Rhoden, Johann Martin von, Landschaftsmaler , wurde um 1782
zu Cassel geboren, und daselbst in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet, bis er endlich nach Italien sich begab, um der rei- chen Natur jenes Landes seine Studien zu weihen. M. v. Rhoden gründete in Rom frühzeitig seinen Ruhm, nur waren aber diesem damals die Zeitverhältnisse nicht günstig, und endlich suchte er vor den Kriegsunruhen im Vaterlande Schutz. Später ging er wie- der nach Rom, wo er im Vereine mit jenen berühmten deutschen Künstlern lebte, die sich den grossen Zweck einer Restauration der Kunst vorgesetzt hatten, und da ist auch Rhoden seit einer Reihe von Jahren als Künstler ersten Ranges bekannt. Im Jahre 1827 berief ihn der Churfürst von Hessen als Hofmaler nach Cassel , allein 1833 kehrte der Künstler mit Erlaubniss seines Fürsten wieder nach Italien zurück, und da lebt er noch gegenwärtig seiner Kunst.
Rhoden malte zahlreiche landschaftliche Darstellungen, die alle ein Talent von seltener Reife verrathen. Schon in Göthe's Winkelmann und sein Jahrhundert 1805, S. 345, heisst es, dass
der junge Rhoden schöne Früchte von sich hoffen lasse, in- dem schon damals anmuthige und mit löblichem Fleisse behan- delte Bilder von ihm zu sehen waren. Er beflisst sich schon frühe einer bewunderungswürdigen Treue in Nachbildung des Einzel- nen, und ging dann mit einem Fleisse zu Werke, der manchmal fast an Aengstlichkeit grenzt. Auch ist in seinen früheren Bildern der Effekt nicht genug concentrirt, und kein ganz richtiges Ver- hältniss zwischen den Gründen. Diese Mängel seiner Jugendarbei- ten verschwanden aber in der Folge alle, ohne dass der Künstler in der bis in das kleinste Detail gehenden Ausführung ermüdete. Der dichterische Sinn, der seine Kunstschöpfungen durchdringt, die liebliche Färbung, die duftigen Fernen, die Kraft der Vorgrün- de, die üppige italienische Vegetation, der wonnige Himmel des Südens, die Reste einer untergegangenen Pracht, zaubern den Be- schauer in die Umgebung des Künstlers. Trefflich sind seine An- sichten aus der Villa des Hadrian, von Tivoli, Ariccia, Subiaco u. s. w. Andere sind gemalte Idyllen. Ein Bild der letzten Gat- tung, von unglaublichem Eindruck, besitzt H. v. Quandt in Dres- den. Es ist dies eine Darstellung der italienischen Vegetation und des unterscheidenden Charakters der Landschaften Italiens. Rhoden begann damit eine neue Weise landschaftlicher Darstel- lung, und liefert hierin eines der gelungensten Werke des deut- schen Geistes, dem sich seit 1824 viele andere anreihen. M. v. Rhoden wird in der Allgemeinen Zeitung 1842 S. 370 noch immer seiner ungeschwächten Thätigkeit wegen gerühmt. Es wurde da- mals besonders eine Ansicht aus der Villa des Hadrian erwähnt, wo denn uns der Künstler die einsame Stille jener Ruinenwelt vorführt.
M. v. Rhoden ist Mitglied mehrerer Akademien,
M. v. Friedrich VON, Genremaler, ein geschickter Künstler, der in Dresden lebt. Seine Werke finden grossen Beifall.
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