Rombouts, Theodoor

Rombouts, Theodoor, Historien- und Bildnissmaler von Antwerpen , war Schüler von Corn. Jansens, und schon ein geübter Künstler, als er sich nach Italien begab. Er fand am Hofe zu Florenz Beschäftigung und grossen Beifall, der ihm auch in der Heimath nicht fehlte, obgleich er da einen mächtigen Nebenbuhler hatte. Es ist dies Rubens, mit welchem Rombouts in die Schranken treten zu müssen glaubte. Er malte gleich diesem grosse historische Bilder, und suchte ihn in Zeichnung und Ausdruck zu überbieten. Rombouts war in diesem, für ihn nicht gleichen Kampfe, auch öfter sehr glücklich, da er eine glühende und kräftige Färbung hatte, und mit grosser Leichtigkeit arbeitete. Sein Opfer Isaak's und die Themis im Justizsaale zu Gent, hatte selbst Rubens bewundert. Auch im k. Museum zu Antwerpen ist ein sehr schönes Bild von ihm, welches die heil. Familie in einer Landschaft vorstellt. Ausser den historischen Bildern hat man von diesem geschickten Künstler auch Genrestücke, welche Muselgesellschaften, Quacksalberbuden, Trinkgelage u. s. w. vorstellen. In der kgl Pinakothek zu München sieht man eine Gesellschaft mit einem Zitherspieler, ein sehr hübsches Bild. Dann schreiben Einige diesem Künstler auch Landschaften zu, die aber wahrscheinlich alle dem J. Rombout angehören. Wir möchten glauben, dass Rombouts die Landschaft gar nicht behandelt habe, da der landschaftliche Theil im Bilde des Museums zu Antwerpen von Wildens herrührt. Auch die genannten Genrebilder dürften ihm nicht alle angehören, denn es gibt auch einen älteren Rombouts, der in Teniers Manier malte, und vielleicht auch einigen Anspruch machen könnte, wenn sie nicht alle von ihm herrühren. Dieser Rombouts sen. starb 1642, der Historienmaler aber 1640, ungefähr 43 Jahre alt. Van Dyck hat sein Bildniss gemalt und P. Pontius es gestochen. Dann wurden auch einige Bilder des Th. Rombouts durch Kv-

dedicirte das Blatt dem Bischofe Anton Triest in Gent. Diese Dar- stellung ist dann auch von der Gegenseite gestochen, wo der in Dornen verwickelte Widder links erscheint, Man liest darauf: Poscit Abrahamus etc. Gaspar ex. ...; gr. fol. P. de Bailliu stach die heil. Familie in einer Landschaft, Elisabeth und Johannes rechts; A. Conrad stach das Innere einer Kirche, mit Petrus, der Christus um-, verläugnet, und S. A Bolswert überdiess noch ein Genrebild, wel- ches einen bärtigen Mann mit dem Notenbuch vorstellt, wie er ei- ner jungen Frau vorsingt, halbe Figuren: Musicæ docta facit etc., ein grosses Blatt, copirt von du Four, mit dem Titel: Maître de musique. De Longueil stach das Bild der Götterversammlung aus der Gallerie Orleans.

Dann sagt Füssly, dass Rombouts selbst in Kupfer radirt habe, und zwar Bildnisse zu Pferde. Der jüngere Füssly glaubt, da- runter gehöre ein Bildniß Christian IV. von Dänemark. Keine nähere Bestätigung dieser Angabe fanden wir nicht, in der Samm- lung des Grafen Sternberg-Manderscheid war aber ein anderes Blatt dieses Meisters, welches der grossen Seltenheit wegen wenige seines Gleichen haben wird. Es wurde für die kgl. sächsische Ku- ferstichsammlung um 50 Thlr. angekauft.

  1. Die Spieler, Gruppe von acht halben Figuren um einen Tisch. Links ist ein Offizier mit Federhut und Degen, mit den Karten in der Rechten. Gegenüber deutet ein anderer mit der Linken nach den Karten, die ihm eine junge Frau vor- hält. Neben dieser sitzt ein Altarist mit der Brille, welcher ebenfalls die Karte betrachtet, die seine junge Nachbarin in der Hand hält. Dieses sehr breit, kräftig und geistreich ra- dirte, theilweise mit dem Grabstichel überarbeitete Blatt ist ohne Namen. Frenzel (im Cataloge der Sternberg'schen Sammlung) legt es aber dem Rombouts bei. H. 9 Z. 8 L., Br. 14 Z. 8 Linien.

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