Rousseau, Jacques, Landschaftsmaler und Radierer , geb. zu Paris 1650, bildete sich in Italien zum Künstler , besonders durch einen längeren Aufenthalt in Rom , wo er mit H. Swanevelt innige Freund- schaft schloss und dessen Schwester heiratete. Er zeichnete viele Monumente und Ueberreste des alten Roms und von dessen Um- gebung, und malte dieselben in Oel, meistens mit schöner län- discher Umgebung. Diese Bilder offenbaren ein genaues Stu- dium und eine ungewöhnliche Kenntniss der Perspektive, und es
dürfte manches seiner Werke für Gaspard Poussin genommen wor- den seyn. Im Jahre 1660 begab sich Rousseau nach Paris , wo er jetzt zahlreiche Werke ausführte, welche die kgl. Schlösser, das be- rühmte Hôtel Lambert und andere reiche Häuser zierten, aber in denselben grösstentheils zu Grunde gegangen sind. Die Staffelei- bilder, die sich von ihm finden, sind oft nur Skizzen zu seinen grösseren Arbeiten, aber in allen Theilen vollkommen ausgeführte Gemälde selten zu finden. Im Jahre 1662 wurde Rousseau Mit- glied der Akademie zu Paris, und 1679 Rath derselben; allein zwei Jahre darnach sah er sich von diesem Institute ausgeschlossen, da ihm als Reformirten nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes nicht mehr Sitz und Stimme gestattet wurde. Er musste sogar die im Schlosse von Marly beginneneren Malereien unvollendet lassen und in eine entfernte Provinz wandern. Im Jahre 1688 erhielt er endlich seine Stelle wieder, da er dem Glauben seiner Väter ent- sagte. Jetzt war er in Paris wieder der gefeierte Künstler, dessen Ruf sogar nach England drang. Der Herzog von Mantua hief
ihn nach London, um sein Schloss in Bloomsbury auszuschmü- cken. Rousseau lebte zwei Jahre in England, und starb 1693 in London. E. Kirkall hat eine Landschaft nach ihm gestochen.
Dieser Künstler hat selbst mehrere Blätter radirt, deren Robert- Dumesnil, P. gr. franc. IV. 191 ff. 192 beschreibt, wie folgt. Die ersten 9 Blätter, die besten des ganzen Werkes, sind nach eigen- er Composition, die anderen nach Zeichnungen aus dem Cabin- net Jabach,
Die zwei Hirtinnen im Gespräch, von der Heerde umgeben. Links vorn ist ein Baum, und auf dem Hügel im Grunde ein weitläufiges Gebäude. Am Rande links: J. Rousseau in- ventor et fecit. H. 6 Z. mit 3 L. Rand, Br. 8 Z. 5 L.
Eine baumreiche Landschaft mit einem Flusse, der Wasser- fälle bildet, und an dessen Ufer eine nackte Frau auf ihrem Schleier sitzt. Ein anderes Weib mit dem Korbe auf dem Kopfe kommt heran. Im Rande links: J. Rousseau inventor et fecit. H. 6 Z. 3 L. mit 4 L. Rand, Br. 8 Z. 9 L.
Eine Landschaft mit leicht bewachsenen Hügeln, und einem Berge im Grunde links. Im Mittelgrunde sitzt ein junger Mann, und unterhält sich mit einem Mädchen. Links sieht man einen Fluss. Im Rande links: J. Rousseau inventor et fecit. H. 6 Z. 1 L. mit 3 L. Rand, Br. 8 Z. 8 L.
Eine antike Stadt mit prächtigen Monumenten, im Grunde von einem hohen Berge dominiert. Vorn ist ein Aquädukt mit vier Bogen, der rechts an die Reste eines ionischen Tempels stösst. Links vorn stehen drei Figuren. Im Rande: J. Rousseau inventor et fecit. H. 6 Z. 1 L. mit 3 L. Rand, Br. 8 Z. 9 L. //
St. Johannes in einer felsigen Landschaft mit einem Flusse zur Linken. Johannes mit dem Kreuzstocke sitzt bei einer Hütte, die am Eingange einer Höhle zur Rechten angebracht ist. Ohne Namen und Zeichen. H. 8 Z. 9 L., Br. 6 Z. 2 L.
