Roland Mois, nennt Bermudez unsern Roland Mois, sagt aber, der Künstler habe gegen Ende des 16. Jahrhunderts gelebt.
Bolland, Philippe Laurent, Bildhauer, geboren zu Lille 1746, war Schüler von Pajou, bis er mit dem großen Preise beehrt, nach Rom sich begab, um unter Leitung der berühmtesten damals in Rom le- benden Meister seine weitere Ausbildung zu verfolgen. Nach seiner Rückkehr wurden ihm zahlreiche Aufträge zu Theil, sowohl vor der Revolution als nach derselben, da Roland einer der geschicktesten Mei- ster seiner Zeit war. Er wurde auch Mitglied des neuen Instituts, und Professor an der kgl. Schule der schönen Künste zu Paris , wo er zahlreiche Werke hinterließ, die teilweise im Auftrage der Regie- rung hervorgingen. Er fertigte viele Bildnisse und Idealköpfe. Von den ersteren nennen wir die Büste seines Lehrers Pajou in Marmor, jene des Admirals Ruyter, des Eustach Lesuecur in Marmor für das Musée Napoleon, des Senators Tronchet, des Chemikers Chaptal, dann die Büste seiner Tochter, eines jungen Mädchens von idealer Schönheit u. a. Einen zweiten Theil seiner Werke machen die Statuen aus. Im Jahre 1802 führte er die Statue des begeisterten Homer für die Regierung in Marmor aus, und 1804 jene des Solon für den Saal der Senatoren. Im Jahre 1806 erhielt er von der Regie- rung den Auftrag, die Statue des Erzkanzlers Cambacérès in Marmor auszuführen, ein Werk, das durch Mme. Gaillard Monnet's Kupferstich bekannt ist. Von 1812 ist die Marmorstatue des Fran- çois Denis Tronchet, welche ihm ebenfalls vom Gouvernement be- stellt wurde. Dann fertigte er auch eine colossale Statue des Kaisers Napoleon im Ornate, die 1807 im Sitzungssaale des Instituts aufgestellt wurde. Eine zweite stellt den berühmten Malesherbes vor, und das letzte Werk des Künstlers ist die Statue des großen Condé, welche die Brücke Ludwig XVI. zieren sollte. Roland hatte kaum das Modell vollendet, als er 1816 mit Tod abging. Jetzt sieht man diese Statue im historischen Museum zu Versailles. (Gest. von Rihierre). Eine Statue der Minerva, in Stein ausgeführt, wurde zur Zierde der großen Stiege des Corps législatif aufgestellt. In Bronze existiert eine Gruppe mit einer Bacchantin. Werke dieser Art hinterließ Roland wenige, zahlreicher sind die Basreliefs. Im Palais zu Fov- tainbleau ist ein Basrelief der neun Musen, am Haupteingang des Louvre ist ebenfalls ein Basrelief von ihm, welches ehedem den Pe- ristyl des Pantheon zierte. Er fertigte auch die Cariatyden des alten Theaters Feydeau, und mehrere Sculpturen des Gartens de! Tuilerien und des Luxembourg.
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