Richter, Johann

Richter, Johann, Maler von Coblenz , einer der vorzüglichsten jetzt lebenden Künstler dieses Namens. Von seinem Vater, einem Goldschmiede zu gleichem Geschäfte bestimmt, reiste er in seinem 19. Jahre nach Paris, um sich daselbst hierin auszubilden, allein die freundliche Aufmunterung des Malers Girodet Trinoson be- stimnte ihn die Malerei zu erlernen, und als dieser Meister mit

Tod abgegangen war, setzte er unter Leitung des berühmten Ge- rard seine Studien fort. Später kehrte er in die Heimath zurück, und malte da, ausser mehreren Portraiten, für eine Kirche in Co- blenz den heil. Sebastian, und ein Bild (die hl. Magdalena) kam in den Besitz des Prinzen Friedrich von Preussen. Um diese Zeit malte er auch drei Bildnisse der fürstlichen Familie von Neuwied , in Lebensgrösse, und nachdem er eine zweite Reise nach Paris und in die Niederlande unternommen hatte, ging er nach München. Hier führte er in der Akademie der Künste mehrere historische Compositionen in Cartons aus, und bald darauf wurde ihm der allerhöchste Auftrag zu Theil, die Porträts des Königs Otto von Griechenland und der Prinzessin Mathilde, der jetzigen Erb- großherzogin von Hessen-Darmstadt zu malen. Diese Bilder befinden sich im Cabinet I. M. der regierenden Königin von Bayern . Von nun an widmete sich Richter fast ausschließlich der Porträtmalerei , er malte in München viele Bildnisse, darunter auch jene der bei- den Herzöge von Leuchtenberg, und der Prinzessin Eugenie, ihrer Schwester. Andere Bilder sind zu Wien im Besitze der Erzherzo- gin von Oesterreich. Im Jahre 1832 reiste Richter nach Italien, um die Meisterwerke der älteren Schulen jenes Landes zu studiren. Er verweilte in Florenz, zu Neapel und Rom, und malte jetzt auch verschiedene Bilder aus dem italienischen Leben, deren zwei in der ausgezeich- neten Sammlung des Hitters Thorvaldsen sich befinden. Das Bild einer Albanerin besitzt der Großherzog von Baden, und das Portrait der schönen Fortunata kam in den Besitz des Prinzen Carl von Neuwied. Einige andere Bilder, ebenfalls in Rom gemalt, sind theils in München, theils in Coblenz zerstreut. Nach seiner Rückkehr aus Italien malte er in München für den Saal der Stifter in der k. Pinakothek das Bildniss des Churfürsten Johann Wil- helm von der Pfalz, und dann das Bildniss des Erbprinzen von Hohenzollern-Hechingen. Im Jahre 1835 besuchte er endlich seine Vaterstadt wieder, wo ihm jetzt zahlreiche Aufträge zu Theil wur- den. Das Bild einer Römerin in einer Landschaft, mit Blick auf den St. Petersdom, kaufte der Strassburger Kunstverein an. Dann malte er den Prinzen Löwenstein-Werthheim, den Für- sten Löwenstein-Heubach, den Fürsten von Solms, den Comman- danten von Duchamp in Saarlouis und dessen Gemahlin, so wie mehrere andere Porträts hoher Personen. Im Jahre 1840 ging Richter nach Holland, und zunächst nach dem Haag, um die Por- träts des Generals von Losserah und seiner Gemahlin zu malen. Diese Bildnisse, so wie jenes des Grafen von Bosch, ehemaligen Gouverneurs von Ostindien, erwarben dem Künstler allgemeinen Beifall, und es folgten zahlreiche Aufträge zu meistens lebensgro- ßen Bildnissen, die im Haag, zu Amsterdam, Rotterdam, Leyden und Herzogenbusch sich befinden. Die Bildnisse dieses Künstlers zeichnen sich durch Aehnlichkeit und charakteristische Auffassung aus, so wie durch geschmackvolle Anordnung, durch treffliche Be- handlung der Stoffe und durch eine kräftige schöne Färbung.

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