Rosetti, Nicola

Rosetti, Nicola, Goldschmied und Kupferstecher von Modena , und daher auch Nicoletto da Modena genannt. Unter diesem Namen war er lange allein bekannt, und selbst Tiraboschi (Notizie dei pittori etc., Modenesi. Modena 1786) wusste noch nichts von einer Familie Rosetti. Füssly glaubt bei Vedriani (Raccolta etc. p. 44) gefunden zu haben, dass der Künstler Nicola Belin heisse. Dieser Belin, angeblich ein geschickter Perspektivmaler, soll unter dem Namen Nicoletto da Modena bekannt gewesen seyn; allein gesetzt auch, dass dieses Richtigkeit hat, und auch in den Blättern unsers Goldschmieds öfter gut gezeichnete Architektur vorkommt, so ist er doch mit Rosetti nicht Eine Person. Andere nannten ihn Ni- coleo Romano, wahrscheinlich nur weil sie das R. und RO. auf seinen Blättern nicht anders erklären konnten, und nicht wussten, dass es Rosetti bedeute. Den Familiennamen des Künstlers ent- deckte Zani zuerst, und zwar auf dem Blatte, welches das Urtheil des Paris , oder nach Anderen den Streit der drei Göttinnen vorstellt, welches aber Rosetti aus Dürer's Blatt mit den vier Hexen entnahm; Nicoletto bezeichnete seine Copie mit dem vollen Namen: Opus Nicoletti Modenensis Rosetti, und somit ist der Streit entschieden. Dagegen sind die Lebensverhältnisse des Künstlers noch un- bekannt. Man glaubt, er sei geboren worden, und habe bis gegen gelebt. Allein auf seinen Blättern findet man nur zwei Jahrzahlen: und 1512. In der Stichweise sind seine Blätter sehr ungleich. Anfangs ahmte er Mantegna nach, dann nahm er etwas von der deutschen Schule an, indem er einige Blätter von Mar- tin Schongauer und Dürer copirte. Manchmal schraffirte er mit geraden Strichen, und füllte die Zwischenräume aus. Andere Blät- ter sind mit grösserer Freiheit und Zartheit gestochen, und dabei wendete Rosetti Kreuzstriche an. In den Figuren herrscht wenig Grazie, die Licht- und Schattenpartien sind oft nicht sehr ver- ständig angebracht, aber dennoch betrachtet man die Blätter die- ses Meisters nicht ohne Wohlgefallen. Basan und Gandellini gehen daher gar zu weit, wenn sie behaupten, Nicoletto's unförmliche Dar- stellungen hätten nur durch ihr Alterthum Interesse.

Bartsch (gr. XIII. p. 254 ff.) beschreibt 68 Blätter von Nico- letto da Modena, und Brulliot (Dictionnaire de Monogrammes) fügte noch einige andere bei. Ottley reducirt diese Zahl auf 42, ob- gleich er noch 7 Blätter hinzufügt, die Bartsch nicht kannte. Die übrigen von Bartsch aufgezählten Blätter erklärt er als anonyme Arbeiten von Meistern der toskanischen Schule. Dann hat Nicoletto auch nicht

Nagler's Künstler-Lex. Bd. XII 96

  1. Adam und Eva rechts und links dem von der Schlange um- wickelten Baume stehend. Copie nach Marc Antonio, Nr. 70 unsers Verzeichnisses. Links unter dem Fusse Adams ist ein Täfelchen mit dem Namen: MICHEL ANGEL. Rechts findet man das Zeichen NF., was nach einigen Nicoletus Fecit bedeuten soll. Bartsch weiss nichts von diesem Blatte, welches uns im Stiche für Rosex zu modern zu seyn scheint. Zani erkennt im Copisten einen Deutschen, der aus Ur- kunde die Composition dem Michel Angelo beilegte. Auch die deutschen Buchstaben A und G scheinen ihm für einen Deutschen zu sprechen. H. 9 Z., Br. 6 Z. 7 L.

  2. (1) David mit dem Haupte des Goliath in der Linken, und die Schleuder in der Rechten haltend, wie er den linken Fuss auf den ausgestreckten Körper des Riesen setzt. Im Grunde zur Linken steht eine Säule, an welcher DAVID liest. Etwas höher stehen zu den Seiten eines Bi- menttopfes die Buchstaben N. O. H. 2 Z. 2 L., Br. 1 1/2 Z.

