Rubens erste Frau, die Isabella Brant

Rubens erste Frau, die Isabella Brant, lebensgrosse Büste, en face, in schwarzer Kleidung, die schönen blonden Haare leicht gelockt, durch eine Tresse zurückgehalten. Dieses Bildniss wurde 1840 bei der Versteigerung der Gemälde der Sammlung des Champ d'Aveschoot an den Herzog von Ahrenberg über. Im Cata- logue (Gand ) heisst es, dieses Bildniss sei vielleicht das Haupt werk unter Ruben's Portraiten, von täuschender Wahrheit; nur dürfe eine flamändische Schöne so vollkommen dargestellt worden seyn. Die Frische des Colorits, die Durchsichtigkeit des Schattens und die Zartheit der Touche soll unvergleichlich seyn. Und somit führte auch hier die Liebe den Pinsel, wie bei dem Bildnisse der Dlle. Lundens (Chapeau de paille).

Isabella Brant. Galerie zu Florenz,

Isabella Brant. In der Sammlung zu Tedsmore bei Shrews- bury.

Isabella Brant, mit offenem Haarputz, Brustbild. In der Gal- lerie zu Dresden, etwas beschädigt. Gest. von F. Stölzl.

Dieselbe mit Barett, Schleier und Spitzkragen. Galerie zu Dresden, gest. von F. Zucchi.

Isabella Brant im Lehntuhle, den Federwedel in der Rechten

öffnet. Lebensgroßes Kniestück in der Gallerie zu Gotha, ein ausgezeichnetes Bild, welches nach Rathgeber Annalen etc. S. 23 allzu voreilig für ein Werk des Anton van Dyck erklärt wurde.

‘Rubens zweite Frau, die Helena Forman oder Formont, in reicher Kleidung, gegenwärtig im Schlosse zu Windsor . Es war bis 1817 im Besitze der Familie Lunden 'in Antwerpen , dann er- hielt H. van Havre das Bild, und 1820 kaufte es Georg IV. von

Englands für 800 Guineen. Waagen I. 172. erklärt dieses Gemälde

als eines der vorzüglichsten des Meisters. Der Fleischton ist klar

und blühend, die Formen sind fein durchgebildet, besonders die

Hände sehr zierlich. Vor allem ist die Beseelung und das Gemüth- liche des Ausdruckes anziehend.

Die Helena Forman als Schäferin, mit einem kleinen mit Blu- men geschmückten Hut auf dem Kopfe, der nach der Seite sitzt, und auf der Stirne einen Halbschatten verursacht. Diese Gestalt ist ungemein graziös, von lebendigem, etwas schalkhaftem Aus- druck, Büste in Ansicht, von der frischesten und klarsten Fär- bung und von einer Zartheit der Vollendung, wie wenige Bilder Rubens. Dieses Gemälde erwarb 1840 der Herzog von Ahrenberg aus der Sammlung des Schamp d'Aveschoot zu Gent.

Helena Forman in prächtigem Anzuge und reich geschmückt, im Freien gehend, der eine mit gezogenem Hute hinter ihr. Die- ses Bild ist in der Sammlung des Herzogs von Marlborough zu Blenheim, nach Waagen II. 43. unvergleichlich lebendig und ele- gant, und dabei wahrhaft leuchtend in der Färbung, S. 2 Z. noch,

Helena Forman, stehend in reicher brabantischer Tracht, ei- genthümlich noble Gestalt, mit einem Palmzweig in der Rechten, und einen leise dämmernden Heiligenschein um das blonde Haupt- haar. Durch die schönen sinnigen Augen gewinnt dieses Bild ei- nen ungemein anziehenden Ausdruck. Man sieht es in der Gal- lerie des Museums zu Berlin. Kugler S. 218.

Helena Forman in prachtvoller festlicher Kleidung unter dem Porticus im Lehnstuhle sitzend, ganze lebensgroße Figur. Pina- kothek zu München.

Helena Forman in schwarzer Kleidung mit einer weissen Fe- der auf dem Hute, ein drei Fuss hohes Bild der Pinakothek zu München. Helena Forman, in halber Figur. Pinakothek zu München.

Helena Forman unter einem offenen Porticus sitzend, mit ih- rem jüngsten ganz entkleideten Söhnchen auf dem Schoosse, ein 5 Sch. 2-Z. hohes Bild in der Pinakothek zu München. Gestochen von C. Hess.

