Riesing, Veit, s. den obigen Artikel. Riester, Martin, Zeichner und Kupferstecher , wurde 1819 zu Col- mar geboren und daselbst von Rosbach in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet. In seinem zwanzigsten Jahre ging er nach Paris, wo er anfangs in einer Fabrik Unterkunft fand, in welcher Tapeten gefertigt wurden; allein er zog es nach einiger Zeit vor, Ornamente zu zeichnen und in Kupfer zu radiren. Bis jetzt haben wir folgende Blätter von ihm,
Eine Sammlung von Ornamenten aus allen Epochen und Schulen 1 — 72 Blatt, Paris chez Deflorennes, 4.
Eine Sammlung von Zierwerken für Goldschmiede, nach al-
ten Meistern von O. Reynard gezeichnet, 1 — 24 Blatt fol.
Diese Sammlung wird sich auf 100 Blätter belaufen. 3) Das Rauchfass des Martin Schongauer, fol. Im ersten Drucke vor dem Monogramme des alten Meisters.
Biel, Heinrich, Landschaftsmaler , wurde 1751 zu Winterthur geboren, und da sich bei ihm schon frühe Kunsttalent äusserte, so gab ihn seine Mutter dem ältern Schellenberg in die Lehre. Hierauf ging er nach Neuenchatel, wo er mit Bildnismalen und durch Unterweisung im Zeichnen seinen Unterhalt erwarb; da er sich aber in dieser Lage nicht behaglich fand, besuchte er in Dres- den seinen berühmten Landsmann Graf und wurde von diesem mit Liebe aufgenommen und unterrichtet. Nebenbei lernte er auf der dortigen Gallerie die berühmtesten Meisterwerke kennen; doch wollte es ihm nicht gelingen im historischen Fache sich empor zu arbeiten. Er fand sich immer stärker zur Landschaftsmalerei ge- zogen. Die Werke von Claude Lorrain, Berghem, Ruysdael, Both reizten ihn mehr als alles andere. Nachdem er sich zum ge- schickten Künstler gebildet hatte, besuchte er wieder sein Vater- land, erhielt aber nur Bildnisse zu malen, die er jedoch nicht mit rechter Lust ausführte. Man verlangte sie immer in Lebens- grösse und nach der Mode gekleidet, in welcher damals die Ver- unstaltung des menschlichen Körpers durch zwangvolle Einengung und lächerlich falsche Zusätze den höchsten Grad erreicht hatte. Rieter sah auch noch, wie diese Arbeiten seines Fleisses aus den Prunkgemächern in die Rüstkammer verwiesen wurden, und dess- wegen verwünschte er das unangenehme Geschäft und verliess es endlich auf Anrathen seines Freundes Aberli, um unter dessen An- leitung seiner Neigung zu folgen. Er copirte nun mit allem Fleisse gute Oelgemälde und begleitete seinen Lehrer häufig auf seinen malерischen Wanderungen, um nach der Natur zu studiren. Was Aberli indessen auf ein Octavblättchen seines Taschensbuches zeich- nete, dazu musste Rieter einen ganzen Bogen nehmen, indem er behauptete, sein Auge sehe jeden Gegenstand wohl sechsmal gröss- ser, als er Aberli vorkomme. Dieser verschiedene Massstab hatte
Nachdem Aberli 1786 gestorben war, übernahm Rieter die Fortsetzung von dessen so beliebt gewordenen Blättern, und ver- mehrte sie mit einer Anzahl von neuen und grössern Stücken. Da aber auch diese Arbeiten, wie früher die Aberli'schen, von dem Spekulationsgeiste häufig nachgeahmt wurden, so strengte er alle seine Kräfte an, um durch stete Vervollkommnung dieses beson- dern Kunstfaches und durch ausgedehnte, viel Zeit und Arbeit erfordernue Blätter den Copisten ihr Machwerk zu erschweren. Mit unermüdetem Fleisse vollendete er jedes Blatt selbst, um ihm durch innerm Werth den Vorzug vor den immer häufiger werden- den Nachahmungen zu verschaffen. Die Figuren und Thiere liess er in seinen Landschaften von andern Künstlern darstellen, wozu ihm früher Freudenberger und später Nik. König in Bern behülf- lich war. Ausser einer Fortsetzung von Aberli's zehn kleinen Blät- tern von Schweizerlandschaften, hatte er noch acht grössere ra- dirt und in Farben ausgemalt herausgegeben. Unter diesen letztern gehört besonders der Griessbach am Brienzersee zu dem Schön- sten und Vollendetsten, was man bis dahin in dieser Art finden kann. Sein jüngerer Sohn widmete sich der Ausarbeitung der ra- dirten Blätter seines Vaters, wozu ihn dieser herangebildet hatte.
Rieter bekleidete 38 Jahre die Stelle eines Lehrers der Zei- chenkunst in Bern, und starb daselbst 1818.
Diese beiden Blätter galten als seine Hauptwerke. 3) Vue de Spiez sur le lac de Thoun, gr. qu. fol. 4) Cime de la Jungfrau vue pres d'Unterseen, kl. fol. 5) Vue prise à Iseltwald sur le lac de Brienz, gr. qu. fol.
Maison de paysan du Canton de Berne, schöne Schweizer- landschaft mit Figuren und Vieh, im Umriss radirt und, co- lorirt, qu. gr. fol.
L'embouchure de l'Aar, gr. fol.
Wimmis et le Viesen, kl. fol.
Lachen au lac de Zurich, kl. fol.
Chillon, Schloss, kl. fol.
St. Maurice, Brücke, kl. fol.
Zehn kleine Ansichten, colorirt. -
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