Dies ist ein Niello, welches aber Bartsch zu den Kupfer- stichen zählt.

  1. David mit dem Haupte Goliaths in der ausgestreckten Rech- ten, und mit der anderen die Schleuder haltend. Er- ganz nackt, aber der Kopf ist mit einem geflügelten Helm bedeckt. Der Rumpf des Riesen liegt ausgestreckt auf den Boden, im Grunde ist eine Arkade, an welcher Schild und Schwert Goliaths liegt. Im Vorgrunde ist ein Säulen- schrein, dessen Plinthe mit einem Cartouche versehen ist, in wel- chem ein Zeichen steht, das dem Rosex anzugehören scheint. Duchesne 1. c. p. 135. schreibt dieses Niello dem Rosex zu. Er sah auf der kgl. Bibliothek zu Paris einen Abdruck, der aber beschnitten ist. H. 1 Z. 9 L. Br. 1 Z. 6 L.

  2. David als Sieger über Goliath, wie er dessen Haupt nach der rechten Ecke hält. Links im Grunde ist das aus 0 (oder N) und reren Buchstaben zusammengesetzte Monogramm des Meisters. H. 3 Z. 7 L., Br. 3 Z. 1/2.

Dieses seltene Blatt kannte Bartsch nicht. 5) (2) Judith, ganz nackt, mit dem Schwerte in der Rechten,

  1. (3) Die Geburt Christi. Die hl. Jungfrau kniet in der Mitte vorn, und betet das vor ihr auf dem Boden liegende Kind an, während Joseph mit der Laterne dasteht. Die Thiere sind ebenfalls in die Knie gesunken. Links kniet ein Hirte, zwei andere kommen herbei, und ein vierter kniet vorn. Den Grund bildet ein halbverfallenes Vestibulum. Dieses Blatt ist ohne Namen, aber unzweifelhaft von Nicoletto. Die hl. Figuren sind nach Martin Schongauer copirt, Nro. 4 seines Werkes. H. 9 Z. 2 L., Br. 6 Z. 8 L.

  2. (4) Die Geburt Christi. Die Handlung geht im Innern ei- nes verfallenen Gebäudes vor. Am Piedestal der Säule zur Linken steht: VIRTVS ASCENDIT., an jenem zur Linken NICOLETO DA MODENA, und über dem Namen ist eine kleine Vase zwischen zwei Rosenzweigen mit dem Buch- staben OP. Unten im Cartouche: Qui se humilitat exaltabit- tur. H. 13 Z. 2 L., Br. 8 Z. 5 L.

  3. (5) Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf einem Kissen in Mitte des Blattes unter einer Baumgruppe sitzend. Jesus hält einen Vogel und segnet. An der Bordure des Gewan- des liest man: 03 PVLCRA ES ET DECORA FILIA JE- RUSALE. In der Mitte unten steht: NICOLETO. DA MODENA, und im Grande ist Landschaft mit einem brei- tem Flusse. H. 5 Z. 5 L., Br. 3 Z. 10 L.

9 — 23) (6 — 20) Das Leben der Maria, Folge von 15 Blät- tern, welche Heinecke den Sandro di Botticello beilegt. H. 8 Z. 3 L., Br. 6 Z.

Es gibt von dieser Folge zweierlei Abdrücke. Die Platten wurden von einem alten Meister retouchirt, dieser besass aber weniger Geschicklichkeit als Nicoletto. Letzterer hatte seine Platten zart und rein gestochen, glückliche Ueberein- stimmung erzielt und den Köpfen Ausdruck verliehen; durch die Retouche wurden aber die Striche stärker, mehrere Kö- pfe verloren Anmuth und Ausdruck und die Wirkung des

Elldunkels ist im Ganzen geschwächt.

Dies ist das allgemeine Kennzeichen der Retouche, einzel- ne Verschiedenheiten bezeichnen wir unter den folgenden Numern,

  1. (6) Die Verkündigung. Der Engel kniet links und wendet sich gegen Maria, die sich vom Betschemel erhebt. Den Grund bildet ein von einer Säule getragenes Gewölbe.

