Ribera, Josef de

Ribera, Josef de, genannt Spagnoletto, berühmter Maler und Radierer, wurde den 12. Jänner 1588 zu Xativa, dem heutigen S. Fe- lippe, nicht weit von Valencia, geboren. Dieses erhellet aus dem Taufbuche, welches Bermudez einsah, und aus einem von Ribera selbst radirten Blatte mit Bacchus, worauf der Künstler folgende Worte schrieb: Joseph a Ribera Hisps. Valentis. Setab. f. Parthe- nop. 1628. Diejenigen, welche diesen Meister zu Galliopoli, in der Neapolitanischen Provinz Lecce geboren werden lassen, sind demnach im Irrthume, zu welchen sie die Parthenopeischen Schrift- steller verleitet haben.

Sein Vater Luis Ribera schickte ihn nach Valencia , um den Wissenschaften sich zu widmen, allein der Sohn fand es zuletzt wünschenswerther die Schule des Francisco de Ribera, als die Uni- versität zu besuchen. Nachdem er in der Kunst einige Sicherheit erlangt hatte, begab er sich nach Italien , und traf in Neapel zu-

erst mit Carravaggio, der, obgleich er später auch Werke ande- rer, noch grösserer Meister sah, dennoch Zeitlebens sein treues

Ribera, Joseph de. Vorbild blieb. Er studirte in Rom die Werke Rafael's und Carracci's, hatte aber, wie Domenici versichert, da mit grosser Noth zu kämpfen, und musste sich von den Ueberbleibseln der Nahrung der akademischen Kostgänger nähren, bis er endlich die Gunst ei- nes Cardinals gewann, der ihn in seinen Palast aufnahm. Allein Ribera sah ein, dass ihn die Bequemlichkeit von der Arbeit ab- halte, und wählte daher freiwillig seine frühere dürftige Lage wie- der. Doch blieb er nicht lange mehr in Rom, da er hier die zu grosse Concurrenz scheute, und Meister fand, die er nicht zu übertreffen hoffte. Er begab sich nach Parma und nach Modena, um die Werke Correggio's zu studiren, und er schien für diesen Meister, den er auch fleissig copirte, entschieden zu haben, als ihn bei sei- ner Ankunft in Neapel Carravaggio, oder der herrschende Geschmack für immer fesselte. Er trat damit auch siegreich aus dem Kampfe, welchen er nur nicht immer mit ehrlichen Waffen führte, was he- sonders Dominichino und G. Reni erfuhren. Er stand an der Spitze der sogenannten Naturalisten, die den Meistern der Carraccischen Schule fortwährend gegenüber traten. Ribera war indessen ebenfalls ein grosser Meister, der selbst über Carravaggio steht, da er nicht

allein als Colorist denselben übertraf, sondern auch in einer na- türgemässerern und korrekteren Darstellung. Er behielt stets ein eigenthümliches schönes Colorit bei, welches aber vielleicht durch die Zeit theilweise zu sehr ins Braune fiel. Er hatte eine grosse Stärke im Helldunkel, und nicht selten gelang ihm eine vollkom- mene Täuschung. Dann führte er bei starkem Impasto alle Theile des Körpers auf das genaueste aus. Man verfolgt in seinen Bil- dern den Gang der Muskeln und Adern bis zur Spitze des klei- nen Fingers, selbst die Runzeln und Haare der Haut sind getreu gegeben. Doch sind die Werke edler Art selten; seine abentheu- erliche Phantasie zog ihn zur Darstellung von Hinrichtungen, Mar- tern, Foltern etc. Dann finden sich auch viele Brustbilder von Anachoreten, Propheten, Philosophen, und andere scharfe kno- chige Gestalten. Eines seiner grässlichen Bilder gab auch die Ver- anlassung zu seinem Emporkommen. Es ist dies die Marter des heiligen Bartholomäus, die er auch noch später mit Vorliebe malte. Diese Darstellung zog in Neapel zuerst die Aufmerksamkeit des Vice-Königs auf den Urheber derselben, und namentlich auch die Namens - Unterschrift, mit dem Beiworte Espagnol. Der Spanier wurde jetzt Hofmaler mit einem Gehalte von 70 Doppien, und zum Aufseher über alle künstlerischen Unternehmungen im Reiche gesetzt. Ribera machte diese seine Würde auch den anderen Künstlern fühlbar, und um es bei dem Hofmaler nicht zu verder- ben, machten sie ihm selbst den Hof. Seine Eitelkeit verbitterte ihm aber zuletzt das Leben. Er wagte es 1648 dem Prinzen Don Juan d'Austria auf einen Ball in sein Haus einzuladen; aber der liebens- würdige Gast entriss ihm seine geliebte Tochter Maria Rosa. Diese Schmach heugte ihn tief, und es geht seit Domenici, der von dieser Geschichte erzählt, die Sage, dass er desswegen plötzlich aus dem Hause verschwunden und nie mehr zum Vorschein gekommen sei. Bermudez weiss indessen von dieser Geschichte nichts, sondern behauptet im Gegentheile, Ribera sei 1650 mit Ehre und Reich- thümern überhäuft in Neapel gestorben. Bermudez nennt keinen Gewährsmann. Dies ist aber wahrscheinlich Palomino, der dem Künstler 1656, (nach Andern 1657) im 67. Jahre sterben lässt. Dass Ribera wenigstens noch 1650 in voller Kraft gearbeitet hat, bewei- set das Bild der Anbetung der Hirten in der Gallerie des Louvre zu Paris. Die Werke Ribera's sind sehr zahlreich, und in den auseh

