Rieder, Wilhelm August

Rieder, Wilhelm August, Historien- und Bildnissmaler, wurde 1796 zu Döbling bei Wien geboren, und von seinem Vater, dem Tondichter Ambros Rieder, auf das sorgfältigste erzogen. Bei ihm äusserte sich aber schon frühe entschiedenes Talent zur darstellenden Kunst; schon im Knabenalter erregten seine Zeichnungen die Aufmerksamkeit der Kunstfreunde, und namentlich waren es der kai- serliche Rath Artmann und Valentin Günther, die es dem Jüng- ling möglich machten, die Akademie in Wien zu besuchen. Rie- der erhielt da mehrere Preise, da er mit unermüdetem Fleiß sein Ziel verfolgte. Graf von Sorau liess damals durch ihn auch meh- rere Meisterwerke des Belvedere copiren, wie Correggio's Bogen- schnitzer, Pordenone's St. Justina, Rubens' Helena Formant, Ti- tian's Geliebte etc., und diese Arbeiten, die dem Künstler im ho- hen Grade förderlich waren, machten ihn zugleich auch rühmlich bekannt. Es wurden ihm viele Aufträge zu Theil, besonders im Portraitfache, worin sich Rieder in der Folge einen ausgezeichneten Ruf erwarb.

Im Jahre 1825 wurde Rieder als Lehrer der Figurenzeichnung an- gestellt, eine Stelle, die er noch immer bekleidet, und die ihm immer- hin noch Zeit zur freien Kunstübung übrig liess. Er unternahm auch mehrere kleine Reisen, 1833 nach Florenz und Rom , wo er Gele- genheit fand, die grössten Meisterwerke der Kunst zu studiren. Seine Richtung geht auf das Religiöse; fast alle seine Darstellungen sind der Bibel und der Legende entnommen, obwohl er auch in anderen Zweigen Vortreffliches zu leisten im Stande ist. Seine Gemälde sind von schöner Färbung, korrekt in der Zeichnung und sehr geschmackvoll behandelt. Rieder ist aber nicht nach Verdienst erkannt, selbst in Oesterreich findet seine Bescheidenheit noch nicht überall Anerkennung. Er ist auch ein höchst wissenschaftlich gebildeter Künstler. Zu Rieder's Hauptwerken gehören die Bildnisse der Prinzen Ferdinand und August von Sachsen-Coburg in alt ungarischem Costüme, jenes des Compositeurs Franz Schubert, des Marquis

  1. Das Bildniß des oben erwähnten Compositeurs Schubert, li- thographirt.

  2. Jenes des Slavisten Abbé Dobrowsky, eine geistvolle Ra- dierung.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_aOGNgqRCyr4C/