Rosaspina, Francesco

Rosaspina, Francesco, Zeichner und Kupferstecher , wurde 1760 zu Rimini geboren, und zu einer Zeit zum Künstler herangebildet, in wel- cher die Bemühungen eines Bartolozzi, Volpato und Morghen bereits den wohlthätigsten Einfluss auf die neuere Chalkographie ausgeübt hatten. Rosaspina nahm die Werke dieser Künstler zu Vorbildern, und wurde in kurzer Zeit neben jenen mit Ruhm erwähnt, wel- chen er durch zahlreiche Blätter rechtfertigt. Rosaspina arbeitete in verschiedenen Manieren, und daher findet man von ihm reine Ra- dirungen, Grabstichelarbeiten, Blätter in Punktir-, Crayon- und Tuschmanier. Er ist auch der Erfinder eines schnellen Verfahrens beim Kupferstechen. Man zeichnet nämlich die Skizze des Stiches leicht auf Velinpapier und hält sie über das mit einem weichen Fir- niss überzogene Kupfer, aber so, dass das sehr ausgespannte Pa- pier nicht ganz darauf kommt. Der Kupferstecher, welcher Zeich- ner seyn muss, nimmt einen feinen Stift, und beendet nun die Zeichnung nach der Wirkung, die sie haben muss, mehr mit Strichen als in Punkten. Die Bewegungen seines Bleistifts bringt das Pa- pier auf den Firniss und reisst denselben mehr oder weniger auf, je nachdem sein Korn oder der Bleistift selbst fein oder grob ist, wodurch das Kupfer da entblösst wird, wo der Stich hinkommt. Wenn die Zeichnung fertig ist, giesst man Scheidewasser darauf. Die Blätter zum «wäerfetto Cavaliere» sind in dieser Weise be- handelt. Seine gestochenen Blätter sind auf Glanz berechnet, so wie denn Rosaspina unter den Italiern am meistens dazu

Die Blätter dieses Künstlers sind sehr zahlreich. Zu seinen erstenen gehören jene nach Zeichnungen des Parmiggianino, und die Bilder Correggio, nach den Fresken, welche man 1705 im Kloster des heil. Paulus zu Parma entdeckte. Dann folgte eine Sammlung von Studien zum Unterrichte, und mehrere einzelne Blätter, die mit grossem Beifall aufgenommen wurden, anfangs auch deswegen, weil sich in ihnen der glückliche Nachahmer Bartolozzi's

und gibt. Rosaspina wurde Professor an der Akademie in Bo- logna, Mitglied des französischen Instituts und anderer Akademien. Er hat mehrere tüchtige Schüler gebildet, worunter Giuseppe Rosa, G. Asioli, G. Tomba u. a. sich befinden.

  1. Andrea Appiani, für die Vite dei illustri Italiani gestochen.

  2. Ludovico Ariosto, nach Titian, kl. fol.

  3. Bildniss des Dichters Casti, nach eigener Zeichnung.

  4. Jenes des Paolo Paciardi nach Lucatelli.

  5. Antonio Canova, Scultore, Brustbild nach Appiani radirt olio.

  6. Marc- Antonio Raimondi, für N. Bettoni's Vita di Marcan- tonio etc. Padova 1815, nach Rafael gestochen, gr. 4.

  7. J. B. Bodoni, berühmter Buchdrucker, nach J. Turchi ra- dirt. Sehr Selten, da die Platte nach 50 Abdrücken vergol- det wurde, gr. 8.

  8. Andrea Mazza,

  9. L. Beccatelli, zwei kleinere Bildnisse.

10-11) Brutus und Virgil, zwei herrliche Köpfe nach Anti-

en 1708. 12) Die Bizze eines Kriegers nach Rembrandt, Mus. Napoleon.

  1. Die Kreuzabnehmung, nach Corregio's Bild in der Abtei St. Giovanni zu Parma gestochen, eines der Hauptblätter des Meisters, gr. qu. fol.

Im frühen Drucke vor der Schrift und vor der Dedica- tion an Dom Fernando di Borbone 1802.

  1. Der Evangelist Johannes in Begeisterung gen Himmel blic- kend, nach Correggio, und in derselben Kirche, gr. fol.

  2. Eine Gruppe von Engeln, aus Corregio's Plafond im Dome zu Parma, fol.

  3. Die heil. Familie, wo das Jesuskind dem Joseph Blumen reicht, links Johannes kniend, nach Parmiggiano's Bild des Cabinets Boschi zu Bologna, gr. fol.

  4. Die heil. Familie, Bild nach Guercino in der Gallerie Me- rescalchi zu Bologna gestochen, roy. fol.

  5. Eine heil. Familie, nach J. Cariacci, fol.

  6. Die Madonna mit dem Kinde, vor ihr Margaretha und zwei andere, Heilige, nach Parmeggiano, fol. Mus. Napol.

  7. Die Madonna mit dem schlafenden Kinde, nach G. Reni 1759;

  8. Die Geburt der heilige Jungfrau, nach Albani. Mus. Na-

Bologna

  1. Der heilige Franz, halbe Figur mit gekreuzten Armen, nach Dominichino's Bild der Sammlung Zambeccari zu Bologna meisterhaft gestochen, 4.