die besten Gallerien zu finden; al Fresco hatte er nie gemalt. Wir zählen hier einige der wichtigsten nach ihrem Inhalte auf, mit An- gaben der Stecher nach solchen Bildern. In Neapel, zu Paris, Ma- drid, Berlin, München, Dresden, Wien, St. Petersburg, auch in England, u. s. w. sind Hauptwerke von Spagnoletto. Aber nicht jedes Bild, welches in Sammlungen seinen Namen trägt, ist wirk- lich vom ihm. Viele rühren von Schülern her, besonders einzelne anze und halbe Figuren. Gio. Do und Bart. Passante allein, die Felder täuchend nach. Auch F. Fracanzani malte in dieser Weise. Zierden der Schule sind A. Falcone u. S. Rosa, von welchen der erstere unter Spagnoletto's Schutz jenen berüchtigten Todesverein organisirte. Diese beiden Meister bildeten selbst wieder zahlreiche Schüler. In der Sammlung zu Altona Tower in England ist das eigen- händig gemalte Bildniss des Künstlers. In der Gallerie zu Florenz ist ebenfalls das Bildniss des Künstlers, von Pazzi gestochen. Win- stanley hat das englische Bild geätzt.

Alte Geschichte und Mythe.

Der sterbende Seneca von seinen Schülern umgeben, lebens- grosse Figuren. Pinakothek zu München.

Cato vor Karthago, wie er sich die Eingeweide aus dem Leibe reißt, unter entsetzlichem Schrei. Eine anatomische Schlächter- scene, im k. spanischen Museum zu Paris.

Die Strafe des Ixion, des Tantalus, des Sisiphus, des Prome- theus, u. a. im Palazzo Buonretiro zu Madrid. Das erstere dieser Bilder ist besonders berühmt.

Der Kampf des Herkules mit dem Centaur, ein Bild von wi- derwärtigem Eindruck. Im spanischen Museum zu Paris.

Laokoon. Im Palazzo St. Ildefonso zu Madrid.

Biblische Darstellungen und Heilige.

Jakob hütet Laban's Schaafe. Seine Rechte ruht auf einem Schaafe. Lebensgrosse Figur. Gall. zu Dresden. Gest. v. S. Fokke. Jakob hütet die Heerde des Laban. Im Escorial.

Das Opfer Abraham's, ein treffliches Bild in der k. Bremeimge zu St. Petersburg. Abgeb. bei Labensky.

Isaak segnet den Jakob, halbe Figuren, ehedem in der Samm- lung des Grafen von Brühl, Gest. von Ch. Philip für Boydell, auch von L. Zucchi.

Manasse, König von Israel, lebensgrosse halbe Figur. Pinaka- othek zu München.

Joseph legt den Brüdern die Träume aus, gest. von Banner- mann für Boydell.

Simson bei Dalila von den Philistern geblendet, lebensgrosse Figuren, ehedem in der Gallerie zu Salzdahlum.

Der Reiche in der Hölle und Lazarus in Abraham's Schooss, lebensgrosse Figuren, ehedem in der Gallerie zu Salzdahlum.

Der Tod des heil. Joseph, nach dem Bilde des Grafen Brühl, von J. C. Teucher gestochen.

