Rota, Martino

Rota, Martino, Zeichner und Kupferstecher von Sebenico in Dil- matien, ein Künstler von grossen Fähigkeiten, von welchem aber nur seine Blätter sprechen. Sein Todesjahr ist ebenso unbekannt, als sein Geburtsjahr, aus seinen Blättern lässt sich aber auf eine zwanzigjährige Thätigkeit schliessen. Man findet nämlich auf den- selben die Jahrzahlen 1558 und 1586, und was daher in früheren Schritten über sein Geburtsjahr zu lesen ist, kann als willkürliche Annahme betrachtet werden. Venedig war die Stadt, wo er wahrscheinlich die längste Zeit seines Lebens zubrachte,

Rota zeichnete sehr gut, nur in den Extremeitäten ist er manch- mal weniger zu loben. Den Grabstichel führte er mit grösster Sichertheit, sei es, dass er Kraft anwenden, oder mit Zartheit seine Vorbilder erfassen musste. In der Wirkung des Helldunkels las- sen aber seine Blätter oft zu wünschen übrig, da er auf die Halb- tinten und die Abstufungen der Töne weniger Sorgfalt verwendete, als auf die übrigen Theile 'des Stiches. Sein Meisterwerk ist das jüngste Gericht nach Michel Angelo, welches ihm einen Rang unter den ausgezeichnetsten Stechern seines Jahrhunderts: sicher!. Im Portraite besitzt er ebenfalls grosse Stärke. Einige seiner Bild- nisse sind mit bewunderungswürdiger Feinheit behandelt, so dass selbst B. Beham, G. Pencz, Aldegrevers und andere deutsche Me- ster hinter ihm zurückbleiben. Seine Bildnisse Ferdinand I., Ru- dolph II. und Alberts a Lasko bilden Glanzpunkte in Portraitsam- mlungen, Bartsch P. gr. XVI. p. 248 . beschreibt 114 Blätter von ihm, und macht dabei auf zwei andere aufmerksam, welche meh- rere Chalkographen mit Unrecht dem Rota zuschreiben. Es ist dies eine Auferstehung Christi von 1537, und Apollo, der den Mar-

  1. Der Kindermord, figurenreiche Composition nach Titian,

oder G. B. Franco. Martin Rotta Sebenzan. F. — Appresso Luca Guarinoni M. D. L. XIX. H. 14 Z. 6 L., Br. 24 Z.

Die alten, aber seltenen Abdrücke haben Guarinoni's Adresse nicht. Die frühen Abdrücke mit der Adresse sind ebenfalls noch gut.

  1. Die Ruhe der heil. Familie. in Aegypten. Maria sitzt mit

dem Kinde in den Armen im Schatten eines Baumes zwi- schen Joseph und Johannes, der dem Kinde Früchte bringt. Rechts nach dem Grunde zu sammelt ein Engel Früchte in den Korb, und das Lamm ist im Vorgrunde am Wasser. In der Mitte unten: Titianus Inventor 1560, rechts: Martin Rota. H. 12 Z., Br. 16 Z. 8 L.

Von dieser herrlichen Composition hat es einen Contre- druck von grosser Frische des Tons. Dieses Blatt ist aber äusserst selten, und von Bartsch nicht erwähnt.

b. Die heil. Familie, nach einem Holzschnitte von Dürer im Grössern copirt. Die Madonna sitzt auf einer Rasenbank, und reicht dem Kinde einen Apfel. Im Grunde. sitzt Joseph, und eine Frau bringt einen Korb mit Obst. Im Grunde links ist ein Engel, und vorn sitzen zwei nackte Kinder auf der Erde. Dürer's Zeichen und die Jahrzahl 1526. ist im Origi- nale links unten. H. 14 Z. 7 L., Br. 10 Z. 6 L. Dieses Blatt schreibt Heller Nr. 1805 dem M. Rota zu.

  1. Die Taufe Christi, links zwei knieende Engel. Martin Rota

F. 1568. H. 9

Sebenzan, F. — Apresso Joan Francesco Camocio. Aus der früheren Zeit des Meisters. H. 7 Z., Br. 5 Z, 2 L.

Christus in der Wüste vom Teufel versucht, welcher linke steht. Copie nach C. Cort. Ohne Namen. H. 6 Z. 3 L., Br. 4 Z. 9 L.

Die Juden mit dem Zinsgroschen vor Christus. Titianus invent. — Ex Typis Lucae Guarinony. Martino Ruota Se- benzan. F. Rechts und links sind lateinische Disticha. H. 10 Z., Br. 8 Z. 5 L.

Die späteren Abdrücke haben statt der Adresse Guari- noni's ein Täfelchen.

Der Heiland erscheint dem Petrus vor dem Thore Rom's. Raphael Urbino pinxit in Vaticano — Martin Rota Sebenzan Die Adresse L. Bertelli's deutet auf den späteren Druck.

  1. Jesus Christus an der Säule gegeisselt, nach Titian. Martin

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_aOGNgqRCyr4C/