Rosselli, Matteo, Maler von Florenz, einer der vorzüglichsten Künstler seiner Zeit, wurde 1578 geboren und von Pagani und Passignano unterrichtet, denen er aber nicht nachahmte, sowie mehr Rosselli noch dem Alten verdankt, die er in Florenz und Rom fleissig studirte. Auf solche Weise wurde er ein tüchtiger Meister, daher an die Höfe von Modena und Florenz berufen und von ihnen viel beschäftiget, obgleich damals auch andere Künstler thätig waren, die ihm im Malen gleichkamen und an Viel- seitigkeit ihn sogar übertrafen. Er hatte keine reiche Phantasie, und sein milder und ruhiger Geist war nicht sehr geeignet, ein vielbewegtes Leben aufzufassen. Er ist aber vortreflich in einzel- nen grossen Charakteren. Es finden sich Bilder von Greisen und Apostelköpfen von ihm, die so im Carraccischen Style behandelt sind, dass Kunstliebhaber dadurch getäuscht wurden. Er ahmte die Natur mit grösster Treue nach, sah aber nicht immer auf eine schöne Wahl derselben. Ueber seine Bilder ist aber eine gewisse Har- monie und Friede verbreitet, so dass sie trotz dem schwerfüthi- gen Anstriche, den sie haben, doch neben den heitersten und ebendigsten angenehm sind. Er ist nämlich in der Färbung dem Guercino verwandt. Einige seiner Bilder sind daher in der dunk- leren Weise desselben colorirt, und auch wenn sie in der Färbung blühend sind, so erinnern sie in dieser Hinsicht an die helleren
Gemälde jenes Meisters, Manchmal ahmte er auch dem Cigoli nach, wie in der Geburt Christi zu S. Gaetano, die Lanzi für sein Meisterstück erklärt, und in der Kreuzigung des heil. An- dreas zu Ognisanti. Besonderes Lob fanden seine Wandmalereien, da sie in ausserordentlicher Frische der Farbe sich hielten. Im Kloster della Annunziata sind mehrere Lunetten von ihm gemalt; die, welche Papst Alexander IV. vorstellt, der den Servitenorden bestätiget, galt auch dem Passignano und Cortona für etwas Großes. Im königlichen Landhause zu Poggio Imperiale malte er an der Decke einige Begebenheiten aus der Geschichte der Me- diceer, die 1773 beim Abbruche des Theiles, wo sich dieser Pla- fond befand, verschont wurden, indem man die Decke versetzte. Im Besitze des Königs von Neapel ist ein ausgezeichnet schönes Gemälde, welches die Vermählung des heil. Joseph mit Maria vor- stellt. In der k. Sammlung des Louvre sind ebenfalls zwei schöne Bilder von Matteo. Das eine stellt das auf dem Schoosse Josephs sitzende Kind dar, wie ihm Maria und Engel Blumen darbringen. Das zweite Bild schildert den Triumph Davids über Goliath, dies- es blühend in der Art des Guercino, das andere in dessen dunk- ler Weise gemalt. In Deutschland scheinen die Bilder dieses Meisters selten zu seyn.
Dann ist Rosselli auch das Haupt einer achtenswerthen Maler- schule. Er hatte im Unterrichte wenige seines Gleichen, theils we- gen seiner Neidlosigkeit, theils weil er Blick hatte, die Geister zu erkennen und jeden auf seinen Weg zu leiten, daher denn auch seine Schule, wie die Carracische, so viel Style, als Zöglinge hatte. Zu den besten Meistern dieser Schule gehören Manozzi, Baldassare Franceschini, Cosimo Ulivelli, Francesco Furini, Fran- cesco Boschi, Jacopo Vignali, u. a. Rossi starb 1650.
Einige Werke des Matteo Rosselli sind auch im Stiche be- kannt. Verlet stach eine grosse Composition, welche nach einem in Florenz befindlichen Bilde die Hagar in der Wüste darstellt, wo der Engel eine Quelle zeigt. Gregori stach für die Etru- ria pittrice die drei Jünglinge zum Feuertode verdammt, nach dem Gemälde der Sammlung Dragomanni zu Florenz. Das oben erwähnte berühmte Bild der Marter des hl. Andreas hat B. Eredi für das Werk: Bonarum Artium spendor Tabulae etc. Flor. 1742, 8. gr. fol. gestochen. Die reiche Composition, welche die Bestä- tigung des Servitenordens vorstellt, ist durch den Stich des G. B. Probst bekannt. J. Callot stach zwei Blätter mit Darstellungen aus der Geschichte der Mediceer: Ferdinand I. mit seiner Artil- lerie, und die Krönung seiner Gemahlin Christina.
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