Das Opfer Abraham's, Von J. F. Oeser radirt.

Die heil. Dreieinigkeit, in der k. Gallerie zu Madrid, abgebil- det in der Collecciva litografica.

Gott Vater mit dem Leibnamen des Sohnes. Im Escorial. Ein Christusbild. Im neuen Palazzo zu Madrid. Die Taufe Christi, Bei den Nonnen von S. Pasqual in Madrid.

Christus als Knabe im Tempel lehrend, ein vorzügliches Bild dieser Art, originell in der Composition, und in den Charakteren ungleich edler als meist. Besonders glücklich ist der Ausdruck des begeisterten Sprechers. Die Färbung im Christus ist von hel- lem, in den sieben Schriftgelehrten von bräunlich kräftigem Ton, halbe Figuren. In der Bridgewater Gallerie. Le Vasseur stach diese Darstellung für die Gallerie des Palais Royal. Sie war früher in der Gallerie Orleans, aus welcher Lord Egerton 1792 das Bild kaufte.

Christus als Knabe unter den Schriftlehrern, 'halbe, lebensgrosse Figuren. Gall. zu Wien. Gest. von Troyen für Teniers Gallerie- werk. Glänzender gest. von J. Fischer.

Maria mit dem Kinde, welchem eine Heilige die Hand küsst, dabei Joseph, wie es scheint eine hl. Familie, in meisterlicher Nach- ahmung der zufällig sich darbietenden, ziemlich gemeinen Natur, in der fleissigen Ausführung, in Klarheit und Wärme der Färbung der berühmten Anbetung der Hirten im Louvre zu vergleichen, In der Sammlung des Sir Thomas Baring zu London. Waagen III. 249.

Die Anbetung der Hirten, bezeichnet: Joseph Ribera espannol Accademico Romano T. 1650. Waagen ( Kunstwerke etc. III 511) sagt; der Meister habe sich in diesem Bilde in jeder Beziehung selbst übertroffen. Im vollsten Licht genommen, ist die selbst im Ausdruck edlere Maria als meist, so wie das Kind von einer sel- tenen Klarheit, Zartheit und Sättigung des gelblichen Tons. Die Hirten, von gutartig-porträtähnlichen Charakter, so wie ein Zick- lein und ein Lamm, sind in allen Theilen mit genreartiger Aus- führlichkeit meisterhaft gemalt, und die Haltung des Ganzen ist bewunderungswürdig. Gall. des Louvre zu Paris. Gest. von Ingouf für das Mus. frangais, kleiner von Chataigner und Villerey.

Die Anbetung der Hirten, ein Bild mittlerer Grösse, schön

componirt und eben so trefflich colorirt, kam von Cadix in die

berühmte Sammlung des M. Schamp von Averschoot in Gent, die 1840 versteigert wurde.

Das Kreuz, halbe

Die Empfängniss Mariä, ehedem bei den Nonnen zu Monterey in Spanien.

Maria mit dem Kinde und Johannes auf der Flucht in Aegyp- ten, durch Feinheit des Gefühls und der Ausführung vor vielen gepriesenen Werken Ribera's ausgezeichnet. Gall. in Burleighhouse. Waagen II. 185. 6

Die Geburt Christi, und eine Anbetung der Hirten. Im Escorial.

Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, und Joseph als Zimmer- mann arbeitend, grosses Bild in der alten Kirche des Escorial.

Die Malereien der Capelle zu St. Maria Bianca in Parma, im Auftrage des Herzogs Ranuccio ausgeführt. Scaramuccia (Let. pitt J. 24) sagt, man könne diese Bilder für Arbeit des Correggio oder L. Carracci halten.

Das Abendmahl des Herrn, im Chore der Kirche St. Martin zu Neapel, ein edles Bild, welches an Paolo Veronese erinnert. Vorzüglich schön ist Christus.

Die Kreuzabnehmung, oder der Leichnam Christi von den Freunden betrauert, ein höchst meisterhaftes Bild in der Sakri- stei von St. Martino zu Neapel. Maria ist von ausgezeichnete Schönheit.

Der Leichnam Christi von den Marien, Johannes, und Nicodemus beweint. Grosses Bild im Escorial.

Die Kreuzschleppung durch Simon von Cyrene erleichtert dem Heilande. lebensgrosse Figuren. Gall. zu Wien.

