Rogel, Meister, Maler aus Flandern , soll im Dienste des Königs Johann von Spanien gestanden haben. In den Urkunden der Kar- thause von Miraflores fanden sich nämlich die frühesten vorhandenen Nachrichten von einem Meister Rogel aus Flandern. Hier heisst es: Anno 1445 donavit praedictus rex (Joh. II) pretiosissimum et devotum orato- rium tres historias habens: nativitatem scilicet Jesu Christi, descen- sionem ipsius de cruce, quae alias Quinta Augustia nuncupatur, et apparitionem ejusdem ad matrem post resurrectionem. Hoc orato- rium a Magistro Rogel magno et famoso Flandresco fuit depic- tum. „Der Name Rogel ist hier wahrscheinlich nichts anderes als der in den Niederlanden damals sehr übliche Vorname Roger oder Rogier mit spanischen Endbuchstaben. Da weder im Archiv der Karthause noch auch anderwärts Nachricht vom Aufenthalte des Maestro Rogel in Spanien gegeben wird, auch sonst von keinem gleichnamigen und gleichzeitigen niederländischen Maler bekannt ist, dass er damals nach diesem Theil des Südens gereist sei, so könnte man vermuthen, dass das vorbenannte Gemälde in dem Karthäus- er Kloster eine von mehreren, bekanntlich nach Spanien ge- kommenen Werken Rogge's von der Weyde sei. Da aber Roger im Jahre 1520 gestorben, so lässt sich ein von ihm aus dem Jahre 1545 vorhandenes Gemälde nicht denken. Besser liesse sich die Person des Maestro Rogel, wie Cean Bermudez ihn nennt, mit
annimmt, dass dieses der eingewanderte Maler Johannes II., sei, oder dessen Werke mindestens nach Spanien gelangt wären. Die Haupt- tafel dieses Gemäldes stellte den entselten Körper, der rechte Flü- gel aber die Geburt Christi und der linke Flügel dessen Erschei- nung nach dem Tode vor der heil. Mutter dar. Diese Gemälde waren mit vielen Figuren und phantastischen Gestalten verzierten Rahmen aus Stein umgeben. Das Karthäuser Kloster Miraflores wurde bei der französischen Invasion seiner Schätze und Gemälde beraubt und später verkaufet. Die besagten Gemälde könnten nach der vertragsmässig erfolgten Zurückerstattung der Kunstschatze dem Mu- seum zu Madrid abgeliefert worden seyn. Meusel spricht im Kunst- blatte 1822 diese Vermuthung aus. Die erwähnte Urkunde des Ar- chives von Miraflores gibt schon C. Bermudez 1800 in seinem Die- cionario historico etc.
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