Ricci, G., Kupferstecher , der Neffe des Marco, arbeitete in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu Venedig . Er radirte Land- schaften; mit Giampicoli eine Folge nach Gemälden des Marco Ricci.
BICCI, GIACOMO, Landschaftsmaler und Radirer, wurde 1679 in Bel- luno geboren, und von seinem Oheim Sebastian Ricci unterrichtet, welchen Marco zuletzt weit übertraf, so wie denn dieser Künstler überhaupt als derjenige gilt, der nach Tizian in der Venetianer Schule die Landschaft am glücklichsten gepflegt. Lanzi sagt, dass man keineswegs übertreibe, wenn man behauptet, vor ihm hätten wenige die landschaftliche Natur mit solcher Wahrheit aufgefasst, und seine Nachfolger seyen ihm darin nie gleich gekommen; aber um seine Trefflichkeit zu würdigen, genüge es nicht, die Land- schaften zu sehen, die er für den Handel malte und an Kaufleute abliess, noch auch diejenigen, welche er a tempera auf Ziegenfelle malte, sondern die in Oel und fleissiger gearbeiteten müsse man sehen, welche leichter in England , als in Italien zu finden seyen. Die meisten sind den anmuthigen Gegenden von Belluno entnom- men. Auch zu Paris und in London arbeitete dieser Künstler , er kehrte aber zeitweise immer nach Belluno zurück, um neue Stu- dien zu machen. Einige seiner Bilder sind mit Baulichkeiten ge- ziert, andere mit Figuren und Thieren. In der k. k. Gallerie zu Wien ist eine Landschaft mit der Taufe Christi. Zahlreich sind seine Werke in der Gallerie zu Turin und in jener in Dresden . Da findet man mehrere seiner grössern Landschaften, mit mannigfälti- ger Staffage; auch eine Winterlandschaft und eine Marine. Ricci starb 1729.
Mehrere Werke dieses Künstlers sind gestochen. Bartolozzi stach für Wagner's Verlag 8 grosse Landschaften, Volpato eine Folge von 10 Landschaften; Giampicoli und Jul. Ricci eine Folge von 12 Blättern, unter dem Titel: Raccolta di 12 paesi inventati e dipinti da celebre M. Ricci, posta in luce da G. Wagner; von J. Spilsbury eine andere Folge: A New Set of Landscapes, Engra- ved after the originals of M. Ricci. Auch Vivares stach vier Land- schaften mit Architektur, Chatelain stach für Boydell eine Folge von 11 Blättern, und J. Newton dazu eine zwölfte Landschaft mit einem Flusse und den Resten einer Säule. Zwei grosse heroische Landschaften haben Wagner's Adresse, vier Blätter mit Gruppen aus dem Volksleben haben die Adresse: appo Marco Pelli Venet. D. A. Fossati stach ebenfalls ein Paar Landschaften,
Dann gibt es auch eine seltene Folge von 5 grossen hero- ischen Landschaften, von J.-B. Jackson in Holz geschnitten, und mit mehreren Platten in Farben bunt gedruckt.
Eigenhändig radirte Blätter.
Ricci radirte eine Folge von 20 Landschaften mit Gebäuden und Ruinen, die zwar gut gewählt, aber mit wenig Geschmack be- handelt sind, besonders im 5. Blätterwerke. Die Figuren sind mittel- mässig, die Thiere sind schlecht gezeichnet. Bartsch gr. XXI. S. 313, Nro. 1 — 20. Dennoch sind diese Blätter sehr interessant. Sie haben folgenden Titel:
Nagler's Künstler-Lex. Bd. XII. 8
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