Rossi, Carlo, Bildhauer, genoss den ersten Unterricht in Vene- dig, setzte dann seine Studien in Rom fort, und kam endlich durch einen glücklichen Zufall nach London , wo er in der Folge den Ruf eines der vorzüglichsten Bildhauer seiner Zeit gründete. Im Jahre 1785 gewann er mit einem Basrelief den ersten Preis der Akademie zu London. Werke dieser Art führte er aber in der Folge wenige mehr aus, ausser wenn eines seiner Denkmäler halb- erhabene Arbeiten erforderte. Im Jahre 1814 stellte er das Denk- mal des Lord Cornwallis in der St. Paulskirche auf, eine gewalt- ige Marmormasse, und 1820 begann er die colossale Reiterstatue des Herzogs von Wellington .
Diese beiden Werke gehören zu seinen grössten, und an diese reihen sich zahlreiche kleinere, aus Monumenten, einzelnen Figu- ren, Gruppen und Portraitbüsten bestehend. Er fertigte viele Bild- nisse, meistens von Mitgliedern der höchsten englischen Familien, oder solche von Männern, die der Geschichte angehören u. s. w. Dann stellte er mit Vorliebe Gestalten dar, wie sie das bühnche Leben gibt, als Boxer, Kegelspieler, Ackerbauern, u. s. w. In diesen Figuren offenbart sich die höchste Wahrheit der Natur und die edle Einfachheit der Antike. Zu seinen Gruppen gaben ihm
die zarten Dichtungen der classischen Vorzeit Stoff, oder es begel-
Rossi war ein Künstler von blühender Phantasie, und wie we- nige Meister in der Technik. Im Jahre 1830 verlor an ihm die Akademie in London eines ihrer ältesten und berühmtesten Mit- glieder. Er brachte sein der Kunst geweihtes Leben auf 77 Jahre.
BrOSSI, Carlo Antonio, Maler von Mailand, bildete sich in der
Schule der Procaceini, und lieferte theilweise gute Bilder. Er malte zahlreiche Altargemälde und Staffeleistücke, war aber selbst in seinem Vaterlande wenig bekannt. Starb 1648 im 67. Jahre.
BrOSSI, Cav. Cosimo, ein Patrizier von Pistoja und Vice - Präsident
der Akademie daselbst, war Zeitgenosse des berühmten Lanzi, des Verfassers der Geschichte der Malerei in Italien, welcher Ross's Bemühungen um die Kunst mit Lob anerkennt. Cav. Rossi war in der Perspektive und Baukunst erfahren, und malte auch archi- tektonische Ansichten in Canaletto's Weise, dem er mit Glück nach- eiferte. Dann machte er um 1780 glückliche Versuche in der Stich-
kunst zur Nachahmung des Aquarells, die namentlich durch diesen
Kunstfreund in Toskana eingeführt wurde. Die ersten Proben gab er in einigen Grabmälern, die er selbst im ägyptischen Styl compe- nirte, dann in mehreren Drucken. Nachgeahmt ist dieses Verfah- ren in der Viaggio pittorico von TrabaHesi. —
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