Ring, Ludger zum.

Ring, Ludger zum., Maler, gehört einer zahlreichen westphälischen Künstlerfamilie an, die zu Münster blühte, und deren Werke den Über­gang in die moderne Richtung der Kunst bezeichnen, indem diese Künstler sich die italienische Behandlungsweise anzueignen suchten. Den älteren Ludger lässt Heller (Monogrammen Lexicon) 1426) geboren werden und 1547 sterben. Sein Hauptwerk, vom Jahre 1538, ist jetzt im Besitze des westphälischen Kunstvereins zu Münster. Es stellt Gott Vater von himmlischen Heerschaaren um- geben als Rächer der Sünden dar, Christus und Maria fürbittend zu den Seiten. Dieses Bild ist nach Kugler II. 152 von grossartigem Ernst, aber ohne Anmuth, und leider verletzt. Ob das in dieser Sammlung befindliche Bildniss dem älteren oder jüngeren Lud- ger angehöre, wissen wir nicht.

Der jüngere Ludger zum Ring scheint von nicht geringe- rer Bedeutung zu seyn. Im kgl. Museum zu Berlin ist ein tüch- tig gemaltes Bildniss von ihm, und mit einem Monogramme be- zeichnet. Dann ist da ein etwas wunderliches Küchenstück von , mit der Schrift: „Lvdgerv. Ringivs. Monast. Eringsis. Pictor. Diese rosse Küche ist mit Vorräthen angefüllt, und hinterwärts fällt der Lich in ein offenes Gemach, in welchem so eben die Hochzeit zu Cana gefeiert wird. Die Figuren sind nach Kugler (Besch. d. Gal- lerie des Museums S. 187) von wenig Bedeutung, nur die Köpfe von ziemlichem Portrait-Charakter. Das Beiwerk ist im Einzelnen meisterhaft ausgeführt, und bildet ein merkwürdiges Beispiel von dem ersten bedeutenderen Hervortreten dieser dem Stillleben an- gehörigen Gegenstände.

Dann finden sich auch Zeichnungen, die einem dieser beiden Künst- ler angehören dürften. In der königlichen Sammlung der Handzeich- nungen zu München ist eine getuschte Zeichnung, Mucius Scävola vorstellend, mit dem Buchstaben R. Dieses R. soll Ringel oder Ringly bedeuten, was sich somit auch auf einen der Schweizer Ringly beziehen könnte. Auf anderen Zeichnungen ist das Mo- nogramm L. R. und in einer Reihe: und W.H., ebenfalls zum Mo- nogramm verbunden. Das Monogramm L. R. könnte einen der L. zum Ring bedeuten.

Hermann zum., Maler von Münster, der Sohn des älteren Ludger zum Ring, ist nach seinen Lebensverhältnissen ebenfalls unbekannt. Sein Hauptwerk ist die Auferstehung des Lazarus im Dome zu Münster, ein Gemälde von reicher Composition, schöner Charakteristik und trefflicher Ausführung. Dieses Gemälde steht nach Kugler II. 152 etwa den Arbeiten, welche man dem Schoreel beimisst, zur Seite; Heller und Breulliot deuten ein Monogramm auf diesen Meister.

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