Die Grablegung Christi. Im Escorial.

Das Begräbniss Christi, gest. von R. Aloja.

Christus am Kreuze 1643 gemalt. In S. Victoria bei S. Do- mingo.

Christus am Kreuze, ein herrliches Bild, bei St. Thomas zu Madrid.

Die Christusleiche auf dem Schoosse der Maria, ein grosses Al- tarbild bei den Nonnen von Monterey in Salamanca.

Die Pieta aus der Sammlung Arundel. Johannes unterstützt den Leichnam Christi, und Magdalena fasst knieend seine Hände. Gest. von D. Cunego.

Das Haupt des Johannes vom Scharfrichter vorgezeigt, Knie- stück. Pinakothek zu München.

Der Henker mit Johannes Haupt. Wiener Gall. Gest. von L. Vorsterman. Prinz Rupert von der Pfalz hat den Henker mit dem Haupte in schwarzer Manier gestochen.

Der Leichnam des hl. Andreas wird von dem Kreuze abgenom- men. Lebensgrosse Figuren. Pinakothek zu München.

Die Befreiung des heil. Petrus. Er liegt im Gefängnisse auf seinem Strohlager, und blickt mit freudigem Erstaunen den En- gel an. Lebensgrosse Figuren. Gall. zu London. Gest. von M. Reyleri, so wie ein anderes Bild dieses Inhalts,

St. Petrus im Gefängnisse vom Engel erweckt. Im Escorial.

Die Marter des heil. Januarius. Der Heilige tritt aus dem brennenden Ofen hervor. Eines der Meisterstücke des Künstlers, in der Capella del Tesoro zu Neapel, fast Tizianisch, wie Lanzi behauptet. Radirt von S. Marcotti. Keyl hat ein solches Bild ge- stochen.

Die Vorbereitung zur Marter des heil. Bartolomäus, ein ei- genthümlich meisterhaftes, schauererregendes Bild, in der kgl. Gall. zu Berlin. Anderweitig vorkommende Bilder zeigen den Heiligen gar halb geschunden, und erregen Widerwillen und Ekel,

Die Marter des heil. Bartolomäus, ein entsetzliches aber mei- sterhaftes Bild im spanischen Museum zu Paris. Die Büste des Hauptes von Belvedere liegt neben dem duldenden Heiligen auf dem Oden.

Die Marter des heiligen Bartolomäus, eines der bekannten Schreckenbilder. Im neuen Palazzo zu Madrid.

Die Marter des hl. Bartolomäus, von H. Winstanley gestochen.

Der gemarterte heil. Bartolomäus. Kniestück. Gall. zu Dres- den. Dieses Bild stammt aus Modena. Gest. von M. Reyll.

Der heil. Bartolomäus, kleines Bild. Pinakothek zu München.

St. Bartolomäus, von R. Bayeu radirt.

Der Apostel Bartolomäus mit einem grossen Messer, gest. von Coelemans.

Die Marter des heil. Sebastian. Bei den Nonnen des hl. Pas- qual in Madrid.

Die Kreuzigung des heil. Andreas, ein vorzügliches Gemälde in der Gall. Lichtenstein zu Wien.

Die Marter einiger Eremiten. Bei den Nonnen des heil. Pasqual zu Madrid.

Die Marter des heil. Lorenz, in der Cathedrale zu Granada.

St. Lorenz unter den Händen seiner Peiniger, die ihm Bei- spiele sind ihn auf den Rost zu legen. Lebensgrosse Figuren. Die- ses Bild malte Ribera für den Herzog von Ossuna, jetzt ist es in der Gall. zu Dresden. Gest. von M. Reyll.

Die Versuchung des heil. Antonius, nach einem Bilde in Sienaj von Lasiniis jun. gestochen. ;

St. Augustin, ein treffliches Bild in der Cathedrale von Pla- sencia.

Der hl. Franz von Paula, ein bemerkenswerthes Bildniss in der kgl. Eremitage zu St. Petersburg.

St. Peter und St. Jakob, zwei schöne Bilder im Pallaste Ilde- fonso zu Madrid.

Brustbild des heil. Petrus, im Mus. del Prado zu Madrid, Li- thographirt für das neue spanische Galleriewerk von J. Madrazzo.

Der weinende hl. Petrus, lebensgrosses Kniestück, Pinakothek zu München. Gest. v. M. Kellerhofen.

