Reynolds oder Beynolds, S. W., Landschaftsmaler zu London , ein Künstler aus der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Er hatte schon um 1830 seinen Ruf gegründet, und auch im Auslande sich bekannt gemacht. Im Kunstblatt von 1831 heisst es: dass man in
seinen Gemälden die lebhafte Auffassungsgabe und den feinen Takt bewundere, womit er die Natur in ihrem friedlichen Wirken, so wie im Kampfe der Elemente zu beleuchten gelernt hat. Man fin- det in seiner Manier einige Aehnlichkeit mit Rembrandt. Seine Farbung ist glänzend, aber harmonisch, und das Ganze eben so originell als geistreich behandelt.
Beynolds, Joshua, berühmter Portraitmaler, geb. 1723 zu Plym- pton bei Plymouth , war der Sohn eines wegen seiner Gelehrsamkeit hochgeachteten Geistlichen und Lehrers, und auch Joshua ge- noß eine sorgfältige Erziehung. Auch den Hang zum Zeichnen nährte der Vater, da er selbst eine kleine Kunstsammlung besass; den Wunsch Künstler zu werden, hatte aber erst Richardson's Theorie der Malerei in ihm erweckt. Rafael erfüllte ihn mit Be- geisterung, er wollte diesen nachahmen, seine empfängliche Seele neigte sich aber in der Folge doch zu Titian und Correggio. Den ersten Unterricht ertheilte ihm Hudson, einer der besten damals in London lebenden Maler, der aber in seiner eigenen Mittelmäs- sigkeit nicht im Stande war, einen Künstler zu bilden. Reynolds zog dennoch Vortheil bei ihm, weil er seinen Zögling fleissig Zeichnungen von Guercino copiren liess, die später öfter für Ori- ginal genommen wurden, Nach einigen Jahren kehrte er nach De- vonshire zurück, und verweilte da drei Jahre, ohne wesentliche Fortschritte in der Kunst gemacht zu haben. Er malte Bildnisse um geringen Preis, besonders solche von englischen Offizieren von der Flotte zu Plymouth, die ihm für das Stück eine Guinee bezahlten, wofür er in der Folge 200 Pf. St. verlangte. Indessen sind jene Jugendarbeiten mit seinen späteren Werken durchaus nicht zu vergleichen. Er fing erst nach seiner Rückkehr in Lon- don an, mit aller Kraft sich dem Studium der Kunst zu widmen, dieses mit solchem Erfolge, dass er in kurzer Zeit auch bei den Grossen des Reiches Eingang fand. Sein besonderer Gönner und Freund ward Lord Keppel, der 1740 als Commandant einer Es- cadre, die nach dem Mittelmeere abging, auch unsern Künstler zur Begleitung einlud, was dieser um so freudiger annahm, da er auf solche Weise schneller nach Italien gelangen konnte. Er lan- dete in kurzer Zeit zu Livorno, und nun trat er die Reise nach
Gegen Ende des Jahres 1752 kam der Künstler ins Vaterland zurück, wo sich sein Ruf schnell verbreitete. Schon das erste Werk, das Bildniss des Lord Keppel, machte die früher gefeier- ten Namen eines Lely, Riley und Kneller fast vergessen, und als er auch einige hohe weibliche Schönheiten gemalt hatte, wollte man nur mehr dem A. van Dyck den Rang vor ihm lassen. Die nach seinen Bildern teilweise trefflich gearbeiteten Mezzotinto- blätter machten den Künstler auch im Auslande bekannt, und mehr als ein fremder Hof wollte ihn an sich ziehen. Allein Reynolds blieb im Vaterlande, unternahm nur 1781 und 1783 kurze Reisen nach Flandern und Holland, und blühete fortwährend hochgeachtet, nicht nur als Künstler, sondern auch als Mensch von hoher Bildung und feinen Sitten. Im Jahre 1760 veranstaltete er die erste Austel- lung seiner Werke; von dieser Zeit an fehlten die öffentlichen Schau- stelllungen nie mehr, und die Kunst gewann dadurch sichtlich. Den 26. Jänner 1765 gründete König Georg III. eine eigene Maleraka- demie, die aber erst den 10. December 1768 unter dem Präsi- dium Reynolds eröffnet wurde. Dieser bekleidete jetzt fast dreiss- sige Jahre die Stelle eines ersten Präsidenten dieser Anstalt, und machte sich durch sein seltenes Malertalent, so wie durch die geist- reichen Vorträge in der Akademie, und durch die freundlichste Zu- vorkommenheit dieser Auszeichnung im hohen Grade werth. Nach Ramsay's Tod, im Jahre 1784, ernannte ihn der König auch zum ersten Hofmaler, bis er endlich 1792 einer langwierigen und schmerz- haften Krankheit erlag.
