M. Schamp van Aveerghoet zu Gent war bis 1840 die Skizze. Im Holzschnitt von Ch. Jegher,

»Lasst die Kindlein zu mir kommen« , ein herrliches Bild in der Gallerie zu Blenheim, welches Waagen (l. c. II. 41) dem Ru- bens beilegt, obgleich es bestimmt von der Weise dieses Meisters' abweicht. Es ist hier der Besteller und seine Familie, welche sich in ihrer niederländischem Tracht dem Heiland verchrend nahen. Diese Porträte sind nach Waagen von dem höchsten naiven Na- turreiz, voll der gesundesten Lebensfrische, frei und doch fleissig in einem satten, warmen Ton modellirt. Der Kopf der Frau ist in Weiche, Klarheit und Rundung ein wahres Meisterstück. Auch die Würde in dem Christus, der Armelle in den Aposteln ist vor- trefflich ausgedrückt, die Färbung darin von erstaunlicher Gluth und Tiefe.

Die Erweckung des Lazarus, in Gegenwart der Angehörigen und einer Anzahl anderer Figuren, die das höchste Staunen aus- drücken. Jesus, von seinen Jüngern umgeben, steht auf der ei- nen Seite und gegenüber kniet die Schwester, in Freude, dass der Bruder wieder erwacht ist. Rubens malte ein solches Bild für ei- nen Altar in der Abtei zu Audenaerde, das von B. Bolswert ge- stochene Gemälde, und dasselbe, welches jetzt in der Gallerie zu Turin sich befindet. In der Sammlung Schamps van Aveschoot war bis 1840 die Skizze zu diesem grossen Bilde.

Die Erweckung des Lazarus, ein berühmtes Bild der Gallerie des Museums zu Berlin, welches nach Kugler (Besch. d. G. S. 215) vor- nehmlich ein Beispiel für Rubens dramatische Abstufung des Affectes darbietet, Christus, eine edle Gestalt mit ungemein schönem, mit dem

Christus mit Maria und Martha, eine herrliche lebensgrosse Gestalt, wie er das Kinn auf die Hand stützt. Zu jeder Seite steht ein Tisch mit Früchten und Wild, welches Breughel gemalt hat. Unter dem Tische rechts kommt eine Katze hervor, die von Snyders gemalt wurde. Dieses Bild malte Rubens in seiner ersten Zeit für die Ab- tei Florval. Es existirt noch die Quittung dafür. Im Jahre 1840 kam es aus der Sammlung des Hrn. Schamp van Aveschoot in Gent in andere Hände.

Christus während des Sturms im Schiffe schlafend. In der Gallerie zu Dresden.

Christus und die Pharisäer mit dem Zinsgroschen. Im Mus. roy. zu Paris. L. Vorsterman stach diese Darstellung in halben Figuren, und dedicirte 1621 das Blatt dem Bern. Campins. In sehr vergrössertem Maassstabe und von der Gegenseite ist der schöne und merkwürdige Stich von P. Landry, dessen zwei Blät- ter das grösste Imperialfolio bilden. Ein drittes Blatt mit dieser Compositions trägt die Adresse von Visscher, und ist für die grosse Bibel ausgeführt. Der wunderbare Fischzug, ein im Manuel du musée français erwähntes Bild. Diese Darstellung gab Rubens auf verschiedene Weise, wie aus den Stichen zu ersehen ist, die sich davon finden. Schön und gross ist die Composition, von S. de Bolswert gestochen, welche in einiger Hinsicht an Rafael's Carton erinnert. Dieses Blatt ist unter dem Namen des grossen Fischzuges (la grande pêche de Rubens) bekannt, copirt von S. Verbruggen. Der Fischzug von P. Soutman gestochen, zeigt nur eine Gruppe von sechs Figuren. Von drei anderen Blättern mit dieser Darstellung hat das eine die Adresse von N. Lauwers, das andere jene von Basan, und das dritte ist von einem unbekannten flandrischen Meister radirt.

Christus übergibt dem Petrus die Schlüssel, von Rubens für die Kirche der hl. Gudula zu Brüssel gemalt.

Eine ähnliche Darstellung diente als Epitaph des Peter Breughel und seiner Frau Maria Coucke, ehedem in Notre Dame de la Cha- pelle zu Brüssel, und vielleicht dasselbe Bild, welches der Prinz von Oranien besitzt, und dessen Passavant (Kunstreise S. 304) er- wähnt. In diesem Bilde reicht Christus dem Petrus die Schlüssel und deutet dabei auf die drei Schaafe. Die Composition ist durch mehrere Stiche bekannt, im Grossen durch P. de Jode, welcher das Blatt dem Jean Breughel dedicirte. F. Eisen stach dieses Bild im Kleinen, Spruyt radirte es, und Winstanley stach es unter dem Namen van Dyck's, der aber das Bild in St. Gudula nur co- pirt hat.

Die Ehebrecherin vor Christus, ebenfalls halbe Figuren, in Bristol befindlich. Passavant S. 154. M. E. Simons hatte eine ähn- liche Composition gestochen.

Magdalena im Hause Simon des Pharisäers dem Herrn die Füsse waschend. Gest. von M. Natalis, von F. Ragot, von Mo- uaco, von Earlom, und im Kleinen radirt, mit F. Y. W. ex.

Der verlorne Sohn, in einem Stalle mit Pferden und Kühen vor einer Viechmagd auf den Knieen, welche beschäftigt ist, sehr gefrässige Ferkel zu füttern. Der Ausdruck der grossen Hülfsbe- dürftigkeit im Sohne, die erstaunliche Lebendigkeit der Thiere, die warme Morgenbeleuchtung, die sehr geistreiche und dabei fleis- sige Ausführung verleihen nach Waagen 1. c. I. 261 diesem Bilde ein grosses Interesse. Es befand sich sehr lange bei den Nachkom- men von Rubens, und erst 1813 wurde es nach England verkauft. Jetzt ist es in der Sammlung des Hrn. Wilkins. Gestochen von Bolswert.

Das Abendmahl des Herrn, für die Kirche des heil. Romuald in Mecheln gemalt, ein berühmtes Bild, schöne und reiche Com- position, gest. von B. A. Bolswert. P. Landry stach diese Darstel- lung von der Gegenscite, aber in die Breite gezogen. Surugue co- pirt das Blatt von Bolswert, nur dass es oben rund und kleiner ist. Ragot copirte es in der Grösse des älteren Stiches. Eine ge- genseitige Copie hat die Adresse von Hier. Wolff.

Ein schönes Blatt mit der Adresse von C. Galle zeigt in der Composition einige Veränderungen, an der Decke zwei Hängelam- pen. In einem Missale findet man eine verkleinerte Copie.

Die Fusswaschung des Herrn, durch A. Lommelin's Stich be- kannt, so wie durch ein Blatt von C. Baillie für Boydell.

Christus am Oelberg. Gest. von P. de Bailliu, dann von A. Coget, Die beiden Copien haben die Adresse von G. Huberti und Peters. Melar hat Baillu's Stich ebenfalls copirt,

Christus an der Säule zwischen einem Kriegsknechte und ei- nem Juden, Gest. von C. Galle, copirt von Johannes Schmidt.

Die Geisslung Christi durch vier Knechte. Gestochen von P. Pontius.

Rubens malte die Geisslung für die Kirche des heil. Paulus zu Antwerpen. Dieses Bild wurde nach Paris gebracht, ist aber wieder an der alten Stelle. Schnaase S. 209.

Die Dornenkrönung, auf Befehl des Herzogs Albert für die Kirche St. Croce in Gerusalemme zu Rom gemalt,

Ecce Homo, oder Christus vor Pilatus dem Volke ausgestellt, schöne Composition. Gest. von N. Lauwers. Bolswert hat dessen Platte später übergegaffen, um mehr Wirkung zu erzielen.

Eine andere Darstellung mit halben Figuren, ist von P. van Lint in 6 Bl. gestochen.

Auch C. Galle hat das Ecce homo gestochen.

Ecce homo, halbe Figur in Lebensgrösse. Eine solche ist in der Gall. zu Schleissheim. Im Stiche haben wir solche Bilder von C. Galle und P. Dannoot.

Die Kreuztragung, eine reiche Composition, mit meisterhaft verbundenen Gruppen, eines der Hauptwerke des Meisters, für

Es gibt zwei verschiedene Compositiounen, die im Stiche bekannt sind; - und vielleicht gehört als Dritte auch jene Kreuzigung hieher, die Rubens in Rom für S. Croce in Gerusalemme gemalt hat, welche aber nicht mehr vorhanden seyn soll. P. Pontius stach 1632 eine reiche Composition, wo der Zug nach rechts geht. Die- ses sehr grosse Blatt hat Lauwers in kleinerem Maasstabe copirt, Dieselbe Composition stach auch Monaco nach einem Bilde des Hauses Mantrotti.' Verschieden in der Composition ist die Kreuz- tragung, welche A. Voet auf drei Platten gestochen hat. Der Zug geht nach rechts und bei den Soldaten ist ein grosser Hund.

Christus wird mit dem Kreuze aufgerichtet, eine reiche Com- position, welche er 1610 für die Walpurgiskirche in Antwerpen malte. Dieses Bild wurde unter Napoleon nach Paris gebracht, und nach der Zurückgabe wurde es im Dome aufgestellt. S. Schnaase S. 220.

Dieses berühmte Bild hat H. Widot 1638 gestochen, und das Blatt dem Cor. van der Geest, dem innigsten Freunde Rubens, dedicirt. Es bildet in drei zusammengesetzten Theilen das grösste Imperialfolio,

Auch L. Cars hat ebenfalls eine Kreuzaufrichtung gestochen, die aber von der obigen verschieden ist. Links ist die ohnmäch- tige Maria. Die Hälfte dieses Bildes hat ein Ungeannter für En- gelsbrecht Verlag gestochen, Masquelier hat ebenfalls eine Kreuz- erhöhung gestochen,

Christus am Kreuze zwischen den beiden gekreuzigten Mör- dern, ein bewundertes Werk des Künstlers, ehedem in der Kirche der Recollets (Franziskaner) zu Antwerpen. Dieses Gemälde hatte der Bürgermeister Rockox der Kirche geschenkt. Jetzt ist es im

Museum zu Antwerpen. Es ist eines der vollendetsten Werke des Meisters. In der Sammlung Schamp's d'Aveschoot war bis zum Jahre 1840 die ausgezeichnet schöne Skizze zu diesem Bilde. Bei der Ausführung des grossen Bildes erlaubte sich der Künstler ver- schiedene Abänderungen.

Christus am Kreuze. In einem Zimmer der Abtei St. Michael zu Antwerpen.

Christus am Kreuze. Naturgrösse, ein durch Bolswert's Stich bekanntes Bild, ist in der k. Gallerie zu Copenhagen.

Christus am Kreuze. Ein drei Fuss hohes Bild, in der Kirche der Recollets zu Antwerpen.

Christus zwischen den Mördern. Skizze im Kloster der Re- collets zu Antwerpen.

Christus am Kreuze, im Momente des Sterbens, ein 4 F. 5 Zoll hohes Bild in der Pinakothek in München, Lithographirt von F. Loty.

Christus am Kreuze, von Maria, Johannes und Magdalena be- weint, eine sehr dramatische Darstellung, aber unedel in den For- men. Gall. des Louvre. Dieses Bild wurde aus der Kirche der Jesuiten in Dünkirchen dem Könige von Frankreich verkauft.

Christus am Kreuze zwischen den Mördern, auch die drei Kreuze genannt. Beim Kreuze stehen Maria, Johannes und Mag- dalena, und einige Soldaten scheinen über das, was vorgeht, er- schrocken; eine lebhafte und ausdrucksvolle Composition, für die Kapuzinerkirche in Antwerpen gemalt. Dieses grosse Altarblatt hat

Christus am Kreuze sterbend, bei verfinsterter Sonne, bei all- gemeiner Trauer der Natur. In der Ferne wird man Jerusalem gewahr. Ein solches Bild, 14 Z. hoch und 29 Z. breit, war bis 1840 in der Sammlung des Schamp van Aveschoot, vielleicht das

Vorbild zu einer grösseren Darstellung, welche Bolswert gestochen hat. In der Gestalt des Erlösers zeigt sich ein tiefes Studium der Anatomie und eine Würde der Form, wie sie bei Rubens nicht häufig erscheint. Die Nägel gehen durch das Handgelenk, und die Muskeln der Hände und Füsse sind so angezogen, dass man das Schmerzliche der Lage mitzufühlen scheint. Die Wirkung der Farbe ist ausserordentlich und magisch, die Ausführung des Ganzen des grossartigen Gedankens würdig,

Paul Pontius stach ein unter dem Namen des Faustkampfes bekanntes Blatt, weil die beiden Engel in den Wolken Sünde und Tod mit der Faust schlagen. Christus erscheint allein am Kreuze, Eine gegenseitige Copie hat die Adresse von C. Galle.

S. a Bolswert stach Christus am Kreuze mit herabgesenktem Haupte, in der Ferne Jerusalem. Dieses kostbare Grabstichelblatt ist dem Bartol. de los Rios dedicirt.

C. Galle's Adresse trägt auch ein Bild mit Christus am Kreuze, der das Haupt gesenkt. Unten stehen Maria und Johannes,

Poilly's Adresse hat ein Blatt mit Christus am Kreuze, wie er den Blick nach dem Himmel richtet.

In Basan's Catalog kommen uiberdiess noch mehrere andere Crucifixe vor, aber meistens Copien.

Die Kreuzabnehmung, ein berühmtes Bild in der k. Gallerie der Eremitage zu St. Petersburg.

Die Kreuzabnehmung, berühmtes Altarbild in der Cathedrale zu Antwerpen, dessen wir oben S. 517 im Leben des Künstlers erwahnt haben. Diese Darstellung bildet das Mittelbild, auf den inneren Seiten der Flügel sieht man die Heimsuchung und die

Darstellung im Tempel. Die Entstehungsgeschichte und die nä- here Würdigung dieses Bildes haben wir weiter oben gegeben, Das Hauptbild ist öfter gestochen, früher 1626 am besten von L. Vorsterman, später von Pigeot, Earlom, V. Green, neuerdings von Claessens. Die anderen Bilder stachen de Jode und P. Pontius. Eine Wiederholung des Hauptgegenstandes, aber von der Gegenseite, hat C. Galle's Adresse, gr. fol. und kl. fol. Aubert stach diese Darstellung ebenfalls von der Gegenseite.

Basan erwähnt auch Stiche von P. Clouwet, C. Waumans und aus Lauwers Verlag, wir wissen aber nicht, ob diese Kreuzab- nahme oder eine der folgenden gestochen ist.

Die Kreuzabnehmung, kleiner als das Bild in der Cathedrale, in der Kirche der Franziskaner zu Antwerpen.

Der vom Kreuze abgenommene und auf dem Schoosse der hl. Jungfrau ruhende Heiland, mit St. Franciscus, 1610 in der Kapu- zinerkirche zu Brüssel aufgestellt, jetzt im Museum der Stadt. Diese Darstellung hat 1626 P. Pontius prächtig gestochen.

Eine Copie, in C. Galle's Manier, hat die gleiche Unter- schrift, und rechts: P. P. Rubens pinx. S. a Bolswert stach das- selbe Bild mit einigen Veränderungen,

Der todte Christus auf dem Schoosse der Mutter, Altar- bild der Grabkapelle der Familie Michielson auf den Seiten-

Die Kreuzabnehmung, Altarblatt der Capelle in Wardourcastle, dem Sitze des Lord Arundel, Passavant S. 220. Diess ist wahr- scheinlich das Bild, welches 1841 H. Haig in London gesto- chen hat,

Die Kreuzabnehmung, im Dome von St. Omer, ein dem Ru- bens nicht ganz würdiges Bild. Descamps S. 359—

Der Leichnam Christi aus dem Schooße der Maria, links Mag- dalena und ein Engel. Gest. von C. Galle in grossem Formate, dann von N. Lauwers und von der Gegenseite copirt von einem Unge- nannten. ;

Der Leichnam Christi von Johannes gehalten, Maria küsst das Gesicht und Magdalena die Hände, eines der Hauptwerke des Meisters, für die Kirche der Carmeliter Barfüsser in Antwerpen gemalt.

Der Leichnam Christi in der Grabeshöhle auf der Erde lie- gend, wie ihm die heil. Mutter die Augen zudrückt, Magdalena, Johannes und andere Heilige ihn betrauern, ein kleines Bild in der Gallerie zu Wien, mit dem Namen und der Jahrzahl 1614 Diese Darstellung ist gestochen: P. Soutman affigiavit et exe. C. P. Witdoecls hatte die Platte übergangen, um mehr Wirkung zu erzielen.

Der Leichnam Christi von den Seinigen umgeben, Maria hält ein Tuch über dessen Haupt. Gestochen von N. Ryckmans.

Der tote Mittler in der Grabesgruft, von Maria, die ihm noch einige Dornen aus dem Haupte zieht, und von Johannes be- trauert. Lebensgrosse halbe Figuren, in der Gall. zu Wien.,

Die Grablegung Christi, eine in Composition und Färbung ausgezeichnete Skizze in der Pinakothek zu München.

Die Kreuzesfindung, eines der Bilder, welche Rubens auf Befehl des Erzherzogs Albert in Rom für die Kirche St. Croce in Jerusalem malte.

Christus am Grabe sitzend, der Tod zu seinen Füssen. Epi- taphium der Familie Cock in der Kirche der heil. Walburga zu Antwerpen,

Die Auferstehung Christi, grosses Gemälde in der Abtei von Grimberge. In der Sammlung des J. Schamp van Aveschoot war bis 1840 die geistreich gemalte Skizze zu diesem Bilde. —

Die Auferstehung Christi, 1610 als Epitaphium der Familie Moretus im Dome zu Antwerpen gemalt, mit dem Bildnisse des Moretus, jetzt in der Akademie zu Antwerpen.

