Riga nennt Meusel, Misc. XV. 148.

Riga nennt Meusel, Misc. XV. 148., einen Maler aus Lüttich , der für die Franziskaner daselbst ein Marienbild malte, worauf selbst...

der grösste Maler stolz seyn könnte. Wir konnten uns von der Sicherheit dieser Angabe nicht überzeugen.

Bugaud, Hyacinthe, berühmter Bildnissmaler, wurde 1650 zu Per- pignan geboren, und obwohl Sohn und Enkel von Malern, wie d'Argensville versichert, lernte er zu Montpellier doch nur bei ge- meinen Malern — Pezet und Verdier. Man nennt ihn aber auch Schüler von Rance sen., der als Portraitmaler Gutes leistete; allein er verdankt immerhin seinem eigenen Studium das Meiste. Sein Vorbild war van Dyck, und sein scharfer Sinn im Eindringen in die Tiefe menschlicher Charaktere sprach sich selbst schon frühe in trefflichen eigenen Werken aus. Im Jahre 1681 wurde ihm zu Paris ein Preis der Akademie zu Theil, aber nicht jener, mit wel- chem ein Reisestipendium nach Italien verbunden war, und so blieb Rigaud in Paris, aber viel beschäftiget und mit Ruhm über- häuft. Seinen Ruf verdankt er der Bildnissmalerei, und noch heut zu Tage ist ihm hierin sein Verdienst ungeschmälert. Seine Por- traite sind, ausserdem dass sie in feinem Lebensgefühle und der vollendetsten Achnlichkeit zum wahren Ausdruck des Charakters der dargestellten Personen geworden, nach Waagen (Kunstwerke etc. III. 672) durch das meist anmassend und geziert Repräsenti- rende, durch das pomphaft Bunte der Costume besonders charak- teristisch für seine Zeit. Er sah viel auf Wärme und Lebendig- keit des Colorits, und trug es mit leichtem und markigem Pin- sel auf. Die Sorgsamkeit in der Behandlung erstreckt sich auf alle Yheile, aber in gehörigem Maasse, ohne der Hauptsache zu schaden. Zum Historienmaler war er aber nicht geschaffen. Dies beweisen die beiden Bilder in der Gallerie des Louvre, die Dar- stellung im Tempel und der gekreuzigte heil. Andreas, welchen Waagen verzerrt verhimmelnd und geschminkt nennt. Dieses Bild hatte der Künstler der Akademie geschenkt, so wie früher eine Kreuzigung, die aber unvollendet war. An diese Bilder dürften sich nur noch äusserst wenige ähnlichen Inhalts anreihen. Eine Anbetung der Könige und eine Geburt Christi sind im Stiche vor- handen, erstere in einem Blatte aus Drevet's Verlag, letzteres durch ein solches von P. A. Kilian. In desto grösserer Anzahl fin- det man aber die Bildnisse, meistens solche von Herren in statt- lichen, reichgelockten Perücken, nach der Mode damaliger Zeit. Damen malte er nicht gerne, weil er nicht schmeicheln wollte, und ungeschmeichelt dieselben nicht zufrieden waren. Rigaud wurde 1700 Mitglied der königlichen Akademie zu Paris, 1709 ertheilte ihm die Stadt Perpignan einen Adelsbrief, und Ludwig XIV. gab 1727 den Orden des heil. Michael, mit einem Jahrgelde von 1000 Livr. Ludwig XIV. hatte ihn viel beschäftiget. Das Bildniss dieses Königs von 1701 ist ausserordentlich wahr und charakteri- stisch. Er musste es für Philipp V. von Spanien copiren, den er früher für Ludwig gemalt hatte. Ludwig XV. malte er schon als Kind, und den Knaben stellte er auf dem Throne dar. Ueberdiess malte er viele andere Fürsten, darunter den Churfürsten von Sach- sen, den nachmaligen König von Polen; Cardinäle, Bischöfe, Gra- fen und Barone, Staatsmänner, Militairs, Gelehrte, Künstler, schöne Damen u. s. w. Die Bildnisse seiner königlichen Personen zierte er öfter mit irgend einer Darstellung, die eine angenehme Erin- nerung hervorrief. Einige gehören daher zur Gattung der histori- schen Portraite, andere führte er unter mythologischen Personen ein. Eine Auswahl seiner vorzüglichsten Bildnisse zählen wir un- ten auf, nebst Angabe der Stecher. Die Stiche selbst gehören zu den interessantesten ihrer Art. Im Jahre 1743 starb der Künstler,

hochgeachtet als solcher, so wie als Mann von Bildung und fei- nen Sitten,

Rigaud's eigene Bildnisse.

Halbe Figur mit Pinsel und Palette, der Kopf mit einem Kipp- chen bedeckt, 1608 von ihm selbst gemalt, gest. van Drevet sen. fol. Die ersten Abdrücke haben die Schrift: Rigaud Eques. etc. Hanc effigiem incidit Petrus Drevet anno 1700, nicht. Im Jahre 1703 wurde die Schrift geändert: Hanc Hyacinthi Rigaud Perpinia- censis pictoris regii efigiem Drevet pere sc. 1703. Dann kommt dasselbe Bildniss auch verkleinert vor, ohne Namen des Malers und Stechers.

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