  2. Der verlorene Sohn, nach Guercino, für die Reale Gallerie di Torino, illust. da R. d'Azeglio, Torino 1850.

  3. Der reuige Petrus, nach H. Carracci. Reale Gall. di Torino.

  4. St. Francesca Romana, nach Guercino, für dasselbe Werk.

  5. St. Bruno, nach demselben, fol.

  6. Ein Engel fordert Magdalena auf, Busse zu thun, nach G. Reni, fol. Im ersten Drucke vor der Schrift,

  7. Der tode Heiland von der Mutter und von den Engeln be- weint, in der unteren Abtheilung vier Martyrer, nach G. Reni, fol.

  8. Der Kindermord, nach demselben, beide Blätter meisterhaft gestochen, fol.

  9. Die drei Engel bei Abraham am Tische, nach L. Carracci's Bild der Gallerie Zambeccari zu Bologna, Mit Dedication an Georg III. von England, qu. fol.

Im frühen Druck ohne Schrift: Habebit filium Sara etc.

  1. Das jüngste Gericht, nach Rubens, fol. Preis 16 fl. 30 kr.

  2. Die Schlachten Napoleons, nach Appiani's gemalten Basre- liefs mit Longhi, Bisi etc. gestochen, unter dem Titel: Fastes de Napoleon, fol. Dieses Werk kostet 165 fl.

  3. Grosse Allegorie zu Ehren des berühmten Buchdruckers Bo- doni. Es erscheinen darauf die berühmtesten Dichter ältere- rer und neuerer Zeit, und ein Genius krönt den Gefeierte- nen bei der Statue der Minerva. Hoc tibi — inclyte Bodoni etc. Nach J. Bassi 1817 gestochen. s. gr. roy. qu. fol. Leicht gadir in Zeichnungsmanier und mit Tuschton übergangen.

  4. Diana mit ihren Nymphen von der Jagd heimkehrend; eine anmuthige weibliche Gestalt, von den Genossinnen umge- ben, die mit mannigfaltigen Arbeiten der Jagd beschäftigt sind. Dies ist das Deckbild im Nonnenkloster S. Paolo zu Parma. Uebrigens sind in diesem Saale auch noch 16 Lunetten mit grau in grau nach Art der Basreliefs gemalte- ne Bildern aus der alten Mythe, ebenfalls von Rosaspina ge- stochen, so wie andere dazu gehörige Gemälde. Dieses Prachtwerk erschien 1800 bei Bodoni unter dem Titel: Pit- ture di Ant. Allegri esistenti in Parma nel monasterio di S. Paolo, 35 Blätter, von F. Vieira gezeichnet, und in Crayon- Manier gestochen.

  5. Amor in der einen Hand ein brennendes Herz, in der an- deren einen Pfeil haltend, Amor l'ha posto come segno etc., nach Barbieri punktirt, roy. fol.

  6. Der Friede zündet mit seiner Fackel die Waffen an. Il vo gridando pace etc. nach demselben punktirt, 1801 roy. fol. Es gibt von diesen beiden Blättern Abdrücke vor der

Schrift.

  1. Venus und Amor, nach demselben, 1802. fol.

  2. Die Charitas, nach L. Carracci, fol.

  3. Der den Bogen spannende Amor, nach Franceschini punk- tirt, ein Preisblatt, qu. fol.

  4. Festeggiamento degli amori per la rapita Proserpina. Der Raub der Proserpina, mit tanzenden Amoretten, nach Alba- ni's berühmtem Bilde aus der Sammlung Sampieri, jetzt in der Gallerie zu Mailand, gestochen, gr. qu. fol.

  5. Pitture di Antonio Allegri esistenti in Parma nel Monasterio di S. Paolo, 35 in Crayon-Manier gestochene Blätter, nach F. Vieira's Zeichnung, welche 1800 zu Parma bei Bodoni erschienen. Das Hauptblatt aus dieser Sammlung, Diana's Jagd, haben wir schon oben genannt.

  6. Eine Folge von 25 Blättern, in Crayon-Manier und in Hell- dunkel, nach den schönsten Zeichnungen von Parmeggiano, unter dem Titel: Celeberrimi Francisci Mazzola Parmensis gra- phides per Ludovicum Inig Bononiae collectae editaeque Anno MDCCLXXXVIIN. Die Besitzer der Zeichnungen sind bei jedem Blatte angegeben, gr. fol.

  7. Eine Folge von 14 kleinen Blättern nach Zeichnungen von Parmeggiano.

  8. Eine Folge von 12 Blättern nach Handzeichnungen von Ra- fael, A. und L. Carracci, G. Reni, P. del Vaga, Tibaldi, Gandolfi etc. in verschiedenem Formate,

  9. Disegni originali di Raffaello per la prima volta publicati esistenti nella R. R. Academia di Belle Arti di Venezia (herausg. v. Abbate Celotti). 30 Facsimiles von Rosaspina und Scotto gestochen. Die Handzeichnungen hatte G. Bossi ge- sammelt. Venezia 1820, fol. Auch für G. Bossi's Werk: Del cenacolo di L. da Vinci, Milano 1810, gr. 4., hat Rosaspina ein Blatt gestochen. Pinacoteca della Pontificia Academia in Bologna, publ. da F. Rosaspina. Bologna presso l'Autore 1830, gr. fol. Die- ses Werk enthält 72 schön gestochene Blätter von F. Rosa- spina selbst, von G. Rosaspina, G. Tomba u. A. Il perfetto cavaliere, Sammlung von Pferden aller Rassen und alles dessen, was die Reit- und Veterinärkunst betrifft, in der von Rosaspina erfundenen Manier behandelt, wovon oben bemerkt wurde. Man hat die besten Zeichnungen Ver- net's copiert, Figuren und passende Umgebungen hinzuge- fügt. Die Art des Stiches kommt der Lithographie sehr nahe.

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