Diese charaktervolle Composition hat S. a. Bolswert gestochen, ein herrliches Blatt. Die gegenseitiggrusse Copie, wo die Wäch- ter nach links hin fliehen, ist wahrscheinlich von Eynhouedts. Auch eine kleinere Copie gibt es. Eine grosse spätere Copie ist von M. Rüssel.

Die heil. Frauen am Grabe, wo ihnen die Engel die Auferste- hung des Herrn verkünden, schöne Composition, von L. Vorster- man gestochen und der Maria Nerot und der Magdalena de Schotie dedieirt.

Christus erscheint der Magdalena. Gall. zu Cassel. F, van den

Die Jünger in Emmaus, mit dem Wirthe, der die Kappe zieht, 1638 von H. Witdouc gestochen, besonders schön in jenen selte- nen Abdrücken, welche Rubens nach Art des Helldunkels getuscht hat. Eine andere Composition mit einem Alten, der ein Glas hält, ist jene, welche 1642 P. van Sompelen nach Soutman's Zeichnung, im Kleinen gestochen hat. Zwei Jahre früher hatte W. Swanenburg dieses Bild in gr. qu. fol. gestochen. Noch grösser ist ein, oft dem Picart zugeschriebenes Blatt mit Bonnart's Adresse. Auch dieses Blatt gibt die zweite Darstellung. A. Lommelin hat ebenfalls Swa- nenburg's Blatt copirt, so wie van Lochen.

Christus erscheint der heil. Jungfrau. Gestochen von E. van Panderen.

Christus sitzt am Tische vor einem aufgeschlagenen Buche, auf welches der hl. Petrus seine Aufmerksamkeit richtet, und worin der Lebenswandel verschiedener Stände aufgezeichnet ist. Ein Prie- ster im Chorrocke wird eben von einem Engel zur Rechenschaft vorgeführt, fast lebensgrosse Figuren, Pinakothek zu München.

Christus empfängt menschenfreundlich die vier reuigen Sün- der. Vor ihm beugt sich Magdalena, rückwärts steht Petrus, hin- ter ihm David, rechts vorn der rechte Schächer mit dem Kreuze. Eines der vollendetsten Bilder des Meisters, In der Pinakothek zu München. Auch in Salzdahlum war ein solches Bild. Gesto- chen von N. Lauwers,

Christus und der ungläubige Thomas. Ein solches Bild nennt Descamps und im Musée Filhol VIII. 44. ist es gestochen. Es ist diess wahrscheinlich das Epitaphium des H. Rucca aus der Fran- ziskanerkirche zu Antwerpen, welches Christus vorstellt, wie er dem Thomas die Wundmale zeigt. Dabei sind die Bildnisse von Rocca und seiner Frau.

Christus in der Glorie, mit dem linken Arme das Kreuz um- fassend und die rechte Hand auf dasselbe stützend, im Moment sei- ner Himmelfahrt. Diese göttliche Gestalt ist nur etwas mehr als die Hälfte sichtbar, und von der sorgfältigsten Vollendung. Die- ses Bild war bis 1840 in der Sammlung des M. Schamp von Ave- schoot. Damals wurde diese Gallerie zerstreut. Gestochen von Ryck- mans.

Eine andere Himmelfahrt Christi, eine schöne Composition ist ebenfalls durch Kupferstich bekannt. S. a. Bolswert's Blatt, ist be- sunders trefflich in den ersten Abdrücken vor der Adresse von M. van Eynden und Lommelin. Kleiner und mit Veränderung stach sie C. Galle für ein Missale. Verschieden von diesem ist ein zweites Blatt Galle's, wo Maria links mit einem Heiligenschein umge- ben ist.

Die heil. Dreifaltigkeit in der Glorie, rechts der Sohn mit dem Kreuze, links Gott Vater auf dem von Engeln getragenen Erdball, ganze, lebensgrosse Figuren. In der Pinakothek zu Mün- chen, eines der vollendetsten Bilder des Meisters, Lithographirt von M. Handl.

Die Dreieinigkeit, Christus todt im Schoosse des Vaters, umher Engel mit Marterwerkzeugen. Aus der Jugendzeit des Künstlers, noch 1679 Altarblatt unter dem Singchor der beschuhten Carmeliter zu Antwerpen, gest. von S. a. Bolswert.

Die Ausgiessung des hl. Geistes. Die heil. Jungfrau, umgeben von den Aposteln in einem Forticus, wendet ihren Blick nach

Der Triumph der christlichen Religion, stehende weiblich gehalt mit dem Kelche, über welchem die Hostie erscheint, be- gleitet von einem Engel mit dem Kreuze, in colossalem Verhältniss für das Kloster zu Loeces bei Madrid gemalt, jetzt in der Ga- lerie des Louvre zu Paris. Gest. von N. Lauwers.

Der Triumph der katholischen Kirche durch die Eucharistie, ein colossales Bild für das oben erwähnte Carmeliterkloster ge- malt, und wahrscheinlich noch daselbst. Gest. von S. a Bolswert in zwei Blättern.

Der Sieg des Christenthums über das Heidenthum. Ein En- gel mit der von einer Glorie umgebenen Hostie, von welcher ein Strahl auf die Altäre der Heiden fällt, für das Kloster Loeces gemalt, und vermuthlich noch dort. Gest. von S. a Bolswert in zwei Blättern. Das Gemälde ist von collossalen Verhältnissen.

Der Triumph der Charitas, für das Kloster Loeces bei Ma- drid gemalt, aber 1830 im Besitze von Joshua Taylor, ein colossales Bild. Gestochen von A. Lommelin in zwei Blättern.

Die vier Evangelisten, in Prozession einherschreitend, ehedem im Carmeliterkloster zu Loeces, jetzt in der Grosvenor-Gallery, ein colossales Gemälde.

Die vier lateinischen Kirchenväter mit Thomas von Aquin, Norbert und Clara, welche die Hostie trägt, letztere das Bildnis der Clara Eugenia Isabella, der Statthalterin der Niederlande. Dieses colossale Bild war im Carmeliterkloster zu Loeces, jetzt es in der Grosvenorgallery. Gest. von S. a Bolswert. Das von R. Eynhoudts gibt nicht den Hintergrund des Originals.

Der Triumph der Barmherzigkeit, 1623 für König Philipp II. von Spanien gemalt. In England.

Die vier Kirchenväter, für die Dominikaner-Kirche zu Ant- werpen gemalt, aber daselbst nicht mehr vorhanden. Die wohl das von C. Galle gestochene Bild. C. van Dalen gestach- te ebenfalls eine solche Darstellung.

Die Väter und Lehrer der Kirche in Erörterung der Frage über die Transsubstantiation, oben Gott Vater, im Grunde Archi- tektur. Gest. von H. Snyers.

Alle Grade der Geistlichkeit in Anbetung. Gallerie Esters zu Wien.

Christus mit dem Blitzstrahl im Begriffe die sündige Welt zu zerschmettern, Maria und St. Franz in Fürbitte, ein schon S. 530 erwähntes Bild, in der Franziskaner Kirche zu Gent,

Eine ähnliche Darstellung, nur dass ausser St. Franz auch St. Dominicus fürbittet. Für die Dominikaner in Antwerpen gemalt.

die er durch Engel zu sich empor ziehen lässt. Im Hintergrunde werden die Heiligen durch Engel von den Verworfenen geschieden. Eine Skizze (zum Bilde zu Tournay), mit bewunderungswürdiger Zart- heit gemalt und von glänzender Färbung. In der Pinakothek zu München. Die Rettung der Seelen aus dem Fegfeuer. In der Kathedrale zu Tournay, S. Schnaase 434. Gest. von C. Galle. Christus und Maria auf Wolken, unten Goubau und seine Frau in Anbetung. Epitaph der Familie Goubau im Dome zu Antwerpen. Das große jüngste Gericht, ein grosses berühmtes Gemälde in der Pinakothek zu München, dessen wir S. 531 ausführlicher ge- dacht haben. Gest. von C. Visscher in zwei Blättern. Das kleine jüngste Gericht, das schon oben erwähnte berühmte Gemälde in der Pinakothek zu München. Gest. 1642 von J. Suy- derhoef, in zwei Blättern. Die Skizze, im Besitze des Grafen Collovrath in Prag, hat Johann Schmidt gestochen. Der Sturz der Verdammten. Gall. Esterhazy zu Wien. Der Sturz der Verdammten, ein schon oben S. 531 erwähntes Bild der Pinakothek zu München. Der Fall der Verdammten, in einer Unzahl Figuren in den mannigfaltigsten Gruppen, im Vorgrunde kämpfend mit den gröss- ten Ungeheuern, hat Rich. von Orley radirt, in zwei Blättern. Der Sturz der Verdammten mit dem grossen Drachen, der sie herabzieht ist, »P. Soutman effig. 1642« bezeichnet. Das jüngste Gericht. Skizze in der Gall. zu Cassel. Das jüngste Gericht; ein Gemälde in der Gallerie zu Dresden. 4 F. 3 Z. hoch, und 4 F. 4 Z. breit. Darstellungen aus der Apostel- und Kirchen- Geschichte, und der Legende. Die Bekehrung des Saulus, das berühmte, schon S. 533 er- wähnte Gemälde in der Gallerie zu Leight-Court, mit lebensgros- sen Figuren. Gestochen von S. de Bolswert, und dessen Blatt von Ragot copirt. Ein seltenes Blatt von P. Crevorus gibt die Darstel- lung von der Gegenseite, Saulus mit den Pferden links. H. Haig hat dieses Bild für die Engravings after the best pictures of the great masters. I. London 1841, gestochen. Die Bekehrung des Saulus, eine sehr geistreiche Skizze, in kleinen Figuren. Pinakothek zu München. Der Kopf des Apostels Paulus, ein meisterhaftes Bild aus der Sammlung des Schamp van Aveschoot in Gent 1840. Petrus und Paulus, überlebensgrosse stehende Figuren. Pina- kothek zu München, eines der vollendetsten Werke des Meisters. Petrus in einer Grotte mit gekreuzten Händen. Die land- schaftliche Umgebung ist von Breughel. Bis 1840 in der Sammlung des Schamp. van Aveschoot zu Gent. Die vier Evangelisten, halbe Figuren in einem Bilde, wel- ches sich in England befindet. In Mezzotinto gestochen von H. Birke 1792. Drei andere Darstellungen der Evangelisten und Kirchenväter haben wir ihrer symbolischen, Christus und seine Kirche verherr- lichenden, Auffassung wegen, im vorhergehenden Abschnitte auf- gezählt. Die Kreuzigung des hl. Petrus, das berühmte Bild in der St. Peterskirche zu Cöln, dessen wir weiter oben S. 520 näher er- wähnt haben. Gest. von A. Voet jun. Die Copie hat die Adresse Jan Dirckx ex. Auch Thelot hat es gestochen.

Die Darstellungen aus dem Leben St. Petrus haben wir im vorhergehenden Abschnitt erwähnt, da Christus die Hauptrolle spielt. ® Das Wunder des heil. Benedikt, eine reiche Composition mit fünfzig gruppirten Figuren, eine bewunderungswürdige Skizze, von grosser Vollendung, war bis 1840 in der Sammlung des M. d'Aveschoot in Gent, wurde aber in demselben Jahre um 25.700 Fr. ersteigert. Im Auktionskataloge ist das Bild mehr beschrieben und enthusiastisch erhoben. H. 59 Z., Br. 90 Z.

In der Gallerie zu Wien ist ein Kopf des hl. Andreas.

Johannes auf Pathmos, und derselbe im Ölkessel, zwei Dar- stellungen auf den Seiten der Flügel der Anbetung der Kö- nige aus der St. Johanneskirche zu Mecheln.

St. Ambrosius verweigert dem Kaiser Theodosius den Eintritt in die Kirche zu Mailand. Altarbild mit überlebensgrossen Figu- ren, in der Gallerie zu Wien, das schönste Bild dieses Meisters im Belvedere,

In v. Mannlich's Catalog der churpfälzischen Gemäldesamm- lung wird eine Skizze dieser Darstellung genannt.

Der sterbende Antonius der Einsiedler, von Mönchen umge- ben Gallerie in Pommersfelden. Dieses Bild hat nach Waagen (K. und K. in D. I. 131) etwas würdig Pathetisches. Gest. von P. Clouet 1640, aber im spätern Drucke ohne Namen des Stechers, nur mit Meyssens und Huberti's Adresse,

St. Athanasius stösst mit dem Bischofsstabe auf einen unterlie- genden Gegner. Vor ihm schwebt ein kleiner Engel mit einem Bande, worauf der Name des Heiligen steht. Skizze zu einem Plafondgemälde, in der Gallerie zu Gotha. Rathgeber S. 35.

St. Augustin mit dem Kinde am Meeresstrande, schöne Com- position in der Augustinerkirche zu Prag. Sehr schön in Aqua- tinta gestochen von J. W. Scheldes. Eine andere veränderte Composi- tion stach A. Voet jun.

St. Augustin von drei Engeln umgeben, wie er ein vom Pfeile durchbohrtes Herz hält, Skizze in der Gall. zu Gotha. Rathge- ber S. 35. St. Basilius, mit Büchern unter ihm, und über ihm ein schwe- bender Engel. Skizze in der Gall. zu Gotha, nach Rathgeber, An- nalen etc. S. 35, von grosser Durchsichtigkeit in den Schatten und Reinheit der Töne in den Lichtern. Die Bekehrung des hl. Bavo, eine sehr reiche Composition. Die- ser Graf kniet, umgeben von seinen Höflingen, vor dem Abte, der ihn an der Stiege seines Klosters empfängt. Rechts wird unter die Armen Geld vertheilt. Gest. von F. Pilsen.

In der englischen Nationalgallerie zu London ist ein sehr aus- geführtes Studium dazu, welches aus dem Palaste Capra zu Ge- nua kommt. Die Charaktere der Köpfe sind nach Waagen (K. ı. Rk. I. 218) hier feiner, edler und mannigfaltiger als sonst, der Ton der Farbe warm, aber minder durchsichtig als gewöhnlich.

Der heil. Bernhard, ein von Descamps, Reise etc. S. 181 & wähntes Bild.

Der heil. Chrysostomus in Patriarchenkleidung, mit Kelch und Evangelium, über ihm die symbolistische Taube, zwei Engel neben ihm. Dieses herrliche Bild stammt aus der Abtei Aachen, und war bis

St. Eustach, s. Landschaften.

St. Franz von Paula knieend, wie ihm die heil. Jungfrau er- scheint. Gest, von C. Visscher, ein hüchst geistreiches Blatt,

St. Franz von Paula wird von den Pestkranken angefleht. Pi- nakothek zu München. Diese Darstellung ist gestochen, mit Gillis Collaert's Adresse,

Der heil. Franz in Entzückung, ein schönes Bild in der Gal- lerie zu Pommersfelden, Der hl. Franz von Assis in Entzückung, halbe Figur. Gallerie in Florenz. Gest. von J. D. Picchianti.

St. Franziscus von Assis, wie er dem Tode nahe in Gegenwart anderer Mönche das Abendmahl empfängt, ehedem in der Fran- ziskaner Kirche zu Gent jetzt im Nyaeum zu Antwerpen. Gest. von H. Snayers, lithographirt von Colleye.

St. Franziscus von Assis, wie er die Stigmata empfängt, wäh- rend ein anderer Mönch über den Anblick des himmlischen Lich- tes erschrocken, dasteht. Dieses Altarbild war in der Franziskaner Kirche zu Gent, jetzt aber ist es im Museum daselbst, Ein ähn- Jliches Gemälde ist im Museum zu Cöln. Diese Darstellung hat L. Vorsterman 1620 gestochen. Ein kleines Blatt von P. de Bailliu stellt dieses Bild von der Gegenseite und mit einigen Veränderun- gen dar. Ein grosserer Stich hat diese Adresse von C., Galle, und eine Radirung desselben schreibt man dem Rubens zu. Auch Spruyt hat diese Darstellung gestochen.

Der hl. Franz Xaver in Indien das Evangelium predigend und einen Japanesen vom Tode erweckend, ehedem Altarblatt der Je- suitenkirche in Antwerpen, jetzt in der Gallerie zu Wien, wo auch die Skizze zu sehen ist. Diese grosse und reiche Composi- tion hat Marinus gestochen, als Gegenstück zur Teufelsaustrei- bung des heil. Ignaz von Loyola. Die Copie hat die Adresse von Gasp. Huberti, und ist um 2 L. höher (23 Z.) und um 3 L. brei- ter (19 Z.) Siehe auch St. Ignaz von Loyola.

St. Franz Xavier vor einem Crucifixe stehend. Gest. von S. Bolswert, mit Dedication der Brüder Bolswert. Dies ist wahr- scheinlich das lebensgrosse Bild der Jesuitenkirche zu Brüssel.

St. Georg, wie er nach Ueberwindung des Drachen die Sieges- palme empfängt, in landschaftlicher Umgebung, ein in der engli- schen Nationalgallerie befindliches Bild. Dieses Bild macht durch die dunklen Schatten, die zerstreuten Figuren einen etwas bunten und fleckigen Eindruck, wie Waagen I, 174 bemerkt. Uebrigens ist es von schlagender Lichtwirkung, Dieses Bıld dürfte Ru- bens in England gemalt haben. Es ist bekannt, dass er einen St. Georg unter dem Bildnisse Karl I. malte, mit der bedrohten Prin- zessin, welche das Bildniss der Königin ist.

Ein grosses Bild des hl. Georg aus der Sammlung Carl I. von England, von Endymion Porter gekauft, jetzt in Windsorcastle.

Der heil. Georg in einer Landschaft, im Hintergrunde eine Aussicht auf Richmond, ehedem in der Gallerie Orleans, und aus dieser von W. Morland um 1000 G. gekauft. Jetzt ist das Bild in Windsorcastle,

Rubens, Peter Paul. 'St. Georg zu Pferde erlegt den Drachen. Ausgeführte Skizze in der Pinakothek zu München.