Helena Forman mit ihren beiden Kindern, eines auf dem Schoosse, das andere zur Seite, leicht a la prima hingemalt, aber

durch die geistreiche lebendige Auffassung von grossem Reiz. Frü- her in den Sammlungen de la live Jully, Randon de Boisset und

des Grafen Vaudreuil, wurde es beim Verkauf der letzteren schon 16.200 Frs. bezahlt. Jetzt ist das Bild in der Gallerie des Louvre.

Helena Forman, halbe Figur, im Besitz des Professors d'Al- ton zu Bonn. Von diesem selbst gestochen.

Helena Forman in den Spiegel schauend, den ihr Amor vorhält, Gallerie Lichtenstein.

Helena Forman, ganz entblösst, nur in einem übergeworfenen Pelzmantel, den sie mit beiden Händen zusammenhält, auf einem Teppiche stehend. Lebensgrosse Figur, unter dem Namen 'vlae pisse' bekannt. Gallerie zu Wien. Gestochen von Stampart..

Helena Forman, farbige Zeichnung von meisterhafter Behand- lung. Ehedem in der Sammlung des Herzog Carl von Lothringen dann in jener des Grafen Cnypers und bis 1840 im Cabinete des Schamp d'Aveschoot zu Gent. H. 24 Z., Br. 20 Z.

Das Bildniss eines Kindes von Rubens, wie es im Stühlchen itzt und mit Zuckerwerk spielt. Aetatis suae 15 Maenden 1627. Im Städel'schen Institut zu Frankfurt, wahrscheinlich jenes Bild, wel- ches der Prinz von Monaco besass und 1762 von Carmona gesto- chen wurde. &

Ein schöner kleiner Knabe, der auf einem Küchentische sitzt und die Hände nach dem Korbe mit Trauben ausstreckt, indem er die Wärterin fragend anblickt. Die Handlung geht in einer mit vielen Vorräthen angefüllten Speisekammer vor. Die Früchte sind von Snyders. Es ist dies nach Waagen II. 567 ein durch die Le- bendigkeit des Ausdrucks, die Helle und Kraft der Farbe sehr an- ziehendes Bild in der Sammlung zu Lutonhouse. H. 5 Z. 6 Z., Br. 5 Z. 8 Z. Geschabt von Earlom. ;

Das Bildniss eines Sohnes von Rubens, ein schöner, naiver Kopf, um den Hals ein festonirter liegender Kragen., Bis 1840 in Schamp's van Aveschoot Sammlung zu Gent.. ,

Rubens beide Söhne stehend, der jüngere mit einem Hänfling spielend, dessen Fuss er an eine Schnur gebunden hat. Ein aus- gezeichnetes Bild in der Gallerie zu Dresden. Gest. von J. Daullé, auch von Danzel, und lith. von Hanfstängl. - A

In der Sammlung des Schamp d'Aveschoot war bis 1840 eine Copie, die van Dyck zugeschrieben wird.

Rubens beide Söhne in ganzer Figur, ein Bild in der Gallerie Lichtenstein zu Wien, welches nach Einigen dem obigen die Or- ginalität streitig machen könnte. Andere erklären beide als echt. Gest. von G. A. Müller. &

Rubens Tochter, ein schönes Kind mit blonden Haaren und einem Hütchen, das mit einer Federugeputzt ist. Am Korallen- bande ist ein Kreuz. Am Gürtel hängt eine silberne Schelle, der Linken hält es eine Mücke, und mit der Rechten den Faden, an welchen ein Stiegeitz gebunden ist. Im Grunde ist der Garten des Schlosses Steen. Dieses treffliche Bild war bis 1840 in der Sammlung von Schamp d'Aveschoot zu Gent. H. 50 Z., Br.

2 Zoll. ; Rubens Mutter, das Bildniss einer alten Frau in der Pinakothek zu München, welches so genannt wird. Es ist klein. Gest. von Schleich. M. Ernst stach für Mechel's Verlag ein solches Bildniss. Rubens, Mutter, im Lehnstuhle sitzend alte Frau in der Samp- fung von Düalwich - College, von Passavant, Reise etc. S. 27 g° genannt. Y '

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