Rossi, Propertja de

Rossi, Propertja de, eine vielseitige Künstlerin von Modena , de- ren Andenken uns Vasari erhalten hat. Sie opferte schon in frü- her Jugend lieber der Zeichenkunst als den weiblichen Arbeiten ihre Zeit, und dann fing sie an, äusserst zarte Schnitzarbeiten zu verfertigen. Sie schnitzte die ganze Passion auf einen Pfirsichkern und auf andere Kernen dieser Frucht stellte sie Madonen und Hei- lige dar. Dann führte sie auch Statuen , Büsten und Basreliefs in Marmor aus. Unter diesen Arbeiten nennt Vasari zwei Engel an der Facade von St. Petronio zu Bologna und das Brustbild des Gra- fen Guido Pepoli. Sie galt für ein Wunder der Kunst, indem sie auch in der Malerei und in der Architektur erfahren war, die Radirnadel zu handhaben wusste, und anmutige Lieder dichtete. Zuletzt brach ihr der Sage nach die Liebe das Herz, da sie, obwohl bereits vermählt, für einen jungen Menschen eine heftige Leiden- schaft fasste, wobei es ihr aber wie der Frau des Potiphar mit Jo- seph ergangen zu seyn scheint. Im Grabe verschmähter Liebe stellte sie nämlich diese Geschichte in einem Basrelief dar, und gab dem Joseph die Züge ihres Geliebten. Dieses Werk war ihr Mei- sterstück und zugleich ihr letztes, und bald darauf starb sie. Eine andere Nachricht sagt, dass sie die Verläumdung eines ge- wissen Amiconi ins frühe Grab gestürzt habe.

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