Die Marter des hl. Georg Altarbild. Auf dem rechten Flügel der Heilige mit dem Drachen zu den Füßen, auf dem linken - St. Agnes mit dem Lamm. In der Capelle des hl. Georg zu Lierre. Descamps S. 144. Gestochen kennen wir nur eine einzige Darstellung des hl. Georgs von Panneels.

St. Gregor von Nazianz bei einem Porticus, von St. Georg und anderen Heiligen umgeben, über ihm der hl. Geist als Taube. Fünf Engel umwinden den Porticus mit Blumen. Gestochen von R. Eynhoudts.

Eine ähnliche Darstellung ist von einem Unbekannten ge- stochen.

St. Gregorius Nazianzenus stösst ein löwenköpfiges Ungeheuer mit dem Bischofsstabe nieder. Skizze in der Gallerie zu Gotha. S. Rathgeber S. 35.

St. Hieronymus in Cardinalskleidung, lebensgroßes Brustbild.

Der heil. Hieronymus in Meditation vor einem Crucifixe, 8 F. 6 Z. hoch., Gallerie zu Dresden.

St. Ignatius von Loyola, ganze, überlebensgroße Figur im prächtigen Priesterkleide von rether Farbe mit goldener Stickerei, zum Himmel emporblickend. Dieses ehedem im Jesuitencollegium zu Antwerpen, jetzt in Warwickcastle aufbewahrte Bild ist nach Waagen II. 367 in der meisterhaft breiten Behandlung sehr feissig und in vollem Licht- in einem klaren, gesättigten Goldton gehal- ten, von imposanter Wirkung. Gest. von S. d Bolswert, 1346, seinem mit G. Hendrix Adresse. In schwarzer Manier stach es A. S. (Adr. Schoonebeck).

St. Ignaz' von Loyola vor Gott Vater und Christus erscheinend, ein dem Rubens nicht unwerthes Bild der Gallerie in Pommersfel- den, wie Waagen K. K. in D. I. 1532 behauptet:

Eine zweite Darstellung, wie der Heilige die Bestätigung sei- ner Ordenregel erhält, die ebenfalls in Pommersfelden gesucht wird, übergeht Waagen.

Der heil. Ignatius am Altare stehend, wie er den bösen Geist aus einem Besessenen treibt, ein schon S. 530 erwähntes berühmtes Altarbild mit überlebensgroßen Figuren, ehedem in der Jesuiten- kirche zu Antwerpen, jetzt in der Gallerie zu Wien, wo auch die Skizze aufbewahrt wird. Gest. von Marinus, als Gegenstück zur oben erwähnten Erweckung eines Todten durch St. Franz Xavier; später von S. Langer, für das Galleriewerk. Denselben Gegenstand malte er auch für die Jesuitenkirche in Genua. Die Mälereien an der Decke und an dem Bogen der abgebrannten Jesuitenkirche in Antwerpen, enthaltend größere Compositionen und einzelne Figuren aus dem alten und neuen Testamente, von J. Punt gestochen 1740

  1. fol. J. J. Preisler hat diese Bilder in qu. fol. copirt, und ein angenannter selbe radirt, gr. qu. fol. In der Vita S. Ignatii Loyo- lae. Romae 1609; 79 Bl. ohne Namen des Stechers (Sadeler) sind nur 7 Blätter nach Rubens Zeichnungen.

St. Ildefons, s. oben Abth. B, unter den die Madonna ver- herrlichenden Bildern.

Die Marter des heil. Lievin, Bischofs von Gent, welchem man die Zunge ausriss, sehr reiche Composition, ehedem in der Je- suitenkirche in Gent, jetzt im Museum zu Brüssel. Descamps sagt, in diesem Bilde sei"der Zorn der Engel, die Wuth und der Schre- cken der Henker und Soldaten ebenso vortrefflich ausgedrückt, als

Die Marter des hl. Lorenz, eine großartige Composition, welche zuerst in der Gallerie zu Düsseldorf, jetzt in der Pinakothek zu München. Die Mörder legen ihn auf den Rost, im Angesichte der Statue des Jupiter, vor welcher er sich weigerte zu opfern. Ein durch Leben, Beleuchtung und kräftige Färbung gleich ausgezeich- netes Bild mit lebensgroßen Figuren, gest. von L. Vorsterman 1621, und dem Canonicus Laurentius Beyerlink dedicirt. Die gute, gegenseitige Copie hat Goffard's Adresse. Auch der Stich von Che- neau ist von der Gegenseite.

In der großherzoglichen Gallerie zu Gotha ist eine klei- nere, aber beschädigte Darstellung dieses Gegenstandes, welche Rathgeber, Annalen S, 35, nicht für die Skizze zum obigen Bilde hält, sondern etwa für Copie der ursprünglichen Skizze des Bildes. Ueberdies ist in Gotha auch eine sorgfältig auf Kupfer gemalte Copie des Münchner Bildes,

Der Martertod des heil. Kindes Justus, welches den abgehaue- nen Kopf auf den Händen trägt zum Erstaunen des Vaters, der Brüder und anderer Figuren, für die Kirche der Verkündigung in Antwerpen gemalt, jetzt in der Gallerie zu Brüssel, gest. von Wit- teck,

St. Martin, der seinen Mantel mit den Armen theilt. Ein sol- ches lebensgroßes Bild ist in der Gallerie zu Windsor, Waagen (II. 173) glaubt aber, dieses Bild gehöre nur der Composition nach dem Rubens an, und es sei von Vandyck gemalt. Basan gibt die ähnliche, von Th. Chambars gestochene Darstellung wirklich als Van Dyck's Bild, welches er in einem brabantischen Dorfe gemalt hat. C. Galle stach ebenfalls den heil. Martin, der mit den Armen den Mantel theilt.

Der heil. Pipin mit seiner Tochter, der heil. Bega, im Ordens- kleide der Beguinen-Nonnen, kleines Gemälde mit halben Figuren, in der Gallerie in Wien. Basan sagt, F. van der Seeen habe dieses Bild nach einer Zeichnung des Rubens gestochen, welche dieser nach zwei Bildern des Haubert van Eyck gefertiget hatte. Th. Ma- tham stach diese Figuren einzeln,

St. Rochus bittet den Heiland um Hilfe für die Pestkranken, ein berühmtes Bild der St. Martinskirche zu Aalst, dessen wir schon S. 530 erwähnt haben. Auch in Salzdahlum war eine solche Composition, vielleicht Skizze oder Copie, wie dieselbe Darstel- lung bei St. Jakob in Brüssel. Das Bild in Aalst wurde nach Pa- ris gebracht, kam aber wieder zurück. Gest. von P. Pontius 1620. Die Copie hat Merlen's Adresse. Eine andere Copie ist aus dem Verlage des Pietro Todeschi. In Meyssens Verlag erschien der Hei- lige allein. |

Unter dem genannten großen Gemälde sind zwei kleine: St. Rochus im Gefängnisse, und wie ihn ein Engel an der Pest heilt.

St. Rochus, wie er den Pestkranken erscheint. Skizze in der Gallerie zu Dresden.

Die Weihe eines Bischofs. Er ist von drei Bischöfen und Dia- konen umgeben, Gest. von P. Soutman,

Die Marter des heil. Thomas, Apostels in Indien. Der Heilige wird an einem steinernen Kreuze, das er umfasst, mit einer Lanze durchbohrt. Ein zweiter bedroht seine Brust mit einem Dolche, in der Nähe von Palmbaumen und einem Gotzentempel. Andere eilen zur Steinigung herbei. - Diese Darstellung hat P. Neefs gestochen. Die Zeichnung dazu besitzt G. A. Weigel in Leipzig.

Der heil. Yvo im rothen Gewande, wie er einer vor ihm mit

Die heil. Barbara, ein von Oesterreich in der Beschreibung der Gemälde in Sanssouci erwähntes Bild. Gest. von S. a Bolswert, M. Borrekens, C. Galle, und mit L. Vorsterman's Adresse.

St. Cäcilia die Orgel spielend, von Engeln umgeben, ein gros- ses Bild in der Gallerie des Museum zu Berlin, nach Kugler (Beschr. S. 216) von trefflich gemessener Haltung, die sich nicht minder mit dem Ausdrucke lebhaften Affektes verbindet. Das Gepräge einer heiligen Verklärung darf man aber nicht suchen; die Heilige er- scheint als eine schöne üppige Brabanterin, im Momente musika- lischer Ekstase, Gest. von J. Witdoeck, in halber Figur von Pan- neels und Lommelin.

Die heil. Catharina, eine in mehreren Stichen vorhandene Dar- stellung. Sie erscheint auf der Aussenseite des Grabgemäldes der Familie Müretus aus der Cathedrale zu Antwerpen mit der Aufer- stehung Christi. Als einzelne Figur ist sie von S. a Bolswert, in grossem und kleinem Formate, von M. Borrekens, von Aubert, und von Rubens selbst nachgebildet. Ihre Vermählung und Kron- ung stach P. de Jode und L. Zucchi, letzterer nach einer in der Dresdner Gallerie dem Quellinus zugeschriebenen Copie. Die Copie

des Blattes von Jode hat Huberti's Adresse. Das Gemälde haben wir oben unter den heiligen Familien genannt.

Die Marter der heil. Catharina, eine sehr reiche Composition, in der Kirche der Heiligen zu Lille, Gest. von W. de Leeuw.

St. Elisabeth, Königin von Ungarn, theilt Almosen unter die Armen aus, schön colorirte Skizze, bis 1840 in der Sammlung Schamp's van Averschoot in Gent,

Magdalena im Hause des Pharisäers dem Herrn die Füsse abl- bend, s. oben Abtheilung C., Darstellungen aus dem Leben Jesu,

Magdalena neben ihrer Schwester sitzend, in tiefster Reue die Hände ringend. Sie stösst mit dem Fusse das Schmuckkästchen weg Gall. in Wien. Gest. von L. Vorsterman.

Magdalena, in halber Figur, die Arme über die nackte Brust gekreuzt, Skizze aus der Gallerie Schamp d'Aveschoot.

Maria Magdalena in einer Landschaft die Hände reuig faltend. In der Sammlung in Dulwich College ist eine sehr geistreiche Skiz- se. Auch in Cassel ist ein Bild der Magdalena.

Magdalena. Im Schlosse zu Turin.

Das Bild einer Magdalena am Felsen sitzend, den Todtenkopf zu ihren Füssen, hat ein Ungenannter gestochen.

Der Tod der Magdalena, wie sie von Engeln gehalten wird, ein schönes Bild, für die Kirche der Franziskaner in Gent gemalt, Gest. von P. de Bailliu.

Die hl. Theresia, wie sie Christum knieend für die Seelen im Fegfeuer bittet. Ein Engel befreit eine solche und führt sie in den Himmel. Für die Kirche der Carmeliter-Barfüsser in Antwer- pen gemalt. Gest. von S. a Bolswert. In der Sammlung des M. Schamp van Aveschoot zu Gent war bis 1840 die grau in grau ge- malte, theilweise colorirte Skizze zu diesem Bilde. Im grossen Gemälde zeigen sich einige Veränderungen im unteren Theile der Figuren, die in der Skizze vollkommen dargestellt sind,

Die heil. Theresia kniend, über ihr der heil. Geist. Gest. von P. Verschyppen.

Darstellungen aus der Mythologie der alten Völker und der Heroenzeit.

Das Leben des Achilles, in einer Folge von acht Darstellungen, als Vorbilder zu Tapeten gemalt; dieser Bilder sind wahrscheinlich in der Galerie des Herzogs von Infantado: Achill als Jüngling auf dem Centaur Chiron reitend. Achill in Styxwasser getaucht. Derselbe von Odysseus unter den Töchtern des Lycomedes entdeckt.

Von letzterem Bilde ist in der Sammlung des Abraham Hume zu London eine Skizze, eine im hohen Grade vom Geiste des Ru- bens durchdrungene Composition. Waagen II. 19. Diese Darstellung hat C. Visscher gestochen; dann Ryckmans, und zwei Unge- nannte. Die Radirung des Einen ist 17 Z. 5 L. hoch und 13 Z. 53 L. breit. Die Copie des anderen 12 Z. 9 L. hoch und 10 Z. 6 L. breit. Ertinger hat alle acht Darstellungen gestochen.

Aeneas in der Unterwelt befragt den Anchises um sein Schick- sal. Gest. von L. Vorsterman. Amor von Männern und Frauen gezüchtiget, Gall. zu Dresden. Palanta, s. Meleager. Aurora auf ihrem Wagen, Plafondbild in der Galerie des Für- sten Esterhazy zu Wien. Andromeda, s. Perseus. Apollo die Daphne verfolgend. Radirt von Panneels. Bacchischer Kreis: Der jugendliche Bacchus unter einem grossen Baume taumelnd, unter der linken Armhöhlung von einem Satyr, rechts von einer anderen nackten Figur unterstützt. Am rechten Ende des Gemäldes kommt eine Bacchantin mit der Fackel, links ist eine Gruppe Fi- guren und ein Leopard. Sehr beschädigte Skizze in der Gall. zu Athen. Rathgeber S. 51. Der trünke Bacchus, ohne Tiger und Nymphen, nach einer Zeichnung von Bolswert gestochen. Der trünke Silen von einem Satyr und einem Mohren un- terstützt, welcher einen Becher hält, halbe Figuren. Gest. von Suy- derhoef, treffliches Blatt, die Darstellung eines Gemäldes aus Ru- bens Nachlass enthaltend. Bacchus von einem Satyr und einem jugendlichen Faun ge- führt, rechts zwei Bacchantinnen und ein Tiger. Gest. von Suy- derhoef, nach einem andern Bilde aus Rubens Nachlass. Der trünke Bacchus von Bacchanten gehalten, eine höchst energische Darstellung der niedern Sphäre, eines der vorzüglich- sten Bilder des Bacchischen Kreises, in der k. Pinakothek zu Mün- chen, und schon oben erwähnt. Gest. von R. van Orley. Eine ähnliche Darstellung, wo Herkules die Stelle des Silen vertritt, ist in der Gall. zu Dresden, ein 7 F. 2 Z. hohes Bild. Der beim Fasse sitzende Bacchus. Gall. zu Florenz. Der junge Bacchus. Sammlung des Marquis Bute.

Ein Satyr, welcher Trauben auspresst, Gall. zu Dresden,

Ein grosses Bacchanal in der Gallerie zu Berlin, von Jordaens ausgeführt, von duürchaus gemeiner und widerwärtiger Auffassung. Bild; Beschr. d. G. 217, Die Composition stimmt mit dem fol- genden Bilde;

Ein bacchischer Zug, in der Gallerie des Herzogs von Marl- borough zu Blenheim, dasjenige Bild, welchem Waagen II. 50

unter den Darstellungen dieser Art den Preis geben mochte. In

diesem dickwänsrigen Silen, diesem Neger, diesen Nymphen offen- bart sich die gemein-sinnliche Glut viehischer Trunkenheit in ih- rer ganzen Fülle. Dieses Bild übertrifft die ähnliche Composition

in Berlin weit in der gewahigen Energie des Machwerkes, in Im- pasto, Tiefe und Klarheit der Farbe,

Ein zweites Bacchanal derselben Sammlung erinnert in den Mo- tiven an das berühmte Bacchanal in München, und an die frühere Zeit von Van Dyck.

Bacchus auf einer Tonne sitzend, umgeben von seinen Gefähr- ten. Gall. zu Florenz, gest. von J. Schmutzer,

Ein Satyr und eine Bacchantin mit Kindern und Tigern unter einem Baume, fälschlich Pan und Syrinx genannt. Ein Bild der Gallerie Orleans, gestochen von C. N. Varin.

Silien von Nymphen und Satyrn begleitet, Zwei junge Satyrn saugen an einer berauschten Bacchantin. Berühmtes grosses Bild

in der Gallerie zu St. Petersburg.

Die höchst geistreiche Skizze, grau in grau, ist in der Bilder- sammlung zu Corshamhouse. Eine ähnliche Darstellung hat G. Pan- neels gestochen;

Ein Bacchanal mit acht Figuren im Kniestück, worunter der trunkene Silen die Hauptrolle spielt. Dieses 4 F. 7 Z. hohe und 6 F. 6 Z. breite Bild stellt nach Waagen I, 280. im kräftigsten Aus- drucke ähnlicher Glut, in Impasto und der Tiefe und Klarheit der

Färbung keinem Bilde dieser Art von Rubens nach, übertrifft aber

alle im Geschmack und in der Decenz, zumal aber in der grossen Schönheit einer Nymphen von zauberhafter Frische und Sättigung des Goldtons. Es ist im Cataloge von Rubens Nachlass Nr. 170 verzeichnet, wurde 1642 an den Cardinal Richelieu verkauft, kam dann in die Hande von de Tartre, Lucian Bonaparte (1816), Bonne- maison (1827) und jene von John Smith, der es an Sir Robert

Peel, der jetzige Besitzer, für 1100 Pf. St. verkaufte. Dieses be- rühmte Bild wurde zur Zeit, als es Tartre besass, von Delaunay

gestochen,

Ein Satyr, welcher Trauben presst, bei ihm ein Löwe und ein Tiger, Gallerie zu Dresden, radirt von L. Vorsterman.

Bacchus mit Weinlaub bekränzt, mit Trauben im Tuche, da- bei ein Faun, der selbe ihm auf den Kopf presst, eine Bacchan- tin und ein Tiger. Nach einem Bilde des Thomas Lewis 1703 von C. Faucci für Boydell gestochen.

Es sind überdiess noch mehrere Darstellungen des Bacchischen Kreises im Stiche bekannt.

Ein Bacchalist in einer Höhle mit kostbaren Gefässen. Bac- chus trinkt aus der Schale den Saft, welchen eine Bacchantin aus der Traube presst. Ein betrunkener Faun lehnt sich auf den Tiger. Radirt von F. von Wyngaerde.

