Roghman oder Roghman, Zeichner

Roghman oder Roghman, Zeichner, Maler und Radierer von Amsterdam , würde 1630 geboren, man weiss aber aus seinem Leben fast nur, dass er gearbeitet habe, und G. van den Eekhout's und Rembrandt's Freund gewesen sei. Dagegen hatte er den Verlust eines Auges zu Haage erlitten; er stach sehr viele Zeichnungen, welche meist in Ansicht von Schlössern, Burgen u. s. w. bestehen. Pieter van Amstel besass 24 Zeichnungen, welche väterländische Burgen und Schlösser vorstellen, mit schwarzer Kreide und Tusch behandelt. Sie wurden bei dem Kauf jener berühmten Sammlung mit 2000 Gulden bezahlt. J. Schijnvaet hat eine Anzahl derselben im Sinis, Schatkamer der Nederlandsche Oudheden gestochen. Bei der Ploos'schen Sammlung von Roghman's Zeichnungen war auch das Bildniss des Künstlers, nach einer Gemälde G. van den Eekhout's von J. Stolker, gezeichnet. Letzterer aber lieferte das Werk. Der Künstler lehnt an einer Balustrade, und hält eine Zeichnung in der Hand, welche die verfallene Abtei von Egmond vorstellt. Vor ihm liegt ein Kurstab und ein Paar seiner Zeichnungen, im Grunde ist Architektur. Stolker hat dieses Bildniss auch gestochen. Darunter liest man, dass Roghman 1687 gestorben sei, wahrscheinlich zu Amsterdam im Oude Mannenhuis, worin Roghman nach Houbraken noch wohnte. Dieser Künstler hat auch viele Blätter radirt, die theilweise im gutem Werthe stehen. Sie sind schmal, oft nachlässig hiergrissen, und wenn das Scheidewasser das erstemal nicht haftigte hatte, unterwarf er die Platte einer zweiten Operation. Die Abdrücke davon erscheinen nach Bartsch roh und wie im Groben entworfen. Auch fremde Retouche ist über die Platten hingegangen, was sicher die meiste Schuld an jenem rohen Ansehen hat. Bartsch P. gr. IV. p. 136, beschreibt 33 Blätter von diesem Künstler, gibt aber als Anhang zwei Folgen, von denen eine der Gertrud Roghman angehört. Die andere: Verscheyde Ghesechten in't Haechsche Bos etc., möchte ich bei dem P. Nolpe 279 ein, beide aber werden gewöhnlich dem Werke Roghman's angehört. Unten folgt Näheres darüber. Auch geben wir einige Zusätze, besonders nach dem Rigal'schen Catalog.

1 — 8) Verschiedene holländische Ansichten, erste sehr seltene Folge von acht Blättern. M. 4. Z. 9 — 10 12 Z. Br. 6 Z. Bartsch sagt nichts von einer Numerirung, Regnault, Delalande scheint aber in der Sammlung des Grafen Rigal ein numerirtes Exemplar gefunden zu haben, weil er schreibt: „cette suite des Dess. de 1 à 8". Die Blätter folgen auch in anderer Ordnung als bei Bartsch. Die Namen der vorgestellten Ortschaften stehen oben am Himmel. Nach dem Catalog Rigal folgen die Blätter, in dieser Ordnung:

  1. Ryswyck. Links unten im Rande: Roelant Roghman invent. et fecit, rechts Clemmont de Ionge Excudit, (Bi 8)

  2. Hedickhuysen. (B. 5.)

  3. Monster. (B. 7.)

  4. 't Veer by Schoonhoven. (B. 3.)

  5. De Maersse en Maersschevencische Kerck. Links unten: R. Rog- hman fecit. (B. 6.)

  6. Oude en nieuwe Kerck tot Slooten. In der Mitte unten: Rogh- man. (B. 4.)

  7. Velzen. (B. 2.)

  8. Slooten. (B. 3.)

  9. Dieses einzelne Blatt wurde in der Sternberg'schen Auk- tion mit 3 Thlr. bezahlt.

9 — 16) Verschiedene Ansichten aus Holland, zweite Folge von acht Blättern, unten in Mitte des Randes nummirt. Der Name des Ortes steht oben, H. 4 Z. 8 L., Br. 7 Z. 0 — 8 Linien.