  2. (7) Die Heimsuchung. Die beiden Frauen stehen in Mitte des Blattes, wie sie sich bei der Hand fassen. Rechts, hin- ter der Maria steht Joseph mit dem Stocke; und hinter der Elisabeth Zacharias. Diese vier Figuren stehen auf einem schön gepflasterten Platze vor dem Tempel.

  3. (8) Die Geburt Christi. Die heil. Jungfrau, fast in Mitte des Blattes, betet das Kind an, welches auf der Erde liegt,

Rechts bemerkt man die Thiere im Stalle, und im Grunde einen Engel, der den Hirten die Geburt des Heilandes verkün- det. In der Mitte oben erscheint Gott Vater in einer Glorie.

Der Halfter des Esels ist im ersten Drucke als Riemen gemacht, im späteren aus Stricken.

Im zweiten Drucke hält Simeon das gewickelte Kind in den Armen, der Altar wurde sammt dem früheren Kinde ausgekratzt.

  1. (10) Jesus als Knabe unter den Schriftgelehrten. Er steht in Mitte des Grundes auf einer Estrade und zu den Seiten des Tempels sitzen die Doktoren, bis auf zwei, welche stehen,

Die Aureole des Heiligen, welcher rechts vorn steht, ist im alten Druck weiss, bei der Retouche wurde sie mit Stri- chen bedeckt.

  1. (11) Christus auf dem Oelberg. Er ist rechts im Grunde nach dem Engel geneigt, der ihm den Kelch bringt. Die drei Jünger schlafen im Vorgrunde.

  2. (12) Christus im Gerichtshofe verhöhnt, Er sitzt mit der Dornenkrone auf dem Haupte und mit verbundenen Augen, in Mitte des Grundes auf einer Art Thron, um welchen sich die Juden gruppiren.

Bei der Retouche wurde die Dornenkrone vom Haupte des Leidenden genommen.

  1. (14) Die Geisslung. Christus steht in Mitte des Blattes an die Säule gebunden, und zwei Henker, von welchen ihn der Linke am Stricke hält, geiseln ihn. In der Loge, oben im Hintergrunde, bemerkt man zwei Richter, wovon der eine eine Ruthe hält. Die Darstellung erlitt bei der Retou- che wesentliche Veränderungen. Christus und die Henker sind von ganz anderer Zeichnung. Der links stehende Henker legt die linke Hand auf die Schulter des Heilandes, und der andere, vom Rücken gesehen, fasst mit der Linken den Strick, mit welchem Christus an die Säule gebunden ist. Das Capitäl der Säule erhielt später einen Architrav, wel- cher im alten Drucke nicht zu bemerken ist. Die Zeich- nung ist schlecht, und man könnte sogar einen ganz an- deren Stich vermuthen, wenn man nicht die Spuren der unterdrückten Kleidung des Henkers zur Rechten noch ge- wahrte.

  2. (14) Die Kreuztragung. Jesus trägt nach rechts hin das Kreuz, in Begleitung einer grossen Anzahl von Soldaten, deren Anführer zu Pferde ist. Johannes und Maria sieht man links vorn.

Bei der Retouche wurden die lichten Theile des Kreuzes beschattet, und auf der Standarte stehen die Buchstaben S P. Q. R., die im ersten Druck fehlen.

  1. (15) Die Kreuzigung. Der Heiland ist in der Mitte des Blattes zwischen den Mördern auf dem Kreuze erhöht, und unten ist eine grosse Anzahl von Soldaten zu Fuss und zu Pferd. Im Vorgrunde liegt Maria in den Armen der heiligen Fraues. Eine andere kniet links vom Rücken gesehen.

Der links vorn befindliche Reiter hat in den retouchirten Altar einen Sporn am Fusse, der im alten Drucke fehlt.

  1. (16) Die Auferstehung. Der Heiland steigt mit der Sieges- — fahne in der Linken in Mitte des Blattes aus dem Grabe. Sechs wachhabende Soldaten schlafen, jener links vorn auf

dem Schilde. In der Ferne ist Golgatha mit den Kreuzen.

  1. Die Aureolen der heiligen Jungfrau und der beiden Apo- stel, zwischen welchen sie kniet, sind im alten Drucke weiß, im späteren beschattet.

  2. (18) Die Erscheinung des heiligen Geistes. Dieser steigt auf die im Saale mit Maria versammelten Apostel herab, und auch die versammelten Bewohner Jerusalems fühlen seine Einwirkung. Rechts steht ein Mann mit dem Hunde.