Der betrunzene Bacchus von einem Satyr und einem ohren unterstützt, welcher einen Becher hält, halbe Figuren. Gest. von U. Panneels. Suyderhoud, dessen Name nicht auf dem Blatt steht, nur die Adresse von M. de Briughe.

Bacchus auf einer Figur, wie er den Becher auf seiner Schulter setzt, und eine antike Trinkerei. Im Vorgrund pißt ein Hund. Gest. von Panneels nach einem Bild von Paul. Bril. Gestochen von Snyders. Ein betrunkenes Mädchen, von einem Satyr und Bacchus umgeben, gestochen von Panneels nach einer Radierung von B. Bril.

Ein Satyr mit Früchten im Korbe. Gest. von V. V. de Vriese. Bellini befestigt eine Chimäre. Skizze in der Sammlung J. H. Beckoff in 's Gravel.

Boreas führt die Nymphe in den Olymp, Gest. von Spruyt.

Der Mann, der eine Chemie wie eine Kutsche hat, samt der in derselben abgestellten Art, die Barin in London steht. Er ist sehr gefeiert. Er ist in der Sammlung In den Gallerie zu Madrid ist die gleiche Darstellung Callisto schauend vor Diana geführt. In der Akademie der Künste zu Madrid.

Die Einleitung der Diana und ihrer Jägern, ein blasses Bild. In Italien, Gest. in Sansovino. Panneels hat diese Darstellung ge- stochen. Im Jahre 1778 wurde zu Paris, unter Le Bruns Leitung und nach einem Bild, welches er selbst, ein Stich veranstaltet.

Diana zieht mit ihren Nymphen auf die Jagd. Gem. zu Cassel.

Diana von ihren Nymphen umgeben, steht in einer Waldge- gend und lässt sich das getödtete Wild zeigen. Bild von Breughel. Pinakothek zu München.

Die auf der Jagd ermüdeten und im Walde eingeschlafene Nym- phen der Diana, werden von den Jagdgott Paris gefunden. Bild von Breughel. In der Pinakothek zu München, von C. J. Houss. gestochen, mit erster Adresse von Snyders. Ein solches Bild hat auch Carolus für Bruyn gezeichnet und gestochen.

Die drei Dioskuren, s. Leucipiden.

Die drei Dioskuren von den drei Töchtern des Cecrops im Korbe entdeckt, worin Pallas ihn verschlossen hat. Aglaura öffnet den Korb. Ein 1614 gemaltes Bild, in der Gallerie Lichtenstein, Die Skizze be- fand sich 1774 in van Schorel's Sammlung. Gest. von P. de Sompelen.

Die drei Grazien in der Gallerie zu Madrid. Gest. von P. de Jude, lithographirt in der Coleccion, litografica.

Andere Darstellungen der Grazien sind in der Gallerie zu Flo- renz, in Wicar's Tabl. de la Gal. de Flor. abgebildet.

Die drei Nymphen oder drei Frauen, welche Früchte sammeln, lebensgrosse Figuren, Amor reicht der einen von einem Baumstamm her-

in Madrid.

während im Geb

gütern. Gallerie zu Darmstadt,

ab einen Zweig mit Aprikosen, nach Waagen II. 49. eine anzie- hende Composition, Avs; in Gefühl für Schönheit und Wahrheit sich mit einer blühenden, klaren, noch nicht übertriebenen Fir- bung vereinigen. Die Früchte sind in seltener Kraft und Wahr- heit von Snyders gemalt. Gallerie zu Blenheim.

Die Natur von den Grazien geschmückt, unten Satyren, Fau- nen und Bacchanten mit grossen Fruchtgewinden, schöne Compo- sition, gestochen von C. van Dalen, ein herrliches Blatt,

Die Grazien unter dem Zelte, einen Korb mit Blumen tra- gend. Eine solche Darstellung ist breit radiert, ohne Namen; viel- leicht von Eynhoudts. Drei packte Nymphen, die sich mit Früchten beschäftigen, Faunen Jauschen. Rechts stehen drei Män- ner in Gewändern. Ein höchst anziehendes, grosses Gemälde in

„Buxteröder", bereits oben erwähnt.

Drei im Garten unter dem Baume schlafende Nymphen von einem Schäfer belauscht. Zur Seite ist ein Springbrunnen, vorne auf der Erde goldene Gefässe, dabei ein kleiner Affe, ein Hünd- chen und ein Fasan. Lebensgrosse Figuren. Gallerie in Wien.

Vier von der Jagd zurückkehrende Nymphen und andere Fi- Nymphen und Jäger, welche im hastigen Laufe einen Hirsch verfolgen, ein sehr schönes Bild in der Gallerie des Museums zu Berlin. Die Thiere sind von Snyders.

Eine schlafende Nymphe, von einem Alten aufgedeckt; oben

sitzt eine, grässliche Gestalt, die ihr das Kopfkiss-

Vier Nymphen in halber Figur, wovon eine einen Stock auf der Achsel trägt. Miniaturgemälde im Besitze des Landgrafen von Fürstenberg, das einzige dieser Art. Gestochen von Mennin.

Nymphen von Satyren überfallen, die sie rauben wollen. Im Cabinete des Grossherzogs von Toscana, angeblich von Rubens. Gestochen von Lorenzi (ohne Namen).

Nymphen mit Wildpret und Satyrn mit Früchte, unter dem Namen der Rückkehr von der Jagd bekannt. In der Gallerie zu Dresden sind zwei solche Darstellungen, eine 4 F. 11 J, die andere 7 F. 10 L, hoch. Gestochen von S. A. Bolswert.

Die Göttin Flora in einem Garten sitzend. Gallerie zu Wien. Herkules, welcher den Achelous bekämpft, grosse Gruppe. In Holz geschnitten von Ch. Jegher,

Die Apotheose des Herkules, ein berühmtes Bild im neuen Hippodamia, s. Kampf der Laithen. Jupiter und Antiope?; ein Gemälde. Im Besitze der Frau von Knayff zu Antwerpen.

Der Raub des Ganymed, ehedem in der Gallerie Orleans, 1792 beim Verkauf derselben auf 400 Gulden geschätzt. Gestochen von Henriguez.

Jupiter und Callisto. Gallerie zu Cassel,

Ixion, welcher eine Wolke in der Gestalt der Juno umarmt

Juno selbst dreht der Gruppe den Rücken zu, und vor ihr ist eine weibliche Gestalt, welche durch ein Fuchsfell als Betrug charakte- risirt ist. Im Hintergrund sieht man Jupiter auf dem Olymp, dem Amor die Nachricht des Vorgangs bringt. Dieses, jetzt in der Grosvenorgallerie befindliche Bild mit lebensgrossen Figuren, in der klaren Färbung zugleich zart und gemässigt. Der Unter-

Mars der den Janustempel verlässt, und vergebens von Venus zu- rückgehalten, mit Schwert und Schild über die mit Füßen getretenen Künste und Gewerbe des Friedens schreitet. Rubens malte dieses Bild für den Maler Sustermans, und nach dessen Tod kam es durch den Erbprinzen Ferdinand in den Palast Pitti zu Florenz. Zur Zeit Napoleon's musste dieses, auch unter dem Namen der Schrecken des Krieges bekannte und vielbesprochene Bild, das Central-Museum in Paris zieren, seit 1815 wird es aber wieder im Pitti bewundert.

Die ausserordentlich geistreiche Skizze zu diesem grossen Bild besitzt der Poet Rogers in London. Dieses kleine Bild zeichnet sich durch Gluth und Kraft der Farbe, und auch durch fleissige Ausführung aus.

Mars in den Krieg ziehend, grosses Bild ähnelt einzelnen Kompositionen aus der Gallerie Luxembourg. Gestochen von J. J. Avril. Mars aus dem Kriege heimkehrend, schöne Gruppe im In- neren eines Arsenals mit vielen Waffen. Gestochen von J. J. Avril 1778. Mars von der Göttin des Sieges mit Lorbeern bekränzt. Le- bensgrosse Figuren, in der Gallerie zu München.

Meleager überreicht der Atalanta den wilden Schweinskopf, ganze lebensgrosse Figuren. Pinakothek zu München. Gestochen von C. Bloemaert. Das von Panneels radirte kleine Blatt ist in der Composition verschieden.

Eine solche Darstellung ist auch in der Gallerie zu Dresden, kleiner als das Bild in München. Eine dritte in Cassel.

Meleager und Atalanta erlegen den kalchedonischen Eber, le- bensgrosse Figuren, berühmtes Bild in der Gallerie zu Wien. Ra- dirt von Kress.

Dieselbe Darstellung, berühmtes Gemälde in der k. Eremitage zu St. Petersburg. Gestochen von Earlom, für Boydell's Verlag. Wettlauf der Atalanta und des Hippomenes, ein in Spanien befindliches Bild. Merkur und Argus. In der k. Gallerie zu Madrid, abgebildet in der Coleccion litografica etc. Auch in Dresden ist eine solche Composition. Merkur trägt die Psyche in den Olymp, Studium nach Rafael, in der Gallerie des Fürsten Esterhazy. Die Apotheose der Psyche durch Merkur, wird in Oesterreichers Beschreibung der galleria in Sanssouci erwähnt, ist aber wahrscheinlich eben so wenig echt, als das Bild in der Gallerie zu Pommersfelden, welches Merkur vorstellt, der das goldene Zeital- ter auf die Erde bringt.

Neptun auf einem von Seepferden gezogenen Muschelwagen, eine unter dem Namen des »Quos Ego« bekannte Darstellung in der Dresdner Gallerie. Diese Darstellung wurde 1653 beim Einzug des Erzherzog Ferdinand von Oesterreich in Antwerpen an eine Triumphbogen gemalt. Damals wurden aber auch andere Triumph- bögen mit Gemälden geschmückt, welche die Schüler von Rubens nach dessen Skizzen ausführten. Gestochen von J. Houle,

Die Vereinigung des Neptun und der Cybele, ersterer sitzend, Gest. von P. de Jode,

Eine ähnliche Composition, die Vereinigung des Wassers mit der Erde, links ein Satyr. Das Bild aus der Sammlung Hachet zu Paris. Gest. von Vangelisty,

Neptun und Thetis, eines der herrlichsten Bilder des Mei- sters, in der Gall. des Grafen von Schönborn zu Wien. Gest. von J. Schmutzer.

Eine Nereide auf dem Seepferd, welche Amor liebkost. Gest. von Th. van Kessel.

Odysseus und Nausikaa, s. Landschaften.

Auch in der Gallerie Aguado ist ein Bild des Ulysses auf seiner Insel der Phaeaken. Gest. von Aubert sen.

Orpheus sucht die Eurydice aus der Unterwelt zurück zu füh- ren, ein in Spanien befindliches Bild. Auch in Cassel ist ein solche Darstellung, und eine Skizze nennt der Oesterreicher in St Louron.

Dionys' Verwandlung, in Torre de la Pareda zu Madrid. S. oben S. 20. Gestochen kennen wir nach Ovid nur ein Blatt, den Hippo- tus vorstellend, von R. Easmon,

Perseus befreit die Andromeda, Ein in Spanien befindliches Bild,

Perseus und Andromeda, nach einem Bilde der Gallerie des Grafen Brühl von P. F. Tardieu gestochen.

Perseus kommt auf dem Pegasus von der Luft herab, um die an den Felsen geschmiedete Andromeda zu befreien. Amor schwebt mit der Liebesfackel über ihrem Haupte, ein 6 Schuh 6 Zoll hohes Bild der Gallerie des Herzogs von Marlborough in Blenheim, nach Waagen II. 47 sagt, dass der edle Geschmack in den Formen, die Attribute des gemässigten Climates glauben mache, Rubens habe dieses Bild in Italien ausgeführt. –

Perseus befreit, nachdem er das Ungeheuer getödtet, die Andr omeda von ihren Fesseln, wozu ihm Amorinen behülflich sind; ein gerühmtes Bild in der Gallerie des Museum zu Berlin. Beson- ders trefflich ist das heftig Erregte in den Bewegungen des Perseus dargestellt. Andromeda gehört dem schönen Kreise griechi- scher Einfalt nicht an. Kugler, S. 217. –

Vor wenigen Jahren wurde in Valenciennes ein Bild mit Per- seus und Andromeda aufgefunden, wir wissen aber nicht, was diesem geworden,

Pan verfolgt die Syrinx, ein durch die schöne Landschaft und die vollendete Sicherheit und Gluth der Farbe höchst anziehendes Cabinetsbild im Schlosse zu Windsor,

Auch in Cassel wird ein solches Bild genannt.

Hertzinger hat eine solche Darstellung schön radirt und die in Aquatinta übergangen.

Pan bringt der von der Jagd zurückkehrenden Diana und ihre Nymphen Trauben und Obst. Ganze lebensgroße Figur.

Die drei Göttinnen vor Paris, Ein Schmuck für einen neuen Palaß zu Madrid. Gest. von A. Lommelin.

Das Urtheil des Paris, ein Bild aus der Gallerie Orleans 1792 von Lord Kinnaird um 2000 G. gekauft, später mit 2500 G. be- zahlt, und 4824 im Besitze von T. Penrice in Great Yarmouth (Norfolkshire)

Das Urtheil des Paris und den Triumph der Galatea für den König von England gemalt, um sie auf einer Gieskänne in Silber zu treiben. Theodor Rogner fertigte die Kanne und J. Neeffs hat die Bilder radirt.

Das Urtheil des Paris. Gallerie zu Dresden.

Das Urtheil des Paris, in Form eines Basreliefs, grau in grau gemalt, in der K. Sammlung zu Christiansburg in Copenhagen, vielleicht das Vorbild zur Gieskänne.

Der Sturz des Phaeton. Plafondbild gest. von Panneels.

Philemon und Baucis nehmen in ihrer Hütte den Jupiter und Merkur auf. Der Stich dieses Bildes hat J. Meyssens Adresse.

Philemon und Baucis, oder die phrygische Ueberschwemmung, s. Landschaften.

Progne zeigt ihrem Manne den Kopf des Sohnes, dessen Kör- per er verzehrt hätte. Der Stich dieses Bildes hat C. Galle's Adresse, und ist Gegenstück zu Bailliu's Raub der Hippodamia.

Prometheus trägt von Olymp das entwundete Feuer, Im neuen Palaste zu Madrid, s. oben S. 535.

Der Raub der Proserpina, ein Gemälde in Spanien, gest. von Soulmant. aber im ersten Drucke, ohne dessen Namen. L'th. In der Collezione Kitagrafica.

Auch in der Gallerie zu Dresden ist ein kleines Bild mit I. Luto, welcher die Proserpina entführt.

Satyrn, s. oben bacchischer Kreis.

Die Hochzeit der Thetis und des Peleus, Gest. von F. van Wyngaerde.

Das Urtheil des Timolus über Apollo und Pan, ehedem in der Satta'schen Sammlung zu Gent. Gest. von F. Pilsen.

Venus von Nymphen und Tritonen umgeben, aus dem Meere auftauchend. Gest. von P. de Jode.

Venus auf dem Meere. Gest. von Soulman.

Venus mit dem kleinen Amor an der Brust, nach einem 1642 in Frankreich befindlichen Bilde von Surug gestochen. Ein frü- herer Stich, von welchem aber jener des Surug etwas abweicht, ist von C. Galle. Watelet stach die Originalzeichnung, welche im Besitze Watelet's war.

Die siegende Venus mit dem kleinen Amor, welche Kraft im Umrisse gestochen hat, gehört der Composition nach dem Giorgione an, nach welchem Rubens eine Zeichnung fertigte.

Venus und der kriegerische Mann, ein großes Bild im Palaste Pitti; s. Miss A. de C.

Venus und Adonis, in Spanien nach Italien kopirt.

Venus und Amor bemühen sich umsonst, Adonis von der Jagd abzuhalten, ein herrliches Bild aus der mittleren Zeit des Meisters, der Gallerie zu Blenheim, wo es als Geschenk des Kaisers an den grossen Marlborough verehrt wird. Waagen II./50 sagt, ein feines Gefühl, schöne Köpfe, edlere Formen, fleissige Ausführung seyen hier mit einer Helle, Leut, Wärme und Klarheit der Farbe gemalt, dass ein ganzes Schauspiel beim ersten Erblicken eines Werkes von Rubens entsteht; giebt Blut; unter seine Far-

Eine zweite Darstellung der den Adonis von der Jagd abhal- tenden Venus in der Gallerie zu Dresden, ist um die Hälfte kleiner als das obige Bild.

Venus, welche den Adonis von der Jagd zurückhalten will, nach einem Bilde der gräflich Cobenzel'schen Sammlung zu Brüs- sel, von P. J. Tassaert schön radirt.

Venus und Adonis, das Gemälde in der florentinischen Gallerie, von Lorenzini gestochen, für die Reale Gall. di Firenze.

Venus mit ihren Nymphen von der Jagd zurückkehrend, ein grosses Bild, welches mit der Gallerie Orleans 1792 nach England kam und daselbst verkauft wurde. Es wurde auf 4000 G. geschätzt. Ab- gebildet: Gallerie du palais royal, pl. 233, Filhol VII. 170. Die ungemein geistreiche Skizze zu diesem Bilde ist im Besitz des Gra- fen Radnor in London.

Der Tod des Adonis, ein grosses Bild, welches nach England gekommen ist. Gest. von G. Panneels,

Die Toilette der Venus, ein Bild aus Rubens Schule, in der Gallerie zu Florenz, abgebildet in Wicar's tab. de la Gall. de Flor. Schon G. Panneels hat 1631 die Toilette der Venus gestochen, und zwar in Frankfurt am Main.

Das Fest der Venus auf der Insel Cythera, wo man unter Bäu- men die Statue der Göttin sieht, mit schwebenden und tanzenden Amoretten. Rechts vorn tanzen Nymphen und Satyrn, links bringen jugendliche Frauen Garben. Im Hintergrunde ist ein Tempel und ein durch die Bäume scheinendes Abendroth. Dieses herrliche Bild ist in der Gallerie zu Wien, gest. von Prenner.