Reynolds ist vornehmlich im Fach des Portraits gross, und seine besten Bilder dieser Art nehmen, auch mit den Leistungen anderer Schulen verglichen, eine «hohe Stelle ein. In dem feinen Gefühl für Formen und dem kräftigen Vortrage ist er von keinem seiner Landsleute übertroffen worden; und auch in der Färbung erreichte er oft eine überaus grosse Frische. Er strebte in der Fär- bung Rembrandt nach, sein Colorit ist aber selten so gesättigt. Auch Titian's Lokaltöne und das Farbenspiel des Rubens suchte er zu vereinigen. In der Art des Farnauftrages nahm er beson- ders Correggio zum Vorbilde, in der freien Behandlungsweise legte er aber den Grund zu jener Breite und Freiheit, welche von sei-
Reynolds, Joshua.
Die bei seinen Nachfolgern oft übertrieben wurde, die nicht selten in Flüchtig- keit und Nachlässigkeit ausarteten, während bei Hogarth und Reynolds noch jeder Zug in der Natur geschaut ist und etwas Bestimmtes ausdrückt. In der Technik, die er sich selbst schaffen musste, war er nicht immer glücklich. Mehrere seiner Bilder sind daher ver- blichen, und von leichenähnlichem Ansehen. Er war unablässig bemüht, neue Bindemittel der Farben zu entdecken; diese Versuche fielen aber nicht immer glücklich aus.
Ausser dem eigentlichen Portraite war Sir Joshua am glück- lichsten in Darstellung von Kindern, bei welchen er in der Haupt- sache sich auch treu an die Natur halten konnte, und nur eine ziemlich gleichgültige, aber naive Handlung oder Beschäftigung er forderlich war. In solchen Bildern ist es ihm vortrefflich gelungen, die Jugendfrische und das naive, unschuldige Wesen der schönen englischen Kinder wieder zu geben. Diese Bilder nennen andere Phantasiegemälde, und rühmen sie nicht weniger, besonders die Schlange im Grase und das schlafende Mädchen. Das erstere wird als eine höchst originelle und muthwillig erfundene Composition
gelobt, das andere als Meisterstück in Hinsicht auf Kraft und Klarheit der Farbe erhoben.
Weniger bedeutend ist aber Reynolds in historischen Mal- ereien, worin es ihm nicht nur an bedeutsamer Würde des histo- rischen Stils fehlte, sondern sich sogar Schwäche der Zeichnung kundgab. Diesen Fehler gestand aber Sir Joshua zu. Er klagt sich in seinen Vorlesungen dieses Mangels wegen öffentlich an, mit der Bitte um Nachsicht wegen seiner Gemälde, die er fertigte, bevor er im Zeichnen fest genug war. Allein in historischen Dar- stellungen brachte er es nie zu grosser Correctheit in der Zeich- nung. Mit Namen bezeichnet hat Reynolds nur zwei Bilder: das Bildniss der Mrs. Siddons als tragische Muse, und jenes der Mrs. Cockburn mit ihren drei Kindern als Charitas.
Reynolds hinterliess bei seinem Tode der Miss Palmer, sei- ner Erbin, ein Vermögen von 100,000 Pf. St., da schon zu den Lebzeiten des Künstlers dessen Werke sehr theuer bezahlt wur- den, und bei der Versteigerung seines Nachlasses einzelne Stucke zu ungeheuren Preisen weggingen. Der Herzog von Marlborough zahlte ihm für sein Familienbild 700 Guineen, Die Kaiserin von Russland liess ihm für das Bild des Herkules 1500 Guineen bezah- len; Prinz Potemkin bezahlte für das Gemälde der Enthaltsamkeit des Scipio deren 500; Viscount Mountjoy für ein Bild, auf wel- chem die Marquise von Townshed, Mme. Gardener und Mme Beresford die Statue des Hymen bekränzen, 450 Guineen; Des- peaux Esq. für das Bildniss der Mrs. Siddons als Muse der Trag- ödie die 700 Guineen; Dr. Dorset für den Ugolino und die wahr- sagende Zigeunerin 750 Guineen, etc. Alderman Boydell bezahlte für den Auftritt des Chaudron aus Macbeth 1000 G., für den Tod des Cardinal Beaufort 500 G. — Bei der Versteigerung seines Kunstnachlasses wurden 1821 einzelne Stücke um ungeheure Preise erstanden. Das grosse Gemälde, unter dem Namen der Charity bekannt, kaufte Lord Normanton um 1500 Guineen, und auch die Zeichnungen und Gemälde zum Fenster in der Capelle von New- College gingen zu sehr hohen Preisen weg, wie wir unten un- ter den historischen Compositionen bemerkt haben. Dass aber auch
in neuerer Zeit der Werth von Reynolds Bildern nicht gesunken ist, beweiset der Umstand, dass 1829 bei der Auktion der Kunst- werke des Lord Gwydir zu London eine heilige Familie um 199 Pf. St. für die Nationalgallerie daselbst erkauft wurde. Reynolds
Die folgenden Werke gehören jedenfalls zu seinen besten, doch nicht von allen können wir den Besitzer angeben. Wir nennen auch vorzügliche Meister, welche solche gestochen haben, verweisen aber im Allgemeinen auf folgenden Catalog: A descrip- tive catalogue of all the prints and engravings of Sir J. Reynolds, London 1825.