Diana mit ihren Nymphen und zwei Hunden auf einem Hü- gel. Diese weibliche Gesellschaft schickt sich zum Baden an. Vom Grunde rechts zieht sich eine Bergkette nach links hin, wo man das Meer sieht. Im Rande links: J. Rousseau in- ventor et Sculp. ex. H. 11 Z. 3 L. mit 4 L. Rand, Br. 15 Z. 10 L.
Es gibt von diesem Blatte zweierlei Abdrücke,
I. Vor der Überarbeitung mit der Wiege, was dem Ganzen einen graulichen Ton gibt.
II. Mit der Wiege überarbeitet, als wäre die Platte nach Art der schwarzen Manier zubereitet. Die drei letzten Worte der Inschrift fehlen. Es gibt davon schwarze und grüne Abdrücke.
- Der Fluss im Walde. Das Wasser kommt von der Mitte des Grundes her und verliert sich links unten, wo sich eine Figur zum Trinken neigt. Rechts sieht man zwei Männer in antiker Kleidung am Fusse einer Baumgruppe. Auf dem Hügel sind zwei ähnliche Figuren, die nach links gehen. Im Rande daselbst: J. Rousseau inventor et Sculp.
9 — 19) Blätter nach Zeichnungen aus dem Cabinet Jabach. Man hat davon zwei verschiedene Abdrücke: I. Vor der Schritt. Sehr selten. II. Mit dem Namen der Künstler, und der Bezeichnung der verschiedenen Serien der Sammlung durch Buchstaben und Zahlen.
- Nach Annibale Carracci: Im Rande liest man: An. Carache delin. — Rousseau Sculp. cum priuil. Regis. H. 10 Z. 3—8 L. mit 5 L. Rand,
(5. B.) St. Johannes am Flusse tauft in Gegenwart von vier Männern einen jungen Mann.
(32. B.) Ein Soldat mit der Lanze neben dem Pferde spricht zu einem Alten, der in Mitte des Grundes am Felsen sitzt. Links sieht man eine dritte Person.
(297. C.) Ein Mann und eine Frau am Ufer eines Flusses die Füsse badend, links vorn erheben sich zwei grosse Bäume.
(16 D.) Die hl. Jungfrau mit dem Kinde, am Fusse zweier Baume sitzend, während Joseph steht. Links ruhen neben dem Esel zwei andere Figuren.
(24 E.) Eine steinigte Gegend, theils bewachsen und in der Mitte bewässert. Man bemerkt einen Mann vom Ri- cken und ein Weib mit dem Kinde.
(17 F.) Felsige Gegend, links abfallendes Wasser. Auf der mit Bäumen bewachsenen Höhe ist die Hirtin mit ihrer Heerde.
(20 F.) Waldige Landschaft mit einem Flusse in der Mitte, Rechts sitzt ein Weib im Profil, und ein Mann geht.
(29 F.) Landschaft mit einem Hügel zur Rechten und mit drei grossen Bäumen am Wasser. Zwei Personen gehen nach dem Grunde zu, wo am Meere eine Festung erscheint.
(32 F.) Landschaft mit einem grossen gespaltenen Baume in der Mitte, dessen Gipfel von der Platte abgeschnitten ist. Links gehen ein Mann und ein Weib gegen einander.
- Nach G. F. Grimaldi Bolognese.
(38 B.) Landschaft mit einer hölzernen Brücke im Grunde, über welche ein Reiter sitzt, dem zwei Mann zu Fuss fol- gen. Links vorn ist eine sitzende Figur. Im Rande: Bo- legnese. delin. — Rousseau. Sculp. Cum privil. Regis. H. 10 Z. 5 L. mit 8 L. Rand, Br. 14 Z. 7 L.
Jean François, Kupferstecher zu Paris, wurde um 1740 geboren. Er stach verschiedene Blätter für Buchhändler, mei- stens Vignetten nach Gravelot, Cochin, Eisen u. a. Auch Bild- nisse und einige historische Darstellungen haben wir von ihm.
J. B. Descamps, Peintre du Roi, nach Cochin jun.
N. B. Lepicier, graveur du Roi, nach demselben.
A. L. de La Live de Jully, introducteur des ambassadeurs, nach Cochin jun.
J. F. J. Saly, nach demselben.
J. F. de Troy fils, nach Cochin.
Maria mit dem Kinde, nach van der Werff's Bild des Ca- binet Choiseul, gr. 4.
St. Hieronymus, nach Mola, fol.
Scene aus dem Leben der Gabrielle d'Estrée.
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