St. Petrus und St. Paul, zwei schöne Bilder, in Vittoria bei S. Domingo, 1637 gemalt.

Der reuige Petrus, neben ihm ein Tisch, worauf mehrere Bü- cher und die Schlüssel liegen. Kniestück in Lebensgrösse, Gall. zu Wien, Gest. von Vorsterman und von J. Mänel.

J. M. Ardell stach auch eine Darstellung des heil. Petrus.

St. Franz von Assisi mit blossem Leibe auf Dornen liegend, wie ihm ein Engel erscheint, lebensgrosse Figuren, Gall. zu Dres- den. Gest. von Pitteri.

St. Franz von Assisi, Im neuen Pallaste zu Madrid,

St. Franz von Assisi, Gall. zu Lyon,

St. Franz von Assisi in der Wüste. Im Escorial.

Der heil. Franz in Lebensgrösse, herrliches Bild der gräßl. v. Thurn'schen Sammlung zu Wien.

Der heil. Franz, treffliches Bild der Gallerie Lichtenstein zu München. |

Der heil. Hieronymus, einer der Lieblingsgegenstände des Künstlers, in ganzer und halber Figur. Ein Hauptbild dieser Art in St. Trinita zu Neapel. Im Pallaste Pamfilii zu Rom waren un- gefähr fünf verschiedene Darstellungen,

St. Hieronymus in seiner Höhle gelagert, aus der früheren Zeit des Meisters, und ein Hauptwerk. In der Cathedrale zu Gra- nada. | |

St. Hieronymus mit dem Todtenkopf. Gall. zu Dresden,

Der büssende hl. Hieronymus. Im neuen Pallaste zu Madrid,

St. Hieronymus, ein um 1600 in Paris vorhandenes Bild. Gest. von J. Meheux. ;

St. Hieronymus in der Wüste vor dem Buche und dem Tod- tenkopfe kniend, halbe lebensgrosse Figur. Pinakothek zu München.

St. Hieronymus als Büsser, eine knochige Gestalt, deren er viele gemalt. Museum zu Berlin.

St. Hieronymus. Im Pallaste S. Ildefonso zu Madrid,

St. Hieronymus auf dem Krankenlager. Im Escorial.

St. Hieronymus, lebensgross, ehedem in der Gall. zu Salzdahlum,

St. Hieronymus in Betrachtung, aus dem Cabinet Reynst, gest. von H. Valk. ;

Der Einsiedler Paulus in der Höhle vor dem Todtenkopfe knieend. Lebensgrosse Figur. Gall. zu Dresden.

St. Paul der Eremit. In der Cathedrale zu Granada,

St. Paul der Eremit als Büsser. Im kl. Pallaste zu Madrid. Gest. von P. Triere. ;

St. Johannes der Täufer. Im Escorial, eine andere Darstel- lung im neuen Pallaste zu Madrid.

St. Sebastian am Baume von Irene gepflegt. Im Escorial. '

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Die hl. Maria aus Ägypten im reichen Haupthaar vor ihrem Grabe betend. Ein Engel reicht ihr ein weißes Tuch. Lebensgrosse Figuren, Gall. zu Dresden. Gest. von M. Pitteri.

Auch M., Basan und F. Poilly stachen eine büssende Magdalena.,

Die heil. Maria von Ägypten. Im neuen Palaste zu Madrid.

Maria Magdalena in der Wüste. Im neuen Palaste zu Madrid.

Eine andere Darstellung dieser Art in der Kathedrale zu Granada,

St. Rochus, wie ihm der Hund die Wunde leckt. Im Escorial.

Der Apostel Jakobus stehend. Im Escorial. -

Der heil. Matthäus, ein in Spanien befindliches Bild, welches nach Pollomino folgende Unterschrift hat: Jusepe de Ribera espan- nol de la ciudad de Xativa, regno de Valencia, academico romano anno 1630. E. Fisher stach eine solche Darstellung.

Propheten und Anachoretten, in mehrere Bildern, ernste kno- chige Gestalten, meistens nach der Natur gemalt,

"Plafondbild der Carthäuser in Neapel. Gest. von Prevost für St. Non's Reise,

Die Charitas. Im Palaste S. Ildefonso zu Madrid.

"Profane Darstellungen.