  3. (19) Die Krönung der heiligen Jungfrau. Gott Vater sitzt auf dem Throne und setzt der vor ihm knieenden heiligen Jung- frau eine Königskrone auf das Haupt. Zu den Seiten des Thrones erscheint eine grosse Anzahl von Engeln und Hei- ligen. Vier der letzteren knien vorn an der Estrade des Thrones.

Die Bänke rechts am Throne sind im alten Drucke nur umrissen, im späteren schattiert. Auch der Fronton des Thro- nes in der Mitte oben ist beschattet, während er im alten Drucke weiss erscheint.

  1. (20) Die hl. Jungfrau überreicht dem hl. Johannes ein Sca- pulier. Sie ist oben in Mitte des Blattes, auf Wolken um- geben von Strahlen und Engeln, und rechts kniet der Evan- geliist vom Rücken gesehen, neben dem mit Blumen ge- füllten Grabe der heiligen Jungfrau. Im Grunde ist Land- schaft.

  2. (21) Der leidende Heiland am Grabe von fünf Engeln ge- halten. Er hat die Augen geschlossen, die Dornenkrone auf dem Haupte, und die rechte Hand an der Seitenwunde. Rechts in der Ferne ist Golgatha mit den drei Kreuzen. Am Steine links vorn steht: NICOLETO DA MODENA. H. 5 Z. 7 L., Br. 3 Z., 30 L. Sehr selten.

  3. (22) Der Heiland in Mitte des Blattes stehend, mit dem Kreuze in der Linken, wie das Blut aus seiner Seite fliesst. Die Leidenswerkzeuge hängen theils am Kreuze, theils lie- gen sie auf dem Boden. Im Grunde links ist der Calvarien- berg, rechts das Grab. Links unten sind die Buchstaben NI. H. 4 Z. 7 L., Br. 3 Z. 3 L.

  4. (23) Das jüngste Gericht. Oben erscheint Gott Vater in ei- ner Glorie von Cherubim und von anbetenden Engeln um- geben, über vier anderen, die zum Weltgerichte blasen. Zu den Seiten erscheinen in zwei Reihen die Heiligen. Links unten empfangen Engel die Gerechten, rechts führen Teufel die Verdammten in die Hölle. Über den Öffnungen des Höllenberges stehen die Worte: LUXURIA, ACCIDIA, IRA, GOLA, ZAVARITIA, INVIDIA, SVPERBIA. H. 13 Z. 2 L. Br. 18 Z.

  5. (24) St. Anton der Eremit, in Mitte des Blattes stehend, mit der Glocke in der Linken und dem Stock in der anderen. Zu seinen Füssen ist das Schwein. Den Grund bildet ein prächtiger Saal, dessen Gewölbe von Pfeilern getragen wird.

An einem derselben steht: NICOLETO DA MODENA, an

dem andern (links): Fecit MCCCCCXH. Am Sockel des vorderen Pfeilers zur Rechten ist die Vase zwischen zwei Lor- beerzweigen. H. 5 Z. 5 L., Br. 3 Z. 9 L. -

  1. Der heilige Anton stehend in Ruinen, gegen links gewendet und nach dem Schweine blickend, das unten links zur Hälfte sichtbar ist. In der rechten Hand hält er ein Buch vor die Brust, mit der andern fasst er Krücke und Glucke. In der Ferne breitet sich Landschaft aus, in welcher ein Fluss, eine Stadt, ein Pferd etc. erscheint. Unten rechts das Zei- chen N. und D. R. verschlungen, darüber ein kleines Gefäss.

Dieses Blatt nennt einzig R. Weigel (Kunstkatalog Nro. 5100. Allen früheren Chalkographen blieb es unbekannt. Weigel werthet es auf 12 Thlr.

  1. (25) St. Christoph, mit einem jungen Palbaum in der Rech- ten nach links durch den Fluss schreitend. Auf seiner Achsel sitzt das Jesuskind mit dem Globus in der Linken, mit der anderen segnend. Links unten am Steine steht: NICOLETO DA MODENA. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 10 L.