Diese Folge von schön und geistreich radirten Blättern wurde in der Sternberg'schen Auktion mit 11 Thl. bezahlt.

  1. Buyten Naerden. Unten im Rande: Roelant Roghman in- ventor et fecit, Clement de Jonghe excudit,

  2. (2) Buyten Haerlem, a

  3. (3) Buyten Utrecht.

  4. (4) Buyten Campen. Unten links: R. Roghman f.

  5. (5) 't Utrecht. Links unten: R. Roghman f.

  6. (6) 't Seuniger bos.

  7. (7) 't Maerseveen. Links unten R. Roghman f.

  8. (8) Aerckel. Mit R. R. bezeichnet, wovon Bartsch nichts erwähnt.

17 — 24) Verschiedene holländische Ansichten, dritte Folge, rechts unten in der Ecke des Randes nummirt. H. 4 Z. 8 L., Br. 7 Z. 0 — 8 L.

Diese Blätter sind sehr schön und kräftig radirt.

  1. Vor der Adresse: C. de Jonghe excudit, II. Mit derselben.
  1. (1) Wateringe. Links unten im Rande: Roelant Roghman invenit et fecit.

  2. (2) Heesbeen.

  3. (3) Abcou.

  4. (4) Santvoort,

  5. (5) Tienhooven,

  6. (6) Amyden,

23.) (7) Rysbergen.

  1. (8) Den Bergh. Unten im Rand. R. Roghman fec.

25 — 32) Ansichten aus Deutsch-Tirol, zwischen Kempten und Innsbruck, von Bartsch Ansichten aus Italien genannt, acht Blätter, unten in Mitte des Randes nummirt.

Einige dieser Blätter haben die Adresse des Jeremias Wolf von Augsburg, dieser aber ist nicht der erste Verleger, son- dern derjenige, welcher die Platten bereits mit dem Grabsti- chel übergangen hat. Der erste Herausgeber ist M. Küsell, dessen Adresse auf dem ersten und letzten Blatte, aber nur sehr selten gefunden wird. Die übrigen Blätter sind ohne Adresse. Die alten Abdrücke haben das Gepräge einer zar- ten Radirung. Bartsch wusste nur von Abdrücken aus Wolffs Verlag, mit dessen einfacher Adresse; in der Sammlung des Grafen Sternberg waren aber auch Abdrücke mit der Adresse: Probst et Wolff excud. Aug. Vind. Dies sind die spätesten Abdrücke, da Probst Wolffs Schwiegersohn und Erbe ist.

In der Sammlung des Grafen Rigal war ein erster Abdruck, der am Himmel noch einige unvollendete Stellen hatte, aber bereits mit Küsell's Adresse versehen war, (Melchior Küsell in der Collergasse.) –

Die zweite Abdrücke haben die Adresse: Jeremias Wolff Excud. Aug. Vind.

  1. (2) Das Felsthal, im Vorgrunde rechts zwei Männer mit ei- nem Hunde am Wasser. In gleicher Grösse.

  2. (3) Eine Gebirgspartie mit einem Flusse, an dessen Ufern Bäume stehen. An einem der beiden Bäume links vorn steht ein Mann, und ein Reisender sitzt am Fusse des anderen. An diesen Baum ist auch die Butte gestellt, von welcher Bartsch das Blatt benennt. Rechts unten im Rande ist Wolff's Adresse H. 4 Z. 10 L., Br. 6 Z. 1 ½.

  3. (4) Hohe Felsen mit einer grossen Höhle zur Linken, rechts vorn erhebt sich eine halb dürre Fichte. In gleicher Grösse.