Vertumnus und Pomona, in einer von Breughel gemalten Land- schaft. Ein solches Bild erwähnt Houbraken, I. 260. Auch in der Gallerie zu Cassel wird ein solches genannt.

Vulkans Schmiede mit den Cyclopen. Im Schlosse im Hage in Öl ge- malt,

Verschieden ist wahrscheinlich, und vielleicht zu der Folge der Bilder aus dem Kreise des Achilles gehörig, Vulkan, der die Waf- fen des Achilles schmiedet. In der Sammlung van Schorel's war die Skizze eines solchen Bildes.

F. Römische und griechische Geschichte.

Romulus und Remus von der Wölfin gesäugt, ein geistreiches Bild der Capitolinischen Sammlung in Rom. Gestochen von einem Ungenannten, vom Maler d'Egmont dedicirt.

Der Zweikampf des Aeneas und Turnus, zu Mantua gemalt im Dienste des Herzogs,

Der Schiffbruch des Aeneas, s. Landschaften,

Der Raub der Sabinerinnen, ein bewundertes Bild der englischen Nationalgallerie, von welchem aber Waagen I, 210. sich weniger befriediget fand, als von der Amazonenschlacht, dem kleinen jüng- sten Gerichte in München etc. Waagen vermisst ungeachtet des grossen Getümmels und Gezäres, die Energie, die Augenblickli- che der Motive, die in den genannten Bildern so gewaltig ergrei- fen. Auch die Technik ist minder geistreich, die Uebergänge mehr zerrieben, als in jenen Bildern, der Lokalton des Fleisches bräun- licher. Das Bild war früher im Besitze der Mme. Boschaerts in Antwerpen; dann erhielt es Angerstein, H. 52. 6 L. Br. 7 Z. 9

Lord Ashburton besitzt das vollendete Studium zu diesem Bilde. Dieses auf Holz gemalte Bild, so wie das Studium der Versöhnung der Römer und der Sabiner, ist von einem Geist in der Composition, einer Unmittelbarkeit und Frische in der Behandlung, wie sie selbst bei Rubens selten ist. Der Lord kaufte diese beiden Bilder aus der Sammlung Danton in Brüssel 1829 um 1000 Pf. St. Marschal Soult besitzt zwei kleine Skizzen davon.

Versöhnung der Römer mit den Sabinern, Hersilia an der Spitze ihrer geraubten Gefährtinnen zwischen den beiden feindlichen Partheien den Frieden erflehend. Ganze lebensgroße Figuren, in der Pinakothek zu München. Lithographirt von Piloty.

Lord Ashburton besitzt das trefflich ausgeführte Studium zu dieser in Madrid gemalten Darstellung, wie oben erwähnt.

Die Amazonenschlacht, oder der Sieg des Theseus über Theseus, ein weiter oben p. 534 näher beschriebenes Meisterwerk in der kgl. Gallerie zu München. Dieses Bild (3' Z. 8'' hoch, und 4' 11'' breit) soll nur die Skizze eines grösseren seyn, welches 1841 aufgefunden wurde. Der Besitzer ist Hr. Lamont in Brüssel. Gest. 1623 von L. Vousterman in 6 Blättern, copirt von Ragot, 3 Stiche mit den Adressen von N. Visscher, R. und J. Ottens und G. Duchange direx., neuerlich von Höhe lithographirt.

Thomiris, Königin der Scythen, lässt das Haupt des Cyrus in Blut tauchen. In der Gallerie des Louvre, gest. von P. Pontius 1632, kleiner von G. Duchange copirt von Ragot. Diese Composition ist minder reich, als die folgende Darstellung, aber von meisterhafter Behandlung.

Thomiris, das ähnliche Bild der Gallerie Orleans, kaufte Graf Darnley um 1200 G. Es ist im Besitze dieser Familie zu Cobham-hall. Gest. in der Gal. du palais. royal pl. 235.

Die Rache des Thomiris, mit lebensgroßen Figuren, ehedem im Besitze der Königin Christine von Schweden, 1836 in jenem der Herren Morize und Frank zu Berlin.

Cambyses lässt den Sohn eines schlechten Richters, den er schinden liess, auf des Vaters Stuhl sitzen. Radirt von Eynhoudts.

Cloelia und ihre Gefährtinnen fliehend, ein grosses Bild der Gallerie in Dresden.

Die Geschichte des Philopoemen, ein Bild der Gallerie Orleans, die 1792 in England verkauft wurde. Auf 600 G. geschätzt. In der Galerie du palais royal p. 236 abgebildet.

Mucius Scaevola vor Porsenna. In der Gallerie des Fürsten von Esterhazy zu Wien, früher im Besitze des Fürsten Kaunitz. Gest. von J. Schmutzer.

Scipio gibt dem Auctorius seine Braut zurück, auch die Enthaltsamkeit des Scipio genannt. Dieses Bild kaufte Lord Berwick aus der Gallerie Orleans um 800 G., im Jahre 1830 verbrannte es aber im Hause des H. Yates in Bondstreet. Gestochen von S. A. Boulanger, dann von Spruyt, und in der Gal. du palais royal P. 1.

Cimon im Gefängnisse von seiner Tochter Pero gesäugt, auch die römische Caritas genannt, ein Bild aus der mittleren Zeit des Meisters, jetzt in der Gallerie des Herzogs von Marlborough in Blenheim. Dieser sonst so wenig ansprechende Gegenstand ist

hier so direkt behandelt, das Rührende der kindlichen Pietät so glücklich hervorgehoben, die Ausführung so fleißig, die treffliche Färbung so wahr, dass man das Bild mit großer Bewunderung be- trachtet. Es hat sechs Schuh ins Gevierte. Waagen II. 30. Ges- tchen von J. Smith, früher von Kankerken, A. Voet und G. Pannek:. In der kgl. Eremitage zu St. Petersburg ist ebenfalls das Bild einer Caritas romana, Anderer Art ist die Caritas der Gallerie in Pommersfelden: ein Weib mit vier Kindern., Der Besuch des Alexander bei Diogenes, ein grosses Gemälde, welches 1835 im Haag öffentlich ausgestellt. Kunstblatt 1837 Nr. 16 In Jahre 1784 war ein solches Bild in der Lucknerschen Sam- mlung zu Wien, welches Q. Mark schön gestochen hat,

Diogenes mit der Laterne verspottet. Ein solches Bild ist in der Gallerie des Louvre, nach Waagen III. 560 im geistigen Gehalt nicht sehr erheblich, und in der Ausführung Arbeit eines Schüler.

Ein ähnliches Bild war in der Düsseldorfer Gallerie, später in München aufgestellt. Jetzt nicht in der Pinakothek daselbst.

Cleopatra mit der Schlange an der Brust. Gestochen von Panneels, 631. .

Der Tod der Seneca. Er steht mit geöffneten Adern in einer vom Blute gefärbten Wassergefässe, noch leidend. Pinakothek in München, gest. von A. Voet jun.

Der Opferzug aus dem Triumphzug Cäsar's von Mantegna, wäh- rend seines Aufenthaltes in Mantua copirt, aber nur als freies Stu- dium zu betrachten. Seinem Hange zum Phantastisch-Pompösen sagte das Bild mit den Elephanten, welche Candelaber tragen, meistens zu; er genügte sich aber nicht mit dem harmlosen Schaft welches bei Mantegna neben dem vordersten Elephanten einher- geht. Rubens machte einen Löwen und eine Löwin daraus, welche den Elephanten grimmig anschnurren, und dieser selbst sie wüthig um im Begriffe dem Löwen mit dem Rüssel einen Schlag zu versetzen. Dieses Bild befand sich noch im Nachlasse des Künst- lers, jetzt ist es im Besitze des Poeten Rogers in London. Wa- gen I, 411.

Zwölf Darstellungen aus dem Leben des Constantin, ehedem in der Gallerie Orleans, seit 1792 aber wahrscheinlich in Eng- land zerstreut. Alle wurden damals nicht sogleich verkauft. Es sind diess wahrscheinlich Skizzen zu Tapeten. S. oben S. 518.

  1. Die Vermählung des Constantin,
  2. Die Erscheinung des Kreuzes.
  3. Derselbe mit dem Kreuzespanier,
  4. Die Schlacht gegen Maxentius, von Sir Philipp Stephens erkaufte.
  5. Der Tod des Maximilian.
  6. Der Triumph des Constantin.
  7. Derselbe ertheilt dem römischen Senate seine alte Freiheit.
  8. Er ertheilt dem Crispus den Befehl über die Flotte.
  9. Die Gründung von Constantinopel. Von Sir Philipp Ste- phens gekauft.
  10. Dessen Verehrung des Kreuzes.
  11. Dessen Taufe,
  12. Dessen Einzug in Rom. Diese Darstellungen aus dem Leben Constantins des Grossen sind N. Tardieu gestochen. Die Schlacht gegen Maxentius, im Charak- ter des Rafael'schen Bildes in Vatikan, ist auch von einem Unge-

Rubens, Peter Panul. ° 579

kannten gestochen, mit Drevet's Adresse. Ein zweites Blatt hat Moncornet's Adresse, so wie der Triumph Constantin's. Dann Ga- lerie du palais royal pl, 238 — 247. Ein grosses Schlachtbild in der Gallerie des Grossherzogs von Toskana, gest. von Lorenzini. Die Geschichte des P. Decius Mus, sieben großartige Bilder altrömischer Heldentugend, in der Gallerie des Fürsten von Lich- tenstein zu Wien, und schon S. 531 näher gewürdigt,

  1. Decius beredet die Centurionen zum Angriffe der Samniter. Gest. von A. und J. Schmutzer.

  2. Derselbe, wie er sich aus den Eingeweiden der Thiere wahr- sagen lässt. Gest. von denselben,

  3. Decius weihet sich den Göttern der Unterwelt, Gest. von den beiden Schmutzer.

  4. Decius besteigt nach ertheiltem Befehl das Pferd, um in die Schlacht zu eilen. Gest. von G. A. Müller,

  5. Decius in der Schlacht verwundet stürzt vom Pferde, Gest, von G. A. Müller,

  6. Decius auf dem Paradebette von Trauernden und Trophäen

— umgeben, das grösste Bild dieser Folge, 16 F. 5 Z, breit, Gest. von A. Bartsch.

  1. Die triumphirende Roma., Gest. von Bartsch,

Der Leichnam des mit Lorbeern gekrönten Feldherrn Decius Mus auf dem Paradebette. Die Skizze zu dem Bilde der Gallerie Lichtenstein, in der Pinakothek zu München;

Decius von den Priestern gesegnet, bevor er in die Schlacht geht, die Skizze zu dem Weihungsbilde der Gallerie Lichtenstein, in der Pinakothek zu München.

Olden Barnevelt bei seinem heranahenden Tode seinem Sohne Rathschläge ertheilend. Dieses Bild besass Prof. d'Alton in Bonn, der es 1841 an den Prinzen Albert in England verkaufte.

Ein anderes Bild des Professors d'Alton stellt Olden Barne- velt dar, wie ihm ein Freund meldet, dass seine Gefangennehmung beschlossen sei, lebensgrosse Figuren. Dieses Bild hat d'Alton selbst gestochen.

G. Reine Allegorie, und allegorische Darstellungen der alten und neueren Geschichte.

Die Caritas mit vier Kindern, ein in Composition und Cha- rakter ansprechendes Bild der Gallerie in Pommersfelden. Waagen (K. u. RK. in D: I. 132) möchte es aber nur ein gutes Schulbild nennen.

Ein geharnischter Ritter von dem Genius des Ruhmes gekrönt. Er umarmt den Genius, und setzt den Fuss auf eine allegorische Figur, welche die Trunkenheit bezeichnet. Ganze lebensgrosse Fi- guren, in der Pinakothek zu München.

Das friedliche und glückliche Menschenleben von den Folgen des Krieges bedroht, aber von Minerva gegen Mars in Schutz ge- nommen. Lebensgrosse Figuren, in der Pinakothek zu München.

Der triumphirende Sieger mit Schild und Dolch auf Leichen sitzend, neben ihm Bellona mit dem Blitze und Victoria, die ihm einen Lorberkranz auf das Haupt setzt. Kleines Bild in der Gals

*) Die allegorischen Darstellungen zur Verherrlichung Christi und seiner Kirche, sowie zur Verherrlichung der hl. Jung- frau und der Heiligen, s. die Abtheilungen ä und C.

Jerie zu Wien, Gestochen im Galleriewerke des S. von Perger, bei Haas.

Die Schrecken des Krieges, ein Gemälde in der Gallerie zu Florenz, haben wir oben in der Abtheilung mit den mytho- logischen Bildern erwähnt, weil es Mars vorstellt, der unaufhalt- sam in den Krieg fortstürzt.

Die Segnungen des Friedens, welchen Weisheit und Tapfer- keit schützen, ein berühmtes Bild, welches auf die Friedensver- mittlung des Künstlers am Hofe Carl I. von England 1650 anspielt. Rubens schenkte dieses Gemälde dem Monarchen, und jetzt sieht man es in der Nationalgallerie zu London. Die Segnungen des Friedens sind durch eine schöne Frau vorgestellt, wie sie aus ihrer Brust einem Kinde Milch in den Mund spritzt, und einen Satyr, der eine Fülle von Früchten aus dem Füllhorn schüttet. Diese Fi- guren, mit noch zwei Frauen und Kindern, gehören nach Wa- gen I. 288. in Schönheit der Köpfe, Naturgefühl in der fleissigen

Ausführung, Sättigung und Klarheit des hellgoldenen Fleischtons zu dem Schönsten, was Rubens je gemalt hat. Minerva, welche den Mars und Harpyen abwehrt, ist mehr untergeordnet.

Dieses Bild gelangte nach dem Tode des Königs nach Genua in die Sammlung Doria, aus welcher Hr. Irvin es 1802 für 1100 Pf. St. kaufte. Noch in demselben Jahre erwarb es der Marquis von Stafford für 3000 Pf. von Hrn. Buchanan und schenkte es 1827 der Nationalgallerie. H. 6 Z. 5 L., Br. 9 L. 8 L. Gestochen von W. Greatbach, in den Engrevings from the pictures of the N. G.

Der Ueberfluss, ein Weib mit dem Füllhorn und ein zweites mit einem Korb voll Früchte, welche es einem Affen vorhält. Ge- stochen von Th. van Kessel.

Das goldene und das eiserne Zeitalter, Krieg und Frieden, nach einem Bilde des englischen Generallieutenants Campbell von Bickham gestochen.

Der Ueberfluss, eine Gruppe von drei Genien mit einem Füll- horn, Von einem Anonymen gestochen, mit Rubens Namen.

Die vier Welttheile, durch die Flussgötter die vier Haupt- ströme mit Najaden dargestellt. Danubius, Maranon, Nil und Ganges, alle unter einem ausgespannten Segeltuche am Ufer des Meeres sitzend, starklebenskräftige Figuren. Gallerie zu Wien.

Die Allianz des Meeres und der Erde, s. Neptun und Cybele.

Kaiser Karl V., mit dem Rosenkranze in der Hand betend, im Profil nach dem Himmel blickend. Auf dem Kissen zu seinen Füssen liegt die Krone. Eine vollendete, effektvolle Skizze, b. 1840 in der Sammlung des Schamp van Aveschoot zu Gent.

Kaiser Carl V. wird von der Tugend gekrönt, letztere als nacktes geflügeltes Weib vorgestellt. Diese höchst geistreiche Al- legorie malte Rubens während seines Aufenthaltes am Hofe von Mantua, ein Meisterstück in Bestimmtheit der Zeichnung, voll- änzender Harmonie der Färbung. Jetzt sieht man es in der Gal- erie zu Dresden, wohin es aus der Mantuanischen Sammlung kam. Ganze Figuren. H. 7 Z. 2 L., Br. 7 Z. 10 L. Gestochen vor P. Tanjé.

Der Triumph Carl V., eine reiche prunkvolle Composition. Gest. von A. Lorenzini in 3 Blättern.

Kaiser Carl V., wie er in Gegenwart seines Hofes zu Grains seines Sohnes Philipp der Krone entsagt, eine reiche Composition.

Infant Ferdinand von Spanien und der Erzherzog Ferdinand von Oesterreich zu Pferde, wie sie die Schlacht von Nördlingen befehligen, ein grosses, aber keines der vorzüglichsten Bilder des Meisters. Im Schlosse zu Windsor.

Die Allianz des Königs Ferdinand von Ungarn, nachma- ligen Kaisers, mit Carl Ferdinand, Infanten von Spanien, bei Nördlingen 1634, mit den allegorischen Nebenfiguren des Nei- des und der Zwietracht, der Eintracht und des Friedens, wel- che das Gebälk tragen. Diese Darstellung malte Rubens beim Einzug des Erzherzogs Ferdinand in Antwerpen 1635 für einen Triumphbogen, ein 12 F, 4 Z. breites und 11 Sch. 5 Z. hohes Bild, welches jetzt in der Gallerie zu Wien aufbewahrt wird. Die österreichische Skizze zu diesem Allianzbilde ist in der Sammlung zu Buckinghamhouse.

Ein anderes grosses Bild, zu gleichem Zwecke gemalt, ist das »Quos Ego« in Dresden, Neptun auf dem von Seepferden gezoge- nen Muschelwagen, welches wir unter den mythologischen Dar- stellungen erwähnt haben.

Die Vermählung Philipps des Schönen mit der Prinzessin Jo- hanna von Aragonien,

Ferdinands Sieg bei Calloo, zwei andere Bilder, welche für die Triumphbogen gemalt wurden. Sie wurden in einem Saale des Rathhauses zu Antwerpen aufgestellt.