Democritus und Heraclitus, zwei Darstellungen, die in eini- gen Wiederholungen vorkommen, im Geschmacke Carravaggio's. Zwei solche Darstellungen sah Lanzi in einem Zimmer des Mar- chese Gir. Durazzo, vier andere kamen mit der Gallerie Orleans nach England. Ein Paar kaufte 1702 Graf Darnley; Graf Gower eine andere Darstellung des Heraclit; Hr. Nesbitt den Democrit.

Diogenes mit der Laterne. Gall. in Dresden. Gestochen von Daullé,

Diogenes, besonders streng und fleissig in einem klaren, warm- gelblichen Ton durchgeführt. In der Grosvenor - Gallerie.

Archimedes, ein Bild von kräftiger Wirkung. In der Samm- lung zu Altona Tower,

Derselbe mit dem Zirkel, halbe Figur. Gall. zu Wien,

Archimedes vor dem Tische, auf welchem ein Globus, Bücher und Zeichnungswerkzeuge liegen. Halbe Figur. Gall. zu Dresden.

Archimedes mit dem Brennspiegel, halbe Figur. Pinakothek zu München,

Zahlreiche Bilder von sogenannten Philosophen, fast in jeder bedeutenden Gallerie, oft in mehreren Exemplaren.

Ein altes Weib, mit einer Henne und einem Korb voll Eiern, Lebensgrosse Figur. Pinakothek zu München,

Die unter dem Namen des Strogozzo bekannte Composition, welche dem Rafael oder dem Michel Angelo beigelegt wird. Es ist dies eine in einem ungeheueren Gerippe sitzende Hexe, nach dem Stiche des Agostino Veneziano sehr fleissig und geistreich aus- geführt und colorirt. Die Aufschrift: R. V. inventor Joseph de Ribera pingit 1641. beweiset, dass diese phantastische Composition

schon damals dem Rafael beigelegt wurde. Gall. zu Apsleyhouse., Waagen II. 100.

Eigenhändige Radirungen.

Die Blätter dieses Künstlers gehören zu den vorzüglichsten ih- rer Art. Man bewundert darin die Reinheit und Genauigkeit der Zeichnung, die sich unermüdet bis auf die Extremitäten erstreckt. Die Nadel ist mit Geschmack und Leichtigkeit geführt, mit ange- nehmer Abwechslung, je nachdem es der Gegenstand erfordert. Da- bei ist der Grabstichel so sparsam angewendet, dass man seine Beihülfe fast ganz vermisst, so glücklich ist alles in Harmonie und

Wirkung gesetzt. Ein Meisterstück ist seine Marter des heil. Bar- tolomäus, unübertrefflich im Ausdrucke des Heiligen und des Schinders. Der heil. Hieronymus Nro. 4 und der betrunkene Si- len sind ebenfalls trefflich. Diese drei Blätter sucht J. Longhi (die Kupfersticherei, von C. Barth. 1. 222) als Muster für eine Ku- pferstich-Sammlung aus, und wertet das erstere auf 100 Lire im ausgezeichneten Abdrucke; den Silen auf 90 und den Hieronymus auf 80 Lire.

Die vor Bartsch angefertigten Verzeichnisse der Blätter dieses Künstlers weichen von einander ab, indem ihm die einen zu viel, die anderen zu wenig zuschreiben. Der Gleichheit der zu einem Mo- nogramme verbundenen Anfangsbuchstaben wegen, wurde er theil- weise mit Guido Reni verwechselt. Bartsch P. gr. 7y ff. legt ihm 18 Blätter bei, und hält es damit abgethan. Wir geben einige Zusätze in Parenthese, behalten aber die Numerirung von Bartsch bei.

  1. Der am Fusse des Kreuzes liegende Leichnam des Heilandes von der heil. Jungfrau, von Johannes und Magdalenı beweint. Links unter dem Kopfe steht das Monogramm G. R. (verkehrt). H. 7 Z. 2 L., Br. 9 Z. 5 L.

(Einige legten dieses Blatt dem Guido Reni bei. Auch Mattioli schrieb auf seine Copie irrig Guido Reni Janv. In einer andern Copie hat Magdalena die Rechte am Fusse des Heilandes. H. 7 Z. 1 L., Br. 9 Z. 3 L. Das Mass des Ori- ginals finden wir anderwärts auf 7 Z. 3 L. Höhe, und 9 Z. 7 L. Breite angeben, so dass mit der Copie eine Verwechs- lung vorgehen könnte.)

