Ringle oder Ringly, Gotthard oder Gottfried

Ringle oder Ringly, Gotthard oder Gottfried, Maler und Radierer von Zürich , wurde geboren, es ist aber unbekannt, wer ihn unterrichtete, und unter welchen Verhältnissen er sich zu jener nicht unbedeutenden Kunststufe, auf welcher er stand, herangebildet hatte. Er lebte längere Zeit in Bern . Da malte er auf

Durch Missgunst dem nichts wiederlahrt, Der ehrlich und auf Gott harrt,

In den ich mein Vertrauen stell,

Man ringgle es gleich, wie man woel.

Auf der Bibliothek malte er das Wappen der Stadt mit jenen der Vogteien, und zur Seite zwei allegorische Figuren: die Religion, welche den Tod mit Füssen tritt, und die Freiheit, wie sie die Fessel von sich wirft. Fussly sagt in seinen Supplementen zum Künstler-Lexikon, dass noch 1700 ein Freihauptmann Werdtmi- ler das Bild des geplagten Hiob besessen habe, ganz in Spagno- le's Manier behandelt. Auch Ringgli's Handzeichnungen rühmt er als sehr werthvoll, darunter besonders eine in England befind- liche Grablegung, die Kenner für Tintoretto's Arbeit genommen haben.

Auch Schüler bildete der Künstler , worunter besonders Sa- muel Hoffmann gerühmt wird.

Dann soll Ringgli auch in Holz geschnitten haben; allein es lässt sich dieses unsers Wissens nicht streng beweisen, da sich kein Blatt findet, welches seinen Namen trägt. Heller (Gesch. d. Holzschn. S. 248) deutet ein aus G. R. bestehendes Monogramm auf ihn, nennt aber keines der Blätter, worauf sich dieses findet. Man findet aber auch Holzschnitte mit dem Buchstaben R., den Einige auf Ringgli deuten; allein wenn die Composition, nicht si- cher für den Schweizer entscheidet, so kann es auch einen der westphälischen Künstler zum Ring bedeuten. Dann könnte man da- runter auch einen Formschneider R. verstehen, der sich ebenfalls manchmal mit R bezeichnete. Dieser Meister ist aber jünger, da er zu folgendem Werke Blätter geliefert hat: Abbildung derer VII. ersten Durchlauchtigsten Herzogen zu Sachsen etc. Auch der beigefügte Zehen Alter des Menschen Männlichen und Weiblichen Geschlechts. Mit ihren Studien, Verrichtungen, Zuneigungen ordentlich beschrieben. Gedruckt im Jahre 1702.

Als Holzschnitt des G. Ringgli nennt der Verfasser des Cataloges der Sammlung des Canonicus Blücher die Erweckung des Lazarus, auf sechs Platten. Links sieht man an einem Steine den Buch- staben R., worunter Ringgli verstanden wird. Allein es gibt auch ein anderes grosses Formschnittwerk von acht Platten, das Urtheil Salomon's vorstellend. Links ist ebenfalls ein Stein, aber mit dem Monogramm IR und dem Messerchen quer durch. Der Meister R und I R sind aber wahrscheinlich der eine und derselbe.

Ringgli hat aber wahrscheinlich an einem Formschnittwerke als Zeichner Anteil, an einem Costumbuche, welches 1000. zu St.

Gallen bei Georg Straub mit 40 Blättern erschien, unter dem Ti- tel: Icones quibus habitus omnium fere Mundi Gentium — — expri- mitur, 4. Auf diesen Blättern hat der Zeichner ein ähnliches Mo- nogramm, wie jenes, welches Heller nach Christ erwähnt, näm- lich aus G, R. bestehend.

Sicher ist aber, dass G. Rin gly, welcher 1653 starb, in Ku- fer radirt habe. Auch sein Bildniss ist in einer Radirung vor- handen, Brustbild; S. fec., kl. 4.

  1. Johannes Gulerys a Weineck Eques Auratae Militiae etc, Geschichtschreiber. Im Cartouche unten: Per varias alias foelix. Das Monogramm ist rechts unten; es dürften sich aber auch Abdrücke mit dem Namen Ringli's finden, da Brulliot von einem Abdrucke spricht, wo sich die Spuren gefas ausgekratzten Schrift zeigen. H. 10 Z., Br. 6 Z. 6 L.

  2. David die Harfe spielend, in allegorischer Einfassung, mit Biblischen Sprüchen. Unten steht: G. Ringly zu Zurich fecit 1628, fol.

  3. Die Welt durch Christus befreit, symbolisch-allegorische Darstellung, 1628 fol.

  4. Andromeda durch Perseus befreit, eine ähnliche Darstellung,

  1. fol. /
  1. Ein Mann vom Stande an einem Grabmale, auf welchem ein Skelett sitzt, das eine Blume in der linken Hand hält. G. Ringli fec. 1628. qu. 4.

  2. Der Tod, welcher einen Mann vom Hügel herab ins Was- ser stürzt. Im Grunde sind Felsen, links eine Mühle. Mit dem Monogramme G. R. 1602. H. 6 Z. 1 L., Br. 4 Z. 4 L.

Dieses Blatt nennt Brulliot im Dictionnaire des monogrammes S. 170., es gibt auch noch einen späteren Abdruck, oder eine Wiederholung dieses Gegenstandes, mit der Jahrzahl 1603 (die 3 verkehrt) und dem Monogramme. In der von Nagler'schen Jetzt königlichen Sammlung) zu Berlin ist ein solcher Ab- druck dieses seltenen Blattes.

  1. Eine Darstellung aus dem Soldatenleben, mit zwei Reitern, u. fol.

  2. Zwei deutsche Soldaten bei einem Reiter. Rechts das Mo- nogramm, qu. 8.

  3. Der Tischler und seine Werkstatt, sinnbildliche Darstel- lung in C. Maurer's Manier, mit deutschen Versen, qu.

  4. Der Advokat, eine ähnliche Darstellung, qu. 4.

  5. Die Blätter zu Josuah Maler's Gutjahr für alle Christen, Zürich 1616. 4.

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