  2. (26) St. Dominicus, stehend in Mitte des Blattes, von vorn gesehen, mit Aureole und Strahlen um das Haupt. Er hält an beiden Händen ein grosses Buch, worauf der Name Jesus

wie folgt ausgedrückt: IHS. Im Grunde links sind Ruinen und unten steht: NICOLETO DA MODENA. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 10 L. -

  1. (27) St. Franz, rechts vorn kniend, wie er die Wundmale des Heilandes empfängt, der links oben an Händen und Füssen geflügelt, erscheint. Der Gefährte des Heiligen liegt im Grunde links auf dem Boden und in der Ferne sieht man eine Stadt am Flusse. Links unten steht, der Name des Ni- coletto da Modena. H. 5 Z. 6 Z., Br. 3 Z. 10 L.

  2. (28) St. Jacobus Majore, links auf Steinen eines verfallenen Gehäudes sitzend. Er hält den Pilgerstab in der Rechten, und deutet mit der Linken nach dem Portikus im Grunde. Am Steine, auf welchem der Heilige sitzt, ist das Mono- gramm. H. 3 Z. 7 L., Br. 2 Z. 0 L. -

  3. (29) St. Johannes der Täufer, stehend in Mitte des Blattes, mit dem Panturier in der Linken. Im Grunde links sind Felsen, rechts Bäume, und am Hügel die Buchstaben NI.

  4. (50) Derselbe Heilige in Mitte des Blattes an einer Baum- gruppe gelehnt. Er hält in der Linken den Stock mit dem Lamm Gottes und eine Bandrolle, auf welcher steht: HECCE AGNUS DEI. Im Grunde ist eine Wüste, und in der Mitte unten steht: NICOLETO DA MODENA. R. - H. 5 Z. 6 L.

  5. (31) Der Täufer, stehend auf das Piedestal eines Säulenschaf- tes gestützt. Er hält in der Linken den Stock mit dem Kreuz, und deutet mit der andern nach dem Lamme Got- tes, welches oben von Strahlen umgeben ist. Daneben zeig- en sich auch prächtige Ruinen, wovon jene im Grunde ein Fluss bespült. Am Piedestale sieht man die Vase und die Buchstaben NI. H. 5 Z. 9 L., Br. 4 Z. 6 L. -

  6. Der hl. Hieronymus im Profil auf dem Boden sitzend. Er liest mit den Brillen auf der Nase in einem Buche, links zu seinen Füssen ruht der Löwe, und auf dem Steine liegt ein Todtenkopf. Im Grunde erheben sich Gebäude am Flusse.

  7. Ein Heiliger mit einem großen Sacke auf dem Rücken, nach links neigend. In der Ferne ist Landschaft mit Ruinen, und links im Grunde rund auf einem Stein das Monogramm. H. 3 3/4 Z. 7 L., Br. 3 Z. 3/4

  8. Dieses seltene Blatt kannte Bartsch nicht. Frenzel fand es in der Sammlung des Grafen Sternberg Manderscheid,

  9. (33) Der heil. Hieronymus, links vor einem Felsen kniend, wie er sich mit dem Steine die Brust schlägt. Rechts am Fuße desselben ruht der Löwe. In der Ferne ist Landschaft mit einem Flusse. Links am Steine steht: NICOLETO DA MODENA. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 10 L.

  10. (34) St. Lucia, mit der Palme in der Rechten und in der anderen die Tasse mit dem Menschenauge haltend. Sie steht an dem Pilaster einer prächtigen Ruine. Am Pilaster steht: S. LUCIA und rechts unten: NICOLETO DA MODENA H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 10 L.

  11. (35) St. Sebastian, am Baum von Pfeilen durchbohrt. An einem Äste hängt ein Täfelchen mit dem Namen: NICOLETI. Im Grunde sind Ruinen, und in der Ferne ein Fluss, mit

einem Fischer. H. 7 Z. 8 L., Br. 5 Z. 1 L.

  1. Der arme Lazarus, wie ihm zwei Hunde die Schwären le- cken. Unten rechts ist das Monogramm. H. 3 3/4 Z. 7 L., Br. 3 Z. 3/4

  2. Dieses seltene Blatt kannte Bartsch nicht. Frenzel be- schreibt einen Abdruck im Cataloge der Sammlung des Gra- fen Sternberg Manderscheid.

  3. (56) Der Anle, eine weißliche Gestalt mit den Leuchtzweigen in der Linken, wie sie mit der Fackel die auf dem Altare liegenden Waffen entzündet. Im Cartouche links oben steht: PAX. E. Auf dem Köcher steht man einen Lorbeerzweig und die Buchstaben N. M. H. 3 Z. Br. 3 Z. 6 L.

