Romano, Vincenzo, Maler, einer der geschicktesten Meister aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, dessen wahren Namen aber weder Lanzi, noch Fiorillo u. a. kannten. Ersterer scheint ihn mit Vincenzio da S. Gimignano zu verwechseln, letzterer und Ga- gino haben nur oberflächliche Kunde von einem V. Romano, sein wahrer Name aber ist in den Memorie di Polidoro da Carravaggio, seines Freundes, erhalten. Er heisst V. Anemolo, wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Palermo geboren, und kam in jungen Jahren nach Rom , wo er mit Polidoro Freundschaft schloss, und dessen Unterricht genoss, bis er Gelegenheit fand, in Rafael's Schule aufgenommen zu werden. Er nahm während seines langen Aufenthaltes in Rom auch an einigen Arbeiten Rafael's, und an mehreren des Polidoro Theil; bei der 1527 erfolgten Einnahme Roms floh er aber, um in sein Vaterland zurückzukehren. Allein das Schiff wurde durch einen heftigen Sturm verschlagen, und er
Von Messina aus begab sich Vincenzo nach Palermo , wo er ebenfalls seinen Ruf gründete, und für einen Römer gehalten wurde, was aus Baron. de Majest. Panorm. lib. III. 4100. erhellt. In den Kirchen Palermo's sind mehrere Bilder von ihm, und darunter ist eine bewunderte Himmelfahrt am Hauptaltare des Klosters della Martorana. In der Pfarrkirche von St. Jakob sieht man eine Geißlung Christi, und in der Capelle dasselb andere Bilder von 1542. In der Kirche della Gancia der Observanten bewundert man zwei Altarbilder, welche weniger erfahrene Kenner für Werke Raphael's nehmen konnten. Das eine stellt die Vermählung der heil. Jungfrau dar, das andere den heil. Eremiten Corrado. Diese Bilder werden in den Memorie de' pittori Mess. 1821 p. 70 aufgezählt, wir finden aber jenes Triumphes des Todes nicht erwähnt, von welchem Fiorillo spricht. Der Tod ist zu Pferde dargestellt und reitet über Fürsten, Könige, Päbste etc. hin. Der Bildhauer Jacopo del. Duca, ein Mitschüler Michel Angelo's, soll gesagt haben, wenn letzterer in Palermo gewesen wäre, so würde man denken, er hätte manche Idee seines Jüngsten Gerichtes aus jenem Bilde entlehnt.
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