Richardson, Jonathan

Richardson, Jonathan, Maler und Radirer, geb. zu London 1665, gest. 1745. Er sollte Advokat werden, und konnte somit erst nach dem Tode seines Stiefvaters, im 20. Jahre sich der Kunst widmen; Dies that er unter Riley's Leitung, war aber bald so weit, dass er mit Kneller und Dahl wetteifern konnte; allein Joshua Reynolds hatte kurz nach seinem Tode alle drei in Vergessenheit gebracht. Seine Bildnisse sind charakteristisch, aber man sagt, dass es den Männern an Würde und den Frauen an Grazie fehle, ohne jedoch nach- weisen zu können, dass die dargestellten Individuen diese Eigen- schaften wirklich besassen. In den Beiwerken und in der Drape- rie fand man ebenfalls wenig zu loben, seine Färbung ist aber kräftig und markig. Eines seiner vorzüglichsten Bildnisse ist jenes des Mathias Prior, in der Gallerie zu Oxford , von J. Simon gestochen. Es wurden auch noch andere Bildnisse von ihm gestochen, wie je- nes des berühmten Schauspielers Ofeld von E. Fisher, des John Vanbrugh von J. Faber, des Dichters Pope von A. Pond etc.

Dann ist Richardson auch als Schriftsteller zu nennen, indem er mit seinem Sohne folgendes Werk herausgab: Essay on the Theory of painting and two discourses. 1) An Essay on the art of criticism. 2) An Argument in behalf of the Science of Connoisseur. London 1719. Dieses Werk erschien zu London 1792 in einer neuen Auf- lage: The Works of Jonathan Richardson. Containing the theory of painting. II. Essay on the art of criticism. III. The science of a connoisseur. A new edit. correct. with the additions of an essay on the Knowledge of prints etc. Ornamented with portraits by Wor- lidge etc. The whole intended as a Supplement to the Anecdotes of Painters and Engravers printed at Strawberry-Hill (Walpole- Vertue). 4.

Ein zweites Werk der Richardsons hat den Titel: An account of statues, bas-reliefs and drawings in Italy, France etc. London 1722, 2e edit. London 1754. Dann haben wir die Werke Ri- chardson's auch in französischer Sprache: Traité de la peinture et

Die Werke der Richardsons fanden mancherlei Anfechtungen und Widersprüche, und namentlich sagte man: der Ältere hätte nur seine eigene Sammlung von Handzeichnungen empfohlen, und sogar täuschen wollen. Heutzutage ist nur die neue Ausgabe noch zu brauchen. Der descriptive Theil, vom Sohne Richardson, enthält schätzbare Notizen. Von diesem finden sich viele Zeichnungen, weniger Gemälde. Er starb 1771. Der ältere Richardson hat auch einige Blätter radirt, grösstentheils Bildnisse,

  1. Jonathan Richardson, nach dem eigenen Gemälde. I

  2. Alexander Pope, zweimal dargestellt, von der Seite und von vorn. Der Kopf im Profil ist der schönste,

  3. John Milton, Dichter.

  4. Richard Mead, Dr. medicinae, I

  5. Die Büsten des Theophrast und Xenokrates, nach der Antike.

  6. Ein Faunskopf mit aufgesperrtem Munde, nach Michel An- gelo. J. R. fec,

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