Roos, Philipp Peter, genannt Rosa di Tivoli, wurde 1655 (1657) zu Frankfurt geboren, und von seinem Vater J. Hein. Roos in der Malerei unterrichtet. Im Jahre 1677 liess ihn der Landgraf von Hessen - Cassel nach Rom reisen, um daselbst seine Ausbildung zu vollenden. Er entwickelte anfangs unter Leitung des H. Brand auch viele Thätigkeit, wozu ihn aber die liebenswürdige Tochter des Meisters spornte. Roos nahm 1679 ihr zu Lieb sogar die katho- lische Religion an, und floh mit dem unerfahrenen Mädchen nach Tivoli, wo sie aber später als seine Gattin nur Kummer und Sor- gen erndtete. Rosa, von der Schilderben Mercurius genannt, hatte sich der Schwelgerei ergeben, und nur dann die Schenke verlas- sen, wenn der Wirth nicht mehr borgen wollte. Jetzt war es Zeit zu arbeiten, um Geld zu gewinnen, und Roos blieb bis an sein Ende der alte berüchtigte Schwelger. Im Jahre 1705 starb er. Rosa di Tivoli malte Landschaften mit Thieren, welche grossen Beifall fanden. Es zeigt sich darin ein ernstes Stu- dium des Thierlebens, und ungewöhnliche Sicherheit in der Darstellung. In Goethe's Winckelmann wird ihm an Kühnheit und Kraft Castiglione nachgesetzt, er ist aber flüchtiger und ohne son- derlichen Reiz der Farbe. In der k. k. Gallerie zu Wien sind drei Bilder von ihm; auch die Gallerien zu Dresden, Schleissheim, Cassel u. s. w. bewahren Werke von Rosa di Tivoli, Mehrere kamen nach England und Russland . Seine Zeichnungen sind in Tusch , mit der Feder oder mit Rothstein behandelt. Einige sel- tener Werke sind auch gestochen: von P. Monaco die Herde des Laban an der Tränke; von C. Ziegler zwei Landschaften mit schö- nen Thiergruppen; von H. Tischbein eine Thierherde; von M. C. Prestel ein sehr grosses Aquatintablatt mit Böcken und Schafen in einer römischen Landschaft; von P. C. Canot der Hirte unter der Herde; von W. Elliot eine Ansicht von Tivoli; von Wool- lett eine Landschaft mit Thieren; von Bernard eine Hirte zu Pferde mit der Herde etc. Rosa di Tivoli soll selbst sehr fein und geistreich geätzt ha- ben; allein seine Blätter müssen nicht bekannt seyn. In den rei- chen Sammlungen eines Aretin, Sternberg-Manderscheid, Riga u.
Roos malte aber nicht allein Bildnisse, welche immerhin die größere Anzahl ausmachten; er malte auch historische Staffelei- bilder, Landschaften mit Thieren. Bartsch scheint indessen nicht geglaubt zu haben, dass dieser Künstler im Fache seines Vaters Etwas geleistet habe, weil er die Zeichnungen der von ihm radir- ten Landschaften mit Thieren dem Heinrich Roos beilegt; allein im Cabinet Veit, dann im Cabinet des Directors Spengler in Co- logne war eine Landschaft mit Hirten und Vieh, welche leicht in schwarzer Kreide behandelt, hinlänglich beweist, dass Roos in diesem Fache sehr bewandert war.
Das Todesjahr des Künstlers ist unbekannt; Pilkington will aber wissen, dass er ein Alter von 60 Jahren erreicht habe. Man weiss auch nicht, wo er gestorben ist.
Man findet mehrere Bildnisse, die nach Th. Roos gestochen wurden, und dann eine Folge von Landschaften, die er, wahr- scheinlich nach eigener Zeichnung, selbst radirt hat. Sie sind mit Ruinen und Thieren geziert, und besonders gut der Charakter der letzten erfasst. Auch die Abstufung seiner Landschaftsgründe und der Effect des Helldunkels ist ansprechend. Die Arbeit findet man aber etwas trocken, da er seine breiten Schatten mit geraden Li- nien, wie es scheint mit dem Lineal gezogen, zu deien pflegte. Bartsch P. gr. IV. 209 ff. beschreibt eine Folge von sechs solchen Blättern, und eines fügen wir bei.
– 6) Eine Folge von Landschaften. H. 3 Z. 8.—10 L. Br. 3 Z. 5—6 L.
Das Titelblatt mit mehreren antiken Ruinen im Vorgrunde,
worunter sich ein Säulenschaft bemerkbar macht, an wel- chen ein Stein gelehnt ist, auf welchem man liest: Theodo- rus Roos Fecit Anno MDCLXVII.
In Mitte dieses Blattes treibt ein Mann zwei Ochsen und eine kleine Schafheerde längs der Mauer hin. Auf der Te- rasse rechts erheben sich Bäume und in Mitte des Grundes ein großes Haus.
Das Mausoleum auf zwei Säulen errichtet, von Gesträuchen umgeben, und links des Blattes. Rechts vorn sitzt die Spin- nerin neben dem Hirten, dessen kleine Herde ruht.
Die zwei Hirten, welche im Flusse ihre Herde tränken, die
Ein anderes verfallenes Stadtthor in Mitte des Blattes, wel- ches an ein Gebäude stösst, das sich recht hinzieht. Vor dem Thore sind zwei Bäume, und nach links hin sitzt ein Mann und ein Weib mit dem Korbe bei einem Steinhaufen.
Eine hl. Familie, halbe Figuren. Maria hält das Kind, Jo- seph zeigt ihm einen Apfel, und rechts ist der kleine Johan- nes mit dem Kreuze. Oben rechts: T. Roos fec. 1671. Sehr zart und geistreich radirt, aber sehr selten, und auch Bartsch unbekannt. In der Sammlung des Grafen Sternberg-Manderscheid war ein Abdruck, welchen Frenzel beschreibt Nro. 2034. Das Format ist kl. 4.
3008 9" Chevalier de, s. J. B. de la Rose. 300888 Beiname von N. N. Liemacker,
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