Ferdinand, Cardinal-Infant von Spanien, von Minerva geführt, welcher der Friede, der Ueberfluss etc. folgen. Ein Bischof über- reicht ihm eine Schrift. Die 17-Provinzen sind unter einer alle- gorischen Gestalt dargestellt, welche den Krieg und die Häresie zu- fuss treten lässt. Gest. von S. Bolswert, als Triumphbogen,

Ueber den Einzug des Erzherzogs Ferdinand in Antwerpen haben wir ein eigenes Werk mit Text von Gaspar Gevaerts auf 180 Seiten, und 43 Blättern, welche die Gemälde enthalten, die Ru- bens zu den elf grossen Triumphbogen fertigte, die Antwerpen damals errichten liess. Diese Blätter sind von Th. van Thulden, und der Titel von P. Neeffs: Pompa triumphalis introitus Ferdi- nandi Austriaci Hispaniarvm Infantıs etc. Antverpiae 1642, gr. fol.

Die Verherrlichung König Jakobs I., allegorische Darstellun- gen, im grossen Saale zu White-Hall, worunter die Apotheose des Königs den Mittelpunkt der neun Bilder des Plafonds bildet. Die beiden Bilder der mittlern Reihe stellen König Jakob als Be- schützer des Friedens dar und wie er thronend seinen Sohn Carl zum Nachfolger bestimmt. Die vier Bilder zu den Seiten enthalten al- legorische Vorstellungen von k. Macht und Tugend. Zu den bei- den langen Seiten sind grosse Friese mit Knabengenien, die auf von Löwen, Bären, Widern bespannte Wagen Getreidgarben und Früchte laden. Ueber den Zustand dieser Bilder s. oben S. 519.

Die Skizze zur Apotheose des Königs, ehedem in der Samm- lung Carl I. von England, kam später aus der Gallerie zu Hough- tonhall in die k. Eremitage zu St. Petersburg.

Diese Darstellung ist von S. Gribelin gestochen, dann der Prospekt und die Genien in ihren Beschäftigungen. L. Vorster- man stach den mittleren Theil mit der Gruppe des Königs, und die beiden Friese mit den spielenden Genien.

Der Grosssultan an der Spitze seines Heeres, eine reiche Com- position, gest. von P. Southern.

  1. Die Parzen spinnen unter den Auspizien von Jupiter und Juno den Lebensfaden der Königin.

  2. Lucina übergibt die den 26. April 1573 geborene Prinzessin der Stadt Florenz, einer Frau mit der Murkrone.

  3. Die Erziehung der Prinzessin. Minerva, Apollo, Merkur und die Grazien wetteifern, sie mit allen Gaben auszustatten.

  4. Heinrich IV. betrachtet mit Bewunderung das ihm von Hy- men vorgehaltene Bildnis der Maria von Medicis, eines der Bilder, welche Rubens sicher selbst gemalt hat.

  5. Die Vermählung mit Heinrich IV.

  6. Die Landung der Prinzessin zu Marseille im November 1600 Die Behörden und Gottheiten der Stadt empfangen sie auf dem Schiffe, welches Tritonen und Nereiden umspielen. An diesem Bilde hat Rubens ebenfalls Hand angelegt.

  7. Die Vermählung Heinrichs mit ihr. Sie erscheinen hier als Jupiter und Juno, welchen die Stadt Lyon, als eine Frau mit der Murkrone auf dem Löwengespann, huldigt. Die- ses Gemälde rührt sicher von Rubens selbst her.

  8. Die Geburt Ludwigs XIV. zu Fontainebleau den 27. Sept.

  1. Die Stärke unterstützt den Kopf der Königin wäh- rend der Geburt. Die Gerechtigkeit vertraut den neugebor- nen Prinzen dem Genius der Gesundheit an, und auf der anderen Seite erscheint die Fruchtbarkeit, welche im Füll- horn der Königin die fünf anderen Kinder zeigt.

Heinrich IV. übergibt vor seiner Abreise zum Kriege in Deutschland seiner Gemahlin den Reichsapfel, als Zeichen der Regentschaft. Zwischen beiden ist der Dauphin. Auch dieses Bild dürfte Rubens selbst gemalt haben. Vortrefflich sind einige Löwen mit zwei Kindern.

  1. Die Krönung der Königin in der Kirche von St. Denys den
  1. Mai 1610. Die Königin, begleitet von Margaretha von Valois, kniet im Königsmantel, und der Cardinal von Joyeuse krönt sie unter Assistenz der Cardinäle von Gondy und Sour- dis. Der Dauphin und seine Schwester sind zur Seite, der Herzog von Ventadour trägt das Scepter, der Ritter von Vendôme die Hand der Gerechtigkeit. Im Grunde sieht man den König auf der Tribune, und die fremden Gesandten. Wahrscheinlich erkennt auch in diesem Prunkbilde die sehr große Theilnahme des Meisters.
  1. Die Apotheose Heinrich IV., welcher, von der Zeit entführt, von Jupiter unter die Götter aufgenommen wird. Die Kö- nigin, von Minerva und der Klugheit umgeben, sitzt weinend auf dem Throne, und Frankreich überträgt ihr knieend die Regierung. Wenigstens sind die Hauptfiguren von Ru- bens selbst gemalt.

Die Regentschaft der Maria von Medici. Die Bewohner des Olymps haben sich versammelt, und Jupiter und Juno lassen die mit Tauben bespannte Erdkugel von Amor leiten, Apollo, (von Belvedere) und Minerva vertreiben die Zwietracht, den Hass und den Neid. Der größte Theil des Olympus verräth die Hand des Rubens.

  1. Die Königin, als Bellona auf einem Schimmel, eilt nach Pont- de-Cert, den Aufruhr zu unterdrücken. Der Sieg krönt sie.

wig XIII. und Philipp IV., gegenseitig empfangen. Das Glück und eine Menge von Amoretten schweben in der Luft. Die Porträts sind bei weitem das Anziehungsdste und gewiss von Rubens selbst.

  1. Die Glückseligkeit der Regentschaft der Königin. Sie thront mit Scepter und Waage, von Minerva und Amor umgeben. Die Genien der Wissenschaften und Künste, vier sehr schöne Kinder, erhalten von dem Ueberfluss und der Freigebigkeit Lorbeern und Medaillen. Hier hat Rubens alle wesentlichen Theile gemalt.

  2. Die Königin übergibt Ludwig XIII. die Regierung unter dem Symbol eines Schiffes, dessen Steuer er führt, welches von den allegorischen Figuren der Religion, des Glaubens, der Stärke und der Gerechtigkeit in Bewegung gesetzt wird. Im bewegten Meere sind Fische. Diese phantastische Composition ist anziehender als die meisten.

  3. Die Flucht der Königin vom Schlosse zu Blois, wohin sie Ludwig XIII. verwiesen hatte. Sie wird von Minerva dem Herzog von Epernon empfohlen, der sie mit einigen Offi- zieren erwartet. Grösstentheils von Rubens gemalt.

  4. Die Versöhnung. Sie empfängt in Angers, von den Cardi- nälen la Valette und la Rochefoucauld umgeben den Oel- zweig, welchen ihr Merkur überreicht.

  5. Der Friedenschluss. Die Königin wird von Merkur und der Unschuld in den Tempel des Friedens geführt, vor welchem der Friede einen Haufen Waffen verbrennt.

  6. Die Zusammenkunft der Mediceerin mit Ludwig XIII. Sie bestätigen den Frieden vor der Gottheit, während der Ge- nius von Frankreich den Drachen der Zwietracht mit dem Donnerkeil in den Abgrund schleudert. Die letztere Partie ist unzweifelhaft von Rubens selbst gemalt.

  7. Die Zeit trägt die enthüllte Wahrheit zum Himmel empor, worin die Königin und ihr Sohn sich versöhnen.

Zu dieser Folge gehören dann noch die grossen Bildnisse des Grossherzogs von Toskana und seiner Gemahlin, der Johanna von Oesterreich, in fürstlichem Schmucke, doch nicht nach dem Leben gemalt und von Rubens nur wenig berührt. Das dritte Bildniss ist jenes der Maria de Medici als Bellona. In Copenhagen sind eben- falls Bildnisse der beiden ersten Fürstenpersonen. Die Skizze zu dem letzteren Bilde war unter dem Nachlasse des Rubens, und bis 1840 in der Sammlung des Schamp van Aveschoot.

Die Geschichte Heinrich IV. und der Maria von Medici ist von Chatillon, Duchange, Loir, Troivin, J. Audran, B. Audran, Simmoneau, B. Picart u. a. gestochen. Hiervon sind 18 Blätter in gr. fol., die Krönung, Apotheose und Regierung in s. gr. imp. fol. Auch die drei Bildnisse sind gestochen, also im Ganzen 25 Blätter.

In der k. Pinakothek zu München sind die Skizzen zu diesen Gemälden, der sogenannten Gallerie Luxembourg. Zwei andere, Skiz- zen, die Vereinigung der Maria de Medici und die Geburt Lud- wig XIII. waren in der Sammlung des H. van Schorel in Antwer- pen. Diese hat Martenazie gestochen.

Der Liebesgarten, von den Holländern „Venus Lusthof" genannt, eine berühmte, sich öfter wiederholende Darstellung, wonach aber ohne Zweifel das Urbild in der k. Gallerie zu Dresden sich befindet. Vor einer mit einem Portal gezierten Grotte weilen im Garten mehrere liebende Paare in traulicher Geselligkeit, unter denen man Rubens und seine zweite Frau erkennt, dann van Dyck u. a. Rechts ist die Gestalt einer weiblichen Figur, die Wasservögel aus ihren Brüsten drückt. Mariette besass die Handzeichnungen zu diesem Bilde. Eine zweite Darstellung des Lusthofes ist im Palast des Herzogs von Infantado zu Madrid, welche 1768 in der Sammlung von de Piles zu Paris war. Ein drittes Bild ist in der Gallerie des Belvedere zu Wien, ein viertes schon über 100 Jahre in der Gallerie zu Gotha, und ein fünftes in der Gallerie zu Copenhagen. Die älteste Abbildung ist im grossen Holzschnitte von Ch. Jegher und im Stiche von P. Clouet (1665) zu suchen. Dieser gilt das Dresdner Bild. Letzteres hat mehr Figuren als der Hol- schnitt. Hanfstägel hat das Bild in Dresden lithographirt. Das Gemälde des Herzogs von Infantado, welches Smith in seinem Cat- alogue jenem in Dresden vorziehen will, hat 1768 L. Lemperest gestochen. Die Darstellung ist nicht ganz dieselbe, wie bei Jegher und Clouet. Eine frühere Copie hat Gallay's Adresse.

Rubens und seine erste Frau Elisabeth Brant in einer Laube, ersterer auf der Bank sitzend, wie er seine rechte Hand in die seine neben ihm auf dem Boden sitzende Gattin legt. Ganze lebendige Figuren, in der Pinakothek zu München. Gest. von Less für das Düsseldorfer Galleriewerk. Dieses treffliche Bild haben wir auch oben S. 517 erwähnt.

Rubens geht mit seiner Gemahlin und seinem Sohne in seinem Garten zu Antwerpen spazieren, während die Magd in einem prachtvollen Sommerhause den Pfau füttert. Ein 3 F. 6 Z. hohes, und 4 F. 0 Z. breites Bild der Pinakothek zu München.

Rubens sich mit seiner zweiten Frau Helena Forment in seinen zierlichen Blumengarten unterhaltend. Sie führt ein Kind am Gürtelbande. Dieses herrliche Gemälde, mit lebensgrossen Figuren, haben wir bereits S. 541 im Leben des Künstlers erwähnt haben. Dieses ist nach Waagen dasjenige Bild, welches allein genügen wird, den Rubens als einen der grössten Maler zu erklären. Die Sammlung in Brüssel schenkte es dem Herzog von Marlborough, und jetzt sieht man es in Blenheim. Gest. von M. Ardell.

Rubens auf einer Rasenbank sitzend, wie er mit der einen Hand die Tafel, und mit der andern seine neben ihm auf dem Boden zwischen Blumen sitzende erste Frau hält, wird von Passavant genannt S. 65 u. A. ein Bild der Grossherzogsgallerie, worin aber Waagen I. 116 den Maler Pausias und das schöne Blumenmädchen Glycere erkennt. Die angebliche Gattin des Rubens hält einen Blumenkranz.

Rubens Familie, wird ein Gemälde der k. Nationalgalerie in London genannt; allein es stellt die Familie des Malers und Schrif- stellers Gerbier vor, die Rubens für Karl I. gemalt haben soll, und nicht Waagen I. 173 eher die Hand des van Dyck erkennt. Der Mann steht hinter seiner sitzenden Frau, die ein Kind hält, in der

Rubens bei Tische, ein auch unter dem Namen des kleinen Kessels (le petit chaudron) bekanntes Bild, welches bis 1840 in der Sammlung des Schamp van Aveschoot zu sehen war. Im In- nern einer Meierei ist rechts ein Tisch mit Brod, Käse, Butter, und umher sitzen vier Personen, wovon einer die Pfeife anzündet, während die Frau singt, und ein Mann sie begleitet. Dieser reicht seinem Nachbar eine grosse Kanne, welcher ohnehin schon — einen Krug auf dem rechten Knie hält. Links ist der Kessel, eine kupferne Kanne und andere Utensilien. Am Camin im Grunde sieht man zwei Kinder. In den Hauptfiguren will man Rubens, Brou- wer, Graesbeck und seine Frau erkennen. Dieses Bild, von der glänzendsten Färbung und vollkommen erhalten, war über hundert Jahre in der Familie Schamp. H. 104 Z., Br. 31 Z. )

Ein Schäfer umarmt ein junges Weib, wie man glaubt, Rubens und seine zweite Frau. Ein fünf Schuh hohes Bild in der Gallerie zu München.

Ein Schäfer, angeblich Rubens, liebkoset in einer Landschaft seine Schäferin, ein grosses Bild der Gallerie zu Gotha, vielleicht von Jordaens gemalt. Rathgeber S. 51.

Zwei in einem mit Bildern geschmückten Zimmer befindliche Damen, die eine am Tische mit einem Kästchen, die andere mit Blumen sich schmückend, das S. 540 näher beschriebene schöne Bild im neuen Palaste zu Madrid.

Ein ähnlich geschmücktes Zimmer mit einer Dame am Tische, die Austern is, gegenüber eine andere Frau mit der Laute, und eine dritte die Katze haltend. Ebenfalls im neuen Palaste zu Ma- drid. Diese beiden Bilder gehören nach dem berühmten Lustgar- ten zu den ausgezeichnetsten ihrer Art,

Rudolph von Habsburg, der den Priester mit dem Heiligsten das Pferd besteigen lässt, das S. 553 oben erwähnte treffliche Bild im neuen Palaste zu Madrid.

Das Tournier vor dem Schlosse, sechs Ritter im heftigsten Kampfe. Die in Wolken untergehende Sonne, welche in tiefster Glut die hügelige Landschaft und die Kämpfer bescheint, macht einen schlagenden Gegensatz mit der sonst dunklen Haltung. Die geistreich skizzenartige Behandlung entspricht der poetischen und energischen Erfindung. In der Gallerie des Louvre. Waagen III, 565.

Eine ländliche Scene; im Vorgrunde Männer und Frauen im Gespräche, im Grunde Rubens Schloss. Gallerie zu Copenhagen.

Soldaten mit Frauen und Mädchen im Wirthshause, genannt die Liederlichen, ehedem im Cabinet Reynst,

Soldaten vor einer Schenke, welche Bauern misshandeln. Pina- kothek zu München, gest. von Fr. van Wyngaerde.

Ein alter Mann vor einem Soldaten auf den Knieen, hinter ihm Weiber und Kinder. Gallerie in Wien.

Die Kirmess, ein Bild der Gallerie des Louvre, welches neben dem Tourniere den Rubens von der günstigsten Seite als Genre- maler zeigt. Eine ausgelassene Gesellschaft von mindestens 70 Per- sonen, vor einer Schenke, tanzt, trinkt, jubelt und liebkoset. Vorn sind Mütter mit Säuglingen, und die Frau mit gekreuzten Hän- den ist das Bildniss der Catharina Forment. Waagen III. 505 sagt,

Bauern, welche essen, trinken und spielen. Ehedem in der Sammlung des Lucas de Schamp.

Eine Marktscene mit Tanz. Gallerie zu Copenhagen. Das Cr genstück zum Schlousse des Rubens.

Die Geflügelhändlerin, welche die Zärtlichkeiten eines Schäfers zurückweiset, lebensgroße Figuren, ehedem im Museum belge zu Gent, wo das Bild unter dem Namen Rubens und Snyders ein getragen war. Später kam es in die Sammlung des M. Schamp d'Aveschoot zu Gent, und im Auktionskataloge von dessen Samt- lung, von 18140 wird es als ein Werk aus Rubens Schule erklärt.

Eine Alte mit der Glutpfanne, dabei ein Knabe, der die Kol- ben anbläst, deren Flamme das Ganze beleuchtet. Hutin zeich- net ein solches Bild in der Dresdnergallerie, und C. F. Boece (Boetius) hat es für das Galleriewerk gestochen. -

Das unter dem Namen „la pelisse" bekannte Bild, ein nackte Weib mit einem Überwurf von Pelz, ist Rubens Frau, s. daber Rubens unter den Bildnissen.

Der Strohhut, s. unten unter den Bildnissen Rubens.

Eine Gruppe von sieben Kindern mit einem Blumenkranz, her- liches Bild in der k. Pinakothek zu München, lithographirt von Piloty.

Eine Gruppe von drei Kindern, die spielend auf der Erde sit- zen, und denen der Genius der Unschuld ein Lamm herbeibringt. Vorne steht ein Körbchen mit Früchten. Schönes Bild des Bel- vedere in Wien.

