Ribalta, Francisco de, Historienmaler , der Hauptmeister der Schule von Valencia, wurde zu Castellon della Plana geboren, und zwar , wie wir durch Cean Bermudez, den Verfasser des spa- nischen Künstler-Lexikons, mit Sicherheit wissen. Frühere, und theilweise auch noch spätere Schriftsteller sprechen sich darüber nicht bestimmt aus. Bermudez weiss aber aus dem Taumbuche, dass dem Pedro de Ribalta den 25. März des genannten Jahres ein Sohn Francisco getauft wurde. Sein erster Meister war Vicente Juanes zu Valencia , und bald wollte Ribalto auch dessen Schwie- gersohn werden; allein Don Vicente sah ein, dass der Jüngling noch in der Kunst zurück sei, und verwies ihn auf bessere Zu- kunft. Dies entflammte seine Liebe und seinen Ehrgeiz noch mehr, und schnell war mit der Gedachten der Plan gefasst, zur weiteren Ausbildung nach Italien zu reisen. Einige behaupten, er sei Schü- ler des Annibale Carracci gewesen, allein Francisco ist älter als Anni- bale, und kam wahrscheinlich früher nach Rom, als dieser Meister; sicher ist aber, dass Rafael und Sebastian del Piombo seine Vorbil- der waren, besonders letzterer, von welchem er in Rom und zu Vene- dig Werke fand. Das Studium dieser Vorbilder drückt sich auch in seinen eigenen Bildern aus, sowohl in der Zeichnung, als in der Gluth der venetianischen Farbengebung, deren Erbtheil S. del Piombo auch in Rom nicht entsagte. Man weiss nicht, wie lange Ribalta in Italien verweilt habe, so viel ist aber gewiss, dass er
als tüchtiger Meister im Vaterlande angekommen, eilte er in das Haus Don Vicente's, den er nicht traf, aber um ihm zu zeigen, wie weit er es gebracht habe, vollendete er ein eben auf der Stal- lelei stehendes Gemälde desselben, und zwar mit solcher Meister- schaft, dass Joanez in Staunen gerieth und ihm augenblicklich die Tochter zur Frau gab. Von nun an blieb er im Vaterlande, und es verbreitete sich schnell sein Ruf durch dasselbe, nicht nur durch seine Werke, sondern auch durch tüchtige Schüler. Unter letz- teren ist sein Sohn einer der vorzüglichsten, dessen Werke sogar mit jenen des Vaters verwechselt werden könnten. Als Hauptbil- der erklärt Bermundez den hl. Franciscus bei den Kapuzinern und die Madonna mit St. Bernhard im Kloster S. Miguel des los Reys zu Valencia. Gerühmt sind auch seine Malereien in der grossen Capelle des Klosters St. Catarina de Sena, und die Gemälde aller Altäre des Collegiums del Señor Patriarcha, so wie die Gemälde des Altares aller Heiligen und des Altares St. Mena in der Parochial- kirche von St. Martin zu Valencia, woran auch Juan Theil hatte. Zu Madrid sind zwei grosse Bilder, beide Christus am Kreuze vor- stellen, das eine im Collegio der Donna Maria de Aragon, das an- dere im Kloster St. Philipp Augustiner Ordens. Diese Bilder sah man wenigstens noch vor dem Ausbruche des Bürgerkrieges in Spanien. Im Hospital von Montserrat zu Madrid war eine Kreuz- abnehmung, Christus in der Vorhölle und die Gefangennehmung Christi. Das letztere dieser drei trefflichen Gemälde hat die räth- selhafte Unterschrift:
Fra Sebastianus del Piombo invenit. Franciscus Ribalta Valentiae traduxit.
Einige haben desswegen diese drei Bilder als Werk des Se- bastiano erklärt, die demnach Ribalta nach Valencia gebracht ha- ben müsste, wozu aber »Valentiae« nicht passt. Don Francisco könnte sich aber einer Zeichnung Piombo's bedient haben. Im k. Museum zu Madrid ist ein sehr bedeutendes Bild, welches den Christusleichnam zwischen zwei Engeln vorstellt. Dann wer- den ihm da zwei grossartige Bilder der Evangelisten Matthäus und Johannes in einer Landschaft zugeschrieben, die aber mehr noch an Spagnoletto erinnern.
Im Auslande sind seine Werke äusserst selten, wenn nicht vielleicht die letzten Kriegsunruhen der Kunstbeute günstig gewe- sen sind. Im kgl. spanischen Museum befindet sich eine Kreuz- tragung. In der kgl. Eremitage zu St. Petersburg werden ihm vier Gemälde zugeschrieben, die im Galleriewerke von Labensky um- rissen sind. Das vorzüglichste darunter stellt Christus im Grabe vor, ein kleines enthält eine Scene aus dem Leben Joachim's, das dritte die Befreiung der heil. Catharina, und das vierte zeigt die Landschaft, wo das Kreuz Christi errichtet ist. Ein fünftes Bild, die Opferung der Tochter Jephtas, kann ebenfalls von einem der beiden Ribalta herrühren.
Francisco de Ribalta starb im Jänner 1628 zu Valencia, und in demselben Jahre folgte ihm auch sein Sohn nach. Palomino lässt ihn schon 1600 sterben.
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