Rogel, Hans

Rogel, Hans, Formschneider und Kupferstecher , wurde 1532 zu Augsburg geboren, wie Stetten versichert; unbekannt ist aber, unter welchen Verhältnissen er Anleitung zur Kunst fand. Man schreibt ihm Mancherlei zu, gewöhnlich ohne hin- reichenden Grund. Dies ist namentlich mit dem Monogramme der Fall, das auf Holzschmitten und Kupferstichen sich findet. Dann fertigte er ein Modell der Stadt Augsburg (nach Lie- powsky einen Plan), welches 1563 der Rath auf der Stadtbiblio- thek aufstellen liess. Auch fertigte Rogel viele Modelle für Goldschmiede, und vielleicht auch zu Münzstempeln. Im Jahre 1542 starb der Künstler als Stadtgerichts Weibel. Folgende Werke werden ihm zugeschrieben:

  1. Christus am Kreuze, mit St. Johannes und St. Ulrich auf der einen, Maria und Afra auf der andern Seite, letztere rechts. Ueber dieser Darstellung wölbt sich ein Bogen, und in der Mitte unten ist das Monogramm HR; dies ist der obere Theil eines Epitaphiums, welches vergoldet wurde und in der St. Ulrichskirche zu Augsburg ange- bracht war. Man hatte es zu Anfang unsers Jahrhunderts wieder entdeckt und weggenommen, um einige Abdrücke zu machen, welche 13 Z. 57 L. hoch, und 24 Z. 9 Linien breit sind. Das Monogramm sieht man unten fast in der Mitte an dem Mauerwerke, welches das von drei Säulen ge- tragene Sauterrain bildet, in welchem fünf männliche und drei weibliche Figuren knieen. Ueber dem Sauterrain ist eine Tafel mit der Grabschrift, welche so beginnt: Anno Do- mini 1504 an St. Barthelmes tag starb die ehrbare fraw Affra, Adlgaisin etc. etc. Ueber dieser Inschrift bemerkt man die Monogramme V. W. 1540 und H. + W 1540; Diese Jahr- zahl widerspricht der Annahme, dass H. Rogel die Platte gestochen habe, indem dieser damals acht Jahre alt war. Das obengenannte Monogramm H. R. bedeutet demnach, wenn es ursprünglich auf die Platte gesetzt wurde, nicht un- sern Künstler. Es könnte auch späterer Zusatz seyn, um das Blatt einem Meister zuschreiben zu können. Wenn die- ses Monogramm in gehöriger Lage der Buchstaben erscheint ist es ein Gegendruck, ausserdem ist es verkehrt, da es selbst auf der Platte in gewöhnlicher Ordnung der Buchstaben ge- setzt wurde. H. W,
  2. Die Abgesandten der Israeliten auf ihrer Heimkehr vom ge- lobten Lande ruhend, nach C. Maurer, mit dem Monogram- me HR; welches dem H. Rogel, beigelegt wird. Diese Dar-

stellung. haben wir bereits im Artikel Christ. Maurer's auf- gezählt, als Theil einer Folge von fünf biblischen Gegen- ständen. Von Rogel scheint es nicht zu seyn, sondern von einem späteren Formschneider, von welchem die Blätter mit H. R. herrühren, die in den Novae sacrorum bibliorum figu- rae. Strassb. 1625 vorkommen. Wir haben dieses Werk im Artikel C. Maurer's Nro. 8 näher bezeichnet.

  1. Das Emblem des Wappenbald Pirkheimer, mit dem Monogramm HR und zwischen der Jahrzahl 1551 bezeichnet. Dieses Zei- chen legt man auf besseren Schnitten, als dieser ist, dem Hiero- nymus Resch bei, Heller glaubt aber dem Rugel die Ehre erweisen zu müssen.

  2. Capital vnd Versal-Buch, Allerhandt Grosser vnd Kleiner Alphabeth zu den Hauptschrifften und Bücherey etc. Durch Hansen Rogel Formschneider Burgern zu Augsburg im Truckh verfertigt, kl. qu. fol.

