Rhomburg, Joseph Anton

Rhomburg, Joseph Anton, Historienmaler , geb. zu Dornbirn in Vorarlberg 1786, zeigte schon in früher Jugend Talent zur zeichnenden Kunst, allein die ländlichen Arbeiten, denen er sich unterziehen musste, liessen ihm nur spärliche Muße, und bis in sein zweiundzwanzigstes Jahr blieb er ohne förmlichen Unterricht. Erst 1808 erfreute er sich auf der Akademie der bildenden Künste in München der freundlichen und väterlichen Unterstützung des Direktors von Langer, und als diese Akademie 1814 Noah's Dank- opfer nach der Sündfluth als Preisaufgabe aussetzte, war es Rhom- berg's Arbeit, die gekrönt wurde. Die Composition liegt durch ein von Rhomberg selbst leicht im Umriss lithographirtes Blatt vor.

Im Jahre 1816 verliess der Künstler die genannte akademische Anstalt, und unternahm eine Reise nach Wien, wo seine Bildniss- und historischen Gemälde mit grossem Beifall aufgenommen wur- den. Nach dreizehn Monaten kehrte er wieder nach München zu- rück, führte da einige historische Compositionen aus, und ging endlich zum zweiten Male nach Wien, wo seine Werke auch jetzt Verehrer fanden. Die Bilder, welche Rhomberg in Oesterreich zurück- liess, sind ziemlich zahlreich, wie wir aus Hormayr's Archiv 1821 und ersehen. Sie werden da mit grossem Lobe erhoben

Rhomberg malt schöne und ähnliche Bildnisse, geschichtliche und kirchliche Darstellungen, Scenen aus dem Gebiete der Ro- mantik und Genrebilder . In der Pfarrkirche zu Rosenheim ist ein Altarblatt, welches die Taufe Christi vorstellt, und ein anderes in der Kirche zu Dornbirn: Maria mit dem Jesuskinde von Engeln umgeben, wie sie dem St. Dominicus den Rosenkranz und der hl. Catharina das Skapulier reicht. In der Metropolitankirche zu Mün- chen wird ein grosses Bild der Anbetung der Hirten zur Weih- nachtszeit am Hochaltare aufgestellt. Im Nationalmuseum zu Inns- bruck ist eine Sibylle von seiner Hand. Viele andere Bilder be- finden sich in den Händen der Kunstfreunde und im Besitze höch- ster Herrschaften. Mehrere wurden in öffentlichen Blättern mit grösstem Lobe erhoben, und namentlich im Kunstblatte 1823 u. s. w. des Urhebers rühmlichst erwähnt. Einige seiner namhaftesten Bilder sind durch lithographirte Nachbildungen bekannt, wie un- ten folgt.

Dann nennen wir auch folgendes Werk, welches Rhomberg für den Unterricht bearbeitet hat: Vollständiger Unterricht in der Figurenzeichnung, zum Gebrauch für Schulen und zur Selbstunter- weisung. Aus berühmten Kunstwerken grosser Maler und Bild- hauer, wie auch aus eigenen Compositionen zusammengestellt, A, Rhomberg I, Abtheil. in 36 Bl. Umrisse enthaltend, nebst beigefüg- ter Muskel- und Knochenlehre. München, gr. fol.

F. Hanfstängel lithographirte nach ihm eine heil. Familie mit dem kleinen Johannes, und Pflaum die Verlobung der heil. Catha- rina, beide von Rhomberg gemalt, so wie Christus am Kreuze von H. Weishaupt lithographirt. Dann hat der Künstler selbst etliche Blätter lithographirt,

  1. Die hl. Familie, die Benediction, fol. Die Original Kreidezeichnung dieses auch in Oel gemal- ten Bildes ist in R. Weigel's Kunstkatalog auf 8 Thlr. 12 gr. gewerthet;

  2. Die Verlobung der heil. Catharina, nach dem eigenen Ge- mälde fol.

  3. Die Madonna mit dem Kinde und Engel, 1827 von Rhom- berg gemalt, fol.

  4. Die hl. Cecilia und drei Engel, nach dem eigenen Ge- mälde, fol.

  5. Die heil. Familie in der Werkstatt, ebenfalls, fol.

  6. Abel's Tod, für die Sammlung der Original Handzeichnun- gen lebender bayerischer Künstler, gr. qu. fol.

  7. Scene aus der Sündfluth, für dasselbe Werk, gr. qu. fol.

  8. Einige lithographirte Zeichnungen aus dem alten und neuen Testamente, frühere Blätter des Künstlers;

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