Ein kleines Mädchen von naivem Ausdruck, mit einer Rute unter dem Arme, im Grunde eine Säule und ein Stück Landschaft, von frischer Färbung und zart gemalt. Ein solches Bild sah man bis 1840 in der Sammlung des Schamp d'Aveschoot,

Ein nacktes Kind mit einem Ephenkranz auf dem Kopfe in einer Flöte in der Hand, vor ihm Spielzeug auf dem Tisch. Brust- bild. Gallerie zu Wien. n

Ein kleines Mädchen mit einem Korbe voll Kirschen, dabei zwei Knaben, wovon jeder eine Flinte hält. Nach dem Bilde von M. Yver in Antwerpen, von Eschau gestochen.

Eine Gruppe von tanzenden Kindern. In der Gallerie zu War- wick Castle. Passavant S. 210.

Ein kleines Mädchen, das mit einem Vogel spielt. Anschein- lich Portrait, in der Gallerie des Museums zu Berlin *).

| Jagden, lebende und todte Thiere **), Stillleben

Eine Löwenjagd; Löwe und Löwin gegen Jäger zu Pferd und zu Fuss ankämpfend, berühmtes Bild in der Pinakothek zu Mün-

*) An diese Kindergestalten könnten sich auch andere schließe, die wir aber als Rubens eigene Kinder am Schlusse der Bildnisse des Meisters und seiner beiden Frauen aufzählen.

**) Die Jagden aus dem Kreise der Mythe, dann die Thiere in Verbindung mit biblischen Figuren, als Daniels, Davids etc. s. in den einschlägigen Abtheilungen.

Die Löwenjagd, mit einem Jäger zu Pferd, den der Löwe an- fällt, berühmtes Bild mit lebensgrossen Figuren, in der Gallerie zu Dresden, schon S. 538 näher erwähnt. Gest. von Suyderhof, J. C. Staudinger, und lithographirt von Hanfstängl.

Die sehr flüchtige, aber geistreiche Skizze zu diesem Bilde ist im Besitze des Sir Robert Peel zu London.

Fast dieselbe Composition war einst im Cabinete Julienne zu Paris. Gest. von J. Moyreau.

Die grosse Jagd auf einen Löwen und eine Löwin; im Vor-

grunde ein Oriental mit dem Pferde umgeworfen, links ein ande- rer mit dem Speere nach der Löwin stossend. Gest. von P. Sout- mann, dann von W. Leeuw.

Die Löwen- und Tigerjagd. Gestochen von Suyderhof. In Denon's Sammlung war die Skizze eines solchen Bildes. Die Löwen- und Bärenjagd, Gemälde in Madrid. Gest. von Soutman. Drei Löwen, wovon zwei mit einander spielen. In der Eremit- age zu St. Petersburg, ehedem in Houghtonhall. Gest. von W. Walker.

Rubens zeichnete auch Löwen in verschiedenen Stellungen und Gruppen. A. Blooteling stach vier Blätter mit solchen: Variae leo- num icones etc. Die gegenseitigen Copien sind ohne Namen, und W. Hollar stach einzelne Löwen aus dieser Folge.

Löwen und Tiger in einer Wildniss, im Hintergrunde links wird ein Löwe verfolgt. Ein Gemälde in der Gallerie zu Dresden. Gest. von J. E. Riedinger. S. Gräunicher radirte die einzelne Thier- gruppe.

Ein Löwe in einer Landschaft, dabei eine Löwin mit den Jun- gen. Gallerie zu Dresden,

Zwei Löwen, Gemälde in Warwickcastle,

Die Wolfsjagd, mit Rubens, seiner Frau und seinem Sohne zu Pferde. Gest. von Soutmann, und von W. de Leeuw. J. Toyen hat diese Darstellung von der Gegenseite copirt.

Dieses berühmte und grosse Bild malte Rubens 1612 für den spanischen Gesandten Legranes, später kam es an den Grafen Al- tamira zu Madrid, 1824 kaufte J. Smith dieses Bild für 50,000 Fr. und jetzt ist es in der Sammlung zu Ashburton. Waagen II. 834.

Es gibt noch eine zweite etwas kleinere Darstellung dieser Wolfs- jagd, eben so meisterhaft und gediegen, von solcher Tiefe und Kraft der Färbung, dass ausser Rubens höchstens Snyders in den Thieren die Hand angelegt haben kann. In der Gallerie zu Cors- hamhouse. Waagen II. 312.

Die Eberjagd. In der Sammlung des Prinzen von Oranien zu Brüssel. Lithographirt von P. Lauters.

Die Eberjagd, rechts zwei Treiber mit grossen Spieen, links der Jäger und zwei Damen. Eine solche Darstellung ist in der Gallerie zu Dresden. Gestochen ist sie von Soutman, dann von W. de Leeuw. Nur die Landschaften weichen etwas ab.

Die Eberjagd, aus der Düsseldorfer Gallerie, jetzt in der Pi- nakothek zu München, ein meisterhaftes und grosses Bild, die Thiere von Snyders gewalt.

Die Eberjagd, in der Gallerie zu Turin. Gestochen von La- cino jun. Die Jagd an Wildschweine, nach dem Bilde des Grafen Darti von Winstanley gestochen. Die Jagd auf Crocodil und Nilpferd, merkwürdige und reiche Composition. Gestochen von Soutman, dann von fieuu.

Die Tigerin mit ihren Jungen in der Höhle. Ehem in der Gräfl. Lamberg'schen Sammlung, jetzt in der Gallerie zu Wien Geschabt von N. Rhein.

Zwei junge Faunen mit Panthers und Tigern bei Weinreben scherzend. Gestochen von W. Houllar, copirt von einem An nymen.

Das Affengericht bei einem Kaminfeuer, gefangene Katzen wer den vorgeführt. Kleines Bild in der herzogl. Leuchtenberg'schen Gallerie zu München.

Studium eines Pferdes von vorne gesehen, in der Ferne Äg ypten. Im Städelschen Institute zu Frankfurt.

Drei Herren zu Pferde, anscheinend eine Reitschule. Gallerie des Museums zu Berlin.

Der Papagei des Rubens. Diesen Vogel malte Rubens öfter mit einiger Beiwerke. Ein sehr vollendetes, in der Färbung gli- lendes Bild war bis 1840 in der Sammlung des M. Schamp d'Ar- schoot zu Gent.

Die Vorrathskammer mit Wildpret, Geflügel, Früchten etc., dieses öfter von Snyders gemalt. Dabei erscheinen ein Mann und eine Frau in gewöhnlicher holländischer Tracht. Solche Bilder sind in den Gallerien zu Dresden, München, Cassel.

Ein sehr schönes grosses Gemälde, wo man in den beiden Fí- guren Rubens und seine Frau erkennt, besitzt Hr. Trautmann in München. Rubens scheint da auch die Vorräthe selbst gemalt zu haben.

Die sogenannten Märkte, auch unter dem Namen der vier Elemente bekannt, berühmte Bilder, von Rubens, F. Snyders und Jan van Lang für den Bischof von Brügge gemalt, dann in der Gol- dschmidtschule zu Brüssel, später in Houghtonhall und jetzt in der k. Eremitage zu St. Petersburg. R. Earlom hat diese Bilder schwarzer Manier gestochen, und dadurch den Ruf eines der grös- sten Schabkünstlers sich erworben. Die Blätter haben die Auf- schriften: A fruit market (Fruchtemarkt); a game market (das Wild- pret, das seltenste von allen); a fish market (der Fischmarkt); a green market (der Gemüsemarkt).

Landschaft mit der Flucht der heil. Familie in Aegypten und mit der Ruhe derselben, berühmte Bilder, deren wir schon oben S. 529 in der Abtheilung aus dem Leben der Maria und der Kind- heit Christi erwähnt.

*) Mit Landschaft geziert sind auch einige der in den vorher- gehenden Abtheilungen erwähnten Bilder, wie mehrere Gemälde mit Maria und dem Jesuskinde, die mythologische Jagdbilder, und andere mythologische und allegorische Dar- stellungen.

Landschaft mit St. Eustach, von Rubens und J. Breughel ge- malt. In der Gallerie zu Madrid, abgebildet in Maudratzo's Col- leccion litografica,

Aeneas im Schiffbruche an den Strophaden, nach dem dritten Buche der Aeneide. Das Schiff ist von den Wellen gegen einen Felsen geworfen, auf dessen Gipfel der Leuchthurm (bei Cadiz) brennt. Einige Seeleute klettern das Ufer hinan, andere machen Feuer an. Ein glühendes Morgenroth erhellt die dunklen Stur- meswolken und das empörte Element. In der Erfindung höchst etisch und meisterlich in einem tiefen, satten Ton ausgeführt. Besitz des Hrn. T. Hope in London. Waagen 1l 137. Gestoch- sen von S. a Bolswert, auch unter dem Namen der Ansicht von Cadiz, und des Sturmes des Aeneas bekannt. Das Gegenstück zum folgenden Bilde.

Landschaft mit Odysseus, wie er in hochbergiger Gegend, bei noch sturmbewegtem Meere die Hilfe der Nausikaa aufleitet, eines der vorzüglichsten Bilder dieser Art. In der Gallerie des Palastes Pitti zu Florenz.

Landschaft mit Odysseus an der Küste der Insel der Phäaken, In der Gallerie Aguado zu Paris, gest. von Aubert sen.

Landschaft mit Jason, wie er den Drachen betäubt, der das am Aste eines Baumes hängende goldene Vlies hewacht. Weiter zurück sieht man Medea mit ihrem Gefolge aus dem Palaste kom- men. Diese Handlung geht in einer brillanten Landschaft vor, welche von Wildens gemalt ist. Dieses prächtige und große Bild der König von Thessalien ist in Lebensgrösse — war bis 1840 in der Sammlung des M. Schamp d'Aveschoot in Gent.

Grosse Landschaft bei Sturm und Ungewitter, auf der Höhe Jupiter und Merkur in der Herberge des Philemon und Baucis, wie sie das Verderben schauen, welches durch diese phrygische Fluth hereinbricht. Berühmtes und grosses Bild in der Gallerie zu Wien. Gest. von S. a Bolswert.

Reiche Landschaft mit weiter Ferne, im Vorgrunde heimkehrende Landleute und eine Heerde Schafe, die Prairie de Laeken genannt, ein berühmtes Bild in der Gallerie zu Windsor. Dieses Gemälde (2 F. 10 Z. hoch und 4 F. 1 Z. breit) war, als es der Kunsthänd- ler Nieuwenhuys sen. 1817 für 30,000 Fl. von Hrn. van Havre in Antwerpen kaufte, noch nie gefirnisst worden, und daher ist es von der seltensten Erhaltung. Um 1821 ging es aus der Sammlung Aynard's in Paris in jene des Königs von England über. Dieses herrliche Bild hat S. a Bolswert gestochen, Th. van Kessel hat das Blatt des letzteren copirt.

Die Landschaft mit den zu Markte ziehenden Landleuten, ein berühmtes 5 F. hohes und 7 F. 7 Z. breites Bild im Schlosse zu Windsor, von J. Browne unter dem Namen »Going to Market« gestochen. Im Vorgrunde ziehen Landleute zu Markte, und dar- unter ein Mann auf einem Karren mit Gemüse. Man überschaut eine weite Ferne mit Dörfern, Wasser, Wiesen, Landhäusern mit einfallenden Sonnenlichtern, ein Bild des fruchtbaren und volk- reichen Brabant. Dieses Gemälde ist noch grossartiger in der Auf- fassung, als das obige, die Ausführung durchgängig sehr fleissig. Waagen 1, 174.

Diese Landschaft hat früher Th. van Kessel gestochen.

Eine reizende Gegend von Brabant, von Passavant, 48. als im Pallaste zu Kensington befindlich, erwähnt.

Eine Landschaft mit einem Canal, links im Vor Soldaten an einer Baumgruppe. Ein meisterhaft hingemalt tisches Bild. War bis 1841 in der Sammlung von Schamp schuot.

Grosse Landschaft der golden Gegend, worin das Escorial ein öfter vorkommendes Bild, wovon das Original im Besi Grafen von Egremont zu Pethwort seyn soll. Ein zweites stärker, feiniglich und meisterlich gemalt, besitzt Graf Radnor in Worthcastle, ein drittes ist in der Gallerie zu Dresden. Gest. von Bolswert, |

Eine Winterlandschaft mit einem offenen Schuppen, Kuhstall dient. Drei Männer, eine Frau und zwei wärmen sich am Feuer, während draussen ein starkes Schnee über die Luft erfüllt. Das Unbehagliche des Wintergefühls sich darin vortreflich aus. Rubens gab hier selbst die ein Schneeflocken an. In der Gallerie zu Windsor, gest. von P. Ein anderes Blatt hat nur die Adresse von G. Hendrix.

Passavant S. 48 erwähnt eines solchen Bildes als in Kent ton befindlich, wahrscheinlich das obige Bild.

Landschaft mit einer Stadt, worüber sich eine Gewitterwolke entladet, Gallerie des Pallastes Pitti, gestochen von S. Bolswert.

Landschaft mit Abendröthe und aufgehendem Mond. Es ist in Houghtonhall, jetzt in der Eremitage zu St. Petersburg. & von J. Browne.

Landschaft mit einer Erndte und einem Regenboge. F kothek zu München.

Das Innere eines von Sonnenstrahlen durchdrungenen dämmernden Waldes, Pinakothek zu München.

Landschaft mit 14 Kühen. Eine derselben wird von der Kuh gemolken, während ein Mann und ein Weib die Gefässe bedien n. Durch den Wald fliesst Quellwasser. Ausgezeichnetes Bild in der Pinakothek zu München,

Eine schöne Landschaft mit Sonnenuntergang. Im Besitze von Grafen von Pembroke. |

Ein Nachtstück, wie sich der Mond im Wasser spiegelt, seine Wirkung in der flachen Ferne, im Gegensatz die dunklen Baum massen. Dieses Bild zeugt für Rubens tiefes Gefühl für die aben fenden Wirkungen in der Natur. Wie auf dem obigen Blatt Schneeflocken so hat hier der Künstler die Sterne angegeben. der Sammlung des Poeten Rogers zu London, Waagen I. 412

Landschaft mit einem Bauerntanz. In der Gallerie zu Madrid. Lithographirt von F. de Craene, Collection lithogr. von Maurer. Dieses könnte das von S. a Bolswert gestochene Bild seyn.

Eine schöne Landschaft von ziemlicher Größe, im Besitze von Hrn. M. A. Whyte zu Barronhill in England.

Landschaft mit einem Hirten, der in dem mit Bäumen bewachten nen Vorgrunde die Flöte bläst, umgeben von seiner Heerde. Ein durch das Gewölk brechender Sonnenstrahl bildet einen doppelten Regenbogen. Dieses poetische und fleissige Bild befindet sich in der Sammlung in Dulwich - College. Waagen II. 188.

Eine Landschaft mit Hirten. Gallerie Aguado. Gestochen von H. Dupont. /

Eine hügelige Landschaft mit weiter Ferne, von erndtenten Landleuten und einem Karren mit zwei Pferden belebt, nach Waagen II. 117. ein wahres Kleinod, in welchem das poetische Natuurgefühl von Rubens mit einer erstaunlichen Kraft der Färbung und dem seltensten Fleiss gepaart ist. In der Grosvenorgallerie. H. 1 F. 6 Z., Br. 1 F. 8 L.

Landschaft mit Figuren, ..n Hamptoncourt, von Passavant er- wähnt. S. 41.

Eine grosse Landschaft, noch reicher als der Going to Mar- ket in Windsor, und im Charakter desselben. "Dieses Bild zeigt wie in einem Zauberspiegel das gesegnete Brabant in seiner grü- nen Frische von der Morgensonne beschienen. Was die Kunst vermag, um durch einzelne Bäume, durch Wolkenschatten Man- nigfaltigkeit in einer grossen Plane hervorzubringen, ist hier ge- schehen, und die Ausführung so gross, dass die Bäume sogar mit Singvögeln bevölkert sind; aber auch sonst ist die Landschaft durch Menschen und Thiere belebt. Früher im Pallaste Balbi zu Ge- nua, jetzt in der englischen Nationalgallerie. Waagen II. 210,

Eine grosse und reiche Landschaft, im Besitze der Mme. Sy- kes zu London, durch den Stich bekannt, welche Boydell, heraus- gegeben hat.

Schäfer mit ihrer Heerde in einer hügeligen Gegend, durch welche sich ein Fluss windet. Die durch den dunklen Regenhimmel einfallenden Sonnenstrahlen tauchen alles in tiefe Gluth und bilden einen Regenbogen. Gallerie des Louvre.

Landschaft mit einer Windmühle und einem Vogelsteller, die Nebel von der Sonne warm beschienen. Skizzenhaft behandelt und von grosser Wirkung. Gallerie des Louvre. Diese beiden Bilder sind durch S. A. Bolswert's Stiche bekannt. 3

Ein Fels im sturm bewegten Meere, im Besitze des Th. Hope zu London.

Landschaft mit einer ruhenden Hirtin. Nach dem Bilde im Cabinette Boyer d'Aiguilles von Coelemans gestochen.

Schöne felsige Landschaft am Wasser, mit Kühen und Pfer- den, nach dem Gemälde des Cabinettes Montagu zu London 1770 von J. Browne gestochen, unter dem Titel: The watering place.

Prächtige Landschaft mit lieblichen Baumgruppen rechts und einer Schaafheerde, links weite Ferne, nach einem der in Eng- land befindlichen Bilder von Th. Major gestochen, unter dem Titel: Vue de Flandre.

Die von S. A. Bolswert gestochenen Landschaften bilden eine grössere und eine kleinere Folge. Die Folge der grossen Landschaften enthält 6 Blätter, wovon aber das sechste von Clouet ist. Die Folge der kleinen Landschaften von Bolswert besteht aus 24 Blät- tern in gr. qu. fol. Dabei ist aber zu bemerken, dass das letzte Blatt, eine Marine mit Sturm, nach Artvelt gestochen ist. Die ver- schiedenen gleichzeitigen Copien und Wiederholungen von Bolswert's Stichen sind von der Gegenseite und nur mit den Adressen von Gilles Hendrix und Galle. L. van Uden hat eine Folge von vier Blättern radirt, das Schönste, was in dieser Art nach Rubens vorhanden ist.