Dieses Schriftbuch, welches bei Jakob Schönig gedruckt wurde, ist unter den genannten Werken das einzige, wel- ches dem Rogel mit Sicherheit zugeschrieben werden kann.

Auf einem der Blätter steht die Jahrzahl 1568, und auf mehre- ren anderen stehen die Initialen A. V., was entweder den Schreiber, oder vielleicht eher noch Augusta Vindelicorum bedeutet.

Barthélemy, Kupferstecher, wurde 1770 zu Lodeve gebo- ren, und in Paris herangebildet. Prudhon ertheilte ihm Unter- richt im Zeichnen, Copia unterwies ihn in der Kupferstecherkunst, Er arbeitete in Punktirmanier, bediente sich aber dabei öfter des Grabstichels, um eine kräftigere Wirkung zu erzielen.

  1. Napoleon I. Empereur des Français, nach Guérin.

  2. Der König von Rom, kleines Medaillon in einem Basrelief mit Romulus und Remus, nach Prudhon.

  3. Marie Antoinette, nach einem später aufgefundenen schönen Gemälde, welches man dem Schweden Roslin zuschreibt, 1823 gestochen. Das Blatt hat die Grösse von Berwik's Por- trait Ludwig XVI.

  4. Jacques Delille, Oval.

  5. Bernardin de Saint-Pierre, Oval,

  6. Cardinal Maury, Titelblatt von dessen Principes d'Eloquence.

  7. General Lacourlière, nach Guérin,

  8. Die Anbetung der Hirten, nach N. Poussin, s. gr. qu. fol.

Die ersten Abdrücke sind vor der Schrift, und wenige auf Atlas. Ein solcher war in der Sammlung des Grafen von Fries in Wien:

  1. Die heil. Jungfrau mit dem Jesuskinde, nach L. Carracci. Rund, Durchm. 13 Z. Calcogr. du Musée.

Die ersten Abdrücke sind vor der weissen Schrift, die Zweiter mit der Dedication.

  1. La Vengeance divine poursuivant le crime, nach Prudhon,
  1. (Concours décennal.) Es gibt einige Abdrücke, auf welchen nur die beiden Künstlernamen stehen; dann kommen jene mit weisser Schrift, und zuletzt solche mit ausgefüllter Schrift.
  1. J'ent perd sans elle, nach Sicardi, s. gr. fol.

  2. L'Amour séduit l'Innocence, nach Prudhon. H. 17 1/2 Z., Br. 13 Zoll,

Auf den ersten Abdrücken dieser beiden Blätter liest man nur die Namen des Malers und Stechers, die späteren haben die volle Schrift,

  1. Atala au tombeau, nach Girodet. H. 6Z. 6 L.; Br. 5Z. (Concours decennal.); an Die ersten Abdrücke haben nur die Künstlernamen, dann folgen Abdrücke mit weisser und mit ausgefüllter Schrift,

  2. Venus und Amor.

  3. Leda im Bade, zwei kleine Blätter nach Prudhon,

  4. Jeune fille enlevée par l'Amour,

  5. L'Amour enseignant à danser à une jeune fille, beide nach Fragonard fils. . ; y 1 ON -

  6. Amor in einer halbgeöffneten Rose, nach einem berühmten Bilde von J. A. Laurent, der Schönheit dedicirt.

  7. L'Isle d'Amour, nach Gérard. Gegenstück zu Hubert's Picque tendu par l'Amour. ' N ‚ ,

  8. Minerva und Merkur trösten Amerika über die Leiden, die es durch die Eroberung erdulden musste, Titelblatt zu Hum- boldt's Reisen, nach F. Gerard. * n . a lässt Abdrücke vor aller Schrift und solche mit weisser schrift.

  9. Der Schiffbruch der Virginie, für die originale Ausgabe von

Paul et Virginie, nach Prudhon, 4. v.g.

  1. Das Titelblatt für Corn. de Renouard's Imitation, 8.

  2. Das Titelblatt von Luc. Bonaparte's Roman: Edouard et Stelline, 8. Von dieser Platte wurden nur 15 Abdrücke ge- zogen, da sie zu Grunde ging. -

  3. Tasso's Aminthas, nach Prudhon, zur Ausgabe von Edouard.

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