Rittig, Peter, Maler von Coblenz , genoss seine frühere artistische Bildung in Berlin , und ging dann nach Frankreich , um die Werke David's und anderer Meister der neueren französischen Schule zu studiren. In seiner früheren Zeit huldigte er ebenfalls den Grund- sätzen der David'schen Schule, verläugnete aber dieselben wie- der, als er später in Italien eine bessere Ueberzeugung gewann. Er studirte da die Werke Rafael's und der vor ihm lebenden Mei- ster, und suchte sich so den deutschen Künstlern wieder anzuschlies- sen.
Rittig strebte nach Ernst und Würde der Kunst, und übte alle Theile mit Strenge. Belege hiezu geben die Bilder, die er von 1820 an in Rom ausführte, von welchen das frühere immer von dem folgenden übertroffen wurde. Es sind diess historische Darstellungen und Genrebilder , letztere öfter dem italienischen Volksleben entnommen. Einige seiner Werke wurden auch in deutschen Blättern rühmlich erwähnt, da sie hier und da die Kunst- ausstellungen zierten. Zu den früheren gehört die Parabel der klugen und thörichten Jungfrauen (1823), die Flucht in Ägyp- ten (1824), die Himmelfahrt Christi, ein grosses Altargemälde, 1824 ausgeführt, in der Weise der religiösen Schule in Deutschland , so wie die meisten Bilder dieses Künstlers. Grosses Lob erntete 1830 in Berlin sein erstandener Heiland, wie er den Aposteln erscheint, Ein späteres treffliches Gemälde stellt die Kreuzigung dar, ein an- deres Julius II. in der Werkstätte Michel Angelo's, wie er die berühmte Statue des Moses betrachtet. Eines seiner letzten Werke ist die Allegorie des 96. Psalmes, welche in der Allgemeinen Zei- tung 1839 Nro. 120 als apokalyptisches Bild gerühmt wird, eine fi- gurenreiche, mit grösstem Fleisse durchgeführte Composition. Im Jahre 1840 starb der Künstler, dem in der genannten allgemeinen Zeitung jetzt auch als Mensch ein rühmliches Nachlob gespendet wurde. Der sinnreiche und unablässig strebsame Rittig hatte auch viele ausgezeichnete Künstler gefördert.
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