  4. (37) Das Loos der bösen Zunge. Sieben Kinder schlagen auf dem Ambos auf die Zunge eines Menschen. Vorn sieht man einen Drachen zwischen zwei schlafenden Kindern. An ei- ner Stufe steht: LINGVA PRAVORVM PERIBIT. Im Grunde ist eine Ruine, und an einem Pilaster bemerkt man eine Vase mit zwei Lorbeerzweigen, die ein Rund bilden, in welchem folgende Sylben stehen: NIC. MUT. Am Thürm- chen oben sind die Buchstaben C und FZ, welche wohl den Zimmerer bedeuten. H. 10 Z. 10 L., Br. 7 Z. 6 L.

  5. (38) Die Fortuna, eine nackte weibliche Gestalt mit einem großen fliegenden Schleier. Sie steht mit dem rechten Fusse auf einer Hügel, welche schwimmt. In der rechten Hand

trägt sie ein Täfelchen ohne Schrift, und einen Stock, der mit einem Kopfe geziert ist, als Zeichen des Windes. Die- ses Blatt ist ohne Bezeichnung. H. 9 Z. 9 L., Br. 6 Z. 9 Linien.

  1. Die Viktoria, ein geflügeltes Weib, welches auf den Ruinen eines großen Gebäudes steht. Sie hält die Lanze in der ei- nen, und die Lorbeerkrone in der anderen Hand. Rechts am Pilaster steht: VICTORIA und im Cartouche oben sind die Buchstaben N. R. H. 5 Z., Br. 3 Z. 5 L.

  2. Die Fama, ein geflügeltes Weib auf verschiedenen Waß-

erstücken sitzend. Sie lehnt einen Schild an die Palme und

schreibt folgende Worte darauf: FAMA VOLAT. ARechts

?An der Säule stehen die Buchstaben N. M. H. 3 5 Br. 3

Dieses Blatt kannte Bartsch nicht. Brulliot beschreibt es.

47—52) (39—42) Die Triumphe des Petrarca, Folge von 6

Blättern. H. 3 Z. 6 L., mit 1 L. Rand, Br. 6 Z. 4 L.

Bartsch sah nur drei Blätter von dieser Folge, und lässt

die drei unbeschrieben,

  1. (39) Der Triumph des Amor. Er schießt einen Pfeil ab

—auf einen von vier Pferden gezogenen Wagen, die nach

rechts hin galoppiren; dem Zuge folgen Personen jeden Ran-

ges. Im Rande sind sechs Verse: Questo e colui chel mondo

chiese Amore etc.

  1. (40) Der Triumph der Keuschheit.

  2. (41) Der Triumph des Todes.

  3. (42) Der Triumph des Rufes,

  4. (43) Der Triumph der Zeit, eine weibliche, antik gekleidete

Gestalt auf einem von zwei Elephanten gezogenen Wagen.

Das Weib hält in der einen Hand den Degen, in der andern

ein nacktes Kind. Männer und Frauen, Personen zu

Fuß und zu Pferd folgen dem Zug. Im Rande sind sechs

Verse: Ma per la tua vita grandi errori etc.

  1. (44) Der Triumph der Gottheit. Auf dem von vier Engeln

gezogenen Wagen ist Gott Vater mit Christus im

Kreuze in einer Glorie von Engeln, und mehrere Heilige

machen das Geleit. Im Rande: Beati Spiriti: che nel sommo

coro etc.

  1. (45) Eine andere Darstellung des Triumphes der Zeit nach

Petrarca. Auf dem von zwei Hirschen gezogenen Wagen

ist ein Greis mit zwei Krücken. Eine grosse Anzahl von Männ-

ern und Frauen begleiten den Wagen. Im Rande: Che

mai d'un giorno, etc. In der Grösse des andern Blattes.

  1. Ein Triton, welcher ein Seepferd bei dem Barte hält. Links

steht ein Genius mit der Fackel in der einen, und eine

Zweige in der andern Hand. Am Baume im Grunde häng

t ein Täfelchen mit den Buchstaben N. M. H. 4 Z. 1

L., Br. 4 Z.,

  1. (46) Leda und Jupiter. Erstere ist auf einem Hügel bei der

Baumgruppe, die links des Blattes sich zeigt. Am Stief

in der Mitte unten ist das Monogramm. Dies ist eine

Kopie nach dem Meister mit dem Vogel. H. 5 Z. 6 L., 5

3 L. 7 L. Es gibt neue Drucke, die noch sehr gut sind. Ein

scher in der Stengelschen Auktion 2 fl. 15 kr.

