Rolli oder Roli und Rolinus, Giuseppe Maria

Rolli oder Roli und Rolinus, Giuseppe Maria, Maler und Radierer, geboren zu Bologna 1645, war anfangs Schüler von G. B. Caccioli, bis sich D. M. Canuti seiner annahm. Er verzierte viele Kirchen und Paläste mit historischen und anderen Darstellun- gen, besonders in Fresco. In S. Paolo zu Bologna malte er die Bilder des Gewölbes und sein Bruder Anton die Architektur, wo- bei aber letzterer verunglückte. Joseph's Ruhm drang auch ins Ausland. Er wurde nach Rastatt berufen, um das Schloss auszu- zieren. Rolli entledigte sich seines Auftrages auf das vollkommenste und erntete so den größten Beifall. G. A. Caccioli und P. A. Farina leisteten ihm da hilfreiche Hand. Nach seiner Rückkehr musste Rolli eine Handlung übernehmen, welche aber der des On-

Dieser Künstler hat auch mehrere Blätter radirt, die zu den schönsten ihrer Art gezählt werden können. Rolli behandelte die Nadel sehr zierlich und sorgfältig, und dabei mit solcher Sicher- heit in der Lage der Striche, dass man ein gestochenes Blatt vor sich zu haben glaubt. Auch in der Zeichnung sind seine Arbeiten zu rühmen. Sie sind mit seinem Namen oder mit den Initialen desselben bezeichnet. Bartsch, P. gr. XIX. p. 318 ff. verzeichnet 6 Blätter von ihm, und als Anhang eine von Gori erwähnte Taufe Christi, welche aber Bartsch dem D. Bonavera vindicirt. Mattioli ra- dirte nach ihm das Blatt Nro. 124, und Episcopius stach zwei auf Wolken getragene Figuren,

  1. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Schoosse sitzend, von Wolken umgeben, aus welchen ein Lichtstrahl dringt, in welchem sechs Cherubimköpfe erscheinen. Das Jesuskind steht und hält einen Vogel in der Hand. Links unten im Rande steht der Name »Carlo«, wesswegen man die Zeich- nung dem C. Cignani beilegt. Der Radirer hat sich nicht genannt, man erkennt aber den G. M. Rolli als solchen. H. 11 1/2 Z. und 2 L, Rand, Br. 8 Z. 5/8 L.

  2. Lucretia im Momente sich zu erdolchen. Es kommen drei Krieger heran, und im Grunde rechts schwört Collatinus dem Tarquinius Rache, Im Rande unten: Canutus Inuen. G. Rolinus Fec. H. 3 Z. 3 L., Br. 6 Z. 4 L.

Gori und Heinecke erkennen in dieser Darstellung die Marter der hl. Margaretha.

  1. Die Charitas auf Wolken von drei Kindern umgeben, nach dem schönen Bilde des Lod. Carracci in der Dominikaner Kirche zu Bologna. In einer Einfassung von Laubwerk, oben mit zwei Cartouchen. Links unten: L. C. In., rechts Gioseffo Rolli f. H. 12 Z. 3 L., Br. 7 Z. 8 L.

  2. Die Religion und Urania, erstere auf dem Throne sitzend mit einem Engel, der das Kreuz hält, Urania vor ihr knieend, Rechts oben tragen Engel das Wappen des Papstes Gregor XII. Ein anderes Wappen sieht man links unten am Throne. Bezeichnet ist man: Joseffo Rolli In. et F. H. 10 Z. 9 L., Br. 7 1/2.

  3. Die Zeichenkunst, eine weibliche Gestalt mit dem Reiss- brette, neben ihr der Genius der Malerei, halbe Figur. Un- ten im Rande: Lau. Pasinellus Pinxit. Joseph Rollius inci- dit. H. 12 Z. mit 2 L. Rand, Br. 9 Z. 2 L. ;

  4. Das Wappen des Cardinals Boncampagni, von fünf geflügel- ten Genien umgeben, die man links auf einer Wolke sieht. Nach links hin am Piedestal der Balustrade steht: Gm. Piz- zoli In., rechts unten an der Säule: G. Rolli fe. H. 9 Z.;

  5. Titel zu einem Zeichenbuche nach Guercino, links dessen Bildniss von zwei Engeln gehalten. Giuseppe Rolli fec. Geistvoll radirtes Blatt, nicht im Bartsch qu. fol.

  6. Die Taufe Christi im Jordan, nach einem Gemälde Albani's in S. Giorgio zu Bologna, wird von Gori dem G. M., Rolli beigelegt, Bartsch aber hält es für die Arbeit Dom. Bonavera,

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