Roslin, Alexander, Bildniss- und Genremaler, ein Schwede von Geburt, bildete sich in Paris zum Künstler , und gelangte als sol- cher bald zu Ansehen, obgleich er nur in wenigen Bildern wirk- liches Verdienst besitzt. Er malte zahlreiche Porträts, die aber nach Gault de St. Germain in den Köpfen meistens ohne Gefühl und kalt behandelt sind. Dagegen verwendete er viel Sorgfalt auf die Nebendinge. Die Gewänder, Spitzen und Stickereien sind viel- leicht besser gemalt, und diesen Zuthätligkeiten verdankte er seinen Ruhm. Diese Dinge verschafften ihm in seinem grossen Gemälde, wel- ches die Familie des Herzogs von Rochefoucault vorstellt, vor Greuze den Preis, welcher 1765 mit einer ähnlichen Darstellung mit Ro- slin in Concurrenz gekommen war. Die hochadeliche Stieffheit in dem Bilde unseres Schweden wurde jedoch nur von wenigen als preiswürdig erkannt, der grösste Theil des Publikums und der Pariser war für Greuze, und diese nannten Roslin's Werk: Le jeu des quilles de Roslin. Besonders lächerlich machte Diderot (Essais p. 272) dieses Bild. Indessen fehlte es dem Künstler der noch nicht an Auszeichnung. Im Jahre 1772 ertheilte ihm der Kö- nig von Schweden den Wasa-Orden. Er war Rath der Akademie zu Paris und Mitglied derjenigen von St. Petersburg . Roslin hielt sich einige Jahre in dieser Stadt auf, und erndtete da mit seinen Bildnissen grossen Beifall. Er malte die Kaiserin Katharina II. in glänzendem, kaiserlichen Schmucke. Dieses Bild, so wie die be- rühmten Porträts des Grossfürsten Paul und seiner Gemahlin wurden in der kaiserlichen Eremitage aufgestellt. In den Gallerien findet man von Roslin nur selten ein Werk, desto mehr aber könnte man in Familienrstkammern antreffen, da die meisten von ihnen ihren alten Stuhl weichen mussten. Dies ist auch mit dem Bildniss Gu- stav III, der Fall, welches man früher in der k. k. Gallerie in Wien sah. Im historischen Museum zu Versailles sieht man drei von ihm gemalten Bildnisse des Abbe Terray und des Historikers Villaret, beide für Gavard's Gal. Hist. de Versailles von Dancois gestochen. Dies sind Stahlstiche aus der neuesten Zeit, es wurden aber auch zu Lebzeiten des Künstlers viele Bildnisse desselben ge- stochen. M. S. Carmona stach 1761 bei seiner Aufnahme in die Pariser Akademie das Kniestück des Malers Hyacinthe Collin de Vermont, und ein zweites Blatt, welches das Bildniss des Malers Francois Boucher enthält. L. Lempereur stach das Bildniss des Malers Etienne Jeaurat, Moitte das Portrait des Malers Daniel Bardon, und N. Dupuis jenes des k. russischen General-Lieute- nants J. de Betzkoi, wie er am Tische einen Kupferstich betrach- tet. Von J. Daulle haben wir ein grosses Blatt mit dem Bildniss der Landgräfin Anastasia von Hessen-Homburg, einer gebornen Prinzessin Troubetskoy, sitzend im Kniestück. Dupuis stach das Kniestück von Peter Gregoriewitsch Czernitschew; Gaullevalet das Bildniss eines Jägers mit der Flinte; J. Gilberg La Flore de l'Opera. Ausserdem dürften wenige Stiche mehr bekannt sein. Roslin's eigenes Bildniss, Büste in ovaler Einfassung, wurde von P. Floding gestochen. Im Jahre 1703 starb der Künstler, in einem Alter von 60 Jahren. Im Cabinet Paignon Dijonval wird 1796 sein Todesjahr angegeben.
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