Rexmon, Pierre

Rexmon, Pierre, Emailmaler , einer der interessantesten Künstler des 16. Jahrhunderts, dessen Thätigkeit zwischen 1550 — 80 in Frankreich zu suchen seyn dürfte. Seine Arbeiten sind gewöhnlich mit P. R. bezeichnet, doch sieht man auch solche, welche den vollständigen Namen des Künstlers enthalten. So befindet sich im Kunstkabinete von Gotha eine grosse mit Emailmalereien versehene Schüssel, welche auf der einen Seite den vollständigen Namen, auf der anderen die Initialen desselben enthält. Die Tucher'sche Sammlung zu Nürnberg bewahrte sieben Stücke seiner Hand, theils nach Compositionen Rafael's, theils im Style Primaticcio's gemalt, deren eines, vom Jahre 1562, mit seinem Namen bezeichnet war. Ein früheres Stück dieser Sammlung hat die Buchstaben P. R. und die Jahrzahl 1558. In der Göthe'schen Sammlung zu Weimar werden drei mit P. R. bezeichnete Stücke aufbewahrt, eine Schale, deren innere Fläche eine Scene aus der Geschichte des Moses enthält, und deren Fuss die Jahrzahl 1571 trägt. Die beiden andern Stücke sind Salzfässer, in deren Höhlungen Profilköpfe und schwebende Genien umher gemalt sind. Die Füsse sind mit den Darstellungen einer Hirsch- und Bärenjagd umgeben. Auch im grünen Gewölbe zu Dresden finden sich ähnliche Arbeiten mit der Bezeichnung P. R. 1571.

In besonders reicher Anzahl finden sich die Emaillen dieses Künstlers in der k. Kunstkammer zu Berlin , die Kugler (Besch, d.K. S. 144) beschreibt. Sie sind im hohen Grade anziehend, eben so fein und geschmackvoll behandelt, wie zumeist mit einem sehr glücklichen Formensinne aufgefasst. Es sind nirgends eigentlich bunte Farben angewandt, diese Arbeiten bestehen im Wesentlichen nur aus Monochromen, grau in grau, aber mit röthlicher Färbung des Nackten, auch auf mannigfache Weise mit zierlichen Goldornamenten versehen. Zwei kleine Platten enthalten Copien von zwei Scenen der kleinen in Holz geschnittenen Passion A. Dürer's: die Kreuznahme und die Auferstehung des Herrn, durch eigenthümlich geistreiche Auffassung ausgezeichnet. Zwei andere kleine Platten enthalten Copien des unter dem Namen des „Quos Ego" bekannten Kupferstiches des Marc-Anton, die beiden Scenen des oberen Randes: Juno auf ihrem von Pfauen gezogenen Wagen, und Venus auf dem Wagen von Tauben gezogen. Die classisch-strenge Zeichnung der Original-Compositionen ist hier eben so glücklich nachgebildet, wie bei den obigen Arbeiten. Dann sind zwei Schaalen da, auf Füssen ruhend. Die eine derselben ist im Inneren mit barocken Ornamenten und den Figuren von Göttertheiten versehen, um das Aeusserer der Schaale läuft eine historische Composition umher: Moses, wie er den Wasserquell aus dem Felsen schlägt, eine Composition im Style der Schule von Fontainebleau, die sich durch tüchtige Auffassung auszeichnet. Der Fuss ist mit Darstellungen von Kinderspielen und mit barocken Ornamenten geschmückt. Dieses treffliche Gefäss ist mit P. R. 1571 bezeichnet. Die zweite Schaale enthält im Inneren eine figurenreiche Composition, das Wunder der ehernen Schlange vorstellend, im Style derselben Schule; das Aeusserer zieren barocke Ornamente und Engelsköpfe. Zwei Teller der Sammlung in Berlin sind mit

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