  1. (47) Venus und Amor, erstere stehend ganz nackt, mit einem

Apfel in der Rechten. Rechts vorn schläft Amor, und im

Grunde ist eine grosse Ruine, wo man an einem Pfeiler die

Wort VENVS, und am Piedestal: NICOLETO liest. H. 5 Z.

6 L., Br. 3 Z. 10 L.

  1. (48) Venus mit Helm und Lanze in den Händen an 603

Pilaster stehend, welches den Theil einer prächtigen Ru

ausmacht. Rechts und links hat man die Ansicht auf eine

Landschaft. Oben am Pfeiler steht: DIVA PALLAS, 10

Gastouche unten. sind die Buchstaben R. B. und noch 3

'fer 'Il"i.est man Nicoleta da Modena. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z.

  1. (49) Neptun, stehend, mit dem Delphin in der Linken und
    • dem Dreizack in der Rechten. Am Piedestal der zerbrochenen Säule, im Grunde links steht: Opvs Nicoletti. H. 6 Z.
  1. Neptun mit dem Dreizacke, sitzend nach links gewendet. Er stützt die linke Hand auf eine Urne, aus welcher Wasser strömt. Den Grund bildet ein Saal mit Bögen, die von
  • Pilastern getragen werden. Rechts in der Nische ist ein Al- tar und das Täfelchen mit den Buchstaben ONRM. Am Sitze des Neptun steht: NEPTUNI SIMVLACRVM. H. 5 Z.,

Dieses Blatt beschreibt Brulliot.

  1. (50) Die Statue des Apollo mit dem Bogen in der Linken, Am Piedestal der Statue liest man: DIO APOLLO. Im Grunde ist ein Fluss und am Fusse des Berges ein kleines Fort. Dieses Blatt ist nicht bezeichnet, aber nach Bartsch sicher von Nicoletto gestochen. H. 6 Z. 3 L.? Br. 4 Z. 8 L.

  2. (51) Die Entführung der Europa. Sie liegt auf dem Rücken des Stieres und hält sich mit beiden Armen an seinem Halse fest. Das Thier schwimmt nach rechts hin durch den Fluss, Dies ist Copie nach dem Meister mit dem Vogel. H. 6 Z. 9 L., Br. 5 Z. 4 L.,

  3. (52) Vulkan in der Schmiede, wie er auf dem Ambos einen Flügel des Amor, hämmert. Letzterer steht rechts vorn mit Pfeil und Bogen. Am Baume hängt der Köcher und ein Täfelchen mit den Worten: OPVS NICOLETI. Dieses Blatt scheint aus der ersten Zeit des Künstlers zu seyn. H. 9 Z.

Im ersten Drucke sind die Buchstaben des Namens deut- lich, im spätern mit verschiedenen Strichen überzogen. Bartsch Fig. 13. m. —

  1. Merkur, stehend mit dem Flügelhute auf dem Kopfe und dem Schlangenstabe in der Rechten. Am Piedestal der Säule stehen die Buchstaben NJ. RO, H. 5 Z., Br. 3 Z. 6 L.,

Dieses Blatt kannte Bartsch nicht. —

  1. Merkur stehend, mit der Linken den Schlangenstab, mit der andern die Flöte haltend. Der Kopf ist in Dreiviertel- Ansicht nach rechts gerichtet. Am Piedestal der Säule steht:
  • MERCVRIO. Unten im Vorgrunde stehen die Buchstaben N R zu den Seiten eine Vase; Dies ist ein Niello, wel- ches Bartsch und Duchesne nicht kannten; H. 2 Z., Br. 1 Z. 3 Linien. N
  1. (53) Orpheus bezähmt durch seine Töne die Thiere. Er sitzt unter einem Felsengewölbe und spielt die Laute. Die Thiere gruppiren sich um ihn, unter welchen man besonders rechts einen stehenden Hirsch und links auf dem Hügel einen Af- fen bemerkt. Dieses Blatt ist nicht bezeichnet, Bartsch legt dabei ohne Bedenken dem Roßberg bei, H. 5 Z. 1 L., Br.