Bildnisse,
Vor allen nennen wir die eigenen Bildnisse des Künstlers. Ein solches mit der Brille ist in der Privatsammlung König Georg's IV. Es ist sehr lebendig aufgefasst und besonders fleissig modellirt, aber in den Schatten grauer, in den Lichtern kälter, als man sonst bei Reynolds zu sehen gewohnt ist. Waagen, Kunstwerke II, 185. Ein zweites Bildniss ist in der Sammlung in Dulwichcollege, eben- falls mit der Brille, nach Waagen (l. c. 106) vorzüglicher und kräf- tiger in der Färbung, als obiges Bild. Ein drittes ist in der Tri- bune zu Florenz. E. Green, C. Townley und J. Watson haben sein Bildniss geschabt. J. K. Scherwin es gestochen, J. Callyer und Th. Holloway stachen sein Bildniss im Kleinen. Facius stach das von G. Stuart gemalte Bildniss dieses Künstlers. Auch in dem Werke: The fine arts of the english school ist sein Bildniss ge- stochen, wie vor der Gesammtausgabe seiner literarischen Werke.
Sehr zahlreich sind seine andern Bildnisse, da er fast die ganze zobele und merkwürdige englische Welt gemalt hat. Die zunächst unten folgenden Portraite werden von Dr. Waagen beurtheilt, viele von den sich anreihenden Bildnissen dürften aber theils, verschol- len, theils verdorben seyn.
In der Nationalgallerie zu London ist jenes des Lords Heath- field, des ruhmwürdigen Vertheidigers von Gibraltar, in Deutsch- land unter dem Namen des Lord Elliot bekannt. Waagen (Kunst- werke etc. I. 232) sagt, das Ehrenfeste, tüchtige des Charakters seı darin trefflich aufgefasst, die Zeichnung fein, die Ausführung breit, aber fleissig, die Färbung warm und kräftig, wenn schon min- der durchsichtig als in manchen andern Bildern dieses Meisters; der Hintergrund, worin dunkle Rauchwolken die Wirkung der Artillerie andeuten, bilde mit der unerschütterlichen Ruhe, womit der Held die Schlüssel von Gibraltar hält, einen passenden Gegen- satz, und bringe zugleich die Figur sehr gut vom Grunde los. In der genannten Gallerie ist auch das unter dem Namen des ver- bannten Lords bekannte Bildniss, ein Kopf von glühender Fär- bung, aber etwas leer in den Formen. Dieses gerühmte Werk schenkte der Geistliche W. Lang der Nationalgallerie. (J. Doe hat es für die Engravings from the pictures of the National-Gal- lery gestochen, so wie das Bildniss Heathfield's.
In der Sammlung des Herzogs von Devonshire ist das Bildniss des Lord Richard Cavendish, halbe Figur, nach Waagen (1. 256). sehr lebendig aufgefasst, und in einem warmen, klaren Ton mit frosster Meisterschaft und Freiheit beendigt. In dieser Sammlung ist auch das Bildniss der durch ihren Geist und ihre Kunstliebe berühmten Herzogin von Devonshire, ein sehr anziehendes und junges Gesicht von äusserst zarter, blühender, durchsichtiger Farbe. Vaagen sagt, solche Werke beweisen, wie hoch dieser Meister als Portraitmaler stehe.
Auch in der Sammlung zu Chatsworth ist ein Bildniss der be-
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