Rodríguez, Giovanni Bernardino, Maler, Alfonso's Sohn, wurde 1600 in Messina geboren, und von seinem Vater zum Gelehrten- stande bestimmt; allein die Kunstbestrebungen desselben und seines Onkels Luigi bestimmte ihn zuletzt ebenfalls sich der Malerei zu widmen. Hierin unterrichtete ihn Luigi Rodriguez, und als dieser zum zweiten Male nach Neapel reiste, begleitete ihn auch Bernar- dino dahin. Hier lebten sie mit aller Liebe der Kunst, und schon hatte Luigi seinen Ruf gegründet, als er der Rache des Belisario erlag. Jetzt schloss sich der fromme Bernardino, der den Tod sei- nes väterlichen Freundes tief empfand, an Dominichino an. Er lag unter Leitung dieses Meisters unermüdet der Kunst ob und er- ntete reiche Früchte von diesem Studium; allein Belisario und Spag- noletto hatten sich jetzt auch gegen Dominichino verschworen, so dass dieser nur durch eilige Flucht dem Verderben entging. Ro- dríguez war jetzt in Neapel allein, aber sein liebenswürdiger Cha- rakter und sein versöhnliches Gemüth machte den Neid und die Böswilligkeit seiner Kunstgenossen verstummen. Er fuhr fort zu malen, in einer dem Dominichino verwandten Weise. Seine Wer- ke gefielen, weil sich in ihnen eine gewisse Anmuth und Ge- wähltheit der Formen offenbaret.
Diesen Vortheil hatte er schon durch seinen Oheim gewonnen. Sein erstes Bild, welches er in Neapel ausstellte, war die heilige Catharina in St. Maria la nuova, und dann führte er ein bewun- dertes Gemälde für die Kirche del Gesù nuova aus, welches die hl. Jungfrau mit dem Kinde und mehrere Heilige vorstellt, in der Weise des Dominichino. In einer Capelle dieser Kirche malte er St. Carolus in einer Glorie von singenden und spielenden Engeln, ausgesuchte Formen mit aller Zartheit eines Dominichino gemalt. Für den Hauptaltar der Kirche der Madonna del Soccorso malte er die heil. Jungfrau mit dem Kinde, wie sie dem Teufel eine Seele entriss, unter Gianbernardino's Oelbildern das vollendetste. Nach dem 1640 erfolgten Tode des Giuseppe Cesari wurde er beauf-
Bernardino starb zu Neapel 1667, mit dem Rufe eines voll- kommen Künstlers und eines Mannes von reinstem Wandel. Man nannte ihn gewöhnlich «il pittor santo». Lanzi geht nur kurz über ihn weg; die im Artikel des Alfonso Rodriguez erwähnten Memo- rien etc. geben aber auf S. 119 ff. nähere Auskunft. Da ist auch sein Bild- niss beigegeben, eine ehrwürdige, eigenthümlich gekleidete Gestalt.
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