7 Z.

  1. (62) Das Urtheil des Paris. Venus, links des Blattes von vorn zu sehen, hat einen kleinen Spiegel in der rechten Hand, Pallas mit der Lanze steht in der Mitte und Juno mit der Fackel rechts, beide vom Rücken gesehen und mit Lorbeer bekränzt. Links nach dem Grunde zu bemerkt man den Pa-

Es sind alle vier Figuren in einem Zimmer, mit einer Thüre zur Linken und einem Fenster rechts. An der Kupel in der Mitte oben steht: DEVTVR. PVLCRIOR (das I ist nicht sichtbar) 1500. Links unten sieht man: OPUS NICOLETI; rechts: MODENENSIS ROESCH. Daneben liegt ein Grab- stichel auf dem Boden. H. 6 Z. 2 L., Br. 4 Z. 5 L. Dies ist eine gemeine Copie nach Dürer's Blatte, we- ches unter dem Namen der Hexen oder der Grazien be- kannt ist.

Diese Darstellung ist auch niellirt, aber mit Veranderun- gen. Es erscheinen die drei Göttinnen mit Attributen, un- die vierte Person ist die Unehrigkeit, welche den Apfel wirft, indem sie sagt: Pulchriori. Der Urheber dieses Niello ist unbekannt. Duchesne, Essais sur les nielles Nro. 234 beschreibt es.

  1. (50) Die zwei Satyrn und die Ziege. M Letztere frisst, auf den hinteren Füssen stehend, Blätter vom Baume rechts am Rande des Blattes. Am Fusse des Baumes sitzt ein Satyr der Ziegenmilch trinkt, und gegenüber ist ein zweiter, der aus dem Horne trinkt. Im Grunde ist Wald, und zu Täfelchen in der Mitte oben stehen die Buchstaben NI. RCH H. 2 Z. 7 L., Br. 1 Z. 10 L.

  2. Vier Kinder um einen Baum versammelt. Rechts sitzt eines auf einem runden Piedestal, und das zweite stützt den Kopf auf das Knie des ersteren. Das dritte ist zu Pferde und das vierte steht. In der Mitte erhebt sich ein Baum, an welchem ein Täfelchen hängt, auf welchem man OPVS NICOLETI DE MURANO sieht. H. 4 Z. 11 L., Br. 3 Z. 4 L.

Dieses Blatt erwähnt Brulliot.

  1. (64) Die Reiterstatue des Marc-Aurel, auf einem Piedestal nach links gerichtet, und in einem durch zwei Fenster beleuchteten Saale aufgestellt. Am Piedestal steht: QUESTV EL CAVALLO QUESTA ASATO JANNI I ROMA. Unter dem Täfelchen über- dem linken Fenster sieht man: NIELLO. Dieses Blatt ist sehr mittelmässig. H. 7 Z. 0 L. Br. 5 Z. 1 L.

  2. Die Vestalin Lucia, wie sie Wasser im Siebe trägt, um Virginität zu beweisen. Oben an einem Bande hängt ein Täfelchen mit der Namenschrift des Künstlers. H. 4 Z. 11 L., Br. 3 Z. 3 L.

Dieses Blatt kannte Bartsch nicht, Brulliot nennt es und gibt die Abbildung des Täfelchens.

  1. (60) Der römische Ritter, mit dem Helme auf dem Kopfe, das Schwert in der einen, die mit einer Trophäe gefüllte Lanze in der andern Hand, nach rechts hin eilend. Am Boden liegen verschiedene Waffenstücke, und im Grunde sind Ruinen mit einer Nische, in welcher eine Statue steht. Am Piedestal sieht man die Buchstaben N. M. Aus der früheren Zeit des Künstlers. H. 5 Z., Br. 3 Z. 5 L.

In der Engel'schen Auktion galt ein guter alter Abdruck auf 12 kr.

  1. (66) Ein römischer Krieger, im Profil nach rechts. Er hält eine Lanze in der Rechten, und in der andern einen mit einer Trophäe bekrönten Scepter. Rechts und links sind zwei Säulen, und am Piedestal zur Linken steht: DIVO MARTIA. Der Grund ist schwarz. Dieses Blatt (Niello)

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