Roeclas, Juan de las, einer der berühmtesten Meister der Andalusi- schen Schule, dessen Talent man aber nur in Sevilla kennen lernen kann, was wenigstens vor den letzten unseligen Wirren in Spanien der Fall war, seit welcher Zeit vielleicht vieles von ihm verschwunden ist. In Andalusien nannte man ihn gewöhnlich »el Clerigo Roelase, da er Chorherr der Collegiatkirche von Olivares war, und Pacheco, der ihn persönlich kannte, nennt den Künstler in der Arte de la pintura »el licenciado Juan«. Dieser Schriftsteller verdient den mei- sten Glauben, so dass die Angabe des A. Palomino, der ihn Dr. Pablo nennt, unrichtig ist, weil er auch in den Papieren des Ar- chives der Collegiatkirche von Olivares Juan genannt wird,
Roelas stammt aus einer angesehenen Familie, deren Ursprung in den Niederlanden zu suchen seyn soll. Er wurde 1558 oder 1560 zu Sevilla geboren, und in den Wissenschaften unterrichtet, worauf der Beiname des Licenciaten deutet. Die Malerei erlernte er in Italien , aber nicht von Tizian, wie einige glaubten, sondern ver- mutlich von einem Schüler desselben, so wie denn auch die Werke jenes grossen Meisters ihm Gegenstand des eifrigsten Studiums wa- ren. Dieses war in jeder Hinsicht sehr fruchtbar, denn Roelas hatte bald nach seiner Heimkehr ins Vaterland den Ruf eines der ausge- zeichnetsten Meister Spaniens begründet. Seine ersten Werke führte er 1603 in der Kirche von Olivares aus, wo man vier Dar- stellungen aus dem Leben der hl. Jungfrau von ihm sieht. Er war damals schon Präbendar des Stiftes, aber bis zum Jahre 1624 fast im- mer zu Madrid und in Sevilla beschäftigt. Im Jahre 1610 concurrirte er um die Stelle eines Hofmalers Philipp's II.; allein obwohl nicht geringer an Verdienst, als Bart. Gonzales, wurde dieser doch vor- gezogen, da er schon mehrere Jahre für den Hof gearbeitet hatte. Doch blieb auch Roelas nach längere Zeit am Hofe, ging aber dann nach Sevilla, und zuletzt (1624) nach Olivares, wo er den Rang eines Canonicus des neuen Stiftes erhielt. Er malte da noch zwei grosse Bilder, wovon das eine, welches den Hochaltar ziert, Nuestra Senora de las Nieves vorstellt, das andere die Ge- burt des Heilandes. Diese Bilder sind die letzten des Künstlers, da er 1625 in Olivares starb, nicht 1620 in Sevilla, wie Palomino sagt. Bermudez fand den Tod dieses Künstlers im Archive des Sif- tes angezeigt. Roelas hinterliess aber in Sevilla viele Bilder, und da- runter sind einige mit Figuren über Lebensgrösse. Keiner seiner Zeitgenossen erinnert in der Färbung so sehr an Titian, als Roe- las. Doch ist er auch in den übrigen Theilen trefflich. Man kann seine Werke mit den besten des Tintoretto, der Palma und mit jenen der Carracischen Schule vergleichen.
Allein sein Ruf war im Auslande nie so verbreitet, als der Meister es verdient hätte. Selbst in Spanien scheint man ihn nie
Auch in Madrid hinterliess Roelas Werke, besonders in der Merced Calzada. In der Akademie von S. Fernando sieht man ein schönes Bild der Empfängniss mit Engeln. Im Palaste zu Aranjuez ist ein Gemälde, welches Mosis vorstellt, wie er Wasser aus dem Felsen schlägt, la Calabaza genannt, vor einem Weibe, welches trinkt. Im ehemaligen Jesuitencollegium zu Cordova war Christus mit dem Kreuze, wie er dem heikfnaz erscheint.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_aOGNgqRCyr4C/