  1. St. Sebastian an den Baum gebunden, halbe Figur, mit der linken Hand eine Geberde ausdrückend. Leicht entworfen, und ohne Zeichen. H. 3 Z. 3 L., Br. 2 Z. 7 L.

(Bei Weigel 2 Thlr. — Gegendrücke findet man selten.)

  1. St. Hieronymus in einer Schrift lesend, die er mit beiden Händen hält, während die Bücher links auf dem Steine lie- gen. Auch der Löwe wird da bemerkt. Links oben ist der Buchstabe A und das Monogramm G. R., die Buchstaben verkehrt. H. 7 Z., Br. 1? Z. 3 L. (Es gibt von diesem Blatte zwei gegenseitige Copien ohne Namen.)

  2. St. Hieronymus erschreckt durch den Ton der Posaune, welche ein Engel rechts oben in den Wolken bläst. Er sitzt in Mitte des Blattes, und links unten wird der Kopf des Löwen sichtbar. Rechts unten ist das Monogramm J. R. Ein sehr schönes und seltenes Blatt, schon oben erwähnt. H. 11 Z. 5 L., Br. 8 Z. 6 L.

(Die ersten Abdrücke sind vor der Adresse, die zweiten haben jene F. van Wyngaerden's. Bei Weigel ein Druck vor der Adresse 2 Thlr.)

  1. Eine ähnliche Darstellung, wo man aber rechts oben keinen Engel sieht, sondern nur zwei Hände mit der Posaune. Der Kopf des Löwen erscheint rechts in halber Höhe, und unten ist das Monogramm mit der Jahrzahl 1621. H. 11 Z. 7 L.,

(Bei Weigel 2 Thlr. 12 gr.)

  1. Die Marter des heil. Bartolomäus. Der Heilige, auf den Knien, ist mit beiden Händen an den Baum gebun- den. Rechts zieht ihm ein Henker die Haut ab, links schärft ein anderer das Messer. Im Rande unten: Dedico

(RBei Weigel 3 Thlr. 16 gr. — Es gibt eine gegenseitige, kleinere Copie, unten links im Rande bezeichnet: Jusepe de Rivera, Español en Nápoles. Es gibt auch eine Copie ohne Namen, und eine von Kilian.)

  1. Der weinende Petrus. Er kniet mit gefalteten Händen nach rechts. Links unten ist das Monogramm J. R. und die Jahr- zahl 1622. (verkehrt.) H. 11 Z. 10 L., Br. 8 Z. 10 L.

(Es gibt eine gegenseitige Copie.)

  1. Der Kopf eines alten hässlichen Mannes, im Profil nach rechts. Seine Nase ist gross, das Haar kurz, theils von einer Binde bedeckt. Rechts unten ist das Zeichen J. R. und
  • die Jahrzahl 1622. H. 5 Z. 2 L., Br. 3 Z. 14 11. . Die späteren Abdrücke haben im Rande die Adresse von Van W yngaerden's,
  1. Büste eines hässlichen Mannes, voll Warzen, mit Geschwü- ren am Hals, im Profil nach rechts. Er trägt eine spitzige Haube. Links unten ist das Monogramm (? R. (verkehrt) und das Wort hispanus, H. 8 Z., Br. 5 Z. 2 L. .

Die späteren Abdrücke haben im Rande die Buchstaben

(Gandellini will 12 Blätter mit Carrikaturköpfen kennen, zu welchen die Obigen gehören müssten. Wir fanden nie eines dritten erwähnt. Es gibt sehr gute Copien von der Ge- genseite, auch auf einem, einzigen Blatte, qu. fol.)

  1. Der Dichter mit Lorbeer bekränzt, von einigen Dante ge- nannt, im tiefen Nachsinnen dastehend, und die Linke auf einen viereckigen Stein gestützt, an welchem sich ein Baum- stamm erhebt. Ohne Zeichen. H. 5 Z. 10 L., Br. 4 Z. 6 L.

  2. Der Centaur und der Triton im Kampfe, beide mit Keulen bewaffnet. Im Grunde links schwimmt ein Triton mit einer geraubten Nymphe. Ohne Zeichen. H. 4 Z. 4 L., Br. 6 Z. 2 L.

  3. Der vom Amor gezüchtigte Satyr, Letzterer ist an den Baum befestiget. Amor schwebt mit der Ruthe in der Luft. Links unten ist ein Monogramm, welches aus RS N oder RVSN zu bestehen scheint. (Ribera Sctabensis, Valentinus.)