  4. (5) Hochgebirge, nach rechts ein Kreuz, vor welchem der Hirte liegt, dessen Heerde überallhin zerstreut ist. Rechts unten im Rande ist Wolff's Adresse. In derselben Grösse, wie Nro. 27. N° 5

  5. (6) Der Wasserfall, der sich vom rechten Rande nach der Mitte hin erstreckt. Links sind vier hohe Bäume und drei Stück Wild. H. 4 Z. 4 L., Br. 5 Z. 5 L.;

  6. (7) Die bedeckte Brücke über einen Fluss, der die ganze

Breite einnimmt, im Vorgrunde Schaafe und Ziegen. H. 4 Z. 10 L., Br. 6 Z.

  1. (8) Felsige Gegend mit einem Wagen im Mittelgrunde, rechts vorn ein Mann neben dem Pferde gehend, und ein zweiter folgt mit dem Stocke nach. Rechts unten im Rande ist Wolff's Adresse. In gleicher Grösse.

  2. Der Durchbruch des Dammes von Houtewael an zwei Stel- len; die Bewohner fliehen. Oben steht: Het doorbreecken van den Dijck by Houtewael, op sondach den 5. Maert Ao.

  1. Links sieht man am Horizont das Dorf Nieuwlandt, dessen Namen man auf dem Blatte liest. H. 3 ½ Z. 11 L.,

Br. 9 Z. 3 L.

Dieses Blatt ist sehr selten, noch seltener aber scheinen die drei folgenden zu seyn, da Bartsch von keinem dersel- ben Kunde hatte. Nur Nro. 33 ist von Bartsch beschrieben, die drei folgenden fadd Regnault – Delalande in der Samm- lung des Grafen Rigal vor, und beschreibt sie sub Nro. 33

  1. Der Durchbruch des Dammes bei Jaaphannes; Links sind drei Fahrzeuge, wovon das erste mit Faschinen, die anderen mit Menschen gefüllt sind Gegen den Mittelgrund hin be- merkt man das Gasthaus Bocht, links die Dörfer Raerdorp und Durckerdam, rechts Jaaphannes und Diemen, die über- schwemmt werden. Oben steht: Den doorgebroken Dijck by Jaaphännes. H. 6 Z. 3 L., Br. 19 Z.

Die Herstellung des durchgebrochenen Dammes bei Houte- wael. Links ist der neue Damm und ein Haus für die Ar- beiter. Am Horizonte sieht man die Dörfer Durckerdam und Diemen, und das Diemer Meer. An einem Stücke des ruinirten Dammes sind Männer und Weiber, deren Habe zu

Grunde gilg. und man bemerkt einen Reiter, eine Dame und ein Kind, Oben steht: Den doorgebrocken Dijck by Houtewael, und am Boden gegen die Mitte hin: Roelant Roghman fecit. H. 5 Z. 3 L., 8: 19 Z.

  1. Der Durchbruch des Dammes von Johannes. Rechts sind vier Reste des Dammes, und darauf retten sich Menschen. Oben steht: Aldus vertoonden hem't gadt aan Jaaphannes, H. 3 Z. 11 L., Br. 9 Z. 5 L.

Diese vier Darstellungen waren auf einer Platte gestochen und durch einen Rand von 1} Linien getrennt. Im unteren Rande steht die Erklärung in holländischer Sprache, und rechts liest man: t'Amsterdam By Lodewyck Spillemout Boekvercooper inde Calverstraat. Höhe der Platte mit dem einen Rande 15 Z. 9 L., Br. 19 Z. 1 L.

37 — 42) Eine Folge von sechs Ansichten aus dem schönen Walde beim Haag, mit folgender Schrift im Rande des er- sten Blattes: Verscheyde Ghesichten, in't Haecsche Bos na't Leven geteyckent door Roelant Rogman. H. 7 Z. 8 L., Br. 9 Z. 6 — 7 L.

