Revoil, Künstler

Revoil, Künstler , Historien- und Genremaler, wurde 1776 zu Lyon

geboren, wo er auch seine Schulbildung genoss, bis er endlich nach Paris sich begab, wo damals David eine Schaar junger Ta- lente versammelte. Revoil war einer der ausgezeichnetsten dersel- ben, folgte aber nicht dem statuarischen, finsteren Wesen des Mei- sters, sondern eröffnete sich ein blühenderes, lebensvolleres Feld, Nach Waagen, Kunstwerke etc. III. S. 747, kann Revoil als Re- präsentant der früheren Zeit der Restauration gelten, in welcher mit besonderer Vorliebe Anekdoten aus der älteren französischen Geschichte behandelt wurden, und bis auf die neueste Zeit blieb der Künstler seinem Vorsatze getreu. Seine Werke sind zahlreich, durch Composition, glückliche Wahl, Lebendigkeit der Köpfe, Genauigkeit im Costume und durch sehr zarte Ausführung ausge- zeichnet, besonders jene seiner reiferen Jahre, die auch im Hell- dunkel trefflich sind, worin seine ersteren Werke zu wünschen übrig lassen. In diesen Bildern sind die Schatten öfter schwer und das Fleisch rosig und kalt. Dieses er sah Waagen aus zwei Gemäl- den der Gallerie des Luxembourg, das eine (1810) einen Vorfall während des Besuches Karls V. bei Franz I. in Fontainebleau (L'anneau de Charles-Quint), das andere (1817) den verwundeten Bayard vorstel- lend, dieses, wie ihn die von ihm beschützte Familie in Brescia mit Musik unterhält. In letzterem Bilde treten bereits grosse Vorzüge her- vor, und der Künstler erhielt damals als Zeichen hoher Aner- kennung den Preis von 3000 Fr. Das Bild ist 5 Sch. 6 Z. breit, 4 Sch. 6 Z. hoch. Zu seinen vorzüglichsten Werken gehören fer-

ner: Heinrich IV. und seine Kinder, ehedem in der Gallerie des

Herzogs von Berry; Jeanne d'Arc im Gefängnisse zu Rouen, Jeanne d'Albret, in der Gallerie zu Fontainebleau; die Loskaufung der Gefangenen durch die Väter von la Merci (1810); Maria Stuart von ihrer getreuen Dienerschaft getrennt; Gottfried von la Tour; die provenzalische Gastfreundschaft (1822); Franz I. schlägt seinen Enkel Franz IIl. zum Ritter, ein 5 F. 6 Z. hohes Bild, für den Gra- fen von Artois gemalt; Rene von Anjou, seit 1827 im Besitze des Palamedes de Forbin; Diana von Poitiers und Heinrich II., der Traum der Jeanne d'Arc, der Minstrel und die Mädchen, im Besitze des Herzogs von Angoulême (1827); Tancred, wie er von Bethlehem Besitz nimmt; Ludwig XII. in Plessis-le-Tours die Schenkungsurkunde der Province empfangend, zwei ausgezeichnete Bilder aus der neuesten Zeit des Künstlers,

s. Rewich.

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