Albert, Erzherzog von Oesterreich, von Rubens 1610 gemalt. : Ein Bildniss dieses Fürsten und seiner Gemahlin Isabella ist auf dem Rathhause zu Antwerpen. Auch Lord Spencer, und der be rühmte Denon besassen Bildnisse des Erzherzogs. J. Müller stach den Fürsten 1615 sitzend, als Gegenstück zu seinem Bildnisse der Infantin Isabella. J. Suyderhoef stach dessen Bildniss in ovaler Ei- tassung, und P. de Jode hat dieses Blatt 1621 copirt. Diese Copie, und eine etwas kleinere ohne Namen, erschien nach dem dama- lerfolgten Tod des Erzherzogs. Das Flügelbild des Altares mit St. Ildefons in der Gallerie zu Wien hat Herrewyn gestochen.

Albert von Savoyen zu Pferde. Im Schlosse zu Windsor, Passs- vant etc. S. 44.

Anna Maria von Oesterreich, Gemahlin Ludwig XII, in einem mit Perlen besetzten Kleide. Lebensgrosses Brustbild. Gallerie zu Wien. Gest. von J. Louys.

Mutter Anna von Jesus, Carmeliterin, Gest. 1641 von C. Galle und copirt mit Galle's Adresse.

Arundel, (Thomas Howard) Mylord, und seine Gattin, letztere im Lehnstuhle, die Rechte auf den Kopf eines weissen Hundes legte, der Hund hinter ihr stehend, lebensgrosse Figuren, in einem herrlich gewebten Vorhange. Pinakothek zu München.

Derselbe im Harnisch mit dem Commandostabe, der Helm auf dem Tische. Kniestück, meisterhaftes Bild in der Sammlung Warwickcastle.

Derselbe, Graf, Brustbild zwischen 3 Face und Profil mit glat- tem, herabfallendem Halskragen, nach Waagen III 415 eines der schönsten Bildnisse, die Rubens je gemalt hat. In Castle Howard, gest. von Houbracken. Auch Knapton stach Arundel's Brustbild.

Barca, Marcellianus de, ein Capuziner, und Heliodorus. Barca, ebenfalls Capuziner, letzterer Prediger Philipps IV. in Spanien. Diese beiden Bildnisse sind im Kleinen gestochen, ohne Angabe des Stechers. Die Blätter mit v. Wyngaerde's Adresse Copien. Das Bildniss Heliodor's hat auch Lauwers copirt.

Backx, Cornelis, Gründer des Collegiums in Löwen, als Magi- stratus magnificus, eine Hand auf den Stuhl gestützt, angeblich von Rubens früher Zeit entstanden, 43 Z. hoch. Dieses Bildniss bis 1840 in der Sammlung des Champ d'Aveschoot zu Gent. Gest. von Voet.

Bellarmin, Robert, Cardinal. Gest. von S. a Bolswert.

Boonen, eine Frau aus dieser Familie, in schwarzem Kleide und reichem Schmuck. Im Jahre 1793 aus der Sammlung des L. F. F. Präl. für das Museum des Louvre erworben. Gest. von Beauvarot.

Breughel, Jan (Velours), für dessen Epitaph in der St. Ge- gen Kirche zu Antwerpen gemalt. Dieses Bildniss erwarb im 17. Jahrhundert der Maler Ommegang, und nach dessen Tod erhielt es Schamp d'Aveschoot zu Gent, dessen Sammlung 1840 ver- streut wurde.

Buckingham, Herzog von, 1625 in Paris gemalt, wie in der Biographie bemerkt. Der Besitzer des Bildes scheint unbekannt zu seyn.

Catharina de Medici, s. Medici.

Constantia, Gemahlin des Königs Sigmund von Polen, mit der Krone auf dem Haupte, ganze lebensgrosse Figur. Pinakothek zu München.

Castel Rodrigo, Marquis de, gestochen von P. Pontius.

Auch die Mutter des Marquis soll Rubens gemalt haben. Pon- tius hat eine spanische Dame mit einem reichen Collier gestochen.

Pater Dominicus a Jesu Maria, General des Barfüsser Carmeliter- Ordens, aus Calatayud in Aragonien, mit seinem Familiennamen Ruzzola, der Beichtvater der Erzherzoge Albert und Isabella, und später ein Mann selbst von hoher politischer Wichtigkeit, dem man den Sieg der katholischen Partei in der Schlacht am Weissenberge bei Prag zuschrieb. Er war nämlich in dieser Schlacht an der Seite des Herzogs Maximilian von Bayern, mit dem Crucifixe in der Hand die Kämpfenden anfeuernd. Maximilian verehrte ihn da- her fast wie ein höheres Wesen, und auch am Hofe in Wien stand er in hoher Verehrung. .

Diesen berühmten und energischen Mann hatte Rubens in Brüssel gemalt; sein Bildniß wurde aber bisher vielleicht in kei- nem Verzeichnisse der Werke des Rubens genannt. Eines dieser Bildnisse, 4 F. 5 Z. hohes Kniestück, wie er im blossen Kopfe am Felsen sitzt mit dem Crucifixe in den Händen und einen Stock hal- tend, besitzt ein Kunstfreund in München. Dieses Portrait erkannten schon früher die erfahrensten Kunstfreunde als eines der besten Werke des Rubens, und auch der grosse Kenner G. von Dillis in München sprach sich im Angesichte von mehr als 30 Meister- werken unzweifelhaft für Rubens aus. Dieses Bildniß ist auch mehrmalen gestochen, doch nie genügend. Seiner Lebensbeschrei- bung, die in einer deutschen Uebersetzung 1685 zu München er- schien, ist es als Titelkupfer beigegeben, aber da, wo man im Originale links eine unbestimmte Fernsicht hat, erscheint hier die Schlacht am weissen Berge.

Ein zweites, nur 36 Zoll hohes Bild des Paters Ruzzola, des Beichtvaters von Albert und Isabella, war ehedem im Hause La- tour-Taxis, und kam dann in die Sammlung des M. Schamp d'Ave- schoot, mit welcher es 1840 in andere Hände gelangte. Der Pa- ter trägt einen Mantel und eine weisse Caputze, welche die stren- gen Züge dieses Mannes noch mehr hervortreten lässt. Er hält ebenfalls ein Crucifix in den Händen. Dieses Bildniß soll Rubens nach seiner Rückkehr aus Italien, also früher als das obige ge- malt haben, nicht ohne Erinnerung an die kühne und breite Ma- nier des Annib. Caracci. Abgebildet ist es in dem Werke: De straelen van den heyligen vader Elias.

Dyck, Anton van, in jungen Jahren gemalt. Gallerie Lich- tenstein.

Elisabeth von Bourbon, Tochter Heinrich's IV., Gemahlin Phi- lipp's IV. von Spanien, im blauseidenen Gewande mit reichem Schmuck, im Armstuhl, lebensgross. Ein ausgezeichnetes Bild in der Gallerie des Louvre. Waagen III. 564.

Elisabeth von Bourbon, Gemahlin Philipp's IV. von Spanien,

in schwarzer Kleidung mit dem Fächer. Pinakothek zu München,

Dieselbe Königin, in schwarzer Kleidung mit einer Krause

und Perlen um den Hals, Lebensgrosses Brustbild. Gallerie zu

Wien. .

Dieselbe als königl. Prinzessin von Frankreich, In der kgl. Gallerie zu Madrid, lithographirt in Madrazzo's Galleriewerk.

Nagler's Künstler - Lex. Bd. XIII., 38

A. Viennot genau copirt. J. Louys stach ebenfalls ein Bildniss die- ser Konigin.

Ferdinand, Cardinal-Infant von Spanien zu Pferde, eine Shıll, welche bis 1840 in Schamp's J'Aveschonot Sammlung zu Gent war.

Diese Reiterstatue, mit allegorischem Beiwerke, wurde als Tit- blatt des oben erwähnten Werkes über den Einzug des Erzher-

zogs in Antwerpen gestochen. Die Skizze, wo der Gefeierte einen prachtizen Braunen reitet, ist 10 Z. hoch.

Ferdinand Cardinal-Infant von Spanien, im geistlichen Ornat, Brus'bild unter Lebensgrösse, in einem Ovale. Gallerie zu Wie.

Ferdinand, Infant von Spanien und Generalstatthalter der spa nischen Niederlande, stehend in der Rüstung mit dem Commande- stabe, im Grunde Architektur. Ueberlebensgross. Gallerie zu Wien Ferdinand , Infant von Spanien, ganze lebensgrosse Figur. Fi- nakothek zu München. " Ferdinand von Spanien in Cardinals Kleidung, mit einem Bi- che in der Linken. Lebensgrosses liniestück. Gallerie zu München

  • Ferdinand, Erzherzog und Statthalter der Niederlande. Galle- rie Esterhazy.

Ferdinand, Gardinal und Statthalter der Niederlande, in Cx- dinalstracht miıt dem Buche in der Rechten, ein Bild in der G:- mäldesammılung zu Althorp, im Ganzen geringer als das Bild in München °*).

Ferdinand, Erzherzog und König von Ungarn , nachheriger Kaiser Ferdinand III., in ungarischer Tracht mit dem Scepter. Ueberlebensgrusse Figur im Grunde, Architektur. Gallerie zu Wies.

Ferdinand II. römischer Kaiser, mit allegorischen Figuren. Gest. von L. Vorsterman.

Franck, Franz, Maler. Im Museum zu Montpellier, von dem Maler Fabre dahin geschenkt.

Franz de Medici, s. Medici.

Gerbiers Familienbild in der Gallerie zu Windsor, angeblich

„von Rubens gemalt. S. oben unter den Genre- und Conversations:

bildern. Gevaerts, Caspar, Rath Kaiser Ferdinands III., am Schreibt- sche sitzend Gest. von P. Pontius. Sein Epitaph stach Lommelr

Gonzaga, Vincenzo, Herzog von Mantua, wie er die hl. Dreie nigkeit anfleht, 1611 für die Jesuitenkirche in Antwerpen gemal, Dann malte er auch den jüngeren Bruder des Herzogs, Brustbilı in der Rüstung. Dieses Bild kaufte König Carl I. von England Es ist nur 2 F. 1 Z. hoch.

Grotius, Hugo, in Wardourcastle. Passavant S. 220. S. auch Jv stus Lipsius.

Granvella, Cardinal, wird ein Bildniss getauft, welches bis 180 in der Sammlung des Schamp d'Aveschoot zu Gent war. Der Kopf in 4 Ansicht, ist von frappantem Ausdrucke, glänzend und meister- haft gemalt. H. 144 Z. Br. ı12 Z.

Johanna von Oesterreich , s. Joh. de Medici.

Isabella Clara Eugénia, Infantin von Spanien und Statthalteria

der Niederlande, halbe Figur in Lebensgrösse, von vorn gesehen,

*) Auch in der Abtheiltfng mit Darstellungen aus der Geschichte kommen Bilder vor mıt Bildnissen des Infanten. Jenes, wo

er zu Pferde erscheint, mit allegorischer Hindeutung auf -

die Schlacht bei Nördlingen, hat P. Pontius gestochen.

Verschieden davon ist das Bildniss dieser Fürstin auf einem der Flügel des grossen Altarbildes mit der heil. Jungfrau und St. Ildefons, wo sie mit der hl. Elisabeth erscheint. Dieses Flügelbild hat Harrewyn gestochen.

Isabella Clara Eugenia, Gemahlin des Erzherzogs Albert, ge- stochen von J. Suyderhoef, als Gegenstück zum Bildniss des Erz- herzogs von demselben.

Isabella Clara Eugenia, sitzend, 1615 von Rubens gemalt, ge- stochen von J. Müller, als Gegenstück zu seinem Bildniss des Erzherzogs Albert,

Kessel, van, Bürgermeister von Antwerpen, im schwarzen Kleide, einen Handschuh haltend, eine würdevolle Gestalt. Dieses Bild- niss, welches bis 1840 in der Sammlung des Champ d'Aveschoot zu Gent war, stammt aus Rubens bester Zeit. Im Cataloge der Sammlung, Gand, 1840, p. 99 wird dieses 3 Z. hohe Gemälde ausserordentlich gerühmt.

Lipsius, Justus, aetat. 36, Gest. von L. Vorsterman. Auch C. Galle hat das Bildniss dieses Gelehrten gestochen, und zum drittenmal kommt es in folgendem Bilde vor.

Lipsius (Justus), Hugo Grotius, Philipp und Pet. Paul Rubens, ein unter dem Namen der vier Philosophen berühmtes Bild im Pa- Jazzo Pitti zu Florenz, lauter höchst geistreiche Köpfe, in leuch- tender Färbung. Gest. von Morel für Wicar's Tableaux etc. de la gal. de Florence, und auch von Gregory.

Ludwig XIII., König von Frankreich. Gest. von J. Louys, als Gegenstück zum Bildniss der Anna von Oesterreich.

Lundens, Dile., das Bildniss eines Mädchens aus der Antwerp- ner Familie dieses Namens, oder wie einige wollen, jenes der He- lena Forman., Dieses unter dem Namen des Strohhutes (Het spaansch Hoedje; Chapeau de paille) weltberühmte Bild, haben wir oben S. 541 näher beschrieben. Es stellt ein reizendes Mädchen in hal- ber Figur dar, in schwarzsamtenem Mieder mit scharlachnen Ärm- eln und einem schwarzen spanischen Castorhut auf dem Kopfe. Die Hände sind bequem übereinander gelegt. Der gegenwärtige Besitzer ist Robert Peel in London. Gest. von R. Coouper.

Maria van Utrecht, Gattin des Jan van Olden-Barneveld, ein Bild von frappanter Wahrheit, bis 1840 in der Gallerie des M. Champ d'Aveschoot.

Marselaer, Frederik de, Toparcha de Parck etc. 1777 in der Samm- lung von P. F. van Vergele, und von B. de Quatremont radirt.

Medici, Maria de, Königin von Frankreich, als Bellona, in der Gallerie des Louvre, als Anhang zu den historisch allegorischen Darstellungen aus dem Leben dieser Königin, in welchen ihr Bild- niss häufig vorkommt.

Medici, Catharina de, im schwarzseidnen Kleide im Lehn- stuhl, ein Bild in der Gallerie zu Blenheim, dem Rubens beige- legt, welches aber nach einem andern Gemälde gefertigt seyn müsste, da Rubens beim Tode der Königin erst 12 Jahre alt war,

Cosmo und Lorenzo de, beide von L. Vorsterman gestochen, rund in 4.

Maximilian I., Kaiser, in prächtiger silberner mit Gold ver- zierter Rüstung und dem österreichischen Wappenrocke, einen mit der Krone gezierten Helm auf dem Haupte, und das goldene Vliese um den Hals. Stark lebensgroßes Kniestück, Gallerie zu Wien.

Muretus, Johann, im Giebel seines Monumentes in der Cathe- drale zu Antwerpen, wo ehedem auch die Auferstehung Christi war, die jetzt im Museum zu Antwerpen sich befindet.

Nuyts, Johann, Prior, auf dessen Epitaph in der Abtei St. Michael zu Antwerpen. Da sah man auch das Bildniss des Priors von Minderhout, des Sohnes von Nuyts, nach Descamps, S. 181 ein schönes Bild von Rubens.

Olivarez, Don Gusman, Herzog von, in Spanien gemalt. Gest. von P. Pontius mit reicher allegorischer Umgebung; dann von Galle jun.

Ophovius, Michael, Ord. Praed. Episc. Sylvae- Ducensis, P. ?. Rubenii Confessarius. Das Bild war in der Abtei St. Michael zu Antwerpen. Radirt von N. v. d. Berg.

— Paracelsus, Theophrastus, der berühmte Arzt, wird in der Gal- lerie zu Blenheim ein Bild beigelegt. Es ist besonders bestimmt, in den Formen sehr fleißig; wenn es aber Rubens gemalt hat, so ist es Copie eines ältern Bildes, da Theophrastus früher als Rubens geboren wurde. Waagen II.

P. van Sompeler, Gest. von Peiresk, Parlamentsrath und Alter- thumsforscher, Rubens Freund, 1630 gemalt, und diesem geschenkt. Unbekannt, wo.

Philipp II. von Spanien, die Victoria über ihm, nach Titian.

Philipp III. von Spanien, am Hofe in Spanien gemalt, und wahrscheinlich noch dort vorhanden. Gest. von P. de Jode, Oval, auch von Suyderhoef.

Philipp IV. zu Pferde, 1626 in Madrid gemalt, ein von Lope de Vega bezeichnetes Bild, in dem Gedichte: Dormiendo estaba, dormir podia etc. Lithographirt im Madrazzo's Werk der Madrider Gallerie.

Philipp IV. in seiner Jugend, mit einem kleinen Hute, unter welchem die blonden Haare herabwallen. Er trägt einen umge- schlagenen Mantel, unter welchem eine mit Steinen gezierte Rüstung sichtbar wird. Dieses Bildniss ist mit grösster Feinheit vollendet, und leuchtend in der Färbung. Es kam 1840 aus der Sammlung des Schamp van Aveschoot in andere Hände. H. 20¼ Z. Das Bild- niss Philipp IV. ist in mehreren Stichen vorhanden. J. Louys stach

Philipp IV. von Spanien, in einem schwarzen Mantel, mit dem goldenen Vliese, die Linke auf dem Degengriffe. In der Pinako- thek zu München, wo auch das Bildniss seiner Gemahlin Elisabeth von Bourbon sich befindet. 3 F. 7 Z. hoch. Diese Bildnisse ka- men aus Düsseldorf, | ;

In der Sammlung zu Althorp in England sah Passavant (Reise etc. S. 102) Kniestücke dieser beiden Fürstenspersonen: |

Philipp IV. von Spanien. In der Gallerie des Kaisers von Russland.

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