Diese Folge rechnet man gewöhnlich den Werken des R. Roghman an, ohne gerade bestimmt zu glauben, dass sie wirklich von ihm herrühre. Auch Bartsch ist im Zweifel, und hält eher den Peter Nolle für den Stecher, mit dessen Adresse das erste Blatt versehen ist. Allein Nolle hat wahrschein- lich nur die Platten retouchirt, und fast alle Spuren der ur- sprünglichen Nadel verwischt. Er bediente sich bei dieser Überarbeitung des Kupferstichels und punktierte hinein. Dass aber die Platte nur durch die Retouche dieses Ansehen erhal- ten haben, ist offenbar, weil sich jedoch nur höchst selten Original-Abdrücke finden, wo keine Spur von Retouche zu bemerken, und die Nummern fehlen. Solche einzelne Abdrücke sind aus den Sammlungen von Josi, Fürst Schwarzenberg, H. v. Guttenberg, R. Weigel bekannt. Bartsch sah keinen solchen Abdruck, hatte aber Kunde, dass in der Samm- lung Maarseveen's zweierlei Abdrücke von dieser Folge wa- ren, die eine mit R. Roghman fecit et exeudit, die andere mit der Adresse N. Vischer et P. Schenk bezeichnet. Die Folge mit der alleinigen Adresse des Nic. Vischer enthält noch treffliche Radierungen.

I. Mit dem Namen und der Adresse R. Roghmans.

II. Mit der Adresse: Peter Nolpe Excudit t'Amsterdam. III. Ex Formis Nicolai Vischer, IV. Mit den Adressen von N. Vischer und P. Schenk (?)

  1. (1) Das Titelblatt, mit einem Mann zu Pferde und einem Jäger mit der Flinte, Im Rande: Verscheyde Ghesichten etc.

  2. (2) Der Bauer mit dem Korbe und einem Stocke auf dem Wege, links zwei Jäger mit drei Hunden.

  3. (3) Landschaft mit vier Figuren. Ein Mann lehnt sich auf einen Stock und der Hund ist hinter ihm. In einiger Entfer- nung kommt ein zweiter, kleinerer Mann gegen den Be- schauer heran, und im Grunde geht eine männliche Figur neben einem Reiter.

  4. (4) Die Herde von acht Ziegen, die rechts vorn weiden, wo man den Hirten mit dem Stocke sieht.

  5. (5) Der Mann mit dem langen Stocke zwischen zwei Baum-

gruppen.

  1. Roghman, Gertrud. . . 347

  2. (6) Der Hirsch und die Kuh' links aln Wasser, rechts sind zwei andere Stücke Wild. : / ©0

  3. Der Tod der beiden Brüder de Wit. Sie hängen nackt an einer Leiter im Walde, von dem Scheine der Fakel beleuch-

get; welche ein Mann trägt, dessen Begleiter sich entsetzt.

Links unter den Bäumen ist ein Reiter, dem ebenfalls der

Diener mit der Fakel leuchtet. Im Vordgrunde ist ein gros-

ser Pfahl. Ohne Namen, aber von Delalande im Catalog

Iuc.4 Riche dem R. Roghmann beigelegt. H. 10 Z. 2 L., Br. 8 Z.

Dieses Blatt ist äusserst selten, und Bartsch unbekannt,

4—1) Em Courier' nach links hin eilend, wo das Meer sich aus-

breitet. Rechts sind Landhäuser und ein Damm. Im Rande:

'De Postelion Reid' inet de N.?em'örie etc. Schöne Radirung ohne Namen, aber als Roghman's Werk erkannt. H. 5 Z. 2 L. r. 'lö z. } '5 L. } ' ; ' ' 4 ' ; Andere' Blätter, die gewöhnlich falsch des ' R. Röghman . angereiht werden, s. im Artikel der Gertrud Roghman. Die

Numern 3..7. 12. 13. 14. von den Plaisante Landschappen etc. könnten nicht allein der Zeichnung, sondern auch der Radirung nach von Roeland herühren, da sie mit R. R. be- zeichnet sind,

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_aOGNgqRCyr4C/