  4. Silen auf dem Boden liegend, neben einer Kufe mit Trau- ben, zwischen zwei Satyrn, von welchen ihm der eine einen Kranz von Weinlaub auf den Kopf setzt. Im Grunde links ist ein anderer Satyr mit einer Bacchantin. Zu den Füs- sen Silens, nach rechts hin, liegen zwei Kinder. Unten steht: Joseph Ribera Hi) Valentinus Setaben. f. Partenope

  1. H. 10 Z., Br. 13 Z. n

(Die ersten sehr seltenen Abdrücke sind ohne Dedication und ohne Adresse.)

Die zweiten Abdrücke haben folgende Dedication unten: Al Molto Illre. S. Don Gioseppe Balsamo, Barone di Cattafi etc. Giovanni Orlandi Romano D. D. Bei Weigel 4 Thlr.

  1. Don Juan d'Austria zu Pferde, im Gulp nach rechts, im Grunde die Stadt Neapel. Links unten steht: Jusepe de Riuera f. 1648, und oben: El. Sme, S, Don Juan de Austria, H. 13 Z., Br. 10 Z. /

Diese Platte wurde in der Folge aufgearbeitet, und dabei der Kopf in jenen Carl II. von Spanien verwandelt. Oben sind jetzt Engel, von welchen zwei die Königskrone halten, der dritte das Wappen von Spanien. Der Name des Künst- lers wurde beibehalten, die Jahrzahl aber in 1670 verän- dert. Dann liest man: Carolus II. Dei Gratia Hispaniarum et Indiarum Rex etc, Gaspar de Hollander excud. Antuerpia op de meer.

15 — 17) Drei Blätter zum Zeichnungsunterrichte. H. 5 Z. 3 L., Br. 7 Z. 10 L.

  1. Sechs Studien von Augen im Umrisse, dann sechs voll- endete Augen. Unten nach rechts: Joseph Ribera espannol.

  2. Studium eines offenen Mundes, im Umrisse und vollendet, ein anderer geöffneter Mund, und zwei Nasen, im Umrisse und vollendet. Rechts unten ebenso bezeichnet.

  3. Studium von neun Ohren, von welchen drei nur umrissen sind, Rechts unten das Monogramm J. R. und 1622. In der Ecke ist die Nro. 4.

(Diese drei Blätter gehören vermuthlich zu folgendem Werke: Tabulae de institutionibus praecipuis ad picturam necessariis inventae per Jos. Rivera Spagnolet et Jacomo Palma, — Der Maler Franc. Fernandez veranstaltete nach seinen Werken Anfangsgründe der Zeichenkunst, wovon 1650 zu Paris ein Theil unter folgendem Titel erschien: Livre de portraiture, recueilli des oeuvres de Josef de Ri- bera — gravé à l'eau-forte par Louis Ferdinand. Gandellini sagt, der Künstler habe eine Art Zeichenbuch herausge- geben, 22 Blätter nach Guercino. Dieses Werk soll Ribera sehr hoch geschätzt und davon gesagt haben, dass er damit als jüngerer Mensch in der Lombardei das Brod verdient habe. Er darf indessen nicht mit Guido Reni verwechselt werden, von welchem wir ebenfalls ein Zeichenbuch haben.)

  1. Das Wappen eines spanischen Grossen. Ueber dem Car- touche sind drei geflügelte Kinder mit einer Krone. Auf der einen Seite sind zwei Thürme, auf der anderen ein aufstei- gender Löwe. Ohne Zeichen. H. 9 Z., Br. 6 Z. 7 L.

Folgendes Blatt wird ihm mit Unrecht beigelegt:

Die Ruhe in Aegypten. Maria sitzt am Fusse eines Palmbau- mes mit dem Kinde auf dem Schoosse, welches nach den drei grossen singenden Engeln blickt. Auf der anderen Seite ist Joseph mit dem Esel. H. 10 Z. 8 L., mit 10 L. Rand, Br. 8 Z. 4 L.

(Bartsch sagt, dieses Blatt stimme mit den anderen Blättern Ribera's nicht überein, und wenn es ja von ihm herrühre, so sei es aus des Künstlers früher Zeit. Andere legen es dem Garl Sara- ceno bei, und diesem Meister gehört es auch sicher an.

Im ersten Drucke liest man: Carolus Saracenus Inuent. Ohne 4 d)

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